DER PROPHET JEREMIA
1. Kapitel
1,1 Dies sind die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus dem
Priestergeschlecht zu aAnatot im Lande
(a) Benjamin.
1,2 Zu ihm geschah das Wort des HERRN zur Zeit aJosias, des Sohnes Amons,
des Königs von Juda, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft,
1,3 und hernach zur Zeit aJojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda,
bis ans Ende des elften Jahres
(a) (b) Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs
von Juda, bis cJerusalem weggeführt wurde im fünften Monat.
1,4 Und des HERRN Wort geschah zu mir:
1,5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und
(a) (b) sonderte
dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum
Propheten für die Völker.
1,6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR,
(a) (b) ich tauge nicht zu predigen; denn ich
bin zu jung.
1,7 Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: «Ich bin zu jung», sondern du
sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir
gebiete.
1,8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn
(a) ich bin bei dir und will dich
erretten, spricht der HERR.
1,9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und
sprach zu mir: Siehe,
(a) ich lege meine Worte in deinen Mund.
1,10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, daß du
(a)
ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und
pflanzen.
1,11 Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich
sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. 1,12 Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn (a) ich will
wachen über meinem Wort, daß ich's tue.
1,13 Und es geschah des HERRN Wort zum zweitenmal zu mir: Was siehst du?
Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel überkochen von Norden her. 1,14 Und der HERR sprach zu mir: (a) (b) (c) (d) (e) Von Norden her wird das Unheil losbrechen
über alle, die im Lande wohnen. 1,15 Denn siehe, ich will rufen alle Völker der Königreiche des Nordens,
spricht der HERR, daß sie kommen sollen und ihre Throne setzen vor die
Tore Jerusalems und rings um die Mauern her und vor alle Städte Judas. 1,16 Und ich will mein Gericht über sie ergehen lassen um all ihrer Bosheit
willen, daß sie mich verlassen und andern Göttern opfern und ihrer Hände
Werk anbeten. 1,17 So gürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles,
was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf daß ich dich nicht
erschrecke vor ihnen! 1,18 Denn ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur (a) (b)
ehernen Mauer machen im ganzen Lande wider die Könige Judas, wider seine
Großen, wider seine Priester, wider das Volk des Landes, 1,19 daß, wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts anhaben
können; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dich errette.
2. Kapitel
Das untreue Gottesvolk
2,1 Und des HERRN Wort geschah zu mir:
2,2 Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So
spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner
Brautzeit, wie du mir folgtest
(a) (b) in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.
2,3 Da war Israel
(a) dem HERRN heilig, die
(b) (c) Erstlingsfrucht seiner Ernte.
Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unheil mußte über ihn
kommen, spricht der HERR.
2,4 Hört des HERRN Wort, ihr vom Hause Jakob und alle Geschlechter vom
Hause Israel! 2,5 So spricht der HERR: (a) Was haben doch eure Väter Unrechtes an mir
gefunden, daß sie von mir wichen und hingen den nichtigen Götzen an und
wurden so zunichte, 2,6 und dachten niemals: Wo ist der HERR, der uns aus Ägyptenland führte und
(a) leitete uns in der Wüste, im wilden, ungebahnten Lande, im dürren und
finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und kein Mensch
bewohnt? 2,7 Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land, (a) daß ihr äßet seine
Früchte und Güter. Aber als ihr hineinkamt, (b) machtet ihr mein Land unrein
und mein Eigentum mir zum Greuel. 2,8 Die Priester fragten nicht: Wo ist der HERR?, und die Hüter des Gesetzes
achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir untreu, und die
Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen den Götzen an, die nicht
helfen können. 2,9 Darum muß ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern rechten,
spricht der HERR.
2,10 Denn geht hin zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach
Kedar und gebt genau acht und schaut, ob's daselbst so zugeht: 2,11 ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber
mein Volk hat (a) seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der
nicht helfen kann! 2,12 Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht
der HERR. 2,13 Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, (a) (b) (c) die lebendige Quelle,
verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein
Wasser geben.
2,14 Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, daß er jedermanns Raub
sein darf? 2,15 (a) Löwen brüllen über ihm, brüllen laut und verwüsten sein Land, und
seine Städte werden verbrannt, so daß niemand darin wohnt. 2,16 Dazu scheren die Leute von (a) Memfis und Tachpanhes dir den Kopf kahl. 2,17 Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen
Gott, verläßt, sooft er dich den rechten Weg leiten will. 2,18 Was hilft's dir, daß du nach Ägypten ziehst und willst vom Nil trinken?
Und was hilft's dir, daß du nach Assyrien ziehst und willst vom Euphrat
trinken? 2,19 Deine Bosheit ist schuld, daß du so geschlagen wirst, und dein
Ungehorsam, daß du so gestraft wirst. Und du mußt innewerden und erfahren,
was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott zu
verlassen und ihn nicht zu fürchten, spricht Gott, der HERR Zebaoth.
2,20 Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen
und gesagt: Ich will nicht unterworfen sein! Sondern (a) (b) auf allen hohen
Hügeln und unter allen grünen Bäumen triebst du Hurerei. 2,21 Ich aber (a) hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz
echtes Gewächs. (b) Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten,
wilden Weinstock? 2,22 Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu,
so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der HERR.
2,23 Wie wagst du denn zu sagen: Ich bin nicht unrein, ich habe mich nicht
an die Baale gehängt? Sieh doch, wie du es treibst im Tal, und bedenke,
was du getan hast! Du läufst umher wie eine Kamelstute in der Brunst, 2,24 wie eine Wildeselin in der Wüste, wenn sie vor großer Brunst lechzt und
läuft, daß niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, muß nicht weit
laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit. 2,25 Schone doch deine Füße, daß sie nicht wund werden, und deine Kehle, daß
sie nicht durstig werde. Aber du sprichst: Da wird nichts draus; ich muß
diese Fremden lieben und ihnen nachlaufen.
2,26 Wie ein Dieb zuschanden wird, wenn man ihn ergreift, so wird das Haus
Israel zuschanden werden samt seinen Königen, Fürsten, Priestern und
Propheten, 2,27 die zum Holz sagen: «Du bist mein Vater» und zum Stein: «Du hast mich
geboren». Denn (a) (b) (c) sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht.
Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: «Auf und hilf uns!» 2,28 (a) (b) Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Laß sie
aufstehen; laß sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not! Denn (c) so
viel Städte, so viel Götter hast du, Juda.
2,29 Wie könnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen,
spricht der HERR. 2,30 Alle (a) meine Schläge sind vergeblich an euren Söhnen, sie lassen sich
doch nicht erziehen; (b) (c) (d) (e) euer Schwert frißt eure Propheten wie ein wütender
Löwe.
2,31 Du böses Geschlecht, merke auf des HERRN Wort! Bin ich denn für Israel
eine Wüste oder ödes Land? Warum spricht denn mein Volk: «Wir sind freie
Herren und brauchen dir nicht mehr nachzulaufen»? 2,32 Vergißt wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren
Schleier? Mein Volk aber vergißt mich seit endlos langer Zeit. 2,33 Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du dich
auch gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln. 2,34 Auch findet man an deinen Kleidern (a) (b) das Blut von Armen und
Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die alledem
widerstanden. 2,35 Und doch sprichst du: Ich bin unschuldig; (a) er hat ja doch seinen Zorn
von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du sprichst: Ich habe
nicht gesündigt. 2,36 Was läufst du denn so leichtfertig bald dahin, bald dorthin! Auch (a) (b) an
Ägypten wirst du zuschanden werden, wie du an Assyrien zuschanden geworden
bist. 2,37 Denn du mußt auch von dort wegziehen und deine Hände über dem Kopf
zusammenlegen; denn der HERR hat sie verworfen, auf die du deine Hoffnung
setztest, und es wird dir nicht mit ihnen gelingen.
3. Kapitel
3,1 Und er sprach: (a) Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie
geht von ihm und gehört einem andern, darf er sie auch wieder annehmen?
Ist's nicht so, daß das Land unrein würde? Du aber hast mit vielen gehurt
und solltest wieder zu mir kommen? spricht der HERR. 3,2 Hebe deine Augen auf zu den Höhen und sieh, wo du allenthalben dich
preisgegeben hast! An den Wegen sitzt du und lauerst auf sie wie ein
Araber in der Wüste und machst das Land unrein mit deiner (a) Hurerei und
Bosheit. 3,3 Darum muß auch der Frühregen ausbleiben, und kein Spätregen kommt. Aber
du hast eine Hurenstirn, du willst dich nicht mehr schämen 3,4 und schreist jetzt zu mir: (a) (b) (c) «Lieber Vater, du Vertrauter meiner Jugend! 3,5 Willst du denn ewiglich zürnen und nicht vom Grimm lassen?» Siehe, so
redest du und tust Böses und lässest dir nicht wehren.
Schuldspruch und Verheißung über Israel und Juda
3,6 Und der HERR sprach zu mir zur Zeit des Königs Josia: Hast du gesehen,
was Israel, die Abtrünnige, tat? Sie ging hin
(a) auf alle hohen Berge und
unter alle grünen Bäume und trieb dort Hurerei.
3,7 (a) (b) Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, würde sie zu mir
zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Und obwohl ihre Schwester
Juda, die Treulose, gesehen hat,
3,8 wie ich Israel, die Abtrünnige, wegen ihres Ehebruchs gestraft und sie
entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben habe, scheut sich dennoch
ihre Schwester, das treulose Juda, nicht, sondern geht hin und treibt auch
Hurerei.
3,9 Und ihre leichtfertige Hurerei hat das Land unrein gemacht; denn sie
treibt Ehebruch mit Stein und Holz.
3,10 Und auch in diesem allen bekehrt sich das treulose Juda, ihre
Schwester, nicht zu mir von ganzem Herzen, sondern nur mit Heuchelei,
spricht der HERR.
3,11 Und der HERR sprach zu mir: Das abtrünnige Israel steht gerechter da
als das treulose Juda. 3,12 Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück, du
abtrünniges Israel, spricht der HERR, so will ich nicht zornig auf euch
blicken. Denn (a) ich bin gnädig, spricht der HERR, und will nicht ewiglich
zürnen. 3,13 Allein erkenne deine Schuld, daß du wider den HERRN, deinen Gott,
gesündigt hast und bist hin- und hergelaufen zu den fremden Göttern unter
allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht
der HERR.
3,14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer
Herr! Und ich will euch holen, (a) einen aus einer Stadt und zwei aus einem
Geschlecht, und will euch bringen nach Zion. 3,15 Und ich will euch (a) (b) (c) Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden
sollen in Einsicht und Weisheit. 3,16 (a) (b) (c) Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch
ausgebreitet habt im Lande, so soll man, spricht der HERR, in jenen Tagen
nicht mehr reden von der Bundeslade des HERRN, ihrer nicht mehr gedenken
oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen; auch wird sie nicht
wieder gemacht werden. 3,17 Sondern zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen (a) «Des HERRN Thron»,
und (b) (c) es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens des HERRN
willen zu Jerusalem, und sie werden nicht mehr wandeln nach ihrem
verstockten und bösen Herzen. 3,18 In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Haus Israel gehen, und (a) sie
werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich euren
Vätern zum Erbe gegeben habe.
3,19 Und ich dachte: Wie will ich dich halten, (a) (b) als wärst du mein Sohn,
und dir das liebe Land geben, (c) den allerschönsten Besitz unter den
Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann (d) «Lieber Vater» nennen und
nicht von mir weichen. 3,20 Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie ein
Weib wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht der HERR.
Israels Umkehr
3,21 Man hört ein klägliches Heulen und Weinen der Israeliten
(a) auf den
Höhen, weil sie übel getan und den HERRN, ihren Gott, vergessen haben.
3,22 Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem
Ungehorsam.
.Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott. 3,23 Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den Hügeln und mit dem Lärm
auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN,
unserm Gott. 3,24 Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben hatten,
von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Söhne und Töchter. 3,25 So müssen wir uns betten in unsere Schande, und unsre Schmach soll uns
bedecken. Denn (a) wir haben gesündigt wider den HERRN, unsern Gott, wir und
unsere Väter, von unsrer Jugend an bis auf den heutigen Tag, und haben
nicht gehorcht der Stimme des HERRN, unseres Gottes.
4. Kapitel
4,1 Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu
mir! Und wenn du deine greulichen Götzen von meinem Angesicht wegtust, so
brauchst du nicht mehr umherzuschweifen, 4,2 und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig (a) (b) schwörst: «So wahr der
HERR lebt», dann werden die Heiden in ihm gesegnet werden und sich seiner
rühmen. 4,3 Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem: (a) Pflüget
ein Neues und säet nicht unter die Dornen! 4,4 (a) (b) (c) (d) Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens,
ihr Männer von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf daß nicht (e) um eurer
Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, so daß niemand
löschen kann. 4,5 Verkündet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: «Blast die
Posaune im Lande!» Ruft mit voller Stimme und sprecht: «Sammelt euch und
laßt uns in die festen Städte ziehen!» 4,6 Richtet in Zion ein Fluchtzeichen auf; flieht und säumet nicht! Denn ich
bringe (a) von Norden Unheil herzu und großen Jammer. 4,7 Es steigt herauf der (a) (b) (c) (d) (e) Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der
Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte, dein Land
zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, so daß niemand darin wohnt. 4,8 Darum (a) zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn des
HERRN will sich nicht von uns wenden.
4,9 Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem König und den Fürsten der Mut
entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten erschrocken
sein. 4,10 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem sehr
getäuscht, als du sagtest: «Es wird (a) Friede bei euch sein», wo doch das
Schwert uns ans Leben geht!
4,11 Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: «Es kommt ein
heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der
Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.» 4,12 Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da
will ich dann mit ihnen rechten. 4,13 Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein
Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind
verloren! 4,14 So (a) (b) wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf daß dir
geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?
4,15 Horch! Es kommt ein Geschrei von Dan her und eine böse Botschaft vom
Gebirge Ephraim. 4,16 Saget an den Völkern, verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus
fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Judas. 4,17 Sie werden sich (a) (b) um Jerusalem her lagern wie die Wächter auf dem
Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht der HERR. 4,18 Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von
deiner Bosheit, daß es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz
dringt.
4,19 Wie ist mir so weh! Mein Herz pocht mir im Leibe, und ich habe keine
Ruhe; denn ich höre der Posaune Hall, den Lärm der Feldschlacht; 4,20 Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird
verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört. 4,21 Wie lange soll ich noch das Fluchtzeichen sehen und der Posaune Hall
hören? 4,22 Aber mein Volk ist toll und glaubt mir nicht. Töricht sind sie und
achten's nicht; (a) weise sind sie genug, Übles zu tun, aber rechttun wollen
sie nicht lernen.
4,23 Ich schaute das Land an, siehe, (a) es war wüst und öde, und den Himmel,
und er war finster. 4,24 Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten, und alle Hügel wankten. 4,25 Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel
waren weggeflogen. 4,26 Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine
Städte waren zerstört vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn. 4,27 Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wüst werden, aber (a) (b) (c) (d) ich
will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen. 4,28 Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn
ich hab's geredet, ich hab's beschlossen, und es soll mich nicht gereuen,
ich will auch nicht davon ablassen.
4,29 Aus allen Städten werden sie vor dem Geschrei der Reiter und Schützen
fliehen und in die dichten Wälder laufen und in die Felsen kriechen. Alle
Städte werden verlassen stehen, so daß niemand darin wohnt. 4,30 Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit Purpur
kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein Angesicht schminken
würdest, so schmückst du dich doch vergeblich. Die dir jetzt den Hof
machen, werden dich verachten, sie werden dir nach dem Leben trachten. 4,31 Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie von
einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der Tochter Zion,
die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir! Ich muß vergehen vor
den Würgern.
5. Kapitel
Dem sündigen Volk kann nicht mehr vergeben werden
5,1 Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und
(a) sucht
auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und auf
Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein.
5,2 Und wenn sie auch sprechen: Bei dem lebendigen Gott!, so
(a) schwören sie
doch falsch.
5,3 HERR, deine Augen sehen auf Wahrhaftigkeit*. Du schlägst sie, aber sie
fühlen's nicht;
(a) (b) (c) du machst fast ein Ende mit ihnen, aber sie bessern sich
nicht.
(d) Sie haben ein Angesicht, härter als ein Fels, und wollen sich
nicht bekehren.
5,4 Ich aber dachte: Wohlan, es sind arme, unverständige Leute und wissen
nicht um des HERRN Weg und um ihres Gottes Recht.
5,5 Ich will zu den Großen gehen und mit ihnen reden; die werden um des
HERRN Weg und ihres Gottes Recht wissen. Aber
(a) sie alle haben das Joch
zerbrochen und die Seile zerrissen.
5,6 Darum wird sie auch der
(a) Löwe aus dem Walde zerreißen, und der Wolf aus
der Steppe wird sie verderben, und der Panther wird um ihre Städte lauern;
alle, die von da herausgehen, werden zerfleischt. Denn ihrer Sünden sind
zu viele, und sie bleiben in ihrem Ungehorsam.
5,7 Wie soll ich dir denn gnädig sein? Deine Söhne haben mich verlassen und
schwören bei dem, der nicht Gott ist. Als ich sie satt gemacht hatte,
trieben sie Ehebruch und liefen ins Hurenhaus. 5,8 Ein jeder (a) wiehert nach seines Nächsten Weibe wie die vollen, müßigen
Hengste. 5,9 Und ich sollte das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und ich
sollte mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?a
5,10 Stürmt ihre Weinberge hinauf und zerstört die stützenden Mauern; aber
verwüstet sie nicht ganz! Reißet ihre Weinranken weg; denn sie gehören
nicht dem HERRN! 5,11 Sie verachten mich, spricht der HERR, das Haus Israel und das Haus
Juda. 5,12 Sie verleugnen den HERRN und sprechen: «Das tut er nicht; so übel wird
es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen. 5,13 Die Propheten sind Schwätzer und haben Gottes Wort nicht; es ergehe
ihnen selbst so!» 5,14 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth: Weil ihr solche Reden führt,
siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer machen und dies
Volk zu Brennholz, daß es verzehrt werde.
5,15 Siehe, ich will über euch vom Hause Israel (a) ein Volk von ferne her
bringen, spricht der HERR, ein Volk von unerschöpflicher Kraft, ein
uraltes Volk, ein Volk, (b) dessen Sprache du nicht verstehst, und was sie
reden, kannst du nicht vernehmen. 5,16 Seine Köcher sind wie offene Gräber; es sind lauter Helden. 5,17 Sie werden deine Ernte und dein Brot verzehren, sie werden deine Söhne
und Töchter fressen, sie werden deine Schafe und Rinder verschlingen, sie
werden deine Weinstöcke und Feigenbäume verzehren; deine festen Städte,
auf die du dich verläßt, werden sie mit dem Schwert einnehmen. 5,18 Doch will ich, spricht der HERR, auch zu jener Zeit mit euch (a) nicht
ganz ein Ende machen. 5,19 Und wenn sie sagen: Warum tut uns der HERR, unser Gott, dies alles?,
sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlaßt und fremden Göttern dient
in eurem eigenen Lande, so sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande,
das nicht euer ist.(a)
5,20 Verkündet im Hause Jakob und ruft aus in Juda und sprecht: 5,21 Hört zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, (a) (b) die da Augen haben
und sehen nicht, Ohren haben und hören nicht! 5,22 Wollt ihr mich nicht fürchten, spricht der HERR, und vor mir nicht
erschrecken, (a) der ich dem Meere den Sand zur Grenze setze, darin es
allezeit bleiben muß, darüber es nicht gehen darf? Und wenn es auch
aufwallt, so vermag es doch nichts; und wenn seine Wellen auch toben, so
dürfen sie doch nicht darüber gehen. 5,23 Aber dies Volk hat ein abtrünniges, ungehorsames Herz. Sie bleiben
abtrünnig und gehen ihrer Wege 5,24 und sprechen niemals in ihrem Herzen: «Laßt uns doch den HERRN, unsern
Gott, fürchten, der uns (a) Frühregen und Spätregen gibt zur rechten Zeit
und uns die Ernte treulich und jährlich gewährt.» 5,25 Aber (a) eure Verschuldungen verhindern das, und eure Sünden halten das
Gute von euch fern.
5,26 Man findet unter meinem Volk Gottlose, die den Leuten nachstellen und
Fallen zurichten, um sie zu fangen, wie's die Vogelfänger tun. 5,27 Ihre Häuser sind voller Tücke, wie ein Vogelbauer voller Lockvögel ist.
Daher sind sie groß und reich geworden, 5,28 fett und feist. Sie gehen mit bösen Dingen um; sie halten kein Recht,
(a) (b) der Waisen Sache fördern sie nicht, daß ihnen ihr Recht werde, und
helfen den Armen nicht zum Recht. 5,29 Sollte ich das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und sollte
ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?a 5,30 Es steht greulich und gräßlich im Lande. 5,31 Die (a) Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene
Faust, und mein Volk hat's gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn's damit
ein Ende hat?
6. Kapitel
Das wohlverdiente Gericht
6,1 Flieht, ihr Leute von Benjamin, aus Jerusalem und blast die Posaune in
(a) Tekoa und richtet ein Fluchtzeichen auf über Bet-Kerem! Denn es droht
(b)
von Norden Unheil und großer Jammer.
6,2 Die Tochter Zion ist wie eine liebliche Aue;
6,3 aber es werden Hirten über sie kommen mit ihren Herden;
(a) die werden
Zelte aufschlagen rings um sie her und ein jeder seinen Platz abweiden. «
6,4 Rüstet euch zum Krieg gegen sie! Wohlauf, laßt uns hinaufziehen,
solange es noch heller Tag ist! Wehe, es will Abend werden, und die
Schatten werden lang!
6,5 Wohlan, laßt uns hinaufziehen bei Nacht und ihre Paläste zerstören!»
6,6 Denn so spricht der HERR Zebaoth: Fället Bäume und werft einen Wall auf
gegen Jerusalem; denn es ist eine Stadt, die heimgesucht werden soll.
(a)
Ist doch nichts als Unrecht darin!
6,7 Denn wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt, so quillt auch ihre
Bosheit. Frevel und Gewalt hört man in ihr, und Morden und Schlagen
treiben sie täglich vor mir.
6,8 Beßre dich, Jerusalem, ehe sich mein Herz von dir wende und ich dich zum
wüsten Lande mache, darin niemand wohnt!
6,9 So spricht der HERR Zebaoth: Halte Nachlese am Rest Israels wie am
Weinstock, strecke deine Hand immer wieder aus wie ein Winzer nach den
Reben. «6,10 Ach, mit wem soll ich noch reden, und wem soll ich Zeugnis geben? Daß
doch jemand hören wollte! Aber (a) (b) ihr Ohr ist unbeschnitten; sie können's
nicht hören. Siehe, sie halten des HERRN Wort für Spott und wollen es
nicht haben. 6,11 Darum bin ich von des HERRN Zorn so voll, daß ich ihn nicht
zurückhalten kann.» So schütte ihn aus über die Kinder auf der Gasse und
über die Schar der jungen Männer! Denn es sollen alle, Mann und Frau, Alte
und Hochbetagte, gefangen weggeführt werden. 6,12 Ihre Häuser sollen den Fremden zuteil werden samt den Äckern und
Frauen; denn ich will meine Hand ausstrecken, spricht der HERR, wider die
Bewohner des Landes. 6,13 (a) (b) (c) Denn sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn, und
Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um 6,14 und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen:
«Friede! Friede!», und ist doch nicht Friede. 6,15 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben
haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham.
Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen
werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR.
6,16 So spricht der HERR: Tretet hin an die Wege und schauet und fragt nach
den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, (a) so
werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Aber sie sprechen: Wir wollen's
nicht tun! 6,17 Auch habe ich (a) Wächter über euch gesetzt: Achtet auf den Hall der
Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen's nicht tun! 6,18 Darum höret, ihr Völker, und merkt auf samt euren Leuten! 6,19 Du, Erde, höre zu! Siehe, ich will Unheil über dies Volk bringen, ihren
verdienten Lohn, weil sie (a) auf meine Worte nicht achten und mein Gesetz
verwerfen. 6,20 Was frage ich nach dem Weihrauch aus Saba und nach dem köstlichen
Gewürz, das aus fernen Landen kommt? (a) (b) Eure Brandopfer sind mir nicht
wohlgefällig, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht. 6,21 Darum spricht der HERR: Siehe, ich will diesem Volk Anstöße in den Weg
stellen, daran sich Väter und Söhne zugleich stoßen und ein Nachbar mit
dem andern umkommen soll.
6,22 So spricht der HERR: Siehe, es kommt ein Volk von Norden, und (a) (b) ein
großes Volk wird sich erheben vom Ende der Erde. 6,23 Sie führen Bogen und Speer, sind grausam und ohne Erbarmen. Sie brausen
daher wie ein ungestümes Meer und reiten auf Rossen, gerüstet als
Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Zion.(a) 6,24 Wir haben von ihnen gehört, und unsre Arme sind uns niedergesunken; es
ist uns angst und weh geworden wie einer Gebärenden. 6,25 Niemand gehe hinaus auf den Acker, niemand gehe über Land; denn es ist
(a) Schrecken um und um vor dem Schwert des Feindes. 6,26 O Tochter meines Volks, (a) (b) zieh den Sack an und wälze dich im Staube!
Trage Leid wie um den einzigen Sohn und klage bitterlich; denn der
Verderber kommt über uns plötzlich.
Jeremia als Prüfer des Volkes
6,27 Ich habe dich zum Prüfer gesetzt für mein Volk, daß du seinen Wandel
erkennen und prüfen sollst.
6,28 Sie sind ganz und gar abtrünnig und wandeln verleumderisch;
(a) Erz und
Eisen sind sie; alle bringen sie Verderben.
6,29 Der Blasebalg schnaubte, das Blei wurde flüssig vom Feuer; aber das
Schmelzen war umsonst, denn die Bösen sind nicht ausgeschieden.
6,30 Darum heißen sie «Verworfenes Silber»; denn
(a) der HERR hat sie
verworfen.
7. Kapitel
7,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:
7,2 Tritt ins Tor am Hause des HERRN und predige dort dies Wort und sprich:
Höret des HERRN Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingeht,
den HERRN anzubeten!
7,3 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
(a) (b) (c) (d) Bessert euer Leben und
euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.*
7,4 Verlaßt euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist des HERRN
Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel!
7,5 Sondern bessert euer Leben und euer Tun, daß ihr recht handelt einer
gegen den andern
7,6 und
(a) keine Gewalt übt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen und nicht
unschuldiges Blut vergießt an diesem Ort und nicht andern Göttern
nachlauft zu eurem eigenen Schaden,
7,7 so will ich immer und ewig bei euch wohnen an diesem Ort, in dem Lande,
das ich euren Vätern gegeben habe.
7,8 Aber nun verlaßt ihr euch auf Lügenworte, die zu nichts nütze sind.
7,9 Ihr seid
(a) Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal
und lauft fremden Göttern nach, die ihr nicht kennt.
7,10 Und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem
Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, - und tut weiter solche
Greuel.
7,11 Haltet ihr denn
(a) dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für
eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HERR.
7,12 Geht hin an meine Stätte zu (a) (b) (c) Silo, wo früher mein Name gewohnt hat,
und schaut, was ich dort getan habe wegen der Bosheit meines Volks Israel. 7,13 Weil ihr denn lauter solche Dinge treibt, spricht der HERR, und weil
ich (a) (b) immer wieder zu euch redete und ihr nicht hören wolltet und ich euch
rief und ihr nicht antworten wolltet, 7,14 so will ich mit dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, auf das
ihr euch verlaßt, und mit der Stätte, die ich euch und euren Vätern
gegeben habe, ebenso tun, wie ich mit Silo getan habe, 7,15 und will euch (a) von meinem Angesicht verstoßen, wie ich verstoßen habe
alle eure Brüder, das ganze Geschlecht Ephraim.
Gegen falschen Gottesdienst
7,16 Du
(a) (b) (c) (d) (e) (f) sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage
noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will
dich nicht hören.
7,17 (a) (b) (c) Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Judas und auf den Gassen
Jerusalems?
7,18 Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen
kneten den Teig, daß sie der Himmelskönigin Kuchen backen, und fremden
Göttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdruß.
7,19 Aber damit machen sie nicht mir Verdruß, spricht der HERR, sondern sich
selbst zu ihrer eigenen Schande.
7,20 Darum spricht Gott der HERR: Siehe, mein Zorn und mein Grimm wird
ausgeschüttet über diese Stätte, über Menschen und über Vieh, über die
Bäume auf dem Felde und über die Früchte des Landes; der soll so brennen,
daß niemand löschen kann.
7,21 a So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer
zu euren Schlachtopfern und freßt Fleisch! 7,22 Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland
führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern; 7,23 sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so (a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) (h) will
ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem
Wege, den ich euch gebiete, auf daß es euch wohlgehe. 7,24 Aber (a) (b) sie wollten nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern
wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bösen
Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. 7,25 aJa, von dem Tage an, da ich eure Väter aus Ägyptenland führte, bis auf
diesen Tag habe ich immer wieder zu euch gesandt alle meine Knechte, die
Propheten. 7,26 Aber (a) sie wollen mich nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren,
sondern sind halsstarrig und treiben es ärger als ihre Väter. 7,27 Und wenn du schon ihnen dies alles sagst, so werden sie doch nicht auf
dich hören; rufst du sie, so werden sie dir nicht antworten. 7,28 Darum sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des HERRN,
seines Gottes, nicht hören noch sich bessern will. (a) Die Wahrheit ist
dahin und ausgerottet aus ihrem Munde.
7,29 a Schere deine Haare ab und wirf sie von dir und wehklage auf den
Höhen; denn der HERR hat dies Geschlecht, über das er zornig ist,
verworfen und verstoßen. 7,30 Denn die Leute von Juda tun, was mir mißfällt, spricht der HERR. (a) (b) Sie
haben ihre Greuelbilder gesetzt in das Haus, das nach meinem Namen genannt
ist, um es unrein zu machen, 7,31 (a) (b) (c) und haben die Höhen des Tofet im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Söhne
und Töchter zu verbrennen, was ich nie geboten habe und mir nie in den
Sinn gekommen ist. 7,32 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man's nicht mehr
nennen wird «Tofet» und «Tal Ben-Hinnom», sondern «Würgetal». Und man wird
im Tofet begraben müssen, weil sonst kein Raum mehr sein wird. 7,33 Und die (a) Leichname dieses Volks sollen den Vögeln des Himmels und den
Tieren des Feldes zum Fraß werden, ohne daß sie jemand verscheuchen wird. 7,34 Und (a) (b) (c) ich will in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems
wegnehmen den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und
der Braut; denn das Land soll wüst werden.
8. Kapitel
8,1 Zu dieser Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der Könige von
Juda, die Gebeine seiner Fürsten, die Gebeine der Priester, die Gebeine
der Propheten und die Gebeine der Bürger Jerusalems aus ihren Gräbern
werfen 8,2 und wird sie hinstreuen der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer des
Himmels, die sie geliebt und (a) denen sie gedient haben, denen sie
nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben. Sie sollen nicht
wieder aufgelesen und begraben werden, sondern Dung auf dem Felde sein. 8,3 Und alle, die übriggeblieben sind von diesem bösen Volk, werden an allen
Orten, wohin ich sie verstoße, lieber tot als lebendig sein wollen,
spricht der HERR Zebaoth.
Gegen das verblendete Volk und seine Verführer
8,4 Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der
nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht
gern wieder zurechtkäme?
8,5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten
so fest am falschen Gottesdienst, daß sie nicht umkehren wollen.
8,6 Ich sehe und höre, daß sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand,
dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie
laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt.
8,7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und
Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber
(a) mein
Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.
8,8 Wie könnt ihr sagen: «Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei
uns»? Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen. 8,9 Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was
können sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen? 8,10 Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben und ihre Äcker denen,
durch die sie verjagt werden. Denn (a) (b) sie gieren alle, klein und groß, nach
unrechtem Gewinn; Priester und Propheten gehen mit Lüge um 8,11 und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen:
«Friede! Friede!», und ist doch nicht Friede. 8,12 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben
haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham.
Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen
werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR. 8,13 Ich will unter ihnen Lese halten, spricht der HERR, so daß keine
Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum übrigbleiben, ja, auch
die Blätter abfallen sollen; und was ich ihnen gegeben habe, das soll
ihnen genommen werden.
Die Angst des Volkes und die Trauer des Propheten
«
8,14 Wozu wollen wir noch da sitzen? Sammelt euch und laßt uns in die
festen Städte ziehen, daß wir dort umkommen. Denn der HERR, unser Gott,
wird uns umkommen lassen und
(a) uns tränken mit einem giftigen Trank, weil
wir so gesündigt haben wider den HERRN.
8,15 Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir
hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken da.
(a) 8,16 Man hört ihre
(a) Rosse schnauben von Dan her, vom Wiehern ihrer Hengste
erbebt das ganze Land. Sie fahren daher und werden das Land auffressen mit
allem, was darin ist, die Stadt samt allen, die darin wohnen.»
8,17 Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die nicht
zu beschwören sind; die sollen euch stechen, spricht der HERR.
8,18 Was kann mich in meinem Jammer erquicken? (a) Mein Herz in mir ist
krank. 8,19 Siehe, die Tochter meines Volks schreit aus fernem Lande her: «Will
denn der HERR nicht mehr Gott sein in Zion, oder soll es keinen König mehr
haben?» Ja, warum haben sie mich so erzürnt durch ihre Bilder und fremde,
nichtige Götzen? «8,20 Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe
gekommen!» 8,21 Mich jammert von Herzen, daß mein Volk so ganz zerschlagen ist; ich
gräme und entsetze mich. 8,22 Ist denn (a) keine Salbe in Gilead, oder ist kein Arzt da? Warum ist denn
die Tochter meines Volks nicht geheilt? 8,23 *Ach daß ich Wasser genug hätte in meinem Haupte und (a) meine Augen
Tränenquellen wären, daß ich Tag und Nacht (b) beweinen könnte die
Erschlagenen meines Volks!
9. Kapitel
Jeremias Klage über sein Volk
9,1 *Ach, daß ich eine Herberge hätte in der Wüste, so wollte ich mein Volk
verlassen und von ihnen ziehen! Denn es sind lauter Ehebrecher und ein
treuloser Haufe. *Abweichende Verszählung statt 9,1-25: 9,2-26.
9,2 Sie schießen mit ihren Zungen lauter Lüge und
(a) keine Wahrheit und
treiben's mit Gewalt im Lande und gehen von einer Bosheit zur andern, mich
aber achten sie nicht, spricht der HERR.
9,3 (a) (b) (c) Ein jeder hüte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder
nicht; denn ein Bruder überlistet den andern, und ein Freund verleumdet
den andern.
9,4 Ein Freund täuscht den andern, sie reden kein wahres Wort; sie haben
sich daran gewöhnt, daß einer den andern betrügt. Sie freveln, und es ist
ihnen leid umzukehren.
9,5 Es ist allenthalben nichts als Trug unter ihnen, und vor lauter Trug
wollen sie mich nicht kennen, spricht der HERR.
9,6 Darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie schmelzen und
prüfen; denn was soll ich sonst tun, wenn ich ansehe die Tochter meines
Volks? 9,7 Ihre falschen Zungen sind tödliche Pfeile; (a) mit dem Munde reden sie
freundlich zu ihrem Nächsten, aber im Herzen lauern sie ihm auf. 9,8 Sollte ich das nicht heimsuchen an ihnen, spricht der HERR, und sollte
ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?a
9,9 Ich muß über die Berge weinen und heulen und über die Weidegründe in
der Steppe klagen; denn sie sind verödet, daß niemand hindurchzieht und
man auch kein Vieh blöken hört. (a) (b) Die Vögel des Himmels und das Vieh sind
geflohen und fort. 9,10 Und ich will aJerusalem zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale
machen und will die Städte Judas zur Wüste machen, daß niemand darin
wohnen soll.
9,11 a Wer ist nun weise, daß er dies verstünde, und zu wem spricht des
HERRN Mund, daß er verkündete, warum das Land verdirbt und öde wird wie
eine Wüste, die niemand durchwandert? 9,12 Und der HERR sprach: Weil sie mein Gesetz verlassen, das ich ihnen
vorgelegt habe, und meinen Worten nicht gehorchen, auch nicht danach
leben, 9,13 sondern (a) folgen ihrem verstockten Herzen und den Baalen, wie ihre
Väter sie gelehrt haben, 9,14 darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will dies
Volk (a) mit Wermut speisen und (b) mit Gift tränken. 9,15 Ich will sie unter Völker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter
gekannt haben, und (a) will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis es
aus ist mit ihnen.
9,16 So spricht der HERR Zebaoth: Gebt acht und bestellt Klageweiber, daß
sie kommen, und schickt nach denen, die klagen können, 9,17 daß sie herbeieilen und um uns klagen, daß unsre Augen von Tränen
rinnen und unsre Augenlider von Wasser fließen. 9,18 Horch, man hört ein Klagegeschrei in Zion: Ach, wie hat man uns Gewalt
angetan und wie sind wir zuschanden geworden! Wir müssen das Land räumen;
denn sie haben unsre Wohnungen geschleift. 9,19 Ja, höret, ihr Frauen, des HERRN Wort, und nehmt zu Ohren die Rede
seines Mundes! Lehrt eure Töchter klagen, und eine lehre die andere dies
Klagelied: «9,20 Der Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere Häuser
gekommen. Er würgt die Kinder auf der Gasse und die jungen Männer auf den
Plätzen.» 9,21 So spricht der HERR: (a) (b) (c) (d) (e) Die Leichen der Menschen sollen liegen wie Dung
auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt. 9,22 So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein
Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht
seines Reichtums. 9,23 Sondern (a) (b) wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei
und mich kenne, daß ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und
Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.
Israel ein unbeschnittenes Volk
9,24 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich heimsuchen werde
alle, die an der Vorhaut beschnitten sind,
9,25 nämlich Ägypten, Juda, Edom, die Ammoniter, Moab und alle, die
(a) das
Haar rundherum abscheren, die in der Wüste wohnen. Denn alle Heiden sind
nur unbeschnitten, aber
(b) (c) (d) ganz Israel hat ein unbeschnittenes Herz.
10. Kapitel
Die toten Götzen und der lebendige Gott
10,1 Höret, was der HERR zu euch redet, ihr vom Hause Israel!
10,2 So spricht der HERR:
(a) Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden
annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den
(b) Zeichen des Himmels, wie
die Heiden sich fürchten.
10,3 Denn ihre Götter sind alle nichts.
(a) Man fällt im Walde einen Baum, und
der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von
Menschenhänden,
10,4 und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und
Hammer, daß es nicht umfalle.
10,5 Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht
reden; auch muß man sie tragen, denn
(a) (b) sie können nicht gehen. Darum sollt
ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder helfen noch
Schaden tun.
10,6 Aber (a) dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist
groß, wie du es mit der Tat beweist. 10,7 Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muß man
gehorchen; denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren
Königreichen ist niemand dir gleich. 10,8 Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen ist ein
nichtiger Gottesdienst. 10,9 Silberblech bringt man aus Tarsis, Gold aus Ufas; durch den Bildhauer
und Goldschmied werden sie hergestellt; blauen und roten Purpur zieht man
ihnen an, und alles ist der Künstler Werk. 10,10 Aber der HERR ist der wahrhaftige Gott, der (a) lebendige Gott, der ewige
König. Vor seinem Zorn bebt die Erde, und die Völker können sein Drohen
nicht ertragen.
10,11 So sagt nun zu ihnen: Die Götter, die Himmel und Erde nicht gemacht
haben, müssen vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel. 10,12 (a) Er aber hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis
bereitet durch seine Weisheit und den Himmel ausgebreitet durch seinen
Verstand. 10,13 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel; Wolken läßt er
heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet, und
läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.(a) 10,14 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und (a) alle Goldschmiede
stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben
kein Leben, 10,15 sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn sie
heimgesucht werden. 10,16 Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist; sondern er ist's, der
alles geschaffen hat, und (a) Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR
Zebaoth. 10,17 Raffe dein Bündel auf von der Erde, die du sitzest in Bedrängnis! 10,18 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich will die Bewohner des Landes
diesmal wegschleudern und will sie ängstigen, damit sie sich finden
lassen.
10,19 Ach, was hab ich für Jammer und Herzeleid! Ich dachte: Es ist nur eine
Plage, ich muß sie erleiden. 10,20 Aber mein Zelt ist zerstört, und alle meine Seile sind zerrissen. Meine
Kinder sind von mir gegangen und nicht mehr da. Niemand richtet meine
Hütte wieder auf, und mein Zelt schlägt keiner mehr auf. 10,21 Denn die Hirten sind zu Toren geworden und fragen nicht nach dem HERRN.
Darum kann ihnen nichts Rechtes gelingen, und (a) ihre ganze Herde ist
zerstreut. 10,22 Horch, es kommt eine Kunde daher und ein großes Getöse (a) aus dem Lande
des Nordens, daß die Städte Judas verwüstet und zur Wohnung der Schakale
werden sollen.
10,23 Ich weiß, HERR, daß des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und
(a) es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte. 10,24 (a) (b) (c) (d) Züchtige mich, HERR, doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf
daß du mich nicht ganz zunichte machst. 10,25 Schütte aber deinen Zorn aus über die Heiden, die dich nicht kennen,
und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen. Denn sie haben
Jakob aufgefressen und verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine
Wohnung verwüstet.(a)
11. Kapitel
Der Bundesbruch des Volkes und Gottes Gericht
11,1 Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah vom HERRN:
11,2 Höret die Worte dieses Bundes, daß ihr sie den Leuten in Juda und den
Bürgern von Jerusalem sagt!
11,3 Und sprich zu ihnen: so spricht der HERR, der Gott Israels:
(a) Verflucht
sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes,
11,4 die ich euren Vätern gebot an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland
führte, aus dem glühenden Ofen, und sprach: Gehorcht meiner Stimme und
tut, wie ich euch geboten habe, so
(a) sollt ihr mein Volk sein, und ich
will euer Gott sein,
11,5 damit ich den Eid halten kann, den ich euren Vätern geschworen habe,
ihnen
(a) ein Land zu geben, darin Milch und Honig fließt, so wie es heute
ist. Ich antwortete und sprach: HERR, ja, so sei es!
11,6 Und der HERR sprach zu mir: Predige alle diese Worte in den Städten
Judas und auf den Gassen Jerusalems und sprich: Hört die Worte dieses
Bundes und tut danach! 11,7 (a) Denn ich habe eure Väter ermahnt von dem Tage an, als ich sie aus
Ägyptenland führte, bis auf den heutigen Tag, und ich ermahnte sie immer
wieder und sprach: Gehorcht meiner Stimme! 11,8 Aber sie gehorchten nicht, kehrten auch ihre Ohren mir nicht zu, sondern
(a) (b) (c) (d) (e) ein jeder wandelte nach seinem bösen und verstockten Herzen. Darum habe
ich auch über sie kommen lassen alle Worte dieses Bundes, den ich geboten
hatte zu halten und den sie doch nicht gehalten haben.
11,9 Und der HERR sprach zu mir: Ich weiß sehr wohl, wie sie in Juda und in
Jerusalem sich verschworen haben. 11,10 Sie kehren zurück zu den Sünden ihrer Väter, die vor ihnen waren und
die meinen Worten auch nicht gehorchen wollten und andern Göttern
nachfolgten und ihnen dienten. So hat das Haus Israel und das Haus Juda
meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe. 11,11 Darum siehe, spricht der HERR, ich will Unheil über sie kommen lassen,
dem sie nicht entgehen sollen; und (a) (b) (c) wenn sie zu mir schreien, will ich
sie nicht hören. 11,12 (a) (b) Dann werden die Städte Judas und die Bürger Jerusalems hingehen und
zu den Göttern schreien, denen sie geopfert haben; aber die werden ihnen
nicht helfen in ihrer Not. 11,13 Denn so viel Städte, so viel Götter hast du, Juda; und so viele Gassen
es in Jerusalem gibt, so viele Schandaltäre habt ihr aufgerichtet, um dem
Baal zu opfern. 11,14 Du aber (a) bitte nicht für dies Volk und bringe für sie kein Flehen noch
Gebet vor mich; denn ich will sie nicht hören, wenn sie zu mir schreien in
ihrer Not.
11,15 Was macht (a) mein geliebtes Volk in meinem Hause? Sie treiben lauter
Bosheit und meinen, Gelübde und (b) heiliges Opferfleisch könnten die Schuld
von ihnen nehmen; und wenn sie übel tun, sind sie guter Dinge darüber. 11,16 Der HERR nannte dich einen grünen, schönen, fruchtbaren Ölbaum; aber
nun hat er mit großem Brausen ein Feuer um ihn anzünden lassen, so daß
seine Äste verderben müssen. 11,17 Denn der HERR Zebaoth, der dich gepflanzt hat, hat dir Unheil angedroht
um der Bosheit willen des Hauses Israel und des Hauses Juda, die sie
getrieben haben, um mich zu erzürnen mit ihren Räucheropfern, die sie dem
Baal darbrachten.
Der Anschlag der Leute von Anatot auf Jeremia
11,18 Der HERR tat mir kund ihr Vorhaben, damit ich's wisse, und er zeigte es
mir.
11,19 Denn ich war
(a) wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank
geführt wird, und wußte nicht, daß sie gegen mich beratschlagt und gesagt
hatten: Laßt uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande
der Lebendigen ausrotten, daß seines Namens nimmermehr gedacht werde.
11,20 Aber du, HERR Zebaoth,
(a) du gerechter Richter,
(b) (c) der du Nieren und
Herzen prüfst, laß mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe dir
meine Sache befohlen.
11,21 Darum spricht der HERR über die Männer von aAnatot, die dir nach dem
Leben trachten und sprechen: Weissage nicht im Namen des HERRN, wenn du
nicht von unsern Händen sterben willst! -
11,22 darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie heimsuchen. Ihre
junge Mannschaft soll mit dem Schwert getötet werden, und ihre Söhne und
Töchter sollen vor Hunger sterben,
11,23 daß keiner von ihnen übrigbleibt; denn ich will über die Männer von
Anatot Unheil kommen lassen in dem Jahr, da ich sie heimsuchen werde.
12. Kapitel
Jeremias Anstoß am Glück der Gottlosen und Gottes Antwort
12,1 HERR, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behältst du doch recht;
dennoch muß ich vom Recht mit dir reden.
(a) Warum geht's doch den Gottlosen
so gut, und die Abtrünnigen haben alles in Fülle?
12,2 Du pflanzest sie ein, sie schlagen Wurzeln und wachsen und bringen
Frucht. Nahe bist du ihrem Munde, aber ferne von ihrem Herzen.
12,3 (a) Mich aber, HERR, kennst du und siehst mich und prüfst mein Herz vor
dir. Reiß sie weg wie Schafe zum Schlachten, und sondere sie aus, daß sie
getötet werden!
12,4 Wie lange soll das Land so trocken stehen und das Gras überall auf dem
Felde verdorren? Wegen der Bosheit der Bewohner
(a) schwinden Vieh und Vögel
dahin; denn man sagt: Er weiß nicht, wie es uns gehen wird.
12,5 Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie wird es dir
gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst? Und wenn du schon im Lande, wo
keine Gefahr ist, Sicherheit suchst, was willst du tun im Dickicht des
Jordans? 12,6 Denn auch deine Brüder und deines Vaters Haus sind treulos, sie schreien
hinter dir her aus vollem Halse. Darum traue du ihnen nicht, wenn sie auch
freundlich mit dir reden.
Gottes Klage über sein verwüstetes Land
12,7 Ich habe mein Haus verlassen und mein Erbe verstoßen und, was meine
Seele liebt, in der Feinde Hand gegeben.
12,8 Mein Erbe ist mir geworden wie ein Löwe im Walde und brüllt wider mich;
darum bin ich ihm feind geworden.
12,9 Mein Erbe ist wie der bunte Vogel, um den sich die Vögel sammeln:
Wohlauf und sammelt euch,
(a) alle Tiere des Feldes, kommt und freßt!
12,10 (a) Viele Hirten haben meinen Weinberg verwüstet und meinen Acker
zertreten; sie haben meinen schönen Acker zur Wüste gemacht.
12,11 Sie haben ihn jämmerlich verwüstet; verödet liegt er vor mir; ja, das
ganze Land ist verwüstet, aber niemand will es zu Herzen nehmen.
12,12 Die Verwüster kommen daher über alle kahlen Höhen der Steppe. Denn ein
Schwert hat der HERR, das frißt von einem Ende des Landes bis zum andern,
und kein Geschöpf wird Frieden haben.
12,13 (a) Sie haben Weizen gesät, aber Dornen geerntet; sie ließen's sich sauer
werden, aber sie konnten's nicht genießen. Sie konnten ihres Ertrages
nicht froh werden vor dem grimmigen Zorn des HERRN.
12,14 So spricht der HERR: Wider alle meine bösen Nachbarn, die das Erbteil
antasten, das ich meinem Volk Israel ausgeteilt habe: Siehe, ich will sie
aus ihrem Lande ausreißen und das Haus Juda aus ihrer Mitte reißen.
12,15 Aber wenn ich sie ausgerissen habe, will ich mich wieder über sie
erbarmen und will einen jeden in sein Erbteil und in sein Land
zurückbringen.
12,16 Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden,
(a) bei
meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk
gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so
(b) sollen sie inmitten meines
Volks wohnen.
12,17 Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen
und vernichten, spricht der HERR.
13. Kapitel
Der verdorbene Gürtel
13,1 So sprach der HERR zu mir: Geh hin und kaufe dir einen leinenen Gürtel
und gürte damit deine Lenden, aber laß ihn nicht naß werden!
13,2 Und ich kaufte einen Gürtel nach dem Befehl des HERRN und gürtete ihn um
meine Lenden.
13,3 Da geschah des HERRN Wort ein zweites Mal zu mir: 13,4 Nimm den Gürtel, den du gekauft und um deine Lenden gegürtet hast, und
mache dich auf und geh hin an den Euphrat und verstecke ihn dort in einer
Felsspalte! 13,5 Ich ging hin und versteckte ihn am Euphrat, wie mir der HERR geboten
hatte. 13,6 Nach langer Zeit aber sprach der HERR zu mir: Mache dich auf und geh hin
an den Euphrat und hole den Gürtel wieder, den ich dich dort verstecken
ließ! 13,7 Ich ging hin an den Euphrat und grub nach und nahm den Gürtel von dem
Ort, wo ich ihn versteckt hatte; und siehe, der Gürtel war verdorben, so
daß er zu nichts mehr taugte.
13,8 Da geschah des HERRN Wort zu mir: 13,9 So spricht der HERR: Ebenso will ich verderben den großen Hochmut Judas
und Jerusalems. 13,10 Dies böse Volk, das (a) meine Worte nicht hören will, sondern nach seinem
verstockten Herzen wandelt und andern Göttern folgt, um ihnen zu dienen
und sie anzubeten: es soll werden wie der Gürtel, der zu nichts mehr
taugt. 13,11 Denn gleichwie der Gürtel um die Lenden des Mannes gebunden wird, so
habe ich, spricht der HERR, das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda
um mich gegürtet, daß sie mein Volk sein sollten, mir zum Ruhm, zu Lob und
Ehren; aber sie wollten nicht hören.
Die gefüllten Weinkrüge
13,12 Sage ihnen dies Wort: So spricht der HERR, der Gott Israels: Alle Krüge
werden mit Wein gefüllt. Und wenn sie zu dir sagen: Wer weiß das nicht,
daß alle Krüge mit Wein gefüllt werden?,
13,13 so antworte ihnen: So spricht der HERR: Siehe, ich will alle, die in
diesem Lande wohnen, die Könige, die auf dem Thron Davids sitzen, die
Priester und Propheten und alle Einwohner Jerusalems
(a) (b) mit Trunkenheit
füllen
13,14 und will einen am andern, die Väter samt den Söhnen, zerschmettern,
spricht der HERR, und will weder schonen noch barmherzig sein und sie ohne
Mitleid verderben.
Mahnung zur Beugung vor Gott
13,15 Höret und merkt auf und seid nicht so hochfahrend, denn der HERR hat's
geredet.
13,16 Gebt dem HERRN, eurem Gott, die Ehre, ehe es finster wird und ehe eure
Füße sich an den dunklen Bergen stoßen und ihr auf das Licht wartet,
während er es doch finster und dunkel machen wird.
13,17 Wollt ihr das aber nicht hören, so muß ich heimlich weinen über solchen
Hochmut;
(a) (b) (c) meine Augen müssen von Tränen überfließen, weil des HERRN Herde
gefangen weggeführt wird.
13,18 Sage dem König und der Königinmutter: Setzt euch ganz nach unten; denn
(a) (b) (c) die Krone der Herrlichkeit ist euch vom Haupt gefallen.
13,19 Die Städte im Südland sind verschlossen, und es ist niemand, der sie
auftut; ganz Juda ist weggeführt.
Die Schändung Jerusalems
13,20 Hebt eure Augen auf und sehet, wie sie von Norden daherkommen. Wo ist
nun die Herde, die dir befohlen war, deine herrliche Herde?
13,21 Was willst du sagen, wenn er die über dich zum Haupt bestellen wird,
die du als Freunde an dich gewöhnt hast? Was gilt's? Es wird dich Angst
ankommen wie eine Frau in Kindsnöten.
13,22 Und wenn du in deinem Herzen sagen wirst: «Warum begegnet mir das?» -:
um der Menge deiner Sünden willen
(a) (b) wird dir dein Gewand aufgehoben und
wird dir Schande angetan.
13,23 Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine Flecken?
So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt seid.
13,24 Darum will ich sie zerstreuen wie Spreu, die verweht wird von dem Wind
aus der Wüste.
13,25 Das soll dein Lohn sein und dein Teil, den ich dir zugemessen habe,
spricht der HERR: Weil du mich vergessen hast und dich auf Lügen verläßt,
13,26 will auch ich dein Gewand hochheben, daß deine Schande sichtbar werde.
13,27 Denn ich habe gesehen deine Ehebrecherei, deine Geilheit, deine freche
Hurerei, ja, deine Greuel auf den Hügeln und im Felde. Weh dir, Jerusalem!
Wann wirst du doch endlich rein werden?
14. Kapitel
Vergebliche Bitte bei Dürre und Kriegsnot
14,1 Dies ist das Wort, das der HERR zu Jeremia sagte über die große Dürre:
14,2 Juda liegt jämmerlich da, seine Städte sind verschmachtet. Sie sitzen
trauernd auf der Erde, und in Jerusalem ist lautes Klagen.
14,3 Die Großen schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen
kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie
sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter.
14,4 Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die
aAckerleute traurig und verhüllen ihre Häupter.
14,5 Ja, auch die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen die Jungen,
weil kein Gras wächst.
14,6 Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft wie die
Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst.
14,7 Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines
Namens willen! Denn (a) unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich
gesündigt haben. 14,8 Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als
wärest du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht
bleibt? 14,9 Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der
nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und (a) (b) wir heißen nach
deinem Namen; verlaß uns nicht!
14,10 So spricht der HERR von diesem Volk: Sie laufen gern hin und her und
schonen ihre Füße nicht. Darum hat der HERR kein Gefallen an ihnen,
sondern er denkt nun an ihre Missetat und will ihre Sünden heimsuchen.
14,11 Und der HERR sprach zu mir: (a) Du sollst nicht für dies Volk um Gnade
bitten. 14,12 Denn wenn sie auch (a) fasten, so will ich doch ihr Flehen nicht erhören;
und wenn sie auch (b) Brandopfer und Speisopfer bringen, so gefallen sie mir
doch nicht, sondern ich will sie durch Schwert, Hunger und Pest aufreiben. 14,13 Da sprach ich: Ach, Herr HERR! Siehe, die Propheten sagen ihnen: Ihr
werdet das Schwert nicht sehen und keine Hungersnot bei euch haben,
sondern ich will euch beständigen Frieden geben an diesem Ort. 14,14 Aber der HERR sprach zu mir: (a) (b) (c) (d) Diese Propheten weissagen Lüge in meinem
Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nicht zu
ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Offenbarungen, nichtige
Wahrsagung und ihres Herzens Trug.
14,15 Darum spricht der HERR: Wider die Propheten, die (a) in meinem Namen
weissagen, obgleich ich sie nicht gesandt habe, und die dennoch predigen,
es werde weder Schwert noch Hungersnot in dies Land kommen: Solche
Propheten sollen sterben durch Schwert und Hunger. 14,16 Und die Leute, denen sie weissagen, sollen auf den Gassen Jerusalems
liegen, vom Schwert und Hunger hingestreckt, und (a) niemand wird sie
begraben, sie und ihre Frauen, Söhne und Töchter; und ich will ihre
Bosheit über sie ausschütten. 14,17 Und du sollst zu ihnen dies Wort sagen: (a) Meine Augen fließen über von
Tränen, unaufhörlich Tag und Nacht; denn die Jungfrau, die Tochter meines
Volks, ist unheilbar verwundet und völlig zerschlagen. 14,18 Gehe ich hinaus aufs Feld, siehe, so liegen dort vom Schwert
Erschlagene; komme ich in die Stadt, siehe, so liegen dort vor Hunger
Verschmachtete. Sogar Propheten und Priester müssen in ein Land ziehen,
das sie nicht kennen.
14,19 Hast du denn Juda verworfen oder einen Abscheu gegen Zion? Warum hast
du uns denn so geschlagen, daß uns niemand heilen kann? (a) Wir hofften, es
sollte Friede werden; aber es kommt nichts Gutes. Wir hofften, wir sollten
heil werden; aber siehe, es ist Schrecken da. 14,20 HERR, wir erkennen unser gottloses Leben und unsrer Väter Missetat;
denn (a) (b) (c) wir haben wider dich gesündigt. 14,21 Aber um deines Namens willen verwirf uns nicht! Laß den Thron deiner
Herrlichkeit nicht verspottet werden; gedenke doch an deinen Bund mit uns
und laß ihn nicht aufhören! 14,22 Ist denn unter den Götzen der Heiden einer, der Regen geben könnte,
oder gibt der Himmel Regen? Du bist doch der HERR, unser Gott, auf den wir
hoffen; denn du hast das alles gemacht.
15. Kapitel
15,1 Und der HERR sprach zu mir: Und (a) (b) (c) wenn auch Mose und Samuel vor mir
stünden, so habe ich doch kein Herz für dies Volk. Treibe sie weg von mir,
und laß sie weggehen! 15,2 Und wenn sie zu dir sagen: Wo sollen wir hin?, dann antworte ihnen: So
spricht der HERR: (a) (b) Wen der Tod trifft, den treffe er; wen das Schwert
trifft, den treffe es; wen der Hunger trifft, den treffe er; wen die
Gefangenschaft trifft, den treffe sie! 15,3 Denn ich will sie heimsuchen mit (a) viererlei Plagen, spricht der HERR:
mit dem Schwert, daß sie getötet werden; mit Hunden, die sie fortschleifen
sollen; (b) mit den Vögeln des Himmels und mit den Tieren des Feldes, daß
sie gefressen und vertilgt werden sollen. 15,4 Und ich will sie zu einem Bild des Entsetzens machen für alle
Königreiche auf Erden um (a) (b) Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des Königs
von Juda, für alles, was er in Jerusalem begangen hat.
15,5 Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird denn Mitleid
mit dir haben? Wer wird denn kommen und fragen, ob es dir gut geht? 15,6 Du hast mich verlassen, spricht der HERR, und bist von mir abgefallen;
darum habe ich meine Hand gegen dich ausgestreckt, um dich zu verderben;
ich bin des Erbarmens müde. 15,7 Ich worfelte sie mit der (a) Worfschaufel in den Städten des Landes, und
mein Volk, das sich nicht bekehren wollte von seinem Wandel, machte ich
kinderlos und brachte es um. 15,8 Es wurden mehr Frauen zu Witwen unter ihnen, als Sand am Meer ist. Ich
ließ kommen über die Mütter der jungen Mannschaft den Verderber am hellen
Mittag und ließ plötzlich über sie fallen Angst und Schrecken. 15,9 Die sieben Kinder hatte, welkte dahin, und ihre Seele verschmachtete in
ihr. (a) Ihre Sonne ging unter am hellen Tag; ihr Ruhm und ihre Freude hatte
ein Ende. Und was von ihnen übrig ist, will ich dem Schwert hingeben vor
ihren Feinden, spricht der HERR. 15,10 Weh mir, meine Mutter, (a) daß du mich geboren hast, gegen den jedermann
hadert und streitet im ganzen Lande! Hab ich doch weder auf Wucherzinsen
ausgeliehen, noch hat man mir geliehen, und doch flucht mir jedermann.
15,11 Der HERR sprach: Wohlan, ich will etliche von euch übrig lassen, denen
es wieder wohlgehen soll, und will euch zu Hilfe kommen in der Not und
Angst unter den Feinden. 15,12 Kann man Eisen zerbrechen, Eisen und Kupfer aus dem Norden? 15,13 Ich will dein Gut und deine Schätze zum Raube geben als Lohn für alle
deine Sünden, die du in deinem ganzen Gebiet begangen hast,(a) 15,14 und will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du
nicht kennst; denn es ist das Feuer meines Zorns über euch angezündet.
15,15 Ach HERR, du weißt es! Gedenke an mich und nimm dich meiner an und
räche mich an meinen Verfolgern! Laß mich nicht hinweggerafft werden,
während du deinen Zorn über sie noch zurückhältst; denn du weißt, daß ich
um deinetwillen geschmäht werde. 15,16 (a) (b) (c) (d) Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist
meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen
genannt, HERR, Gott Zebaoth. 15,17 Ich habe mich nicht zu den Fröhlichen gesellt noch mich mit ihnen
gefreut, sondern saß einsam, gebeugt von deiner Hand; denn du hattest mich
erfüllt mit Grimm. 15,18 Warum währt doch mein Leiden so lange und sind meine Wunden so schlimm,
daß sie niemand heilen kann? Du bist mir geworden wie ein trügerischer
Born, der nicht mehr quellen will.
15,19 Darum spricht der HERR: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich
zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn du recht
redest und nicht leichtfertig, so sollst du mein Mund sein. Sie sollen
sich zu dir kehren, doch du kehre dich nicht zu ihnen! 15,20 Denn (a) ich mache dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie
auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin
bei dir, daß ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR, 15,21 und ich will dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus der
Hand der Tyrannen.
16. Kapitel
Jeremias Einsamkeit als Vorzeichen des Gerichts
16,1 Und des HERRN Wort geschah zu mir:
16,2 Du sollst dir keine Frau nehmen und weder Söhne noch Töchter zeugen an
diesem Ort.
16,3 Denn so spricht der HERR von den Söhnen und Töchtern, die an diesem Ort
geboren werden, und von ihren Müttern, die sie gebären, und von ihren
Vätern, die sie zeugen in diesem Lande:
16,4 Sie sollen an bösen Krankheiten sterben und nicht beklagt noch begraben
werden, sondern sollen
(a) Dung werden auf dem Acker. Durch Schwert und
Hunger sollen sie umkommen, und ihre Leichname sollen den Vögeln des
Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraße werden.
16,5 So spricht der HERR: Du sollst in kein Trauerhaus gehen, weder um zu
klagen noch um zu trösten; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk
weggenommen, die Gnade und die Barmherzigkeit, spricht der HERR. 16,6 Große und Kleine sollen sterben in diesem Lande und nicht begraben noch
beklagt werden, und (a) (b) (c) (d) (e) niemand wird sich ihretwegen wund ritzen oder kahl
scheren. 16,7 Auch wird man keinem das Trauerbrot brechen, um ihn zu trösten wegen
eines Toten, und auch nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen seines
Vaters oder seiner Mutter. 16,8 Du sollst auch in kein Hochzeitshaus gehen, um bei ihnen zu sitzen zum
Essen und zum Trinken. 16,9 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, (a) ich will an
diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem
Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der Braut.
16,10 a Und wenn du das alles diesem Volk gesagt hast und sie zu dir
sprechen werden: «Warum kündigt uns der HERR all dies große Unheil an? Was
ist die Missetat und Sünde, womit wir wider den HERRN, unsern Gott,
gesündigt haben?», 16,11 so sollst du ihnen sagen: Weil eure Väter mich verlassen haben, spricht
der HERR, und andern Göttern nachgelaufen sind, ihnen gedient und sie
angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht gehalten haben, 16,12 ihr aber noch ärger tut als eure Väter; denn siehe, (a) ein jeder lebt
nach seinem verstockten und bösen Herzen, so daß er mir nicht gehorcht. 16,13 Darum will ich euch aus diesem Lande verstoßen in ein Land, von dem
weder ihr noch eure Väter gewußt haben. (a) Dort sollt ihr andern Göttern
dienen Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade mehr erweisen will.
Heil und Gericht für Israel und für die Völker
16,14 (a) Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man nicht mehr
sagen wird: «So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland
geführt hat»,
16,15 sondern: «So wahr der HERR lebt, der die Israeliten geführt hat aus dem
Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte.»
Denn ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben
habe.
16,16 Siehe, ich will viele Fischer aussenden, spricht der HERR, die sollen
sie fischen; und danach will ich viele Jäger aussenden, die sollen sie
fangen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in allen Felsklüften. 16,17 Denn (a) meine Augen sehen auf alle ihre Wege, daß sie sich nicht vor mir
verstecken können, und ihre Missetat ist vor meinen Augen nicht verborgen. 16,18 Aber zuvor will ich ihre Missetat und Sünde (a) zwiefach vergelten, weil
sie mein Land mit ihren toten Götzen unrein gemacht und mein Erbland mit
ihren Greueln angefüllt haben.
16,19 HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!
Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lüge
haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht helfen können. 16,20 Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! 16,21 Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt
ihnen kundtun, daß sie erfahren sollen: (a) Ich heiße der HERR.
17. Kapitel
17,1 (a) Die Sünde Judas ist geschrieben mit eisernem Griffel und mit
diamantener Spitze gegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hörner
an ihren Altären;
17,2 denn ihre Söhne denken an ihre Altäre und Ascherabilder unter den grünen
Bäumen und auf den hohen Hügeln.
17,3 Aber ich will deine Opferhöhen auf Bergen und Feldern samt deiner Habe
und allen deinen Schätzen zum Raube geben um der Sünde willen, die in
deinem ganzen Gebiet begangen ist.
(a) 17,4 Und du sollst aus deinem Erbe verstoßen werden, das ich dir gegeben
habe, und ich will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande,
das du nicht kennst; denn ihr habt ein Feuer meines Zorns angezündet, das
ewiglich brennen wird.
17,5 So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der (a) (b) sich auf Menschen
verläßt und (c) hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom
HERRN. 17,6 Der wird sein wie ein (a) Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen
das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im
unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt. 17,7 Gesegnet aber ist der Mann, (a) der sich auf den HERRN verläßt und dessen
Zuversicht der HERR ist. 17,8 Der ist (a) wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach
hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht,
sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein
dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.
17,9 Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? 17,10 Ich, der HERR, (a) (b) (c) kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und (d)
gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke. 17,11 Wie ein Vogel, der sich über Eier setzt, die er nicht gelegt hat, so
ist, wer unrecht Gut sammelt; denn (a) er muß davon, wenn er's am wenigsten
denkt, und muß zuletzt noch Spott dazu haben. 17,12 Aber die Stätte unseres Heiligtums ist der (a) Thron der Herrlichkeit,
erhaben von Anbeginn. 17,13 Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen,
müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde
geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, (a) die Quelle des
lebendigen Wassers. 17,14 (a) (b) Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir
geholfen; denn du bist mein Ruhm. 17,15 Siehe, sie sprechen zu mir: «Wo ist denn des HERRN Wort? (a) Laß es doch
kommen!» 17,16 Aber ich habe dich nie gedrängt, Unheil kommen zu lassen; auch hab ich
den bösen Tag nicht herbeigewünscht, das weißt du. Was ich gepredigt habe,
das liegt offen vor dir. 17,17 Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not! 17,18 (a) Laß die zuschanden werden, die mich verfolgen, und nicht mich; laß
sie erschrecken, und nicht mich. Laß den Tag des Unheils über sie kommen
und zerschlage sie zwiefach!
Die Heiligung des Sabbats
17,19 (a) So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks, durch
das die Könige von Juda aus- und eingehen, und in alle Tore Jerusalems
17,20 und sprich zu ihnen: Höret des HERRN Wort, ihr Könige Judas und ganz
Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen!
17,21 (a) So spricht der HERR: Hütet euch und tragt keine Last am Sabbattag
durch die Tore Jerusalems
17,22 und tragt keine Last am Sabbattag aus euren Häusern und tut keine
Arbeit, sondern
(a) heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten
habe.
17,23 Aber
(a) sie hörten nicht und kehrten mir ihre Ohren nicht zu, sondern
blieben halsstarrig, daß sie ja nicht auf mich hörten noch Zucht annähmen.
17,24 Wenn ihr nun auf mich hören werdet, spricht der HERR, daß ihr am
Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern ihn
heiligt, daß ihr an diesem Tage keine Arbeit tut,
17,25 so
(a) sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus- und eingehen Könige,
die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Roß und Wagen fahren, sie und
ihre Großen samt allen, die in Juda und Jerusalem wohnen; und es soll
diese Stadt immerdar bewohnt werden.
17,26 Und sie sollen kommen aus den Städten Judas und aus der Gegend von
Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem Hügelland und vom Gebirge
und vom Südland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und
Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des HERRN.
17,27 Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hören,
(a) den Sabbattag zu heiligen
und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore Jerusalems, so will
ich ein Feuer in ihren Toren anzünden, das die festen Häuser Jerusalems
verzehrt und nicht gelöscht werden kann.
18. Kapitel
Das Gleichnis vom Töpfer
18,1 Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia:
18,2 Mach dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich dich
meine Worte hören lassen.
18,3 Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf
der Scheibe.
18,4 Und der Topf, den er aus dem Ton machte, mißriet ihm unter den Händen.
Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.
18,5 Da geschah des HERRN Wort zu mir: 18,6 Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser
Töpfer? spricht der HERR. Siehe, (a) (b) wie der Ton in des Töpfers Hand, so
seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand. 18,7 (a) Bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es ausreißen,
einreißen und zerstören will; 18,8 wenn es sich aber bekehrt von seiner Bosheit, gegen die ich rede, so (a) (b) (c)
reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun. 18,9 Und bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es bauen und
pflanzen will; 18,10 wenn es aber tut, was mir mißfällt, daß es meiner Stimme nicht
gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu tun.
18,11 Und nun sprich zu den Leuten in Juda und zu den Bürgern Jerusalems: So
spricht der HERR: Siehe, ich bereite euch Unheil und habe gegen euch etwas
im Sinn. So bekehrt euch doch, ein jeder von seinen bösen Wegen, und (a)
bessert euern Wandel und euer Tun! 18,12 Aber sie sprechen: (a) Daraus wird nichts! Wir wollen nach unsern
Gedanken wandeln, und ein jeder soll tun nach seinem (b) verstockten und
bösen Herzen.
18,13 Darum spricht der HERR: Fragt doch unter den Heiden: Wer hat je
dergleichen gehört? So greuliche Dinge tut die Jungfrau Israel! 18,14 Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenn's vom
Libanon herab schneit, und das Regenwasser verläuft sich nicht so
schnell, 18,15 wie mein Volk meiner vergißt. Sie opfern den nichtigen Göttern. Die
haben sie zu Fall gebracht auf den alten Wegen und lassen sie nun gehen
auf ungebahnten Straßen, 18,16 auf daß ihr Land zur Wüste werde, ihnen zur ewigen Schande, daß, wer
vorübergeht, sich entsetze und den Kopf schüttle. 18,17 Denn ich will sie wie durch einen Ostwind zerstreuen vor ihren Feinden;
(a) ich will ihnen den Rücken und nicht das Antlitz zeigen am Tag ihres
Verderbens.
Jeremias Gebet gegen seine Feinde
18,18 Sie sprechen: «Kommt und laßt uns gegen Jeremia Böses planen; denn dem
Priester wird's nicht fehlen an Weisung noch dem Weisen an Rat noch dem
Propheten am Wort! Kommt, laßt uns ihn mit seinen eigenen Worten schlagen
und nichts geben auf alle seine Reden!»
18,19 HERR, hab acht auf mich und höre die Stimme meiner Widersacher!
18,20 Ist's recht, daß man Gutes mit Bösem vergilt? Denn sie haben mir eine
Grube gegraben! Gedenke doch, wie ich vor dir gestanden bin, um für sie
zum besten zu reden und deinen Grimm von ihnen abzuwenden!
18,21 So strafe nun ihre Kinder mit Hunger und gib sie dem Schwerte preis,
daß ihre Frauen kinderlos und Witwen seien und ihre Männer vom Tode
getroffen und ihre junge Mannschaft im Krieg durchs Schwert getötet
werden;
18,22 daß Geschrei aus ihren Häusern gehört werde, wenn du plötzlich
Kriegsvolk über sie kommen läßt. Denn sie haben eine Grube gegraben, mich
zu fangen, und meinen Füßen Fallen gestellt.
18,23 Aber du, HERR, kennst alle ihre Anschläge gegen mich, daß sie mich
töten wollen. So
(a) vergib ihnen ihre Missetat nicht und tilge ihre Sünde
nicht aus vor dir! Laß sie vor dir zu Fall kommen und handle an ihnen zur
Zeit deines Zorns!b
19. Kapitel
19,1 So sprach der HERR: Geh hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom Töpfer
und nimm mit etliche von den Ältesten des Volks und von den Ältesten der
Priester
19,2 und geh hinaus ins Tal
(a) Ben-Hinnom, das vor dem Scherbentor liegt, und
predige dort die Worte, die ich dir sage,
19,3 und sprich: Höret des HERRN Wort, ihr Könige von Juda und ihr Bürger
Jerusalems! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
(a) Siehe, ich
will ein solches Unheil über diese Stätte bringen, daß jedem, der es hören
wird, die Ohren gellen sollen,
19,4 weil sie mich verlassen und diese Stätte einem fremden Gott gegeben und
dort andern Göttern geopfert haben, die weder sie noch ihre Väter noch die
Könige von Juda kannten, und weil sie die Stätte voll unschuldigen Blutes
gemacht
19,5 (a) (b) und dem Baal Höhen gebaut haben, um ihre Kinder dem Baal als
Brandopfer zu verbrennen, was ich weder geboten noch geredet habe und was
mir nie in den Sinn gekommen ist.
19,6 Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man diese
Stätte nicht mehr «Tofet» und «Tal Ben- Hinnom», sondern «Würgetal» nennen
wird. 19,7 Und ich will den Gottesdienst Judas und Jerusalems an diesem Ort
zunichte machen und will sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren
Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und
will ihre Leichname den Vögeln des Himmels und den Tieren auf dem Felde
zum Fraße geben. 19,8 Und ich will diese Stadt zum Entsetzen und zum Spott machen, daß alle,
die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle ihre Plagen. 19,9 Ich will sie (a) (b) ihrer Söhne und Töchter Fleisch essen lassen, und einer
soll des andern Fleisch essen in der Not und Angst, mit der ihre Feinde
und die, die ihnen nach dem Leben trachten, sie bedrängen werden.
19,10 Und du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der Männer, die mit
dir gegangen sind, 19,11 und zu ihnen sagen: So spricht der HERR Zebaoth: (a) Wie man eines
Töpfers Gefäß zerbricht, daß es nicht wieder ganz werden kann, so will ich
dies Volk und diese Stadt zerbrechen. Und man wird im (b) Tofet begraben,
weil sonst kein Raum dafür da sein wird. 19,12 So will ich's mit dieser Stätte und ihren Bewohnern machen, spricht der
HERR, daß diese Stadt wie das Tofet werden soll. 19,13 Und die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige von Juda sollen
ebenso unrein werden wie die Stätte Tofet, alle Häuser, wo sie (a) (b) (c) auf den
Dächern dem ganzen Heer des Himmels geopfert und andern Göttern Trankopfer
dargebracht haben.
Die Mißhandlung Jeremias durch Paschhur
19,14 Und als Jeremia vom Tofet zurückkam, wohin ihn der HERR gesandt hatte,
um zu weissagen, trat er in den Vorhof am Hause des HERRN und sprach zu
allem Volk:
19,15 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über
diese Stadt und über alle ihre Ortschaften all das Unheil kommen lassen,
das ich gegen sie geredet habe, weil sie halsstarrig sind und meine Worte
nicht hören wollen.
20. Kapitel
20,1 Als aber Paschhur, ein Sohn Immers, der Priester, der zum Vorsteher im
Hause des HERRN bestellt war, hörte, wie Jeremia solche Worte weissagte, 20,2 schlug er den Propheten Jeremia und (a) schloß ihn in den Block am oberen
Benjamintor, das am Hause des HERRN ist. 20,3 Und am andern Morgen ließ Paschhur den Jeremia aus dem Block los. Da
sprach Jeremia zu ihm: Der HERR nennt dich nicht Paschhur, sondern (a) (b) (c) (d) (e)
«Schrecken um und um»; 20,4 denn so spricht der HERR: Siehe, ich will dich zum Schrecken machen für
dich selbst und alle deine Freunde; sie sollen fallen durchs Schwert ihrer
Feinde, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und ich will ganz Juda
in die Hand des Königs von Babel geben; der soll sie wegführen nach Babel
und mit dem Schwert töten. 20,5 Auch will ich alle Güter dieser Stadt und allen Ertrag ihrer Arbeit und
alle Kleinode und alle Schätze der Könige von Juda in die Hand ihrer
Feinde geben; die (a) werden sie rauben, mitnehmen und nach Babel bringen. 20,6 Und du, Paschhur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen
weggeführt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und
begraben werden samt allen deinen Freunden, denen du Lügen gepredigt
hast.
Die Last des Prophetenamts
20,7 HERR,
(a) du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen. Du
bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum
Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich.
20,8 Denn sooft ich rede, muß ich schreien; «Frevel und Gewalt!» muß ich
rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich.
20,9 Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in
seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes
Feuer, in meinen Gebeinen verschlossen, daß ich's nicht ertragen konnte;
ich wäre schier vergangen.
(a) 20,10 Denn ich höre, wie viele heimlich reden:
(a) «Schrecken ist um und um!»
«Verklagt ihn!» «Wir wollen ihn verklagen!»
(b) Alle meine Freunde und
Gesellen lauern, ob ich nicht falle: «Vielleicht läßt er sich überlisten,
daß wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.»
20,11 Aber
(a) der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine
Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden,
weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen
werden.
20,12 Und nun, HERR Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz
durchschaust: (a) Laß mich deine Vergeltung an ihnen sehen; denn ich habe
dir meine Sache befohlen. 20,13 Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den Händen
der Boshaften errettet!
20,14 Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet
sein, an dem mich meine Mutter geboren hat!a 20,15 Verflucht sei, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach: «Du
hast einen Sohn», so daß er ihn fröhlich machte! 20,16 Der Tag soll sein (a) wie die Städte, die der HERR vernichtet hat ohne
Erbarmen. Am Morgen soll er Wehklage hören und am Mittag Kriegsgeschrei, 20,17 weil er mich nicht getötet hat im Mutterleibe, so daß meine Mutter mein
Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! 20,18 Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur
Jammer und Herzeleid sehen muß und meine Tage in Schmach zubringe!
21. Kapitel
Jeremia kündigt Zedekia die Zerstörung Jerusalems an
21,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als der König
(a)
Zedekia zu ihm sandte Paschhur, den Sohn Malkias, und
(b) (c) (d) Zefanja, den Sohn
Maasejas, den Priester, und ihm sagen ließ:
21,2 Befrage doch den HERRN für uns; denn Nebukadnezar, der König von Babel,
führt Krieg gegen uns. Vielleicht wird der HERR doch an uns sein Wunder
tun wie so manches Mal, damit jener von uns abzieht.
21,3 Jeremia sprach zu ihnen: So sagt zu Zedekia:
21,4 Das spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich will euch zum Rückzug
zwingen samt euren Waffen, die ihr in euren Händen habt und mit denen ihr
kämpft gegen den König von Babel und gegen die Chaldäer, die euch draußen
vor der Mauer belagern, und will euch versammeln mitten in dieser Stadt.
21,5 Und ich selbst will wider euch streiten mit ausgestreckter Hand, mit
starkem Arm, mit Zorn und Grimm und ohne Erbarmen
21,6 und will die Bürger dieser Stadt schlagen, Menschen und Tiere, daß sie
sterben sollen durch eine große Pest.
21,7 Und danach, spricht der HERR, will ich Zedekia, den König von Juda, samt
seinen Großen und dem Volk, das in dieser Stadt von Pest, Schwert und
Hunger übriggelassen wird, in die Hände Nebukadnezars, des Königs von
Babel, geben und in die Hände ihrer Feinde und in die Hände derer, die
ihnen nach dem Leben trachten. Er wird sie mit der Schärfe des Schwerts
schlagen schonungslos, ohne Gnade und Erbarmen.
21,8 Und zu diesem Volk sage: So spricht der HERR: Siehe, (a) ich lege euch
vor den Weg zum Leben und den Weg zum Tode. 21,9 Wer in dieser Stadt bleibt, der wird sterben müssen durch Schwert,
Hunger und Pest; wer sich aber hinausbegibt und überläuft zu den
Chaldäern, die euch belagern, der soll am Leben bleiben und soll sein
Leben als Beute behalten.(a) 21,10 Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Unheil und
nicht zum Heil, spricht der HERR. (a) Sie soll dem König von Babel übergeben
werden, daß er sie mit Feuer verbrenne.
21,11 Und zum Hause des Königs von Juda sage: Höret des HERRN Wort, 21,12 ihr vom Hause David! So spricht der HERR: (a) Haltet alle Morgen
gerechtes Gericht und errettet den Bedrückten aus des Frevlers Hand, auf
daß nicht (b) mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, ohne daß jemand
löschen kann, um eurer bösen Taten willen.
21,13 Siehe, spricht der HERR, ich will an dich, du Stadt, die du wohnst auf
dem Felsen im Tal und sprichst: Wer will uns überfallen, und wer will in
unsere Feste kommen? 21,14 Ich (a) will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures
Tuns; (b) ich will ein Feuer in ihrem Wald anzünden, das soll alles umher
verzehren.
22. Kapitel
22,1 So sprach der HERR: Geh hinab in das Haus des Königs von Juda und rede
dort dies Wort
22,2 und sprich: Höre des HERRN Wort, du König von Juda, der du auf dem Thron
Davids sitzest, du und deine Großen und dein Volk, die durch diese Tore
hineingehen.
22,3 So spricht der HERR:
(a) Schaffet Recht und Gerechtigkeit und errettet den
Bedrückten von des Frevlers Hand und bedränget nicht die Fremdlinge,
Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an und vergießt nicht
unschuldiges Blut an dieser Stätte.
22,4 Werdet ihr das tun, so
(a) sollen durch die Tore dieses Hauses einziehen
Könige, die auf Davids Thron sitzen, und fahren mit Wagen und Rossen samt
ihren Großen und ihrem Volk.
22,5 Werdet ihr aber diesen Worten nicht gehorchen, so habe ich bei mir
selbst geschworen, spricht der HERR:
(a) dies Haus soll zerstört werden.
22,6 Denn so spricht der HERR von dem Hause des Königs von Juda: Ein Gilead
warst du mir, ein Gipfel im Libanon, - was gilt's? Ich will dich zur
Wüste, zur Stadt ohne Einwohner machen! 22,7 Denn ich habe Verderber wider dich bestellt, einen jeden mit seinen
Waffen; die sollen deine auserwählten Zedern umhauen und ins Feuer
werfen. 22,8 Da werden viele Völker an dieser Stadt vorüberziehen und zueinander
sagen: Warum hat der HERR an dieser großen Stadt so gehandelt? 22,9 Und man wird antworten: Weil sie den Bund des HERRN, ihres Gottes,
verlassen und andere Götter angebetet und ihnen gedient haben.
22,10 a Weinet nicht über den Toten und grämt euch nicht um ihn; weint aber
über den, der fortgezogen ist; denn er wird nicht mehr wiederkommen und
sein Vaterland nicht wiedersehen. 22,11 Denn so spricht der HERR über (a) Schallum, den Sohn (b) Josias, des Königs
von Juda, der König wurde an seines Vaters Josia Statt: Der von dieser
Stätte fortgezogen ist, wird nicht wieder herkommen, 22,12 sondern muß sterben an dem Ort, wohin er gefangen geführt ist, und wird
dies Land nicht mehr sehen.
22,13 a Weh dem, der (a) sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit
Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten läßt und (b) (c) gibt ihm seinen
Lohn nicht 22,14 und denkt: «Wohlan, ich will mir ein großes Haus bauen und weite
Gemächer» und läßt sich Fenster ausbrechen und mit Zedern täfeln und rot
malen. 22,15 Meinst du, du seiest König, weil du mit Zedern prangst? Hat dein Vater
nicht auch gegessen und getrunken und hielt dennoch auf Recht und
Gerechtigkeit, und es ging ihm gut? 22,16 Er half dem Elenden und Armen zum Recht, und es ging ihm gut. Heißt
dies nicht, mich recht erkennen? spricht der HERR. 22,17 Aber deine Augen und dein Herz sind auf nichts anderes aus als auf
unrechten Gewinn und darauf, unschuldig Blut zu vergießen, zu freveln und
zu unterdrücken.
22,18 Darum spricht der HERR über aJojakim, den Sohn Josias, den König von
Juda: Man wird ihn nicht beklagen: «Ach, Bruder! Ach, Schwester!» Man wird
ihn nicht beklagen: «Ach, Herr! Ach, Edler!» 22,19 Er soll wie ein Esel begraben werden, fortgeschleift und (a)
hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems.
22,20 Geh hinauf auf den Libanon und schreie und laß deine Klage hören in
Baschan und schreie vom Abarim her; denn alle deine Liebhaber sind
zunichte gemacht! 22,21 Ich habe dir's vorher gesagt, als es noch gut um dich stand; aber du
sprachst: «Ich will nicht hören.» So hast du es dein Lebtag getan, daß du
meiner Stimme nicht gehorchtest. 22,22 Alle deine Hirten weidet der Sturmwind, und deine Liebhaber müssen
gefangen fort. Ja, nun bist du zu Spott und zuschanden geworden um aller
deiner Bosheit willen. 22,23 Die du jetzt auf dem Libanon wohnst und in Zedern nistest, wie wirst du
stöhnen, wenn dir Schmerzen und Wehen kommen werden wie einer in
Kindsnöten!
22,24 a So wahr ich lebe, spricht der HERR: Wenn (a) Konja, der Sohn Jojakims,
der König von Juda, ein Siegelring wäre an meiner rechten Hand, so wollte
ich dich doch abreißen 22,25 und in die Hände derer geben, die dir nach dem Leben trachten und vor
denen du dich fürchtest: in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel,
und der Chaldäer. 22,26 Und ich will dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein
anderes Land treiben, das nicht euer Vaterland ist; dort sollt ihr
sterben. 22,27 Aber in das Land, wohin sie von Herzen gern wieder kämen, sollen sie
nicht zurückkehren.
22,28 Ist denn Konja ein elender, verachteter, verstoßener Mann, ein Gefäß,
das niemand haben will? Ach, wie ist er doch samt seinem Geschlecht
vertrieben und in ein unbekanntes Land geworfen! 22,29 O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort! 22,30 So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann auf als einen, der (a) ohne
Kinder ist, einen Mann, dem sein Leben lang nichts gelingt! Denn keiner
seiner Nachkommen wird das Glück haben, daß er auf dem Thron Davids sitze
und in Juda herrsche.
23. Kapitel
23,1 Weh euch
(a) (b) Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umkommen laßt und
zerstreut! spricht der HERR.
23,2 Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk
weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht nach ihr
gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Tuns willen,
spricht der HERR.
23,3 Und ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen
Ländern, wohin ich sie verstoßen habe, und will sie wiederbringen zu ihren
Weideplätzen, daß sie sollen wachsen und viel werden.
23,4 Und
(a) ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, daß sie
sich nicht mehr fürchten noch erschrecken noch heimgesucht werden, spricht
der HERR.
23,5 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich dem David einen
gerechten
(a) Sproß erwecken will. Der soll
(b) ein König sein, der wohl
regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.
23,6 Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und
(a) Israel sicher wohnen. Und
dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird:
(b) (c) «Der HERR unsere
Gerechtigkeit».
23,7 a Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man nicht
mehr sagen wird: «So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus
Ägyptenland geführt hat!», 23,8 sondern: «So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel
herausgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen
Landen, wohin er sie verstoßen hatte.» Und sie sollen in ihrem Lande
wohnen.
Worte über die falschen Propheten
(vgl. Hes 13,2-16; 34)
23,9 Wider die Propheten. Mein Herz will mir in meinem Leibe brechen, alle
meine Gebeine zittern; mir ist wie einem trunkenen Mann und wie einem, der
vom Wein taumelt, vor dem HERRN und vor seinen heiligen Worten.
23,10 Denn das Land ist voller Ehebrecher, und wegen des Fluches
(a)
vertrocknet das Land und die Weideplätze in der Steppe verdorren. Böse
ist, wonach sie streben, und ihre Stärke ist Unrecht.
23,11 Denn
(a) Propheten wie Priester sind ruchlos; auch in meinem Hause finde
ich ihre Bosheit, spricht der HERR.
23,12 Darum ist ihr Weg
(a) (b) wie ein glatter Weg, auf dem sie im Finstern
gleiten und fallen; denn ich will Unheil über sie kommen lassen, das Jahr
ihrer Heimsuchung, spricht der HERR.
23,13 aAuch bei den Propheten zu Samaria sah ich Anstößiges, daß sie
weissagten im Namen des Baal und mein Volk Israel verführten;
23,14 aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie ehebrechen
und mit Lügen umgehen und die Boshaften stärken, auf daß sich ja niemand
bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleichwie Sodom und die
Bürger Jerusalems wie Gomorra.
23,15 Darum spricht der HERR Zebaoth über die Propheten: Siehe,
(a) ich will
sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken; denn von den Propheten
Jerusalems geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land.
23,16 So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten,
die euch weissagen! (a) Sie betrügen euch; denn (b) sie verkünden euch
Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. 23,17 Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen
-, und allen, (a) die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es
wird kein Unheil über euch kommen. 23,18 Aber wer hat (a) im Rat des HERRN gestanden, daß er sein Wort gesehen und
gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? 23,19 (a) Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein
schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 23,20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was
er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.
23,21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht
zu ihnen, und doch weissagen sie.(a) 23,22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte
meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen
Tun zu bekehren.
23,23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch
ein Gott, der ferne ist? 23,24 Meinst du, daß (a) sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn
nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde
erfüllt? spricht der HERR.
23,25 Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in
meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. 23,26 Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres
Herzens Trug weissagen 23,27 und wollen, daß mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die
einer dem andern erzählt, (a) wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über
dem Baal? 23,28 Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort
hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen
zusammen? spricht der HERR. 23,29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein
Hammer, der Felsen zerschmeißt?a
23,30 Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die mein
Wort stehlen einer vom andern. 23,31 Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihr eigenes
Wort führen und sprechen: «Er hat's gesagt.» 23,32 Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die falsche Träume
erzählen und (a) verführen mein Volk mit ihren Lügen und losem Geschwätz,
obgleich ich sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe und sie auch
diesem Volk nichts nütze sind, spricht der HERR.
23,33 a Wenn dich dies Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen wird
und sagt: Was ist die Last, die der HERR jetzt ankündigt?, sollst du zu
ihnen sagen: Ihr seid die Last, ich will euch wegwerfen, spricht der HERR.
-
(33-40) 2. Kön 9,25; Jes 13,1 23,34 Und wenn ein Prophet oder Priester oder die Leute sagen werden: «Das
ist die Last des HERRN», den will ich heimsuchen und sein Haus dazu. 23,35 Vielmehr sollt ihr einer mit dem andern reden und zueinander sagen:
«Was antwortet der HERR?» und: «Was sagt der HERR?» 23,36 Aber sagt nicht mehr «Last des HERRN»; denn einem jeden wird sein
eigenes Wort zur Last werden, weil ihr so die Worte des lebendigen Gottes,
des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht. 23,37 Darum sollt ihr zum Propheten sagen: «Was antwortet dir der HERR?» und:
«Was sagt der HERR?» 23,38 Wenn ihr aber sagt: «Last des HERRN», so spricht der HERR: Weil ihr
dies Wort Last des HERRN nennt, obgleich ich zu euch gesandt habe und euch
sagen ließ, ihr sollt nicht «Last des HERRN» sagen, - 23,39 siehe, so will ich euch aufheben wie eine Last und euch samt der Stadt,
die ich euch und euren Vätern gegeben habe, von meinem Angesicht
wegwerfen 23,40 und will euch (a) ewige Schande und ewige Schmach zufügen, die nie
vergessen werden soll.
24. Kapitel
Die zwei Feigenkörbe
24,1 Siehe, der HERR zeigte mir zwei Feigenkörbe, aufgestellt vor dem Tempel
des HERRN,
(a) nachdem Nebukadnezar, der König von Babel, den Jechonja*, den
Sohn Jojakims, den König von Juda, weggeführt hatte samt den Großen Judas
und den Zimmerleuten und Schmieden und sie von Jerusalem nach Babel
gebracht hatte.
24,2 In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen
sind; im andern Korbe waren sehr schlechte Feigen, daß man sie nicht essen
konnte, so schlecht waren sie.
24,3 Und der HERR sprach zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Feigen;
die guten Feigen sind sehr gut, und die schlechten sind sehr schlecht, daß
man sie nicht essen kann, so schlecht sind sie.
24,4 a Da geschah des HERRN Wort zu mir: 24,5 So spricht der HERR, der Gott Israels: Wie auf diese guten Feigen, so
will ich blicken auf die Weggeführten aus Juda, die ich von dieser Stätte
habe fortziehen lassen in der Chaldäer Land. 24,6 Ich will sie gnädig ansehen und sie wieder in dies Land bringen und (a) (b)
will sie bauen und nicht verderben, ich will sie pflanzen und nicht
ausreißen. 24,7 Und ich will ihnen ein Herz geben, (a) daß sie mich erkennen sollen, daß
ich der HERR bin. Und (b) sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott
sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren.
24,8 aAber wie die schlechten Feigen, die so schlecht sind, daß man sie
nicht essen kann, spricht der HERR, so will ich dahingeben Zedekia, den
König von Juda, samt seinen Großen und allen, die übriggeblieben sind in
Jerusalem und in diesem Lande und die in Ägyptenland wohnen. 24,9 Ich will sie zum Bild des Entsetzens, ja des Unglücks, machen für alle
Königreiche auf Erden, (a) zum Spott und zum Sprichwort, zum Hohn und zum
Fluch an allen Orten, wohin ich sie verstoßen werde, 24,10 und will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken, bis sie ganz
vertilgt sind aus dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe.
25. Kapitel
Die siebzigjährige Gefangenschaft bis zum Untergang Babels
25,1 Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah über das ganze Volk von Juda
(a) im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda; das
ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel.
25,2 Und der Prophet Jeremia sprach zu dem ganzen Volk von Juda und zu allen
Bürgern Jerusalems:
25,3 Vom
(a) (b) dreizehnten Jahr des Josia an, des Sohnes Amons, des Königs von
Juda, ist des HERRN Wort zu mir geschehen bis auf diesen Tag, und ich habe
zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang immer wieder gepredigt, aber ihr
habt nie hören wollen.
25,4 Und der HERR hat zu euch
(a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) immer wieder alle seine Knechte, die
Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hören wollen und eure Ohren mir
nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht,
25,5 wenn er sprach:
(a) Bekehret euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von
euren bösen Werken, so sollt ihr in dem Lande, das der HERR euch und euren
Vätern gegeben hat, für immer und ewig bleiben.
25,6 Folgt nicht andern Göttern, ihnen zu dienen und sie anzubeten, und
erzürnt mich nicht durch eurer Hände Werk, damit ich euch nicht Unheil
zufügen muß.
25,7 Aber ihr wolltet mir nicht gehorchen, spricht der HERR, auf daß ihr mich
ja erzürntet durch eurer Hände Werk zu eurem eigenen Unheil.
25,8 Darum spricht der HERR Zebaoth: Weil ihr denn meine Worte nicht hören
wollt,
25,9 siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Völker des
Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht
(a) Nebukadnezar, den König
von Babel, und will sie bringen über dies Land und über seine Bewohner und
über alle diese Völker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und
sie zum Bild des Entsetzens und zum Spott und zur ewigen Wüste machen
25,10 und
(a) will wegnehmen allen fröhlichen Gesang, die Stimme des Bräutigams
und der Braut, das Geräusch der Mühle und das Licht der Lampe,
25,11 so
(a) daß dies ganze Land wüst und zerstört liegen soll. Und
(b) (c) diese
Völker sollen dem König von Babel dienen siebzig Jahre.
25,12 Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den König von
Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um ihrer Missetat willen, dazu das
Land der Chaldäer und will es zur ewigen Wüste machen.
25,13 So lasse ich an diesem Lande, gegen das ich geredet habe, alle meine
Worte in Erfüllung gehen, nämlich alles, was in diesem Buch geschrieben
steht, was Jeremia geweissagt hat über alle Völker.
25,14 Und
(a) auch sie sollen großen Völkern und großen Königen dienen. So will
ich ihnen vergelten nach ihrem Verdienst und nach den Werken ihrer Hände.
Der Zornbecher für alle Völker
25,15 Denn so sprach zu mir der HERR, der Gott Israels: Nimm diesen
(a) (b) (c) Becher
mit dem Wein meines Zorns aus meiner Hand und laß daraus trinken alle
Völker, zu denen ich dich sende,
25,16 daß sie trinken, taumeln und toll werden vor dem Schwert, das ich unter
sie schicken will. -
25,17 Und ich nahm den Becher aus der Hand des HERRN und ließ daraus trinken
alle Völker, zu denen mich der HERR sandte,
25,18 nämlich Jerusalem, die Städte Judas, ihre Könige und Fürsten, daß sie
wüst und zerstört liegen und ein Spott und Fluch sein sollten - wie es
denn heutigentages steht -,
25,19 auch den Pharao, den König von Ägypten, mit seinen Großen und mit
seinen Fürsten, mit seinem ganzen Volk
25,20 und allem Mischvolk, alle Könige im Lande Uz, alle Könige in der
Philister Lande mit Aschkelon, Gaza, Ekron und denen, die übriggeblieben
sind in Aschdod;
25,21 die von Edom, die von Moab, die Ammoniter;
25,22 alle Könige von Tyrus, alle Könige von Sidon, die Könige auf den Inseln
jenseits des Meeres;
25,23 die von Dedan, die von Tema, die von Bus und alle, die
(a) das Haar
rundherum abscheren;
25,24 alle Könige Arabiens und die der Mischvölker, die in der Wüste wohnen;
25,25 alle Könige in Simri, alle Könige in Elam, alle Könige in Medien;
25,26 alle Könige des Nordens, die in der Nähe und die in der Ferne, einen
wie den andern, alle Königreiche der Welt, soviel ihrer auf Erden sind.
Und der König von
(a) Scheschach* soll nach ihnen trinken.
25,27 Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
Trinkt, daß ihr trunken werdet und speit, daß ihr niederfallt und nicht
aufstehen könnt vor dem Schwert, das ich unter euch schicken will.
25,28 Und wenn sie den Becher von deiner Hand nicht nehmen und nicht trinken
wollen, so sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth: Ihr müßt
trinken!
25,29 Denn siehe,
(a) (b) bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange
ich an mit dem Unheil, und ihr solltet ungestraft bleiben?
(c) Ihr sollt
nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert über alle herbei, die
auf Erden wohnen, spricht der HERR Zebaoth.
25,30 Und du sollst ihnen alle diese Worte weissagen und zu ihnen sprechen:
Der HERR (a) (b) (c) wird brüllen aus der Höhe und seinen Donner hören lassen aus
seiner heiligen Wohnung. Er wird brüllen über seine Fluren hin; wie einer,
der die Kelter tritt, wird er seinen Ruf erschallen lassen über alle
Bewohner der Erde hin, 25,31 und sein Schall wird dringen bis an die Enden der Erde. Der HERR will
mit den Völkern rechten und mit allem Fleisch Gericht halten; die
Schuldigen wird er dem Schwert übergeben, spricht der HERR.
25,32 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es wird eine Plage kommen von
einem Volk zum andern, und ein großes Wetter wird sich erheben von den
Enden der Erde. 25,33 Zu der Zeit werden die vom HERRN Erschlagenen liegen von einem Ende der
Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt noch aufgehoben noch
begraben werden, sondern müssen auf dem Felde liegen und (a) zu Dung werden. 25,34 Heulet, ihr (a) Hirten, und schreit, wälzt euch in der Asche, ihr Herren
der Herde; denn die Zeit ist erfüllt, daß ihr geschlachtet und zerstreut
werdet und zerbrechen müßt wie ein kostbares Gefäß. 25,35 Und die Hirten werden nicht fliehen können, und die Herren der Herde
werden nicht entrinnen können. 25,36 Da werden die Hirten schreien, und die Herren der Herde werden heulen,
daß der HERR ihre Weide so verwüstet hat 25,37 und ihre Auen, die so schön standen, vernichtet sind von dem grimmigen
Zorn des HERRN. 25,38 Er hat sein Versteck verlassen wie ein junger (a) Löwe, und ihr Land ist
verheert von seinem gewaltigen Schwert und von seinem grimmigen Zorn.
26. Kapitel
Jeremias Tempelrede, seine Gefangennahme und Freilassung
(vgl. Kap 7)
26,1 Im Anfang der Herrschaft aJojakims, des Sohnes Josias, des Königs von
Juda, geschah dies Wort vom HERRN:
26,2 So spricht der HERR: Tritt in den Vorhof am Hause des HERRN und predige
denen, die aus allen Städten Judas hereinkommen, um anzubeten im Hause des
HERRN, alle Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen, und tu
nichts davon weg,
26,3 ob sie vielleicht hören wollen und
(a) (b) sich bekehren, ein jeder von seinem
bösen Wege, damit mich auch reuen könne das Übel, das ich gedenke, ihnen
anzutun um ihrer bösen Taten willen.
26,4 Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Werdet ihr mir nicht gehorchen
und nicht nach meinem Gesetz wandeln, das ich euch vorgelegt habe,
26,5 und nicht hören auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, die ich
(a)
immer wieder zu euch sende und auf die ihr doch nicht hören wollt,
26,6 so
(a) will ich's mit diesem Hause machen wie mit
(b) Silo und diese Stadt
zum Fluchwort für alle Völker auf Erden machen.
26,7 Als aber die Priester, Propheten und alles Volk Jeremia hörten, daß er
solche Worte redete im Hause des HERRN, 26,8 und Jeremia nun alles gesagt hatte, was ihm der HERR befohlen hatte,
allem Volk zu sagen, ergriffen ihn die Priester, Propheten und das ganze
Volk und sprachen: Du mußt sterben! 26,9 Warum weissagst du im Namen des HERRN: «Es wird diesem Hause gehen wie
Silo, und diese Stadt soll so wüst werden, daß niemand mehr darin wohnt»?
Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HERRN wider Jeremia. 26,10 Als das die Oberen von Juda hörten, gingen sie aus des Königs Hause
hinauf ins Haus des HERRN und setzten sich zum Gericht vor das neue Tor am
Hause des HERRN. 26,11 Und die Priester und Propheten sprachen vor den Oberen und allem Volk:
Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn (a) er hat geweissagt gegen diese
Stadt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. 26,12 Aber Jeremia sprach zu allen Oberen und zu allem Volk: Der HERR hat
mich gesandt, daß ich dies alles, was ihr gehört habt, weissagen sollte
gegen dies Haus und gegen diese Stadt. 26,13 So (a) bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der Stimme des
HERRN, eures Gottes, dann wird den HERRN auch gereuen das Übel, das er
gegen euch geredet hat. 26,14 Siehe, ich bin in euren Händen, ihr könnt mit mir machen, wie es euch
recht und gut dünkt. 26,15 Doch sollt ihr wissen: wenn ihr mich tötet, so (a) (b) werdet ihr unschuldig
Blut auf euch laden, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich,
der HERR hat mich zu euch gesandt, daß ich dies alles vor euren Ohren
reden soll. 26,16 Da sprachen die Oberen und das ganze Volk zu den Priestern und
Propheten: Dieser Mann ist des Todes nicht schuldig; denn er hat zu uns
geredet im Namen des HERRN, unseres Gottes. 26,17 Und es standen auf etliche von den Ältesten des Landes und sprachen zu
dem versammelten Volk: 26,18 Zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, war ein Prophet, (a) Micha von
Moreschet; der sprach zum ganzen Volk Juda: «So spricht der HERR Zebaoth:
(b) Zion wird wie ein Acker gepflügt werden, und (c) Jerusalem wird zu
Steinhaufen werden und der Berg des Tempels zu einer Höhe wilden
Gestrüpps.» 26,19 Doch ließ ihn Hiskia, der König von Juda, und das ganze Juda deswegen
nicht töten, vielmehr fürchteten sie den HERRN und flehten zu ihm. Da (a)
reute auch den HERRN das Übel, das er gegen sie geredet hatte. Wir aber
würden großes Unheil über uns bringen. 26,20 Da war noch einer, der im Namen des HERRN weissagte, Uria, der Sohn
Schemajas, von (a) Kirjat-Jearim. Der weissagte gegen diese Stadt und gegen
dies Land ganz wie Jeremia. 26,21 Als aber der König Jojakim und alle seine Gewaltigen und die Oberen
seine Worte hörten, wollte ihn der König töten lassen. Und Uria erfuhr
das, fürchtete sich und floh und kam nach Ägypten. 26,22 Aber der König Jojakim schickte Leute nach Ägypten, Elnatan, den Sohn
Achbors, und andere mit ihm. 26,23 Die holten ihn aus Ägypten und brachten ihn zum König Jojakim. Der ließ
ihn mit dem Schwert töten und ließ seinen Leichnam unter dem niederen Volk
begraben.
26,24 Aber mit Jeremia war die Hand aAhikams, des Sohnes Schafans, so daß
man ihn nicht dem Volk in die Hände gab, das ihn getötet hätte.
27. Kapitel
Jeremias Predigt vom Joch Nebukadnezars
27,1 Im Anfang der Herrschaft
(a) Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von
Juda, geschah dies Wort vom HERRN zu Jeremia:
27,2 So spricht der HERR zu mir: Mache dir ein aJoch und lege es auf deinen
Nacken
27,3 und schicke Botschaft zum
(a) König von Edom, zum König von Moab, zum
König der Ammoniter, zum König von Tyrus und zum König von Sidon durch die
Boten, die zu Zedekia, dem König von Juda, nach Jerusalem gekommen sind,
27,4 und befiehl ihnen, daß sie ihren Herren sagen: So spricht der HERR
Zebaoth, der Gott Israels: So sollt ihr euren Herren sagen:
27,5 Ich
(a) habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind,
durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich
will.
27,6 (a) (b) (c) (d) Nun aber habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechts
Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben und auch die Tiere auf dem
Felde, daß sie ihm untertan sein sollen.
27,7 Und es sollen alle Völker ihm dienen und seinem Sohn und seines Sohnes
Sohn, bis auch für sein Land die Zeit kommt, daß es vielen Völkern und
großen Königen untertan sein muß.
27,8 Das Volk aber und das Königreich, das dem König von Babel, Nebukadnezar,
nicht untertan sein will und das seinen Nacken nicht unter das Joch des
Königs von Babel beugt, das will ich heimsuchen mit Schwert, Hunger und
Pest, spricht der HERR, bis ich sie durch seine Hand umbringe.
27,9 So
(a) hört doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager, Traumdeuter,
Zeichendeuter und Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet nicht untertan sein
müssen dem König von Babel.
27,10 Denn sie weissagen euch Lüge, auf daß sie euch aus eurem Lande
fortbringen und ich euch verstoße und ihr umkommt.
27,11 Aber das Volk, das seinen Nacken unter das Joch des Königs von Babel
beugt und ihm untertan ist, das will ich in seinem Lande lassen, daß es
dasselbe bebaue und bewohne, spricht der HERR.
27,12 Und ich redete alle diese Worte zu Zedekia, dem König von Juda, und
sprach: Beugt euren Nacken unter das Joch des Königs von Babel und seid
ihm und seinem Volk untertan, so sollt ihr am Leben bleiben. 27,13 Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, durch Schwert, Hunger und
Pest, wie der HERR geredet hat über das Volk, das dem König von Babel
nicht untertan sein will? 27,14 Darum hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch sagen: «Ihr
werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel!» Denn (a) sie
weissagen euch Lüge, 27,15 und ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR, sondern sie weissagen
Lüge in meinem Namen, auf daß ich euch verstoße und ihr umkommt samt den
Propheten, die euch weissagen. 27,16 Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete ich und sprach:
So spricht der HERR: Höret nicht auf die Worte eurer Propheten, die euch
weissagen und sprechen: «Siehe, (a) (b) die Geräte aus dem Hause des HERRN
werden nun bald von Babel wieder herkommen!» Denn sie weissagen euch Lüge. 27,17 Höret nicht auf sie, sondern seid dem König von Babel untertan, so
werdet ihr am Leben bleiben. Warum soll diese Stadt zur Wüstenei werden? 27,18 Sind sie aber Propheten und haben sie des HERRN Wort, so laßt sie den
HERRN Zebaoth bitten, daß die Geräte, die übriggeblieben sind im Hause des
HERRN und im Hause des Königs von Juda und zu Jerusalem, nicht auch nach
Babel geführt werden. 27,19 Denn so spricht der HERR Zebaoth von (a) (b) den Säulen und vom Meer und von
den Gestellen und von den Geräten, die noch übriggeblieben sind in dieser
Stadt, 27,20 die Nebukadnezar, der König von Babel, nicht mitnahm, als er Jechonja,
den Sohn Jojakims, den König von Juda, von Jerusalem wegführte nach Babel
samt allen Vornehmen in Juda und Jerusalem, - 27,21 so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, von den Geräten, die
übriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des Königs von Juda
und zu Jerusalem: 27,22 sie sollen nach Babel geführt werden und dort bleiben bis auf den Tag,
an dem ich nach ihnen sehe, spricht der HERR, und (a) ich sie wieder
zurückbringen lasse an diesen Ort.
28. Kapitel
28,1 In demselben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von
Juda, im fünften Monat des vierten Jahrs, sprach Hananja, der Sohn Asurs,
ein Prophet von
(a) Gibeon, zu mir im Hause des HERRN in Gegenwart der
Priester und des ganzen Volks:
28,2 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ich habe das Joch des
Königs von Babel zerbrochen,
28,3 und ehe zwei Jahre um sind,
(a) will ich alle Geräte des Hauses des HERRN,
die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach
Babel geführt hat, wieder an diesen Ort bringen;
28,4 auch aJechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt allen
Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen sind, will ich wieder an
diesen Ort bringen, spricht der HERR, denn ich will das Joch des Königs
von Babel zerbrechen.
28,5 Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananja in Gegenwart der
Priester und des ganzen Volks, die im Hause des HERRN standen,
28,6 und sagte: Amen! Der HERR tue so; der HERR bestätige dein Wort, das du
geweissagt hast, daß er die Geräte aus dem Hause des HERRN von Babel
wiederbringe an diesen Ort und alle Weggeführten.
28,7 Doch höre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede und vor den Ohren des
ganzen Volks:
28,8 Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von alters her, die
haben gegen viele Länder und große Königreiche geweissagt von Krieg, von
Unheil und Pest.
28,9 Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt -
(a) ob ihn der HERR wahrhaftig
gesandt hat, wird man daran erkennen, daß sein Wort erfüllt wird.
28,10 Da nahm der Prophet Hananja das aJoch vom Nacken des Propheten Jeremia
und zerbrach es. 28,11 Und Hananja sprach in Gegenwart des ganzen Volks: So spricht der HERR:
Ebenso (a) will ich zerbrechen das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel,
ehe zwei Jahre um sind, und es vom Nacken aller Völker nehmen. Und der
Prophet Jeremia ging seines Weges.
28,12 Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia, nachdem der Prophet Hananja
das Joch auf dem Nacken des Propheten Jeremia zerbrochen hatte: 28,13 Geh hin und sage Hananja: So spricht der HERR: Du hast das hölzerne
Joch zerbrochen, aber du hast nun ein eisernes Joch an seine Stelle
gesetzt. 28,14 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: (a) Ein eisernes Joch
habe ich allen diesen Völkern auf den Nacken gelegt, daß sie (b) untertan
sein sollen Nebukadnezar, dem König von Babel, und ihm dienen, und auch
die Tiere habe ich ihm gegeben. 28,15 Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: Höre doch,
Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt; aber du machst, daß dies Volk
sich auf Lügen verläßt. 28,16 Darum spricht der HERR: Siehe, ich will dich vom Erdboden nehmen; dies
Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner Rede vom HERRN
abgewendet. 28,17 Und der Prophet Hananja starb im selben Jahr im siebenten Monat.
29. Kapitel
Jeremias Brief an die Weggeführten in Babel
29,1 Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem
sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und
Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel
weggeführt hatte
29,2 - nachdem der König Jechonja und die Königinmutter mit den Kämmerern und
Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden aus
Jerusalem weggeführt warena -,
29,3 durch Elasa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die
Zedekia, der König von Juda, nach Babel sandte zu Nebukadnezar, dem König
von Babel:
29,4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die
ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: 29,5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte; 29,6 nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne
Frauen, und gebt eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären;
mehret euch dort, daß ihr nicht weniger werdet. 29,7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet
für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.
29,8 a Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Laßt euch durch
die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen,
und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! 29,9 Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht
gesandt, spricht der HERR. 29,10 Denn so spricht der HERR: (a) Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so
will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, daß
ich euch wieder an diesen Ort bringe. 29,11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der
HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe das
Ende, des ihr wartet.* *Wörtlich: daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. 29,12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will
euch erhören. 29,13 (a) (b) (c) Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem
Herzen suchen werdet, 29,14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will
eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von
allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will
euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.
29,15 Zwar meint ihr, der HERR habe euch auch in Babel Propheten erstehen
lassen. - 29,16 Fürwahr, so spricht der HERR über den König, der auf Davids Thron
sitzt, und über das ganze Volk, das in dieser Stadt wohnt, über eure
Brüder, die nicht mit euch in die Gefangenschaft gezogen sind, 29,17 (a) ja, so spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will Schwert, Hunger und
Pest unter sie schicken und will sie machen wie die schlechten Feigen,
davor einem ekelt zu essen, 29,18 und will hinter ihnen her sein mit Schwert, Hunger und Pest und (a) will
sie zum Bild des Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden, zum
Fluch, zum Grauen, zum Hohn und zum Spott unter allen Völkern, wohin ich
sie verstoßen werde, 29,19 weil sie meinen Worten nicht gehorchten, spricht der HERR, der ich
meine Knechte, die Propheten, (a) immer wieder zu euch gesandt habe; aber
ihr wolltet nicht hören, spricht der HERR. - 29,20 Aber ihr alle, die ihr gefangen weggeführt seid, die ich von Jerusalem
habe nach Babel ziehen lassen, höret des HERRN Wort! 29,21 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, wider Ahab, den Sohn
Kolajas, und wider Zedekia, den Sohn Maasejas, die euch Lügen weissagen in
meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in die Hände Nebukadnezars, des
Königs von Babel. Der soll sie totschlagen lassen vor euren Augen, 29,22 so daß man ihre Namen zum Fluchwort machen wird unter allen
Weggeführten aus Juda, die in Babel sind, und sagen: Der HERR tue an dir
wie an Zedekia und Ahab, die der König von Babel im Feuer rösten ließ, 29,23 weil sie eine Schandtat in Israel begingen und Ehebruch trieben mit den
Frauen ihrer Nächsten und in meinem Namen Lüge predigten, was ich ihnen
nicht befohlen hatte. Solches weiß ich und bezeuge es, spricht der HERR.
Jeremia und Schemaja
29,24 Und wider Schemaja von Nehelam sollst du sagen:
29,25 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil du unter deinem
Namen Briefe gesandt hast an alles Volk, das in Jerusalem ist, an den
Priester
(a) Zefanja, den Sohn Maasejas, und an alle Priester und gesagt:
29,26 Der HERR hat dich zum Priester bestellt anstatt des Priesters Jojada,
daß du Aufseher sein sollst im Hause des HERRN
(a) über alle Wahnsinnigen
und Weissager, daß du sie
(b) in Block und Eisen legst, -
29,27 nun, warum strafst du dann nicht Jeremia von Anatot, der euch
weissagt?
29,28 Hat er doch zu uns nach Babel geschickt und sagen lassen: Es wird noch
lange währen; baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und eßt ihre
Früchte.
29,29 - Es hatte nämlich der Priester Zefanja den Brief vorgelesen vor den
Ohren des Propheten Jeremia. -
29,30 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
29,31 Sende hin zu allen Weggeführten und laß ihnen sagen: So spricht der
HERR wider Schemaja von Nehelam: Weil euch Schemaja weissagt - und ich
habe ihn doch nicht gesandt - und macht, daß ihr auf Lügen vertraut,
29,32 darum spricht der HERR: Siehe, ich will Schemaja von Nehelam heimsuchen
samt seinen Nachkommen, daß keiner von den Seinen unter diesem Volk
bleiben soll. Und er soll das Gute nicht sehen, das ich meinem Volk tun
will, spricht der HERR; denn er hat es mit seiner Rede vom HERRN
abgewendet.
30. Kapitel
Israels Befreiung aus der Gefangenschaft
30,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:
30,2 So spricht der HERR, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich
zu dir geredet habe, in ein Buch.
30,3 Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das Geschick
meines Volks Israel und Juda wenden will, spricht der HERR; und
(a) ich will
sie wiederbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe, daß sie
es besitzen sollen.
30,4 Und dies sind die Worte, die der HERR redete über Israel und Juda. 30,5 So spricht der HERR: Wir hören ein Geschrei des Schreckens; nur Furcht
ist da und kein Friede. 30,6 Forschet doch und sehet, ob dort Männer gebären! Wie kommt es denn, daß
ich sehe, wie alle Männer ihre Hände an die Hüften halten wie Frauen in
Kindsnöten und alle Angesichter so bleich sind? 30,7 Wehe, es ist (a) (b) ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen,
und es ist eine Zeit der Angst für Jakob; doch soll ihm daraus geholfen
werden. 30,8 (a) (b) (c) (d) Es soll aber geschehen zu dieser Zeit, spricht der HERR Zebaoth, daß
ich das Joch auf deinem Nacken zerbrechen will und deine Bande zerreißen.
Sie werden nicht mehr Fremden dienen, 30,9 sondern dem HERRN, ihrem Gott, und ihrem König David, den ich ihnen
erwecken will.
30,10 Darum fürchte du dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der HERR, und
entsetze dich nicht, Israel. Denn siehe, ich will dich erretten aus fernen
Landen und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob
zurückkehren soll und in Frieden und Sicherheit leben, und niemand soll
ihn schrecken.(a) (b) 30,11 Denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dir helfe. Denn ich
will mit allen Völkern ein Ende machen, unter die ich dich zerstreut habe;
aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. (a) (b) Ich will dich mit Maßen
züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.
30,12 Denn so spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt böse, und (a)
deine Wunden sind unheilbar. 30,13 Deine Sache führt niemand; da ist keiner, der dich verbindet, es kann
dich niemand heilen. 30,14 Alle deine Liebhaber vergessen dich, fragen nichts nach dir. Ich habe
dich geschlagen wie einen Feind mit unbarmherziger Züchtigung um deiner
großen Schuld und um deiner vielen Sünden willen. 30,15 Was schreist du über deinen Schaden und über dein verzweifelt böses
Leiden? Habe ich dir doch solches getan um deiner großen Schuld und um
deiner vielen Sünden willen.
30,16 Doch alle, die dich gefressen haben, sollen gefressen werden, und
alle, die dich geängstigt haben, sollen alle gefangen weggeführt werden;
und (a) (b) die dich beraubt haben, sollen beraubt werden, und alle, die dich
geplündert haben, sollen geplündert werden. 30,17 Aber dich will ich (a) (b) wieder gesund machen und deine Wunden heilen,
spricht der HERR, weil man dich nennt: «die Verstoßene» und: «Zion, nach
der niemand fragt».
30,18 So spricht der HERR: Siehe, ich will das Geschick der Hütten Jakobs
wenden und mich über seine Wohnungen erbarmen, und die Stadt soll wieder
auf ihre Hügel gebaut werden, und die Burg soll stehen an ihrem rechten
Platz. 30,19 Und es soll aus ihr erschallen Lob- und Freudengesang; denn ich will
sie mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich machen und nicht
geringer. 30,20 Ihre Söhne sollen sein wie früher, und ihre Gemeinde soll vor mir fest
gegründet stehen; denn ich will heimsuchen alle, die sie bedrängen. 30,21 Und (a) ihr Fürst soll aus ihrer Mitte kommen und ihr Herrscher von ihnen
ausgehen; und er soll zu mir nahen, denn wer dürfte sonst sein Leben wagen
und mir nahen? spricht der HERR. 30,22 Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.(a)
30,23 a Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm, ein
schreckliches Ungewitter wird auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 30,24 Des HERRN grimmiger Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte,
was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es erkennen.
31. Kapitel
Die Verheißung des neuen Bundes
31,1 Zu derselben Zeit, spricht der HERR,
(a) will ich der Gott aller
Geschlechter Israels sein, und sie sollen mein Volk sein.
31,2 So spricht der HERR: Das Volk, das dem Schwert entronnen ist, hat Gnade
gefunden in der Wüste; Israel zieht hin zu seiner Ruhe. 31,3 Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt,
darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. 31,4 Wohlan, ich will dich wiederum bauen, daß du gebaut sein sollst, du
Jungfrau Israel; du sollst dich wieder schmücken, Pauken schlagen und
herausgehen zum Tanz. 31,5 Du sollst wiederum Weinberge pflanzen an den Bergen Samarias; pflanzen
wird man sie und ihre Früchte genießen. 31,6 Denn es wird die Zeit kommen, daß die Wächter auf dem Gebirge Ephraim
rufen: Wohlauf, laßt uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserm Gott!
31,7 Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet
über das Haupt unter den Völkern. Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR
hat seinem Volk geholfen, dem Rest Israels! 31,8 Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und (a) (b) will sie
sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und
junge Mütter, daß sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen. 31,9 Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich
will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, daß sie nicht zu Fall
kommen; denn (a) (b) ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein erstgeborener
Sohn.
31,10 Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet's fern auf den Inseln
und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und
(a) wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; 31,11 denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des Mächtigen
erretten. 31,12 Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen
über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und
Rinder, daß ihre Seele sein wird (a) wie ein wasserreicher Garten und sie
nicht mehr bekümmert sein sollen. 31,13 Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich beim Reigen sein, die junge
Mannschaft und die Alten miteinander; denn ich will ihr Trauern in Freude
verwandeln und sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis. 31,14 Und ich will der Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk soll
meiner Gaben die Fülle haben, spricht der HERR.
31,15 So spricht der HERR: Man hört Klagegeschrei und bittres Weinen in
Rama: (a) (b) (c) Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen
über ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen. 31,16 Aber so spricht der HERR: Laß dein Schreien und Weinen und die Tränen
deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden, spricht der HERR.
Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes, 31,17 und deine Nachkommen haben viel Gutes zu erwarten, spricht der HERR,
denn deine Söhne sollen wieder in ihre Heimat kommen.
31,18 Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: «Du hast mich hart erzogen,
und ich ließ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht gelernt
hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR,
bist mein Gott! 31,19 Nachdem ich bekehrt war, tat ich Buße, und als ich zur Einsicht kam,
schlug ich an meine Brust. Ich bin zuschanden geworden und stehe schamrot
da; denn ich muß büßen die Schande meiner Jugend.» 31,20 Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn (a) sooft
ich ihm auch drohe, muß ich doch seiner gedenken; darum (b) bricht mir mein
Herz, daß ich mich seiner erbarmen muß, spricht der HERR.
31,21 Richte dir Wegzeichen auf, setze dir Steinmale und richte deinen Sinn
auf die Straße, auf der du gezogen bist! Kehr zurück, Jungfrau Israel,
kehr zurück zu diesen deinen Städten! 31,22 Wie lang willst du in der Irre gehen, du abtrünnige Tochter? Denn der
HERR wird ein Neues im Lande schaffen: Das Weib wird den Mann umgeben.
31,23 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: «Man wird dies Wort
wieder sagen im Lande Juda und in seinen Städten, wenn ich ihr Geschick
wenden werde: Der HERR segne dich, du (a) Wohnung der Gerechtigkeit, du
heiliger Berg! 31,24 Auch Juda samt allen seinen Städten soll darin wohnen, die Ackerleute
und die mit Herden umherziehen; 31,25 denn ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen.» 31,26 Darüber bin ich aufgewacht und sah auf und hatte so sanft geschlafen. 31,27 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das Haus Israel und
das Haus Juda besäen will mit Menschen und mit Vieh. 31,28 Und gleichwie ich über sie gewacht habe, (a) auszureißen und einzureißen,
zu verderben und zu zerstören und zu plagen, so will ich über sie wachen,
zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR. 31,29 (a) (b) (c) Zu derselben Zeit wird man nicht mehr sagen: «Die Väter haben saure
Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden», 31,30 sondern ein jeder wird um seiner Schuld willen sterben, und wer saure
Trauben gegessen hat, dem sollen seine Zähne stumpf werden.
31,31 a Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem
Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, 31,32 nicht wie der (a) Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als
ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den
sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; 31,33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen
will nach dieser Zeit, spricht der HERR: (a) (b) Ich will mein Gesetz in ihr
Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und (c) sie sollen mein Volk sein,
und ich will ihr Gott sein. 31,34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und
sagen: «Erkenne den HERRN», sondern sie sollen mich alle erkennen, beide,
klein und groß, spricht der HERR; denn (a) (b) (c) ich will ihnen ihre Missetat
vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
31,35 So spricht der HERR, der die Sonne dem Tage zum Licht gibt und den
Mond und die Sterne der Nacht zum Licht bestellt; der das Meer bewegt, daß
seine Wellen brausen - HERR Zebaoth ist sein Name - : 31,36 Wenn jemals diese Ordnungen vor mir ins Wanken kämen, spricht der HERR,
so müßte auch das Geschlecht Israels aufhören, ein Volk zu sein vor mir
ewiglich.(a) (b)
31,37 So spricht der HERR: Wenn man den Himmel oben messen könnte und den
Grund der Erde unten erforschen, dann würde ich auch verwerfen das ganze
Geschlecht Israels für all das, was sie getan haben, spricht der HERR.
31,38 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß die Stadt des HERRN
gebaut werden wird vom Turm Hananel an bis ans Ecktor; 31,39 und die Meßschnur wird weiter geradeaus gehen bis an den Hügel Gareb
und sich nach Goa hin wenden. 31,40 Und das ganze Tal der Leichen und der Asche und die Hänge bis zum Bach
Kidron, bis zu der Ecke am Roßtor im Osten, wird dem HERRN heilig sein.
Und die Stadt wird niemals mehr eingerissen und abgebrochen werden.
32. Kapitel
Der Ackerkauf
32,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia im zehnten Jahr
Zedekias, des Königs von Juda, das ist das achtzehnte Jahr Nebukadnezars.
32,2 Damals
(a) belagerte das Heer des Königs von Babel Jerusalem. Und der
Prophet Jeremia lag gefangen im Wachthof am Hause des Königs von Juda,
32,3 (a) (b) wo Zedekia, der König von Juda, ihn hatte gefangen setzen lassen,
indem er sagte: Warum weissagst du und sprichst: So spricht der HERR:
Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände des Königs von Babel, und er soll
sie erobern,
32,4 und Zedekia, der König von Juda, soll den Chaldäern nicht entrinnen,
sondern ich will ihn dem König von Babel in die Hände geben, daß er von
Mund zu Mund mit ihm reden und mit eigenen Augen ihn sehen soll?
32,5 Und
(a) er wird Zedekia nach Babel führen; da soll er auch bleiben, bis
ich ihn heimsuche, spricht der HERR, denn wenn ihr auch gegen die Chaldäer
kämpft, soll euch doch nichts gelingen.
32,6 Und Jeremia sprach: Es ist des HERRN Wort zu mir geschehen: 32,7 Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims, wird zu dir kommen
und sagen: (a) (b) Kaufe du meinen Acker in Anatot; denn dir kommt es als Erstem
zu, ihn einzulösen und zu kaufen. 32,8 Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der HERR gesagt hatte, zu mir in
den Wachthof und sprach zu mir: Kaufe doch meinen Acker in Anatot, der im
Lande Benjamin liegt; denn dir kommt es zu, ihn zu erwerben und
einzulösen; kaufe du ihn! Da merkte ich, daß es des HERRN Wort war, 32,9 und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in Anatot, und wog
ihm das Geld dar, siebzehn Lot Silber. 32,10 Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und nahm Zeugen
dazu und wog das Geld dar auf der Waage nach Recht und Gewohnheit. 32,11 Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und die offene Abschrift 32,12 und gab beides Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, in
Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen, die unter dem
Kaufbrief geschrieben standen, und aller Judäer, die im Wachthof sich
aufhielten, 32,13 und befahl Baruch vor ihren Augen: 32,14 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese Briefe, den
versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift, und lege sie in ein
irdenes Gefäß, daß sie lange erhalten bleiben. 32,15 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Man wird wieder
Häuser, aÄcker und Weinberge kaufen in diesem Lande.
32,16 Und als ich den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerijas, gegeben hatte,
betete ich zum HERRN und sprach: 32,17 Ach, Herr HERR, siehe, du hast Himmel und (a) Erde gemacht durch deine
große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und (b) (c) es ist kein Ding vor
dir unmöglich; 32,18 der du (a) Gnade erweist vielen Tausenden und die Schuld der Väter kommen
läßt auf das Haupt ihrer Kinder, du großer und starker Gott - HERR Zebaoth
ist dein Name -, 32,19 groß von Rat und mächtig von Tat, und deine Augen stehen offen über
allen Wegen der Menschenkinder, (a) einem jeden zu geben nach seinen Wegen
und nach der Frucht seines Tuns; 32,20 der du in Ägyptenland hast Zeichen und Wunder getan bis auf diesen Tag
an Israel und an den Menschen und hast dir einen Namen gemacht, wie es
heute am Tage ist, 32,21 und hast dein Volk Israel aus Ägyptenland geführt durch Zeichen und
Wunder, mit mächtiger Hand, mit ausgerecktem Arm und mit großem
Schrecken,(a) 32,22 und hast ihnen dies Land gegeben, wie du ihren Vätern geschworen
hattest, daß du es ihnen geben wolltest, ein Land, darin Milch und Honig
fließt; 32,23 aber als sie hineinkamen und es in Besitz nahmen, gehorchten sie deiner
Stimme nicht, wandelten auch nicht nach deinem Gesetz, und alles, was du
ihnen gebotest, daß sie es tun sollten, taten sie nicht; darum ließest du
ihnen auch all dies Unheil widerfahren: 32,24 Siehe, die Wälle reichen schon bis an die Stadt, daß sie erobert werde,
und sie muß wegen Schwert, Hunger und Pest in die Hände der Chaldäer
gegeben werden, die sie belagern; und wie du geredet hast, so ist's
geschehen; du siehst es ja selbst. 32,25 Aber du, Herr HERR, sprichst zu mir: «Kaufe dir einen Acker um Geld und
nimm Zeugen dazu», obwohl doch die Stadt in die Hände der Chaldäer gegeben
wird?
32,26 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia: 32,27 Siehe, ich, der HERR, (a) bin der Gott alles Fleisches, (b) sollte mir
etwas unmöglich sein? 32,28 Darum so spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände der
Chaldäer und in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, und er soll
sie erobern. 32,29 Und die Chaldäer, die diese Stadt belagern, werden hereinkommen und sie
in Brand stecken und verbrennen samt den Häusern, wo man (a) auf den Dächern
dem Baal Räucheropfer gespendet und andern Göttern Trankopfer dargebracht
hat, um mich zu erzürnen. 32,30 Denn Israel und Juda haben von ihrer Jugend auf getan, was mir
mißfällt: ja, die Israeliten haben mich erzürnt durch ihrer Hände Werk,
spricht der HERR. 32,31 Denn seit diese Stadt gebaut ist, hat sie mich zornig und grimmig
gemacht bis auf diesen Tag, daß ich sie von meinem Angesicht wegtun muß 32,32 wegen all der Bosheit Israels und Judas, die sie getan haben, um mich
zu erzürnen. Sie, ihre Könige, Oberen, Priester und Propheten und die in
Juda und Jerusalem wohnten, 32,33 haben mir (a) den Rücken und nicht das Angesicht zugekehrt, und obwohl
ich sie stets lehren ließ, wollten sie nicht hören noch sich bessern. 32,34 Dazu haben sie ihre greulichen Götzen in das Haus gesetzt, das nach
meinem Namen genannt ist, daß sie es unrein machten,(a) 32,35 und haben (a) (b) (c) die Höhen des Baal gebaut im Tal Ben-Hinnom, um ihre Söhne
und Töchter für den Moloch durchs Feuer gehen zu lassen, was ich ihnen
nicht befohlen habe, und es ist mir nie in den Sinn gekommen, daß sie
solchen Greuel tun sollten, um Juda in Sünde zu bringen.
32,36 Nun aber, so spricht der HERR, der Gott Israels, von dieser Stadt, von
der ihr sagt, daß sie durch Schwert, Hunger und Pest in die Hände des
Königs von Babel gegeben werde: 32,37 Siehe, ich will sie (a) sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie
verstoßen in meinem Zorn, Grimm und großem Unmut, und will sie wieder an
diesen Ort bringen, daß sie sicher wohnen sollen. 32,38 Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.(a) 32,39 Und ich will ihnen (a) einerlei Sinn und einerlei Wandel geben, daß sie
mich fürchten ihr Leben lang, auf daß es ihnen wohlgehe und ihren Kindern
nach ihnen. 32,40 Und ich will (a) einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht
ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will ihnen Furcht vor mir ins Herz
geben, daß sie nicht von mir weichen. 32,41 Es (a) soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun, und (b) ich will sie in
diesem Lande einpflanzen, ganz gewiß, von ganzem Herzen und von ganzer
Seele.
32,42 Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große
Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen
lassen, das ich ihnen zugesagt habe. 32,43 Und es sollen Äcker gekauft werden in diesem Lande, von dem ihr sagt:
«Eine Wüste ist's ohne Menschen und Vieh; es ist in der Chaldäer Hände
gegeben.» 32,44 Man wird aÄcker um Geld kaufen und verbriefen, versiegeln und Zeugen
dazu nehmen im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den Städten
Judas, in den Städten auf dem Gebirge, in den Städten des Hügellandes und
in den Städten des Südlandes; denn (a) (b) ich will ihr Geschick wenden, spricht
der HERR.
33. Kapitel
33,1 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia zum zweitenmal, als er noch
(a) im
Wachthof gefangen war:
33,2 So spricht der HERR, der alles macht, schafft und ausrichtet - HERR ist
sein Name -:
33,3 Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und
unfaßbare Dinge, von denen du nichts weißt.
33,4 Denn so spricht der HERR, der Gott Israels, von den
(a) Häusern dieser
Stadt und von den Häusern der Könige Judas, die abgebrochen wurden, um
Bollwerke zu machen zur Abwehr
33,5 im Kampf gegen die Chaldäer und um sie zu füllen mit den Leichnamen der
Menschen, die ich in meinem Zorn und Grimm erschlagen habe, als ich mein
Angesicht vor dieser Stadt verbarg um all ihrer Bosheit willen:
33,6 Siehe, ich will sie
(a) heilen und gesund machen und will ihnen dauernden
Frieden gewähren.
33,7 Denn
(a) ich will das Geschick Judas und das Geschick Israels wenden und
(b) will sie bauen wie im Anfang
33,8 und will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt
haben; und
(a) (b) will ihnen vergeben alle Missetaten, womit sie wider mich
gesündigt und gefrevelt haben.
33,9 Und das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre sein
unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all das Gute hören, das ich
Jerusalem tue. Und sie werden sich verwundern und entsetzen über all das
Gute und über all das Heil, das ich der Stadt geben will.
33,10 So spricht der HERR: An diesem Ort, von dem ihr sagt: (a) «Er ist wüst,
ohne Menschen und Vieh», in den Städten Judas und auf den Gassen
Jerusalems, die so verwüstet sind, daß niemand mehr darin ist, weder
Menschen noch Vieh, 33,11 wird man dennoch wieder hören (a) den Jubel der Freude und Wonne, die
Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: (b) (c)
«Danket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet
ewiglich», wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. Denn ich will
das Geschick des Landes wenden, daß es werde, wie es im Anfang war,
spricht der HERR.
33,12 So spricht der HERR Zebaoth: An diesem Ort, der so wüst ist, daß weder
Menschen noch Vieh darin sind, und in allen ihren Städten werden dennoch
wieder Auen sein für die Hirten, die da Herden weiden. 33,13 In den (a) Städten auf dem Gebirge und in den Städten des Hügellandes und
in den Städten des Südlandes, im Lande Benjamin und um Jerusalem her und
in den Städten Judas sollen dennoch wieder die Herden gezählt aus- und
einziehen, spricht der HERR. 33,14 (a) (b) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das gnädige Wort
erfüllen will, das ich zum Hause Israel und zum Hause Juda geredet habe. 33,15 In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten
Sproß aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im
Lande. 33,16 Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem (a) sicher
wohnen, und man wird es nennen «Der HERR unsere Gerechtigkeit».
33,17 Denn so spricht der HERR: Es soll David niemals fehlen an einem, der
(a) (b) (c) auf dem Thron des Hauses Israel sitzt. 33,18 Und den levitischen Priestern soll's niemals fehlen an einem, der
täglich vor meinem Angesicht Brandopfer darbringt und Speisopfer in Rauch
aufgehen läßt und Opfer schlachtet.(a) (b)
33,19 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia: 33,20 (a) (b) So spricht der HERR: Wenn mein Bund mit Tag und Nacht aufhörte, daß
nicht mehr Tag und Nacht sind zu ihrer Zeit, 33,21 so würde auch mein Bund aufhören mit meinem Knecht David, daß er keinen
Sohn mehr hat zum König auf seinem Thron, und mit den Leviten, den (a) (b)
Priestern, meinen Dienern. 33,22 Wie man (a) des Himmels Heer nicht zählen noch den Sand am Meer messen
kann, so will ich mehren das Geschlecht Davids, meines Knechts, und die
Leviten, die mir dienen.
33,23 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia: 33,24 Hast du nicht gemerkt, was diese Leute reden: «Die beiden Geschlechter,
die der HERR auserwählt hatte, hat er verworfen», und sie verachten mein
Volk und lassen es nicht mehr ein Volk sein in ihren Augen. 33,25 So spricht der HERR: Wenn ich jemals meinen Bund nicht hielte mit Tag
und Nacht noch die Ordnungen des Himmels und der Erde, 33,26 so wollte ich auch verwerfen das Geschlecht Jakobs und Davids, meines
Knechts, daß ich nicht mehr aus ihrem Geschlecht Herrscher nehme über die
Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Denn ich will ihr Geschick wenden
und mich über sie erbarmen.
34. Kapitel
Zedekia vor der Entscheidung
34,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als
(a) (b)
Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer und allen
Königreichen auf Erden, die unter seiner Gewalt waren, und allen Völkern
Jerusalem und alle seine Städte belagerte.
34,2 So spricht der HERR, der Gott Israels: Geh hin und sprich mit Zedekia,
dem König von Juda, und sage zu ihm: So spricht der HERR: Siehe,
(a) ich
will diese Stadt in die Hände des Königs von Babel geben, und er soll sie
mit Feuer verbrennen.
34,3 Und auch du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern ergriffen und in
seine Hand gegeben werden. Du wirst ihn
(a) mit eigenen Augen sehen und von
Mund zu Mund mit ihm reden und nach Babel kommen.
34,4 a Höre doch auf des HERRN Wort, Zedekia, du König von Juda! So spricht
der HERR über dich: Du sollst nicht durchs Schwert sterben, 34,5 sondern du sollst im Frieden sterben. Und wie deinen Vätern, den
früheren Königen, die vor dir gewesen sind, so wird man auch dir zu Ehren
(a) einen Brand anzünden und dich (b) beklagen: «Ach, Herr!»; denn ich habe es
geredet, spricht der HERR.
34,6 Und der Prophet Jeremia sagte alle diese Worte zu Zedekia, dem König
von Juda, in Jerusalem, 34,7 als das Heer des Königs von Babel schon Jerusalem und alle Städte Judas
belagerte, die übriggeblieben waren, nämlich Lachisch und Aseka; denn
diese waren noch übriggeblieben von den festen Städten Judas.
Der Wortbruch an den freigelassenen Sklaven
34,8 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, nachdem der König
Zedekia einen Bund geschlossen hatte mit dem ganzen Volk zu Jerusalem,
eine
(a) Freilassung auszurufen,
34,9 daß ein jeder seinen Sklaven und ein jeder seine Sklavin, die Hebräer
und Hebräerinnen waren, freilassen sollte, so daß kein Judäer den andern
als Sklaven hielte.
34,10 Da hatten alle Oberen und alles Volk gehorcht, die diesen Bund
eingegangen waren, daß ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin
freilassen und sie nicht mehr als Sklaven halten sollte, und hatten sie
losgegeben.
34,11 Aber danach hatten sie die Sklaven und Sklavinnen wieder
zurückgefordert, die sie freigegeben hatten, und sie gezwungen, daß sie
wieder Sklaven und Sklavinnen sein mußten.
34,12 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
34,13 So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund geschlossen
mit euren Vätern, als ich sie aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft,
führte und sprach:
34,14 (a) (b) (c) Im siebenten Jahre soll ein jeder seinen Bruder, der ein Hebräer ist
und sich ihm verkauft und sechs Jahre gedient hat, freilassen. Aber eure
Väter gehorchten mir nicht und kehrten ihre Ohren mir nicht zu.
34,15 Ihr aber hattet euch nun bekehrt und getan, was mir wohlgefiel, daß ihr
(a) eine Freilassung ausrufen ließet, ein jeder für seinen Nächsten, und
habt darüber einen Bund geschlossen vor mir in dem Hause, das nach meinem
Namen genannt ist.
34,16 Jetzt aber seid ihr umgeschlagen und habt meinen Namen entheiligt! Ein
jeder fordert seinen Sklaven und seine Sklavin zurück, die ihr
freigelassen hattet, so daß sie gehen konnten, wohin sie wollten, und
zwingt sie jetzt, daß sie wieder eure Sklaven und Sklavinnen sein müssen.
34,17 Darum spricht der HERR: Ihr gehorchtet mir nicht und riefet keine
Freilassung aus, ein jeder für seinen Bruder und seinen Nächsten, - siehe,
so rufe ich, spricht der HERR, über euch eine Freilassung aus für Schwert,
für Pest, für Hunger und will euch zum Bild des Entsetzens machen für alle
Königreiche auf Erden. 34,18 Und ich will die Leute, die meinen Bund übertreten und die Worte des
Bundes nicht halten, den sie vor mir geschlossen haben, so zurichten wie
das Kalb, das sie in zwei Stücke geteilt haben und zwischen dessen Stücken
sie hindurchgegangen sind, 34,19 nämlich die Oberen von Juda und von Jerusalem, die Kämmerer, die
Priester und das ganze Volk des Landes, alle, die zwischen den Stücken des
Kalbes hindurchgegangen sind. 34,20 Und ich will sie geben in die Hand ihrer Feinde und derer, die ihnen
nach dem Leben trachten, und (a) ihre Leichname sollen den Vögeln unter dem
Himmel und den Tieren auf dem Felde zum Fraße werden. 34,21 Auch Zedekia, den König von Juda, und seine Oberen will ich geben in
die Hände ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und
in die Hand des Heeres des Königs von Babel, (a) das jetzt von euch
abgezogen ist. 34,22 Denn siehe, ich will ihnen befehlen, spricht der HERR, und will sie
wieder vor diese Stadt bringen. (a) Sie sollen sie belagern und erobern und
mit Feuer verbrennen. Und ich will die Städte Judas verwüsten, daß niemand
mehr darin wohnen soll.
35. Kapitel
35,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur Zeit aJojakims,
des Sohnes Josias, des Königs von Juda:
35,2 Geh hin zu den
(a) Rechabitern, rede mit ihnen und führe sie in des HERRN
Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein ein.
35,3 Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejas, des Sohnes Habazzinjas, samt
seinen Brüdern und allen seinen Söhnen, und das ganze Geschlecht der
Rechabiter
35,4 und führte sie in des HERRN Haus, in die Halle der Söhne Hanans, des
Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Halle der Oberen ist,
über der Halle Maasejas, des Sohnes Schallums, des Torhüters.
35,5 Und ich setzte den Männern vom Hause Rechab Krüge voll Wein und Schalen
vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
35,6 Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater
aJonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure Nachkommen sollt
niemals Wein trinken
35,7 und kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen Weinberg pflanzen noch
besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang, auf daß ihr
lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht.
35,8 Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes
Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, daß wir keinen Wein trinken
unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere Söhne und
Töchter;
35,9 und wir bauen auch keine Häuser, darin zu wohnen, und haben weder
Weinberge noch Äcker noch Samen,
35,10 sondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun in allem, wie es
unser Vater Jonadab geboten hat.
35,11 Als aber Nebukadnezar, der König von Babel, gegen das Land heraufzog,
sprachen wir: Kommt, laßt uns nach Jerusalem ziehen vor dem Heer der
Chaldäer und der Aramäer! Und so sind wir in Jerusalem geblieben.
35,12 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 35,13 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und sprich zu
den Männern von Juda und zu den Bürgern von Jerusalem: Wollt ihr euch denn
nicht bessern und meinen Worten gehorchen? spricht der HERR. 35,14 Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Nachkommen geboten
hat, daß sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten, und sie trinken
keinen Wein bis auf diesen Tag; denn sie gehorchen ihres Vaters Gebot. Ich
aber habe euch (a) immer wieder predigen lassen, doch gehorchtet ihr mir
nicht. 35,15 Ich habe auch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten, zu euch
gesandt und sagen lassen: Kehrt um, ein jeder von seinem bösen Wege, und
bessert euer Tun und folgt nicht andern Göttern nach, ihnen zu dienen, so
sollt ihr in dem Lande bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben
habe. Aber (a) ihr wolltet eure Ohren nicht zu mir kehren und mir nicht
gehorchen. 35,16 Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, haben ihres Vaters
Gebot gehalten, das er ihnen geboten hat. Aber dies Volk gehorcht mir
nicht!
35,17 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich
will über Juda und über alle Bürger Jerusalems kommen lassen all das
Unheil, das ich gegen sie geredet habe, (a) weil ich zu ihnen redete und sie
nicht hören wollten, weil ich rief und sie mir nicht antworten wollten. 35,18 Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der HERR Zebaoth,
der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht habt
und alle seine Gebote gehalten und alles getan, was er euch geboten hat, 35,19 darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll dem Jonadab,
dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der vor mir steht.
36. Kapitel
Die Schriftrolle Baruchs
36,1 Im
(a) vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda,
geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN:
36,2 Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir
geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit an, da
ich zu dir geredet habe, nämlich
(a) von der Zeit Josias an bis auf diesen
Tag.
36,3 Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all dem Unheil, das
ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege,
damit ich ihnen ihre Schuld und Sünde vergeben kann.
(a) 36,4 Da rief Jeremia (a) (b) Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb auf eine
Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu Jeremia geredet hatte, wie
Jeremia sie ihm sagte. 36,5 Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist's verwehrt, ich kann nicht
in des HERRN Haus gehen. 36,6 Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des HERRN Worte,
wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem Volk vor im Hause des
HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch lesen vor den Ohren aller
Judäer, die aus ihren Städten hereinkommen. 36,7 Vielleicht werden sie sich mit Beten vor dem HERRN demütigen und sich
bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege; denn der Zorn und Grimm ist
groß, den der HERR diesem Volk angedroht hat. 36,8 Und Baruch, der Sohn Nerijas, tat alles, wie ihm der Prophet Jeremia
befohlen hatte, daß er die Worte des HERRN aus der Schriftrolle vorläse im
Hause des HERRN.
36,9 Es begab sich aber im fünften Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des
Königs von Juda, im neunten Monat, daß man ein Fasten ausrief vor dem
HERRN für alles Volk zu Jerusalem und für alles Volk, das aus den Städten
Judas nach Jerusalem kam. 36,10 Und Baruch las aus der Schriftrolle die Worte Jeremias vor im Hause des
HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes (a) Schafans, des Schreibers, im
oberen Vorhof bei dem neuen Tor am Hause des HERRN, vor dem ganzen Volk. 36,11 Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schafans, alle Worte des
HERRN gehört hatte aus der Schriftrolle, 36,12 ging er hinab in des Königs Haus in die Kanzlei. Und siehe, dort saßen
alle Oberen: Elischama, der Schreiber, Delaja, der Sohn Schemajas, (a)
Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Schafans, und Zedekia, der
Sohn Hananjas, samt allen andern Oberen. 36,13 Und Michaja berichtete ihnen alle Worte, die er gehört hatte, als
Baruch aus der Schriftrolle vor den Ohren des Volks vorlas.
36,14 Da sandten alle Oberen Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes
Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und ließen ihm sagen: Nimm die
Schriftrolle, aus der du dem Volk vorgelesen hast, mit dir und komm! Und
Baruch, der Sohn Nerijas, nahm die Schriftrolle mit sich und kam zu
ihnen. 36,15 Und sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies, daß wir's hören! Und
Baruch las vor ihren Ohren. 36,16 Und als sie alle die Worte hörten, entsetzten sie sich untereinander
und sprachen zu Baruch: Wir müssen alle diese Worte dem König mitteilen. 36,17 Und sie fragten den Baruch: Sage uns, wie hast du alle diese Worte
aufgeschrieben? 36,18 Baruch sprach zu ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte vorgesagt, und
ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle. 36,19 Da sprachen die Oberen zu Baruch: Geh hin und verbirg dich mit Jeremia,
daß niemand wisse, wo ihr seid! 36,20 Sie aber gingen hinein zum König in den Vorhof und ließen die
Schriftrolle verwahren in der Halle Elischamas, des Schreibers, und
teilten dem König alle diese Worte mit. 36,21 Da sandte der König den Jehudi, die Schriftrolle zu holen. Der nahm sie
aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las dem König vor und
allen Oberen, die bei dem König standen. 36,22 Der König aber saß im Winterhause vor dem Kohlenbecken; denn es war im
neunten Monat. 36,23 Wenn aber Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er sie
ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im Kohlenbecken
war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war im Feuer. 36,24 Und niemand entsetzte sich und (a) zerriß seine Kleider, weder der König
noch seine Großen, die doch alle diese Worte gehört hatten. 36,25 Und obwohl Elnatan, Delaja und Gemarja den König baten, er möge die
Schriftrolle nicht verbrennen, hörte er nicht auf sie. 36,26 Dazu gebot der König Jerachmeel, dem Königssohn, und Seraja, dem Sohn
Asrïls, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, sie sollten Baruch, den
Schreiber, und Jeremia, den Propheten, ergreifen. Aber der HERR hatte sie
verborgen. 36,27 Nachdem der König die Schriftrolle verbrannt hatte, auf die Baruch die
Worte geschrieben hatte, wie Jeremia sie ihm sagte, geschah des HERRN Wort
zu Jeremia: 36,28 Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle vorigen
Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die Jojakim, der König von
Juda, verbrannt hat. Ü36,29 ber Jojakim aber, den König von Juda, sollst du sagen: So spricht der
HERR: Du hast diese Schriftrolle verbrannt und gesagt: Warum hast du
darauf geschrieben, daß (a) der König von Babel kommen und dies Land
verderben werde, so daß (b) (c) weder Menschen noch Vieh mehr darin sein werden? 36,30 Darum spricht der HERR über Jojakim, den König von Juda: (a) Es soll
keiner von den Seinen auf dem Thron Davids sitzen, und (b) sein Leichnam
soll hingeworfen liegen, am Tag in der Hitze und nachts im Frost. 36,31 Und ich will ihn und seine Nachkommen und seine Großen heimsuchen um
ihrer Schuld willen, und ich will über sie und über die Bürger Jerusalems
und über die in Juda kommen lassen all das Unheil, von dem ich zu ihnen
geredet habe, und sie gehorchten doch nicht. 36,32 Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie Baruch, dem Sohn
Nerijas, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so wie ihm Jeremia vorsagte,
alle Worte, die auf der Schriftrolle gestanden hatten, die Jojakim, der
König von Juda, im Feuer hatte verbrennen lassen; und es wurden zu ihnen
noch viele ähnliche Worte hinzugetan.
37. Kapitel
Jeremia warnt den König Zedekia
37,1 Und
(a) Zedekia, der Sohn Josias, wurde König anstatt Konjas,* des Sohnes
Jojakims; denn Nebukadnezar, der König von Babel, machte ihn zum König im
Lande Juda.
37,2 Aber er und seine Großen und das Volk des Landes gehorchten nicht den
Worten des HERRN, die er durch den Propheten Jeremia redete.
37,3 Dennoch sandte der König Zedekia Juchal, den Sohn Schelemjas, und den
Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zum Propheten Jeremia und ließ ihm
sagen:
(a) (b) Bitte den HERRN, unsern Gott, für uns!
37,4 Denn Jeremia ging noch unter dem Volk aus und ein, und man hatte ihn
noch nicht ins Gefängnis geworfen.
37,5 Es war aber das Heer des Pharao aus Ägypten aufgebrochen, und als die
Chaldäer, die vor Jerusalem lagen, davon hörten, waren sie von Jerusalem
abgezogen.
37,6 Und des HERRN Wort geschah zum Propheten Jeremia: 37,7 So spricht der HERR, der Gott Israels: Sagt dem König von Juda, der euch
zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe, das Heer des Pharao, das euch
zu Hilfe ausgezogen ist, wird wieder heim nach Ägypten ziehen, 37,8 und die Chaldäer werden wiederkommen und (a) diese Stadt belagern und sie
erobern und mit Feuer verbrennen. 37,9 Darum spricht der HERR: Betrügt euch nicht damit, daß ihr denkt: «Die
Chaldäer werden von uns abziehen.» Sie werden nicht abziehen. 37,10 Und wenn ihr auch das ganze Heer der Chaldäer schlüget, die gegen euch
kämpfen, und es blieben von ihnen nur etliche Verwundete übrig, so würde
doch ein jeder in seinem Zelt aufstehen und diese Stadt mit Feuer
verbrennen.
Jeremia wird gefangengesetzt
37,11 Als nun der Chaldäer Heer von Jerusalem abgezogen war vor dem Heere des
Pharao,
37,12 wollte Jeremia aus Jerusalem herausgehen ins Land Benjamin,
(a) um mit
seinen Verwandten ein Erbe zu teilen.
37,13 Und als er zum Benjamintor kam, war dort ein Wachhabender mit Namen
Jirija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der hielt den Propheten
Jeremia an und sprach: Du willst zu den Chaldäern überlaufen.
37,14 Jeremia sprach: Das ist nicht wahr, ich will nicht zu den Chaldäern
überlaufen. Aber Jirija wollte ihn nicht hören, sondern ergriff Jeremia
und brachte ihn zu den Oberen.
37,15 Und die Oberen wurden zornig über Jeremia und
(a) ließen ihn schlagen und
warfen ihn ins Gefängnis im Hause Jonatans, des Schreibers; denn das
hatten sie zum Kerker gemacht.
37,16 So kam Jeremia in den überwölbten Raum einer Zisterne und blieb dort
lange Zeit.
Zedekia befragt heimlich den Propheten
37,17 Aber Zedekia, der König, sandte hin und ließ ihn holen und fragte ihn
heimlich in seinem Haus und sprach: Ist wohl ein Wort vom HERRN vorhanden?
Jeremia sprach: Ja!
(a) Du wirst dem König von Babel in die Hände gegeben
werden.
37,18 Und Jeremia sprach zum König Zedekia: Was hab ich gegen dich, gegen
deine Großen und gegen dies Volk gesündigt, daß sie mich in den Kerker
geworfen haben?
37,19 Wo sind nun eure Propheten, die euch weissagten und sprachen: Der König
von Babel wird nicht über euch noch über dies Land kommen?
37,20 Und nun, mein Herr und König, höre mich und laß meine Bitte vor dir
gelten! Laß mich nicht wieder in Jonatans, des Schreibers, Haus bringen,
daß ich dort nicht sterbe.
37,21 Da befahl der König Zedekia, daß man Jeremia
(a) im Wachthof behalten
sollte, und ließ ihm täglich aus der Bäckergasse einen Laib Brot geben,
bis alles Brot in der Stadt aufgezehrt war. So blieb Jeremia im Wachthof.
38. Kapitel
Jeremia in der Zisterne
38,1 Es hörten aber Schefatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn
Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und
(a) Paschhur, der Sohn
Malkijas, die Worte, die Jeremia zu allem Volk redete.
38,2 So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird durch Schwert,
Hunger und Pest sterben müssen; wer aber hinausgeht zu den Chaldäern, der
soll am Leben bleiben und wird sein Leben wie eine Beute davonbringen.
(a) 38,3 Denn so spricht der HERR: Diese Stadt soll übergeben werden dem Heer des
Königs von Babel, und es soll sie einnehmen.
38,4 Da sprachen die Oberen zum König: Laß doch diesen Mann töten; denn auf
diese Weise nimmt er den Kriegsleuten, die noch übrig sind in dieser
Stadt, den Mut, desgleichen dem ganzen Volk, weil er solche Worte zu ihnen
sagt. Denn
(a) der Mann sucht nicht, was diesem Volk zum Heil, sondern was
zum Unheil dient.
38,5 Der König Zedekia sprach: Siehe, er ist in euren Händen; denn der König
vermag nichts wider euch.
38,6 Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des
Königssohnes, die im Wachthof war, und ließen ihn an Seilen hinab. In der
Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia sank in den
Schlamm.
38,7 Als aber (a) Ebed-Melech, der Mohr, ein Kämmerer in des Königs Haus,
hörte, daß man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte, und der König
gerade im Benjamintor saß, 38,8 da ging Ebed-Melech aus des Königs Haus und redete mit dem König und
sprach: 38,9 Mein Herr und König, diese Männer handeln übel an dem Propheten Jeremia,
daß sie ihn in die Zisterne geworfen haben; dort muß er vor Hunger
sterben; denn es ist kein Brot mehr in der Stadt. 38,10 Da befahl der König Ebed-Melech, dem Mohren: Nimm von hier drei Männer
mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne, ehe er stirbt. 38,11 Und Ebed-Melech nahm die Männer mit sich und ging in des Königs Haus in
die Kleiderkammer und nahm dort zerrissene, alte Lumpen und ließ sie an
einem Seil hinab zu Jeremia in die Zisterne. 38,12 Und Ebed-Melech, der Mohr, sprach zu Jeremia: Lege diese zerrissenen,
alten Lumpen unter deine Achseln um das Seil; und Jeremia tat es. 38,13 Und sie zogen Jeremia herauf aus der Zisterne an den Stricken. Und so
blieb Jeremia im Wachthof.
Letztes Gespräch zwischen Zedekia und Jeremia
38,14 Und der König Zedekia sandte hin und ließ den Propheten Jeremia zu sich
holen unter den dritten Eingang am Hause des HERRN. Und der König sprach
zu Jeremia: Ich will dich etwas fragen; verbirg mir nichts!
38,15 Jeremia sprach zu Zedekia: Sage ich dir etwas, so tötest du mich doch;
gebe ich dir aber einen Rat, so gehorchst du mir nicht.
38,16 Da schwor der König Zedekia dem Jeremia heimlich und sprach: So wahr
der HERR lebt, der uns dies Leben gegeben hat:
(a) ich will dich nicht töten
noch den Männern in die Hände geben, die dir nach dem Leben trachten.
38,17 Und Jeremia sprach zu Zedekia: So spricht der HERR, der Gott Zebaoth,
der Gott Israels: Wirst du hinausgehen zu den Obersten des Königs von
Babel, so sollst du am Leben bleiben, und diese Stadt soll nicht verbrannt
werden, sondern du und dein Haus sollen am Leben bleiben;
38,18 wirst du aber nicht hinausgehen zu den Obersten des Königs von Babel,
so wird diese Stadt den Chaldäern in die Hände gegeben, und sie werden sie
mit Feuer verbrennen, und auch du wirst ihren Händen nicht entrinnen.
38,19 Der König Zedekia sprach zu Jeremia: Ich habe aber die Sorge, daß ich
den Judäern, die zu den Chaldäern übergelaufen sind, übergeben werden
könnte, daß sie mir übel mitspielen.
38,20 Jeremia sprach: Man wird dich nicht übergeben. Gehorche doch der Stimme
des HERRN, die ich dir verkünde, so wird dir's wohlgehen, und du wirst am
Leben bleiben.
38,21 Wirst du aber nicht hinausgehen, so ist dies das Wort, das mir der
HERR gezeigt hat:
38,22 Siehe, alle Frauen, die noch vorhanden sind im Haus des Königs von
Juda, werden zu den Obersten des Königs von Babel hinaus müssen, und sie
werden dann sagen: «Ach, deine guten Freunde haben dich überredet und in
ihre Gewalt gebracht und in den Sumpf geführt und lassen dich nun
stecken.»
38,23 Ja, alle deine Frauen und Kinder werden hinaus müssen zu den Chaldäern,
und
(a) (b) du selbst wirst ihren Händen nicht entgehen, sondern du wirst vom
König von Babel ergriffen, und diese Stadt wird mit Feuer verbrannt
werden.
38,24 Und Zedekia sprach zu Jeremia: Sieh zu, daß niemand diese Worte
erfahre, so wirst du nicht sterben. 38,25 Und wenn's die Oberen erfahren sollten, daß ich mit dir geredet habe,
und zu dir kommen und sprechen: «Sag an, was hast du mit dem König
geredet; verbirg es uns nicht, so wollen wir dich nicht töten. Was hat der
König mit dir geredet?», 38,26 so sprich: Ich habe den König gebeten, daß er mich nicht wieder in
Jonatans Haus führen lasse, ich müßte sonst dort sterben. 38,27 Da kamen alle Oberen zu Jeremia und fragten ihn, und er antwortete
ihnen, wie ihm der König befohlen hatte. Da ließen sie von ihm, weil sie
nichts erfahren konnten. 38,28 Und Jeremia (a) (b) blieb im Wachthof bis auf den Tag, da Jerusalem
eingenommen wurde.
39. Kapitel
39,1 Denn im neunten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monat
kam Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer vor Jerusalem
und belagerten es.
39,2 Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten Monats, brach
man in die Stadt ein.
39,3 Und alle Obersten des Königs von Babel zogen hinein und hielten unter
dem Mitteltor, nämlich Nergal-Sarezer, der Fürst von Sin-Magir, der
Oberhofmeister, und Nebuschasban, der Oberkämmerer, und alle andern
Obersten des Königs von Babel.
39,4 Als nun Zedekia, der König von Juda, und seine Kriegsleute das sahen,
flohen sie bei Nacht zur Stadt hinaus auf dem Wege zu des Königs Garten
durchs Tor zwischen den beiden Mauern und entwichen zum Jordantal hin.
39,5 Aber die Kriegsleute der Chaldäer jagten ihnen nach und holten Zedekia
ein im Jordantal von Jericho und nahmen ihn gefangen und brachten ihn zu
Nebukadnezar, dem König von Babel, nach Ribla, das im Lande Hamat liegt.
Der sprach das Urteil über ihn.
39,6 Und der König von Babel ließ die Söhne Zedekias vor seinen Augen töten
in Ribla und tötete auch alle Vornehmen Judas.
39,7 Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen, um
ihn nach Babel zu führen.
39,8 Und die Chaldäer verbrannten das Haus des Königs und die Häuser der
Bürger und rissen die Mauern Jerusalems nieder.
39,9 Was aber noch an Volk in der Stadt war, und wer sonst zu ihnen
übergelaufen war, die führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, alle
miteinander gefangen nach Babel.
39,10 Aber von dem niederen Volk, das nichts hatte, ließ zur selben Zeit
Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche im Lande Juda zurück und
gab ihnen Weinberge und Felder.
39,11 Aber Nebukadnezar, der König von Babel, hatte Nebusaradan, dem
Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen Jeremia und gesagt: 39,12 Nimm ihn und laß ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid, sondern (a)
wie er's von dir begehrt, so mach's mit ihm. 39,13 Da sandten hin Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und
Nebuschasban, der Oberkämmerer, Nergal-Sarezer, der Oberhofmeister, und
alle Obersten des Königs von Babel 39,14 und (a) ließen Jeremia aus dem Wachthof holen und übergaben ihn (b)
Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, daß er ihn nach Hause
gehen ließe. Und so blieb er unter dem Volk.
39,15 a Es war auch des HERRN Wort geschehen zu Jeremia, als er noch im
Wachthof lag: 39,16 Geh hin und sage Ebed-Melech, dem Mohren: So spricht der HERR Zebaoth,
der Gott Israels: Siehe, ich will meine Worte kommen lassen über diese
Stadt zum Unheil und nicht zum Heil, und du sollst es sehen zur selben
Zeit. 39,17 Aber dich will ich erretten zur selben Zeit, spricht der HERR, und du
sollst den Leuten nicht ausgeliefert werden, vor denen du dich fürchtest. 39,18 Denn ich will dich entkommen lassen, daß du nicht durchs Schwert
fallest, sondern du sollst dein Leben wie eine Beute davonbringen, weil du
mir vertraut hast, spricht der HERR.
40. Kapitel
Jeremia bleibt im Lande. Gedaljas Statthalterschaft
40,1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia,
(a) als ihn
Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, losließ in Rama, wo er ihn
gefunden hatte; denn er war auch, mit Fesseln gebunden, unter allen
Gefangenen aus Jerusalem und Juda, die nach Babel weggeführt werden
sollten.
40,2 Als nun der Oberste der Leibwache Jeremia hatte zu sich holen lassen,
sprach er zu ihm: Der HERR, dein Gott, hat dies Unglück über diese Stätte
vorhergesagt
40,3 und hat's auch kommen lassen und getan, wie er geredet hat; denn ihr
habt gesündigt wider den HERRN und seiner Stimme nicht gehorcht; darum ist
euch solches widerfahren.
40,4 Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen deine
Hände gebunden waren.
(a) Gefällt dir's, mit mir nach Babel zu ziehen, so
komm, du sollst mir befohlen sein. Gefällt dir's aber nicht, mit mir nach
Babel zu ziehen, so laß es sein. Siehe, du hast das ganze Land vor dir; wo
dich's gut dünkt und dir's gefällt, da zieh hin.
40,5 (a) Denn weiter hinaus wird kein Wiederkehren möglich sein. Darum magst du
umkehren zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Schafans, den der König
von Babel über die Städte in Juda gesetzt hat, und bei ihm bleiben unter
dem Volk; oder geh, wohin dir's gefällt. Und der Oberste der Leibwache gab
ihm Wegzehrung und Geschenke und ließ ihn gehen.
40,6 So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa und blieb bei
ihm unter dem Volk, das im Lande noch übriggeblieben war.
40,7 Als nun die Hauptleute, die noch im Lande verstreut waren, samt ihren
Leuten erfuhren, daß der König von Babel (a) Gedalja, den Sohn Ahikams, über
das Land gesetzt hatte und über die Männer, Frauen und Kinder und über die
Geringen im Lande, die nicht nach Babel weggeführt waren, 40,8 kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, nämlich aJismael, der Sohn Netanjas,
Johanan und Jonatan, die Söhne Kareachs, und Seraja, der Sohn Tanhumets,
und die Söhne Efais von Netofa und Jaasanja, der Sohn eines Maachatiters,
samt ihren Leuten. 40,9 Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, schwor ihnen und
ihren Leuten einen Eid und sprach: Fürchtet euch nicht, den Chaldäern
untertan zu sein; bleibt im Lande und seid dem König von Babel untertan,
so wird's euch wohlgehen. 40,10 Siehe, ich bleibe hier in Mizpa und habe die Verantwortung vor den
Chaldäern, die zu uns kommen; ihr aber sollt Wein und Feigen und Öl ernten
und in eure Gefäße tun und sollt in euren Städten wohnen, die ihr wieder
in Besitz genommen habt. 40,11 Und als die Judäer, die im Lande Moab und Ammon und in Edom und in
allen Ländern waren, hörten, daß der König von Babel einen Rest in Juda
übriggelassen und über sie Gedalja gesetzt hatte, den Sohn Ahikams, des
Sohnes Schafans, 40,12 da kamen auch sie alle zurück aus allen Orten, wohin sie verstreut
waren, in das Land Juda zu Gedalja nach Mizpa und ernteten sehr viel Wein
und Sommerfrüchte. 40,13 Aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute, die im Lande
verstreut gewesen waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa 40,14 und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß Baalis, der König der
Ammoniter, Jismael, den Sohn Netanjas, gesandt hat, daß er dich erschlagen
soll? Das wollte ihnen aber Gedalja, der Sohn Ahikams, nicht glauben. 40,15 Da sprach Johanan, der Sohn Kareachs, zu Gedalja heimlich in Mizpa: Ich
will hingehen und Jismael, den Sohn Netanjas, erschlagen, daß es niemand
erfahren soll. Warum soll er dich erschlagen, so daß alle Judäer, die bei
dir versammelt sind, zerstreut werden und, die noch aus Juda
übriggeblieben sind, umkommen? 40,16 Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohn Kareachs:
Du sollst das nicht tun; es ist nicht wahr, was du von Jismael sagst.
41. Kapitel
Gedaljas Ermordung durch Jismael
(vgl. 2. Kön 25,25)
41,1 Aber im siebenten Monat kam aJismael, der Sohn Netanjas, des Sohnes
Elischamas, aus königlichem Stamm, einer von den Obersten des Königs, und
zehn Männer mit ihm zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa, und sie aßen
dort in Mizpa miteinander.
41,2 Und Jismael, der Sohn Netanjas, erhob sich samt den zehn Männern, die
bei ihm waren, und sie erschlugen
(a) Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes
Schafans, mit dem Schwert, weil ihn der König von Babel über das Land
gesetzt hatte.
41,3 Auch erschlug Jismael alle Judäer, die bei Gedalja waren in Mizpa, und
die Chaldäer, die dort waren, sämtliche Kriegsleute.
41,4 Am andern Tage, nachdem Gedalja erschlagen war und es noch niemand
wußte,
41,5 kamen achtzig Männer von Sichem, von Silo und von Samaria und hatten die
Bärte abgeschoren und ihre Kleider zerrissen und
(a) sich wund geritzt und
trugen Speisopfer und Weihrauch mit, um es zum Hause des HERRN zu bringen.
41,6 Und Jismael, der Sohn Netanjas, ging heraus von Mizpa ihnen entgegen,
ging und weinte. Als er nun an sie herankam, sprach er zu ihnen: Ihr sollt
zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, kommen.
41,7 Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie Jismael, der Sohn
Netanjas, er und die Männer, die bei ihm waren, und warfen sie in die
Zisterne.
41,8 Aber es waren zehn Männer darunter, die sprachen zu Jismael: Töte uns
nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen liegen an Weizen, Gerste, Öl
und Honig. Da ließ er ab und tötete sie nicht mit den andern.
41,9 Die Zisterne aber, in die Jismael die Leichname der Männer warf, die er
erschlagen hatte samt dem Gedalja, ist die, welche der König aAsa hatte
anlegen lassen im Krieg gegen Bascha, den König von Israel. Die füllte
Jismael, der Sohn Netanjas, mit den Erschlagenen.
41,10 Und Jismael, der Sohn Netanjas, führte das Volk, das in Mizpa
übriggeblieben war, gefangen weg: die Königstöchter samt allem Volk, über
das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Gedalja, den Sohn Ahikams,
gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinüber zu den Ammonitern.
41,11 Als aber aJohanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres,
die bei ihm waren, von all dem Bösen erfuhren, das Jismael, der Sohn
Netanjas, begangen hatte,
40,8.13-16 41,12 nahmen sie zu sich alle Männer und zogen hin, um mit Jismael, dem Sohn
Netanjas, zu kämpfen, und trafen ihn an dem (a) großen Wasser bei Gibeon. 41,13 Als nun alles Volk, das bei Jismael war, den Johanan, den Sohn
Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren,
da wurde es froh. 41,14 Und das ganze Volk, das Jismael von Mizpa weggeführt hatte, wandte sich
um und ging zu Johanan, dem Sohn Kareachs, über. 41,15 Aber Jismael, der Sohn Netanjas, entrann mit acht Männern dem Johanan
und zog zu den Ammonitern. 41,16 Und Johanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des Heeres, die
bei ihm waren, nahm zu sich das übriggebliebene Volk, das Jismael, der
Sohn Netanjas, aus Mizpa weggeführt hatte, nachdem er Gedalja, den Sohn
Ahikams, erschlagen hatte, nämlich die Kriegsleute, die Frauen und Kinder
und Hofleute, die er von Gibeon zurückgebracht hatte. 41,17 Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge (a) Kimhams bei
Bethlehem, um von dort (b) nach Ägypten zu ziehen 41,18 aus Furcht vor den Chaldäern. Denn sie fürchteten sich vor ihnen, weil
Jismael, der Sohn Netanjas, Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte,
den der König von Babel über das Land gesetzt hatte.
42. Kapitel
Jeremia warnt vor der Auswanderung nach Ägypten
42,1 Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres, Johanan, der Sohn Kareachs,
Asarja, der Sohn Hoschajas, samt dem ganzen Volk, klein und groß,
42,2 und sprachen zum Propheten Jeremia: Laß doch unsere Bitte vor dir gelten
und
(a) bete für uns zum HERRN, deinem Gott, für alle diese Übriggebliebenen
- denn leider sind wir von vielen nur wenige übrig geblieben, wie du mit
eigenen Augen siehst -,
42,3 daß der HERR, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir
tun sollen.
42,4 Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen.
Siehe, ich will zum HERRN, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt, und
alles, was euch der HERR antworten wird, das will ich euch kundtun und
will euch nichts vorenthalten.
42,5 Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein zuverlässiger und
wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was uns der
HERR, dein Gott, durch dich befehlen wird.
42,6 Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der Stimme des HERRN,
unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf daß es uns wohlgehe, wenn wir
der Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehorchen.
42,7 Und nach zehn Tagen geschah des HERRN Wort zu Jeremia. 42,8 Da rief er Johanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres,
die bei ihm waren, und alles Volk, klein und groß, 42,9 und sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels, zu dem ihr
mich gesandt habt, daß ich euer Gebet vor ihn bringen sollte: 42,10 Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch (a) bauen und nicht
einreißen; ich will euch pflanzen und nicht ausreißen; denn es hat mich
gereut das Unheil, das ich euch angetan habe. 42,11 Ihr sollt euch nicht fürchten vor dem König von Babel, vor dem ihr euch
fürchtet, spricht der HERR; ihr sollt euch vor ihm nicht fürchten, denn
ich will bei euch sein, daß ich euch helfe und von seiner Hand errette. 42,12 Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über euch erbarmen und
euch wieder auf eure Äcker bringen. 42,13 (a) Werdet ihr aber sagen: «Wir wollen nicht in diesem Lande bleiben» und
so der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen 42,14 und werdet ihr sagen: «Nein, wir wollen nach Ägyptenland ziehen, daß
wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hören noch Hunger nach
Brot leiden müssen; dort wollen wir bleiben» - 42,15 nun, so höret des HERRN Wort, ihr Übriggebliebenen von Juda! So spricht
der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer Angesicht nach
Ägyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, 42,16 so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Ägyptenland
treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter euch
her sein in Ägypten, und ihr sollt dort sterben. 42,17 Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach Ägypten
richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben durch
Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner übrigbleiben noch dem Unheil
entrinnen, das ich über sie kommen lassen will.
42,18 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Gleichwie mein
Zorn und Grimm über die Einwohner Jerusalems ausgeschüttet wurde, so soll
er auch über euch ausgeschüttet werden, wenn ihr nach Ägypten zieht; und
(a) ihr sollt zum Fluch, zum Bild des Entsetzens, zur Verwünschung und zur
Schande werden und diese Stätte nicht mehr sehen. 42,19 Das ist das Wort des HERRN an euch, die ihr übriggeblieben seid von
Juda, daß ihr nicht nach Ägypten zieht. Darum erkennt, daß ich euch heute
gewarnt habe; 42,20 denn ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht, weil ihr mich
gesandt habt zum HERRN, eurem Gott, und gesagt: Bete zum HERRN, unserm
Gott, für uns, und alles, was der HERR, unser Gott, sagen wird, tu uns
kund, so wollen wir danach tun. 42,21 Das habe ich euch heute wissen lassen; aber ihr wollt der Stimme des
HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen noch allem, was er euch durch mich
befohlen hat. 42,22 So sollt ihr denn wissen, daß ihr durch Schwert, Hunger und Pest
sterben müßt an dem Ort, wohin ihr zu ziehen gedenkt, um dort zu wohnen.
43. Kapitel
Jeremia wird nach Ägypten verschleppt
43,1 Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des HERRN, ihres Gottes,
ausgerichtet hatte, wie ihm der HERR, ihr Gott, alle diese Worte an sie
befohlen hatte,
43,2 sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und
alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du lügst! Der HERR, unser Gott, hat
dich nicht zu uns gesandt und gesagt: «Ihr sollt nicht nach Ägypten
ziehen, um dort zu wohnen»,
43,3 sondern
(a) Baruch, der Sohn Nerijas, beredet dich zu unserm Schaden,
damit wir den Chaldäern übergeben werden und sie uns töten oder nach Babel
wegführen.
43,4 Da gehorchten Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres
samt dem ganzen Volk der Stimme des HERRN nicht, daß sie im Lande Juda
geblieben wären,
43,5 sondern Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres
nahmen zu sich alle Übriggebliebenen von Juda, die von allen Völkern,
wohin sie geflohen, zurückgekommen waren, um im Lande Juda zu wohnen,
43,6 nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die Königstöchter und alle
übrigen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalja, dem Sohn
Ahikams, des Sohnes Schafans, gelassen hatte, und auch den Propheten
Jeremia und Baruch, den Sohn Nerijas.
43,7 Und sie
(a) (b) zogen nach Ägyptenland, denn sie wollten der Stimme des HERRN
nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanhes.
43,8 Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia in Tachpanhes:
43,9 Nimm große Steine und vergrabe sie in dem Boden am Eingang des Hauses
des Pharao in Tachpanhes, so daß die Männer aus Juda es sehen,
43,10 und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
Siehe, ich will hinsenden und
(a) meinen Knecht Nebukadnezar, den König von
Babel, holen lassen und will seinen Thron oben auf diese Steine setzen,
die ich eingraben ließ; und er soll seinen Thronhimmel darüber ausspannen.
43,11 Er soll kommen und Ägyptenland schlagen und
(a) töten, wen es trifft,
gefangen führen, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es trifft.
43,12 Und ich will
(a) die Tempel Ägyptens in Brand stecken und niederbrennen
und ihre Götter wegführen. Und er soll Ägyptenland lausen, wie ein Hirt
sein Kleid laust, und mit Frieden von dannen ziehen.
43,13 Er soll die Steinmale von Bet-Schemesch in Ägyptenland zerbrechen und
die Götzentempel in Ägypten mit Feuer verbrennen.
44. Kapitel
Jeremia warnt vor der erneuten Verehrung der Himmelskönigin
44,1 Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah an alle Judäer, die in
Ägyptenland wohnten, nämlich in Migdol,
(a) Tachpanhes und Memfis, und die
im Lande Patros wohnten.
44,2 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr habt gesehen all das
Unheil, das ich habe kommen lassen über Jerusalem und über alle Städte in
Juda; siehe, heutigentags sind sie wüst, und niemand wohnt darin;
44,3 und das um ihrer Bosheit willen, die sie taten, als sie mich erzürnten
und hingingen und opferten und dienten andern Göttern, die weder sie noch
ihr noch eure Väter kannten.
44,4 Und ich sandte
(a) immer wieder zu euch alle meine Knechte, die Propheten,
und ließ euch sagen: «Tut doch nicht solche Greuel, die ich hasse.»
44,5 Aber sie gehorchten nicht und kehrten auch ihre Ohren nicht zu mir, daß
sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und andern Göttern nicht geopfert
hätten.
44,6 Darum ergoß sich auch mein Zorn und Grimm und entbrannte über die Städte
Judas und die Gassen Jerusalems, daß sie zur Wüste und Öde geworden sind,
so wie es heute ist.
44,7 Nun, so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Warum tut
ihr euch selbst ein so großes Unheil an, daß bei euch ausgerottet werden
aus Juda Mann und Frau, Kind und Säugling und nichts von euch
übrigbleibt,(a) 44,8 und erzürnet mich so durch eurer Hände Werke und opfert andern Göttern
in Ägyptenland, wohin ihr gezogen seid, um dort zu wohnen, auf daß ihr
ausgerottet und zum Fluch und zur Schmach werdet unter allen Völkern auf
Erden? 44,9 Habt ihr vergessen (a) die Sünden eurer Väter, die Sünden der Könige von
Juda, die Sünden ihrer Frauen, dazu eure eigenen Sünden und die Sünden
eurer Frauen, die sie getan haben im Lande Juda und auf den Gassen
Jerusalems? 44,10 Sie haben sich bis auf diesen Tag nicht gedemütigt, fürchten sich auch
nicht und wandeln nicht in meinem Gesetz und in den Rechtsordnungen, die
ich euch und euren Vätern gegeben habe.
44,11 Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, (a) ich will
mein Angesicht wider euch richten zum Unheil, und ganz Juda soll
ausgerottet werden. 44,12 Und ich will wegraffen, die übriggeblieben sind von Juda, die ihr
Angesicht nach Ägyptenland gerichtet haben, um dorthin zu ziehen und dort
zu wohnen; es soll ein Ende mit ihnen allen werden in Ägyptenland. Durchs
Schwert sollen sie fallen, und durch Hunger sollen sie umkommen, klein und
groß; sie sollen durch Schwert und Hunger sterben und sollen zur
Verwünschung, zum Entsetzen, zum Fluch und zur Schmach werden.(a) 44,13 Ich will auch die Einwohner in Ägyptenland mit Schwert, Hunger und Pest
heimsuchen, gleichwie ich an Jerusalem getan habe, 44,14 so daß von denen, die übriggeblieben sind von Juda und die hierher
gekommen sind nach Ägyptenland, um hier zu wohnen, keiner entrinnen und
entkommen soll. Sie sollen nicht mehr ins Land Juda zurückkehren, wohin
sie gerne wiederkämen und wohnten, sondern es soll keiner dahin
zurückkommen außer einigen Entronnenen.
44,15 Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die sehr wohl wußten, daß ihre
Frauen andern Göttern opferten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine
große Menge, samt allem Volk, das in Ägyptenland und in (a) Patros wohnte,
und sprachen: 44,16 Den Worten, die du im Namen des HERRN uns sagst, wollen wir nicht
gehorchen, 44,17 sondern wir wollen all die Worte halten, die aus unserm eigenen Munde
gekommen sind, und wollen der (a) Himmelskönigin opfern und ihr Trankopfer
darbringen, wie wir und unsere Väter, unsere Könige und Oberen getan haben
in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems. Da (b) hatten wir auch
Brot genug, und es ging uns gut, und wir sahen kein Unglück. 44,18 Seit der Zeit aber, da wir es unterlassen haben, der Himmelskönigin zu
opfern und Trankopfer darzubringen, haben wir an allem Mangel gelitten und
sind durch Schwert und Hunger umgekommen. 44,19 Und wenn wir Frauen der Himmelskönigin opfern und Trankopfer
darbringen, das (a) tun wir ja nicht ohne den Willen unserer Männer, wenn
wir ihr Kuchen backen, um ein Bild von ihr zu machen, und ihr Trankopfer
darbringen.
44,20 Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volk, den Männern und Frauen und allen
Leuten, die ihm so geantwortet hatten: 44,21 Nein, der HERR hat gedacht an das Opfern, das ihr in den Städten Judas
und auf den Gassen Jerusalems getrieben habt samt euren Vätern, Königen,
Oberen und allem Volk des Landes, und er hat's zu Herzen genommen, 44,22 daß er nicht mehr leiden konnte euren bösen Wandel und die Greuel, die
ihr tatet; daher ist auch euer Land zur Wüste, zum Entsetzen und zum Fluch
geworden, daß niemand darin wohnt, so wie es heute ist. 44,23 Weil ihr der Himmelskönigin geopfert habt und wider den HERRN sündigtet
und der Stimme des HERRN nicht gehorchtet und in seinem Gesetze, seinen
Rechten und Mahnungen nicht gewandelt seid, darum ist euch solches Unheil
widerfahren, so wie es heute ist. 44,24 Und Jeremia sprach zu allem Volk und zu allen Frauen: Höret des HERRN
Wort, ihr alle aus Juda, die in Ägyptenland sind! 44,25 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr und eure Frauen habt
mit eurem Munde geredet und mit euren Händen vollbracht, was ihr sagt:
«Wir wollen unsere Gelübde halten, die wir der Himmelskönigin gelobt
haben, daß wir ihr opfern und Trankopfer darbringen.» Wohlan, erfüllet
doch eure Gelübde und haltet eure Gelübde! 44,26 So höret nun des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die ihr in Ägyptenland
wohnt: Siehe, ich schwöre bei meinem großen Namen, spricht der HERR, daß
mein Name nicht mehr genannt werden soll durch irgendeines Menschen Mund
aus Juda in ganz Ägyptenland, der da sagt: «So wahr Gott der HERR lebt!» 44,27 Siehe, (a) ich will über sie wachen zum Unheil und nicht zum Heil, daß,
wer aus Juda in Ägyptenland ist, durch Schwert und Hunger umkommen soll,
bis es ein Ende mit ihnen hat. 44,28 Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus Ägyptenland ins Land Juda
zurückkommen als ein geringes Häuflein. So werden dann alle, die
übriggeblieben sind von Juda und die nach Ägyptenland gezogen waren, dort
zu wohnen, erkennen, wessen Wort wahr geworden ist, meines oder ihres. 44,29 Und dies sei das Zeichen, spricht der HERR: Ich will euch an diesem Ort
heimsuchen, damit ihr wißt, daß mein Wort wahr werden soll über euch zum
Unheil. 44,30 So spricht der HERR: Siehe, ich will den Pharao Hofra, den König von
Ägypten, übergeben in die Hände seiner Feinde und derer, die ihm nach dem
Leben trachten, (a) gleichwie ich Zedekia, den König von Juda, übergeben
habe in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, seines Feindes, der
ihm nach dem Leben trachtete.
45. Kapitel
45,1 Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Nerijas,
redete,
(a) als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf eine
Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des
Königs von Juda:
45,2 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, über dich, Baruch:
45,3 Du sprichst: Weh mir, wie hat mir der HERR Jammer zu meinem Schmerz
hinzugefügt! Ich seufze mich müde und finde keine Ruhe.
45,4 Sage ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das reiße ich
ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, nämlich dies mein
ganzes Land.
45,5 Und du begehrst für dich große Dinge? Begehre es nicht! Denn siehe, ich
will Unheil kommen lassen über alles Fleisch, spricht der HERR, aber
(a) (b)
dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch
ziehst.
46. Kapitel
GERICHTSWORTE GEGEN FREMDE VÖLKER
(Kapitel 46 - 51)
46,1 Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten
Jeremia geschehen ist wider alle Völker.
Weissagung gegen Ägypten
(vgl. Jes 19; Hes 29 - 32)
46,2 Wider Ägypten. Wider das Heer des
(a) Pharao Necho, des Königs von
Ägypten, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das
Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des
Sohnes Josias, des Königs von Juda:
46,3 Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit! 46,4 Spannet Rosse an und laßt Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und
schärft die Spieße und ziehet Panzer an! 46,5 Wie kommt's aber, daß ich sehe, daß sie verzagt sind und die Flucht
ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden sich
nicht mehr zurück. (a) Schrecken um und um! spricht der HERR. 46,6 Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im Norden
am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.
46,7 Wer ist's, der emporstieg wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich
dahin wie Ströme? Ä46,8 gypten stieg empor wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich daher wie
Ströme, und es sprach: «Ich will hinaufziehen, das Land bedecken und die
Städte verderben samt denen, die darin wohnen.» 46,9 Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennet mit den Wagen, lasset die
Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den Schild führen, und
die Schützen aus Lud! 46,10 Denn dies ist der (a) Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag der
Vergeltung, daß (b) er sich an seinen Feinden räche, wenn das Schwert
fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie müssen
Gott, dem HERRN Zebaoth, ein Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am
Euphratstrom.
46,11 Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter Ägypten!
Aber (a) es ist umsonst, daß du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst doch
nicht heil. 46,12 Deine Schande ist unter den Völkern erschollen, deines Heulens ist das
Land voll; denn ein Held fällt über den andern und liegen beide
miteinander danieder.
46,13 Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem Propheten Jeremia redete,
als Nebukadnezar, der König von Babel, heranzog, um Ägyptenland zu
schlagen: 46,14 Verkündigt's in Ägypten und sagt's an in Migdol, sagt's an in Memfis
und Tachpanhes und sprecht: Setze dich zur Wehr! Denn das Schwert wird
fressen, was um dich her ist. 46,15 Wie geht's zu, daß deine Gewaltigen zu Boden fallen und können nicht
standhalten? Der HERR hat sie so gestürzt. 46,16 Er macht, daß ihrer viele fallen, daß einer mit dem andern
daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, laßt uns wieder zu unserm Volk
ziehen, in unser Vaterland vor dem mörderischen Schwert! 46,17 Nennet den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten: «Prahlhans, der
die Zeit versäumt hat». 46,18 So wahr ich lebe, spricht der König, der HERR Zebaoth heißt: er wird
daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie der
Karmel am Meer ist.
46,19 Mache dir Fluchtgepäck, du Einwohnerin, Tochter Ägypten; denn Memfis
wird wüst und verbrannt werden, daß niemand darin wohnen wird. Ä46,20 gypten ist wie eine schöne junge Kuh; aber es kommt von Norden der
Schlächter. 46,21 Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemästete Kälber; aber sie
müssen sich dennoch wenden und miteinander fliehen und werden nicht
standhalten; denn der Tag ihres Unheils wird über sie kommen, die Zeit
ihrer Heimsuchung.
46,22 Man hört sie heranziehen wie eine zischende Schlange; ja, sie kommen
mit Heeresmacht und bringen Äxte über sie wie die Holzhauer. 46,23 Die werden ihren Wald umhauen, spricht der HERR, denn sie sind nicht zu
zählen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zählen kann. 46,24 Die Tochter Ägypten wird zuschanden; denn sie ist dem Volk aus dem
Norden in die Hände gegeben.
46,25 a Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe, ich will
heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Ägypten samt seinen Göttern
und Königen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn verlassen, 46,26 daß ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten,
und in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und seiner Großen.
Aber (a) danach soll das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht der
HERR.
46,27 Aber du, (a) mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel,
verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und
deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob
zurückkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn
schrecken. 46,28 Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR,
denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich verstoßen
habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende
machen. (a) (b) Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich
nicht lassen.
47. Kapitel
47,1 Dies ist das Wort des HERRN, das zum Propheten Jeremia geschah wider
die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug.
47,2 So spricht der HERR: Siehe, es kommen Wasser heran von Norden, die zum
reißenden Strom werden und das Land überfluten und was darin ist, die
Städte und die darin wohnen, daß die Leute schreien und alle Einwohner im
Lande heulen.
47,3 Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und vor dem
Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer Räder werden sich die Väter
nicht umsehen nach den Kindern, so verzagt werden sie sein ü
47,4 ber den Tag, der da kommt, um zu verderben alle Philister und
auszurotten die letzten Helfer für Tyrus und Sidon. Denn der HERR wird die
Philister verderben, den Rest derer, die gekommen sind von der
(a) Insel
Kaftor. Ü
47,5 ber
(a) (b) (c) Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der Rest
der
(d) Anakiter. Wie lange willst du dich
(e) (f) wund ritzen?
47,6 O du Schwert des HERRN, wann willst du doch aufhören? Fahre in deine
Scheide und ruhe und sei still!
47,7 Aber wie kann es aufhören, da doch der HERR ihm Befehl gegeben hat wider
Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?
48. Kapitel
Weissagung gegen Moab
(vgl. Jes 15; 16; Hes 25,8-11; Am 2,1-3; Zef 2,8-11)
48,1 Wider Moab. So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Wehe der
Stadt Nebo, denn sie ist zerstört! Geschändet ist Kirjatajim und
eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden geworden und zerbrochen.
48,2 Der Stolz Moabs auf Heschbon ist dahin; denn man sinnt Böses gegen die
Stadt: «Kommt, wir wollen sie ausrotten, daß sie ohne Volk sei.» Und du,
Madmen, mußt auch vernichtet werden; das Schwert wird hinter dir her
sein.
48,3 Man hört ein Geschrei in Horonajim von Verwüstung und großem Jammer.
48,4 Moab ist zerschlagen. Man hört ihre Kleinen schreien;
48,5 denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhit hinauf, und die Feinde
hören ein Jammergeschrei den Weg von Horonajim herab: «
48,6 Fliehet und rettet euer Leben!» Aber ihr werdet sein
(a) wie ein Strauch
in der Wüste.
48,7 Weil du dich auf deine Bauwerke verlässest und auf deine Schätze,
sollst du auch erobert werden, und (a) (b) (c) Kemosch muß gefangen wegziehen samt
seinen Priestern und Fürsten. 48,8 Denn der Verwüster wird über alle Städte kommen, daß nicht eine Stadt
entrinnen wird. Es sollen die Täler verwüstet und die Ebenen verheert
werden; denn der HERR hat's gesagt. 48,9 Gebt Moab Flügel, denn es wird davon müssen, als flöge es, und seine
Städte werden wüst liegen, daß niemand darin wohnen wird.
48,10 Verflucht sei, wer des HERRN Werk lässig tut; verflucht sei, wer sein
Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergießt!
48,11 Moab ist von seiner Jugend an ungestört gewesen und (a) auf seinen Hefen
still gelegen und ist nie aus einem Faß ins andre gegossen und ist nie in
die Gefangenschaft gezogen; darum ist sein Geschmack ihm geblieben und
sein Geruch nicht verändert worden. 48,12 Darum siehe, spricht der HERR, es kommt die Zeit, daß ich ihnen Küfer
schicken will, die sie ausschütten sollen und ihre Fässer ausleeren und
ihre Krüge zerschmettern. 48,13 Und Moab soll über dem Kemosch zuschanden werden, gleichwie das Haus
Israel über Bethel zuschanden geworden ist, worauf sie sich verließen.
48,14 Wie könnt ihr sagen: Wir sind Helden und rechte Kriegsleute? 48,15 Moab wird verwüstet, und seine Städte werden erstiegen, und seine beste
Mannschaft muß hinab zur Schlachtbank, spricht der König, welcher heißt
der HERR Zebaoth. 48,16 Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein Unglück eilt
herbei.
48,17 Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie her wohnt und ihren
Namen kennt, und sprecht: «Wie ist das starke Zepter und der herrliche
Stab so zerbrochen!» 48,18 Herunter von der Herrlichkeit, du Tochter Dibon, und setz dich in den
Staub! Denn der Verwüster Moabs wird zu dir hinaufkommen und deine
Bollwerke zerstören. 48,19 Tritt an die Straße und schaue, du Einwohnerin von Aroër! Frage, die da
fliehen und entrinnen, und sprich: «Was ist geschehen?» 48,20 Ach, Moab ist verwüstet und verheert! Heulet und schreiet; sagt's am
Arnon, daß Moab vernichtet ist! 48,21 Die Strafe ist über das ebene Land ergangen, nämlich über Holon, Jahaz,
Mefaat, 48,22 Dibon, Nebo, Bet-Diblatajim, 48,23 Kirjatajim, Bet-Gamul, Bet-Meon, 48,24 Kerijot, Bozra und über alle Städte im Lande Moab, sie seien fern oder
nahe. 48,25 Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist zerbrochen, spricht
der HERR.
48,26 a Macht es trunken; denn es hat sich gegen den HERRN erhoben! Speien
müsse Moab, auf daß es auch zum Gespött werde. 48,27 Oder ist Israel dir nicht ein Gespött gewesen, als hätte man es unter
den Dieben gefunden? Sooft du von ihm sprachst, hast du es verhöhnt. 48,28 O ihr Bewohner von Moab, verlaßt die Städte und wohnt in den Felsen und
tut wie die Tauben, die da nisten in den Löchern!
48,29 Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, daß es sehr stolz sei,
hoffärtig, hochmütig, trotzig und übermütig. 48,30 Aber der HERR spricht: Ich kenne seinen Übermut wohl und sein böses
Geschwätz; Böses haben sie getan. 48,31 Darum muß ich über Moab heulen und über ganz Moab schreien und über die
Leute von Kir-Heres klagen. 48,32 Mehr als über Jaser muß ich über dich weinen, du Weinstock Sibma; denn
deine Ranken reichten über das Meer und kamen bis nach Jaser. Der
Verwüster ist über deine Ernte und Weinlese hergefallen. 48,33 Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland und dem Lande
Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der Kelterer wird nicht
mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein Lied singen. 48,34 Das Geschrei von Heschbon wird gehört bis Elale, bis nach Jahaz, von
Zoar an bis nach Horonajim, bis Eglat-Schelischija; denn auch die Wasser
Nimrims sollen versiegen. 48,35 Und ich will, spricht der HERR, in Moab damit ein Ende machen, daß sie
auf den Höhen opfern und ihren Göttern Opfer darbringen.
48,36 Darum klagt mein Herz über Moab wie Flötenklage, und über die Leute in
Kir-Heres klagt mein Herz wie Flötenklage; denn (a) das Gut, das sie
gesammelt, ist zugrunde gegangen. 48,37 Alle Köpfe werden (a) kahl sein und alle Bärte abgeschoren, alle Hände
wund geritzt, und jeder wird den Sack anziehen. 48,38 Auf allen Dächern und Gassen, überall in Moab wird man klagen; denn ich
habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß, das niemand haben will, spricht der
HERR. 48,39 O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie haben sie schimpflich den
Rücken gewandt! Moab ist zum Spott und zum Bild des Schreckens geworden
allen, die ringsum wohnen. 48,40 Denn so spricht der HERR: Siehe, (a) er fliegt daher wie ein Adler und
breitet seine Flügel aus über Moab. 48,41 Die Städte sind erobert, und die Festungen sind eingenommen, und das
Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage sein wie das Herz einer Frau in
Kindsnöten. 48,42 Denn Moab muß vertilgt werden, daß es kein Volk mehr sei, weil es sich
gegen den HERRN erhoben hat. 48,43 (a) Schrecken, Grube und Schlinge über dich, du Volk von Moab! spricht
der HERR. 48,44 Wer dem Schrecken entflieht, der wird in die Grube fallen, und wer aus
der Grube herauskommt, der wird in der Schlinge gefangen werden; denn ich
will über Moab kommen lassen das Jahr seiner Heimsuchung, spricht der
HERR. 48,45 Erschöpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten von Heschbon;
aber (a) es wird ein Feuer aus Heschbon und eine Flamme aus dem Hause Sihon
ausgehen, welche die Schläfe Moabs verzehren wird und den Scheitel der
kriegerischen Leute.
48,46 Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch; denn man hat deine
Söhne und Töchter genommen und gefangen weggeführt. 48,47 Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs wenden, spricht
der HERR. Das sei gesagt von der Strafe über Moab.
49. Kapitel
Weissagung gegen Ammon
(vgl. Hes 25,2-7; Am 1,13-15; Zef 2,8-11)
49,1 Wider die Ammoniter. So spricht der HERR: Hat denn Israel keine Kinder,
oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn
(a) Milkom das Land Gad, und
warum wohnt sein Volk in dessen Städten?
49,2 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich will ein
Kriegsgeschrei erschallen lassen über Rabba, die Stadt der Ammoniter, und
es soll zu einem wüsten Schutthügel werden, und seine Tochterstädte sollen
in Brand gesteckt werden. Aber Israel soll seine Besitzer besitzen,
spricht der HERR.
49,3 Heule, Heschbon! denn Ai ist verwüstet. Schreit, ihr Töchter von Rabba,
und zieht den Sack an; klaget und lauft hin und her mit Ritzwunden! Denn
Milkom wird gefangen weggeführt samt seinen Priestern und Fürsten.
49,4 Was rühmst du dich deines Tales, deines wasserreichen Tales, du
ungehorsame Tochter, die du dich auf deine Schätze verläßt und sprichst in
deinem Herzen: Wer darf sich an mich machen?
49,5 Siehe, spricht Gott, der HERR Zebaoth, ich will Schrecken über dich
kommen lassen von allen, die um dich her wohnen; ihr sollt in alle
Richtungen versprengt werden, und niemand wird die Flüchtigen sammeln.
49,6 Aber danach
(a) will ich wieder wenden das Geschick Ammons, spricht der
HERR.
49,7 Wider Edom. So spricht der HERR Zebaoth: Ist denn keine Weisheit mehr in
Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen? Ist ihnen die Weisheit
ausgegangen?
49,8 Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr Bürger von Dedan! Denn
ich lasse Unheil über Esau kommen, die Zeit seiner Heimsuchung.
49,9 Es sollen Winzer über dich kommen, die keine Nachlese übriglassen, und
Diebe sollen des Nachts über dich kommen, die sollen nach Herzenslust
verwüsten.
49,10 Denn ich habe Esau entblößt und seine Verstecke aufgedeckt, daß er sich
nicht verbergen kann. Seine Söhne, seine Brüder und seine Nachbarn sind
vernichtet, daß keiner von ihnen mehr da ist.
49,11 Verlaß nur deine Waisen, ich will sie am Leben erhalten, und deine
Witwen sollen auf mich hoffen.
49,12 Denn so spricht der HERR: Siehe, die es nicht verdient hatten, den
Kelch zu trinken, müssen trinken, und du solltest ungestraft bleiben? Du
sollst nicht ungestraft bleiben, sondern du mußt auch trinken.(a) (b) 49,13 Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, daß Bozra
zum Entsetzen, zur Schmach, zur Wüste und zum Fluch werden soll und alle
seine Städte zur ewigen Wüste.
49,14 Ich hab eine Kunde vernommen vom HERRN, ein Bote ist unter die Völker
gesandt: Sammelt euch und kommt her wider Edom; macht euch auf zum Kampf! 49,15 Denn siehe, ich will dich gering machen unter den Völkern und verachtet
unter den Menschen. 49,16 Daß die andern dich fürchten, hat dich verführt, und dein Herz ist
hochmütig, weil du in Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn
du auch dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich
von dort herunterstürzen, spricht der HERR. 49,17 Also soll Edom wüst werden, daß alle, die vorübergehen, sich entsetzen
und spotten über alle seine Plagen. 49,18 Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört wurden,
spricht der HERR, so soll auch dort niemand wohnen noch ein Mensch darin
hausen.(a) (b) 49,19 (a) Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in
die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt
ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und
wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?
49,20 So höret nun den Ratschluß des HERRN, den er über Edom gefaßt hat, und
seine Gedanken, die er über die Einwohner von Teman hat. Was gilt's? Wird
man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden
ihretwegen nicht ihre Auen veröden? 49,21 Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr Geschrei wird man am
Schilfmeer hören. 49,22 Siehe, (a) er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine Flügel aus
über Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der Helden in Edom sein wie das Herz
einer Frau in Kindsnöten.
Weissagung gegen Damaskus
(vgl. Jes 17,1-3; Am 1,3-5)
49,23 Wider Damaskus. Hamat und Arpad sind zuschanden geworden; sie sind
verzagt, denn sie hören ein böses Gerücht. Ihr Herz bebt vor Sorge; sie
sind so erschrocken, daß sie nicht Ruhe finden können.
49,24 Damaskus ist verzagt und wendet sich zur Flucht; es zittert und ist in
Ängsten und Schmerzen wie eine Frau in Kindsnöten.
49,25 Wie ist sie nun verlassen, die berühmte und fröhliche Stadt!
49,26 Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen, und alle ihre
Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit, spricht der HERR Zebaoth.
49,27 Und ich will an die Mauern von Damaskus Feuer legen, daß es die Paläste
Ben-Hadads verzehren soll.
Weissagungen gegen arabische Stämme
49,28 Wider
(a) Kedar und die Königreiche von
(b) Hazor, die Nebukadnezar, der
König von Babel, schlug. So spricht der HERR: Wohlauf, ziehet herauf gegen
Kedar und vernichtet, die im Osten wohnen!
49,29 Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre Zeltdecken, alle
Geräte und Kamele wegführen und über sie rufen:
(a) Schrecken um und um!
49,30 Fliehet, hebt euch eilends davon, verkriecht euch tief, ihr Einwohner
von Hazor! spricht der HERR; denn Nebukadnezar, der König von Babel, hat
etwas im Sinn wider euch und plant etwas gegen euch. 49,31 Wohlauf, ziehet herauf wider ein Volk, das ruhig und sicher wohnt!
spricht der HERR; sie haben weder Tür noch Riegel und wohnen allein. 49,32 Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs genommen werden,
und in alle Winde will ich die zerstreuen, die (a) das Haar rundherum
abscheren, und von allen Seiten her will ich ihr Unglück über sie kommen
lassen, spricht der HERR; 49,33 daß Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige Wüste werden soll,
so daß niemand dort wohne und kein Mensch darin hause.(a)
Weissagung gegen Elam
49,34 Dies ist das Wort des HERRN, das geschah zu Jeremia, dem Propheten,
wider
(a) Elam im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda:
49,35 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will den
(a) Bogen Elams
zerbrechen, seine stärkste Waffe,
49,36 und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels über sie kommen
lassen und will sie in alle diese Winde zerstreuen, so daß es kein Volk
geben soll, wohin nicht Vertriebene aus Elam kommen werden.
49,37 Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und vor denen, die
ihnen nach dem Leben trachten, und will Unheil über sie kommen lassen in
meinem grimmigen Zorn, spricht der HERR, und will das Schwert hinter ihnen
her schicken, bis ich sie aufreibe.
(a) 49,38 Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den König und
die Fürsten umbringen, spricht der HERR.
49,39 Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams wieder wenden,
spricht der HERR.
50. Kapitel
Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung Israels
(vgl. Jes 13; 14)
50,1 (a) Dies ist das Wort, das der HERR durch den Propheten Jeremia geredet
hat wider Babel und das Land der Chaldäer:
50,2 Verkündet's unter den Völkern und laßt's erschallen, richtet das Banner
auf! Laßt's erschallen und verbergt es nicht und sprecht: Babel ist
genommen, Bel ist zuschanden, Merodach ist zerschmettert; ihre Götzen sind
zuschanden, ihre Götterbilder sind zerschmettert!
50,3 Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das ihr Land zur
Wüste macht, so daß niemand darin wohnen wird, sondern Menschen und Vieh
daraus fliehen werden.
50,4 In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der HERR, (a) werden kommen
die Leute von Israel samt den Leuten von Juda und weinend umherziehen und
den HERRN, ihren Gott, suchen. 50,5 Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren:
«Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden (a) zu einem ewigen Bunde, der
nimmermehr vergessen werden soll!» 50,6 Denn mein Volk ist wie (a) eine verlorne Herde. Ihre Hirten haben sie
verführt und auf den Bergen in die Irre gehen lassen, daß sie über Berge
und Hügel gehen mußten und ihren Ruheplatz vergaßen. 50,7 Es fraßen sie alle, die sie antrafen, und ihre Feinde sprachen: Wir tun
nicht unrecht! Denn sie haben sich versündigt an dem HERRN, der rechten
Weide, und an dem HERRN, der ihrer Väter Hoffnung war.
50,8 a Fliehet aus Babel und zieht aus der Chaldäer Lande und macht's wie
die Böcke vor der Herde! 50,9 Denn siehe, ich will Völker in großen Scharen erwecken und aus dem Lande
des Nordens gegen Babel heranführen; die sollen sich gegen die Stadt
rüsten und sie auch einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines guten
Kriegers, der nicht mit leeren Händen zurückkehrt. 50,10 Und das Chaldäerland soll ein Raub werden; alle, die es berauben,
sollen satt werden, spricht der HERR. 50,11 Wenn ihr euch auch freut und rühmt, daß ihr mein Erbteil geplündert
habt, und hüpft wie die Kälber im Grase und wiehert wie die starken
Rosse, 50,12 so wird eure Mutter doch sehr zuschanden und, die euch geboren hat, zum
Spott werden. Siehe, unter den Völkern soll sie die geringste sein, wüst,
dürr und öde. 50,13 Denn vor dem Zorn des HERRN wird sie unbewohnt und ganz wüst bleiben,
so daß (a) alle, die an Babel vorüberziehen, sich entsetzen werden und
spotten über alle ihre Plagen. 50,14 Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr Bogenschützen; schießt
nach ihr, spart nicht an Pfeilen; denn sie hat wider den HERRN gesündigt. 50,15 Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben, ihre Pfeiler
sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so vergilt der HERR. (a)
Übt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie getan hat. 50,16 Rottet aus von Babel den Sämann und den Schnitter in der Ernte! Vor dem
mörderischen Schwert wird sich jeder zu seinem Volk wenden und in sein
Land fliehen.
50,17 Israel war eine zerstreute Herde, die die Löwen verscheucht haben.
Zuerst fraß sie der König von Assyrien, danach nagte ihre Knochen ab
Nebukadnezar, der König von Babel. 50,18 Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will
heimsuchen den König von Babel und sein Land, (a) gleichwie ich den König
von Assyrien heimgesucht habe. 50,19 Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung bringen, daß sie auf
dem Karmel und in Baschan weiden und sich sättigen sollen auf dem Gebirge
Ephraim und Gilead. 50,20 Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels
suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden
Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn (a) ich will sie vergeben
denen, die ich übrigbleiben lasse.
50,21 Zieh heran gegen das Land Meratajim; zieh heran gegen die Einwohner
von Pekod*; vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen,
spricht der HERR, und tu alles, was ich dir befohlen habe! *Meratajim
bedeutet «Doppeltrotz», Pekod «Heimsuchung»; gemeint ist Babel. 50,22 Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und großer Jammer. 50,23 Wie ist der (a) Hammer der ganzen Welt zerbrochen und zerschlagen! Wie
ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter allen Völkern! 50,24 Ich habe dir Fallen gestellt, Babel, und du hast dich darin gefangen,
ehe du dich's versahst; du bist getroffen und ergriffen, denn du hast den
HERRN herausgefordert. 50,25 Der HERR hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines Zorns
hervorgeholt; denn Gott, der HERR Zebaoth, hat etwas auszurichten in der
Chaldäer Lande. 50,26 Kommt her gegen dies Land von allen Enden, öffnet seine Kornhäuser,
werft alles auf einen Haufen und vollzieht den Bann an ihm, daß nichts
übrigbleibe! 50,27 Tötet alle seine Stiere, führt sie hinab zur Schlachtbank! Weh ihnen,
denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung! 50,28 Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer, die entronnen sind aus
dem Lande Babel, daß sie verkünden zu Zion die Vergeltung des HERRN,
unseres Gottes, die Vergeltung für seinen Tempel.
50,29 Rufet viele wider Babel, belagert es ringsum, all ihr Bogenschützen,
und laßt keinen davonkommen! (a) Vergeltet Babel, wie es verdient hat; wie
es getan hat, so tut ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt wider den
HERRN, den Heiligen Israels. 50,30 Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen Gassen, und alle
seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht der HERR. 50,31 Siehe, du Stolzer, ich will an dich, spricht Gott, der HERR Zebaoth;
denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung. 50,32 Da soll der Stolze stürzen und fallen, daß ihn niemand aufrichte. Ich
will an seine Städte Feuer legen; das soll alles, was ringsumher ist,
verzehren.
50,33 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, die Leute von Israel samt den
Leuten von Juda müssen Gewalt und Unrecht leiden; alle, die sie gefangen
weggeführt haben, halten sie fest und wollen sie nicht loslassen. 50,34 Aber ihr Erlöser ist stark, der heißt HERR Zebaoth; der wird ihre Sache
so hinausführen, daß er das Land erbeben und die Einwohner von Babel
erzittern läßt.
50,35 Das Schwert soll kommen, spricht der HERR, über die Chaldäer und über
die Einwohner von Babel und über ihre Fürsten und über ihre Weisen! 50,36 Das Schwert soll kommen über ihre Wahrsager, daß sie zu Narren werden;
das Schwert soll kommen über ihre Starken, daß sie verzagen! 50,37 Das Schwert soll kommen über ihre Rosse und Wagen und über alles fremde
Volk, das darin ist, daß sie (a) zu Weibern werden! Das Schwert soll kommen
über ihre Schätze, daß sie geplündert werden! 50,38 Dürre soll kommen über ihre Wasser, daß sie versiegen! Denn es ist ein
Götzenland, und an ihren schrecklichen Götzen sind sie toll geworden. 50,39 Darum sollen Wüstentiere und wilde Hunde darin wohnen und die Strauße,
und es soll nie mehr bewohnt werden und niemand darin hausen für und für. 50,40 Gleichwie Gott Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört hat,
spricht der HERR, soll niemand darin wohnen noch ein Mensch darin
hausen.(a) (b)
50,41 Siehe, es kommt ein Volk (a) von Norden her; viele Völker und viele
Könige werden vom Ende der Erde sich aufmachen. 50,42 Die haben Bogen und Speer; sie sind grausam und unbarmherzig; ihr
Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie reiten auf Rossen, gerüstet
als Kriegsleute gegen dich, du Tochter Babel.(a) 50,43 Wenn der König von Babel die Kunde von ihnen hören wird, so werden ihm
die Hände niedersinken; ihm wird so angst und bange werden wie einer Frau
in Kindsnöten.
50,44 a Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in
die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt
ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und
wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?
50,45 So hört nun den Ratschluß des HERRN, den er über Babel gefaßt hat, und
seine Gedanken, die er hat über die Einwohner im Lande der Chaldäer! Was
gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe,
werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden? 50,46 Und die Erde wird beben von dem Ruf: Babel ist genommen!, und sein
Wehgeschrei wird unter den Völkern erschallen.
51. Kapitel
Weitere Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung Israels
51,1 So spricht der HERR: Siehe, ich will einen Verderben bringenden Wind
erwecken wider Babel und wider seine Bewohner, die sich gegen mich erhoben
haben.
51,2 Ich will
(a) Worfler nach Babel schicken, die sie worfeln sollen und ihr
Land ausfegen, die von allen Seiten über sie kommen werden am Tage des
Unheils.
51,3 Ihre Schützen sollen nicht schießen, und ihre Geharnischten sollen sich
nicht wehren können. Verschont nicht ihre junge Mannschaft, vollstreckt
den Bann an ihrem ganzen Heer,
51,4 daß die Erschlagenen daliegen im Lande der Chaldäer und die Erstochenen
auf ihren Gassen!
51,5 Aber Israel und Juda sollen nicht
(a) Witwen werden, verlassen von ihrem
Gott, dem HERRN Zebaoth; denn das Land der Chaldäer hat sich sehr
verschuldet
(b) am Heiligen Israels.
51,6 (a) (b) Fliehet aus Babel, und rette ein jeder sein Leben, daß ihr nicht
untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist für den HERRN die Zeit der
Rache, um ihm seine Taten zu vergelten.
51,7 Ein (a) goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in
der Hand des HERRN. (b) (c) Alle Völker haben von seinem Wein getrunken; darum
sind die Völker so toll geworden. 51,8 Wie plötzlich ist (a) Babel gefallen und zerschmettert! Heulet über Babel,
bringt Balsam für seine Wunden, ob es vielleicht geheilt werden könnte. 51,9 Wir wollten Babel heilen; aber es wollte nicht geheilt werden. So laßt
es fahren und laßt uns ein jeder in sein Land ziehen! Denn seine Strafe
reicht bis an den Himmel und langt hinauf bis an die Wolken. 51,10 Der HERR hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht. Kommt, laßt uns
in Zion erzählen die Werke des HERRN, unseres Gottes!
51,11 Ja, schärft nun die Pfeile und ergreift die Schilde! (a) Der HERR hat
den Mut der Könige von Medien erweckt; denn seine Gedanken stehen wider
Babel, daß er es verderbe. Denn dies ist die (b) Vergeltung des HERRN, die
Vergeltung für seinen Tempel. 51,12 Ja, erhebt nun das Banner gegen die Mauern von Babel, macht stark die
Wachen, bestellt Wächter, legt einen Hinterhalt! Denn der HERR hat sich's
vorgenommen und wird's auch tun, was er gegen die Einwohner von Babel
geredet hat.
51,13 Die du (a) an großen Wassern wohnst und große Schätze hast, dein Ende
ist gekommen, dein Lebensfaden wird abgeschnitten! 51,14 Der HERR Zebaoth hat bei sich geschworen: Wenn ich dich auch gefüllt
habe mit Menschen wie mit Heuschrecken, so wird man doch über dich
anstimmen den Ruf des Keltertreters.
51,15 a Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis durch
seine Weisheit bereitet und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand. 51,16 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel. (a) Er läßt die
Wolken heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet,
und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern. 51,17 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede
stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben
kein Leben. 51,18 Sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn sie
heimgesucht werden. 51,19 Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist, sondern er ist's, der
alle Dinge schafft, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR Zebaoth.
51,20 Du, Babel, warst (a) mein Hammer, meine Kriegswaffe; durch dich habe ich
Völker zerschmettert und Königreiche zerstört. 51,21 Durch dich habe ich Rosse und Reiter zerschmettert, Wagen und Fahrer. 51,22 Durch dich habe ich Männer und Frauen zerschmettert, Alte und Junge,
Jünglinge und Jungfrauen. 51,23 Durch dich habe ich Hirten und Herden zerschmettert, Bauern und
Gespanne und Fürsten und Herren. 51,24 Aber nun will ich (a) Babel und allen (b) Bewohnern von Chaldäa vergelten
alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor euren Augen,
spricht der HERR. 51,25 Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du Verderben
gebracht hast über alle Welt, spricht der HERR. Ich will meine Hand wider
dich ausstrecken und dich von den Felsen herabwälzen und will einen
verbrannten Berg aus dir machen, 51,26 daß man weder Ecksteine noch Grundsteine aus dir nehmen kann, sondern
eine ewige Wüste sollst du sein, spricht der HERR.
51,27 Richtet auf das Banner auf Erden, blast die Posaune unter den Völkern!
(a) Heiligt die Völker zum Kampf gegen die Stadt Babel! Ruft wider sie die
Königreiche Ararat, Minni und (b) Aschkenas! Sammelt Kriegsleute gegen sie,
bringet Rosse herauf, zahlreich wie Heuschrecken! 51,28 Heiligt die Völker zum Kampf gegen sie, die Könige von Medien samt
allen ihren Fürsten und Herren und das ganze Land ihrer Herrschaft, 51,29 daß das Land erbebt und erzittert; denn die Gedanken des HERRN wollen
erfüllt werden wider Babel, daß er das Land Babel zur Wüste mache, in der
niemand wohnt.
51,30 Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern in der
Festung bleiben. Mit ihrer Stärke ist's aus, (a) sie sind Weiber geworden;
ihre Wohnungen sind in Brand gesteckt und ihre Riegel zerbrochen. 51,31 Ein Läufer begegnet dem andern und ein Bote dem andern, um dem König
von Babel anzusagen, daß seine Stadt genommen sei an allen Enden 51,32 und die Furten besetzt seien und die Bollwerke verbrannt und die
Kriegsleute verzagt. 51,33 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Die Tochter Babel
ist wie eine Tenne, wenn man sie feststampft; es wird ihre Ernte gar bald
kommen.
.«51,34 Nebukadnezar, der König von Babel, hat mich gefressen und umgebracht,
er hat aus mir ein leeres Gefäß gemacht. Er hat mich verschlungen wie ein
Drache, er hat seinen Bauch gefüllt mit meinen Kostbarkeiten; er hat mich
vertrieben. 51,35 Nun aber komme über Babel der Frevel, der an mir begangen ist und an
meinem Fleische», spricht die Einwohnerin von Zion, «und mein Blut komme
über die Bewohner von Chaldäa», spricht Jerusalem. 51,36 Darum spricht der HERR: Siehe, ich will deine Sache führen und dich
rächen. Ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen. 51,37 Und Babel soll zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden, (a)
zum Bild des Entsetzens und zum Spott, daß niemand darin wohne. 51,38 Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und knurren wie die jungen
Löwen. 51,39 Wenn sie vor Gier brennen, will ich ihnen ein Mahl zurichten und will
sie trunken machen, daß sie matt werden und zum ewigen Schlaf einschlafen,
von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht der HERR. 51,40 Ich will sie hinabführen wie Lämmer zur Schlachtbank, wie Widder und
Böcke.
51,41 Wie ist (a) Scheschach gefallen und die in aller Welt Berühmte
eingenommen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter den
Heiden! 51,42 Ein Meer ist über Babel gegangen, und mit der Menge seiner Wellen ist
es bedeckt. 51,43 Seine Städte sind zur Wüste und zu einem dürren, öden Lande geworden,
zum Lande, darin niemand wohnt und das kein Mensch durchzieht. 51,44 Ja, ich habe den (a) (b) Bel zu Babel heimgesucht und habe aus seinem Rachen
gerissen, was er verschlungen hatte. Und die Heiden sollen nicht mehr zu
ihm laufen; denn es sind auch die Mauern von Babel zerfallen.
51,45 Zieh aus von dort, mein Volk, und rette ein jeder sein Leben vor dem
grimmigen Zorn des HERRN! 51,46 Euer Herz könnte sonst weich werden und verzagen vor den Gerüchten, die
man im Lande hören wird. Denn es wird in diesem Jahr ein Gerücht umgehen
und danach im nächsten Jahr wieder ein Gerücht, und Gewalt wird im Lande
sein und ein Herrscher wider den andern. 51,47 Darum siehe, es kommt die Zeit, daß ich die Götzen zu Babel heimsuchen
will und sein ganzes Land zuschanden werden soll und seine Erschlagenen
darin liegen werden. 51,48 (a) Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden jauchzen über
Babel, weil seine Verwüster von Norden gekommen sind, spricht der HERR. 51,49 Und Babel muß fallen für die Erschlagenen Israels, wie für Babel
gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.
51,50 So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und haltet euch
nicht auf! Gedenkt des HERRN in fernem Lande und (a) laßt euch Jerusalem im
Herzen sein! 51,51 Wir waren zuschanden geworden, weil wir die Schmach hören mußten und
Scham unser Angesicht bedeckte, weil die Fremden über das Heiligtum des
Hauses des HERRN kamen. 51,52 Darum siehe, die Zeit kommt, spricht der HERR, daß ich die Götzen
Babels heimsuchen will, und im ganzen Lande sollen die tödlich Verwundeten
stöhnen. 51,53 Und wenn (a) (b) Babel zum Himmel emporstiege und seine Mauern unersteigbar
hoch machte, so sollen doch Verwüster von mir über sie kommen, spricht der
HERR.
51,54 Man hört ein Geschrei aus Babel und einen großen Jammer aus der
Chaldäer Lande; 51,55 denn der HERR verwüstet Babel und vertilgt aus ihm das große Getümmel.
Wellen brausen heran wie große Wasser, es erschallt ihr lautes Tosen; 51,56 denn es ist über Babel der Verwüster gekommen. Seine Helden werden
gefangen, seine Bogen werden zerbrochen; denn (a) der Gott der Vergeltung,
der HERR, zahlt es ihnen heim. 51,57 Ich will seine Fürsten, Weisen, Herren und Hauptleute und seine Krieger
trunken machen, daß sie zu ewigem Schlaf einschlafen sollen, von dem sie
nie mehr aufwachen, spricht der König, der da heißt HERR Zebaoth.
51,58 So spricht der HERR Zebaoth: Die Mauern des großen Babel sollen
geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden, daß die Arbeit
der Heiden umsonst sei und (a) dem Feuer verfalle, was die Völker mit Mühe
erbaut haben.
51,59 Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia befahl Seraja, dem Sohn (a)
Nerijas, des Sohnes Machsejas, als er mit Zedekia, dem König von Juda,
nach Babel zog im vierten Jahr seiner Herrschaft. Und Seraja war der
Marschall für die Reise. 51,60 Und Jeremia (a) schrieb all das Unheil, das über Babel kommen sollte, in
ein Buch, nämlich alle diese Worte, die wider Babel geschrieben sind. 51,61 Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so schaue zu
und lies laut alle diese Worte 51,62 und sprich: HERR, du hast geredet gegen diese Stätte, daß du sie
ausrotten willst, so daß niemand darin wohne, weder Mensch noch Vieh,
sondern daß sie immerdar wüst sei. 51,63 (a) Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein daran und
wirf's in den Euphrat 51,64 und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder aufkommen von dem
Unheil, das ich über sie bringen will, sondern soll vergehen.
.So weit hat Jeremia geredet.
52. Kapitel
Nochmaliger Bericht von der Zerstörung Jerusalems und der Wegführung in
die Gefangenschaft
(vgl. Kap 39,1-10; 2. Kön 24,18 - 25,21; 2. Chr 36,11-21)
52,1 Zedekia war einundzwanzig Jahre alt, als er König wurde; und er
regierte elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal, eine Tochter
Jeremias aus Libna.
52,2 Und er tat, was dem HERRN mißfiel, gleichwie Jojakim getan hatte.
52,3 Denn so geschah es mit Jerusalem und Juda um des Zornes des HERRN
willen, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. Zedekia fiel ab vom
König von Babel.
52,4 Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tage des zehnten Monats,
kam Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer vor
Jerusalem, und sie belagerten es und machten Bollwerke ringsumher.
52,5 Und die Stadt blieb belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekia.
52,6 Aber am neunten Tage des vierten Monats nahm der Hunger überhand in der
Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts mehr zu essen.
52,7 Da brach man in die Stadt, und alle Kriegsleute wandten sich zur Flucht
und zogen zur Stadt hinaus bei Nacht durch das Tor zwischen den zwei
Mauern auf dem Wege, der zum Garten des Königs geht. Aber die Chaldäer
lagen rings um die Stadt her. Und als sie den Weg zum Jordantal nahmen,
52,8 jagte das Heer der Chaldäer dem König nach, und sie holten Zedekia ein
im Jordantal von Jericho. Da zerstreute sich sein ganzes Heer.
52,9 Und sie nahmen den König gefangen und brachten ihn hinauf zum König von
Babel nach Ribla, das im Lande Hamat liegt; der sprach das Urteil über
ihn.
52,10 Allda ließ der König von Babel die Söhne Zedekias vor dessen Augen
töten und tötete auch alle Oberen von Juda in Ribla.
52,11 Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen. So
(a) führte ihn der König von Babel nach Babel und legte ihn ins Gefängnis,
bis er starb.
52,12 Am zehnten Tage des fünften Monats, das ist das neunzehnte Jahr
Nebukadnezars, des Königs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste der
Leibwache, der stets um den König von Babel war, nach Jerusalem 52,13 und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und alle
Häuser von Jerusalem; alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer. 52,14 Und das ganze Heer der Chaldäer, das bei dem Obersten der Leibwache
war, riß alle Mauern Jerusalems ringsumher nieder. 52,15 Aber das niedere Volk und was vom Volk noch übrig war in der Stadt und
die zum König von Babel abgefallen waren und was übriggeblieben war von
den Werkleuten, führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, gefangen
weg. 52,16 Vom niederen Volk auf dem Lande ließ Nebusaradan, der Oberste der
Leibwache, Weingärtner und Ackerleute zurück.
52,17 Aber die kupfernen Säulen am Hause des HERRN und die Gestelle und das
kupferne Meer am Hause des HERRN zerbrachen die Chaldäer und brachten
alles Kupfer nach Babel.(a) 52,18 Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Becken, Schalen und alle kupfernen
Gefäße, die man im Gottesdienst zu gebrauchen pflegte, nahmen sie weg. 52,19 (a) Dazu nahm der Oberste der Leibwache, was golden und silbern war an
Bechern, Räuchergefäßen, Becken, Töpfen, Leuchtern, Löffeln und Schalen. 52,20 Die zwei Säulen, das Meer, die zwölf kupfernen Rinder darunter und die
Gestelle, welche der König Salomo hatte machen lassen für das Haus des
HERRN - das Kupfer aller dieser Geräte war unermeßlich viel. 52,21 Von den zwei Säulen aber war jede achtzehn Ellen hoch; eine Schnur,
zwölf Ellen lang, reichte um sie herum; jede Säule war vier Finger dick
und inwendig hohl. 52,22 Auf jeder stand ein kupferner Knauf, fünf Ellen hoch, und ein
Gitterwerk und Granatäpfel waren an jedem Knauf ringsumher, alles aus
Kupfer; und eine Säule war wie die andere, die Granatäpfel auch. 52,23 Es waren sechsundneunzig Granatäpfel daran; im ganzen waren es hundert
Granatäpfel rings um das Gitterwerk herum.
52,24 Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten Priester Seraja und
den zweitobersten Priester Zefanja und die drei Hüter der Schwelle 52,25 und aus der Stadt einen Kämmerer, der über die Kriegsleute gesetzt war,
und sieben Männer, welche stets um den König sein mußten, die man in der
Stadt fand, dazu den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Volk des Landes
zum Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die man in der
Stadt fand; 52,26 diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie zum
König von Babel nach Ribla. 52,27 Und der König von Babel schlug sie tot zu Ribla, das im Lande Hamat
liegt. So wurde Juda aus seinem Lande weggeführt.
52,28 Dies ist das Volk, das Nebukadnezar weggeführt hat: im siebenten Jahr
3023 Judäer; 52,29 im achtzehnten Jahr aber des Nebukadnezar 832 Leute aus Jerusalem; 52,30 und im dreiundzwanzigsten Jahr des Nebukadnezar führte Nebusaradan, der
Oberste der Leibwache, 745 Leute aus Juda weg. Alle zusammen sind 4600.
Begnadigung des Königs Jojachin
(vgl. 2. Kön 25,27-30)
52,31 Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von
Juda, weggeführt war, am fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats ließ
Evil- Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, Jojachin,
den König von Juda, aus dem Kerker holen
52,32 und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze der
Könige, die bei ihm in Babel waren.
52,33 Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß bei dem
König sein Leben lang.
52,34 Und ihm wurde stets sein Unterhalt vom König von Babel gegeben, wie es
für ihn verordnet war, sein ganzes Leben lang bis an sein Ende.