DIE PSALME (DER PSALTER)
1. Kapitel
ERSTES BUCH
Der Weg des Frommen - der Weg des Gottlosen
1,1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg
der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
(a) (b) (c) (d) 1,2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und
(a) (b) sinnt über seinem Gesetz Tag
und Nacht!
1,3 Der ist (a) (b) wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht
bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er
macht, das gerät wohl.
1,4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind
verstreut. 1,5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gerichtnoch die Sünder in der
Gemeinde der Gerechten. 1,6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg
vergeht.
2. Kapitel
Gottes Sieg und die Herrschaft seines Sohnes
2,1 (a) Warum toben die Heiden und
(b) murren die Völker so vergeblich?
2,2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren halten Rat
miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten: «
2,3 Lasset uns
(a) zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!»
2,4 Aber (a) der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. 2,5 Einst wird er mit ihnen reden in seinem (a) (b) Zorn, und mit seinem Grimm
wird er sie schrecken: «2,6 Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem (a) heiligen Berg
Zion.» 2,7 Kundtun will ich den Ratschluß des HERRN. Er hat zu mir gesagt: (a) (b) (c) (d) (e) «Du
bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. 2,8 Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden
zum Eigentum.(a) (b) 2,9 Du sollst sie mit einem (a) (b) (c) eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst
du sie zerschmeißen. »
2,10 So seid nun verständig, ihr Könige, und laßt euch warnen, ihr Richter
auf Erden! 2,11 Dienet dem HERRN mit Furcht und küßt seine Füße mit Zittern,(a) (b) 2,12 daß er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege; denn sein Zorn wird
bald entbrennen. Wohl allen, die auf ihn trauen!
3. Kapitel
Morgenlied in böser Zeit
3,1 EIN PSALM DAVIDS, aALS ER VOR SEINEM SOHN ABSALOM FLOH.
3,2 Ach HERR, wie sind meiner Feinde so viel und erheben sich so viele
gegen mich!
3,3 Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. SELA.
3,4 Aber du, HERR, bist
(a) der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst
mein Haupt empor.
3,5 Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN, so erhört er mich von seinem
heiligen Berge. SELA. 3,6 Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR hält mich.(a) 3,7 Ich (a) fürchte mich nicht vor vielen Tausenden, die sich ringsum wider
mich legen.
3,8 aAuf, HERR, und hilf mir, mein Gott! Denn du schlägst alle meine Feinde
auf die Backe und zerschmetterst der Gottlosen Zähne. 3,9 Bei dem HERRN findet man Hilfe.Dein Segen komme über dein Volk! SELA.
4. Kapitel
Ein Abendgebet
4,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.
4,2 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich
tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
4,3 Ihr Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr
das Eitle so lieb und die Lüge so gern! SELA.
4,4 Erkennet doch, daß der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR
hört, wenn ich ihn anrufe.
4,5 (a) Zürnet ihr, so sündiget nicht; redet in eurem Herzen auf eurem Lager
und seid stille. SELA.
4,6 (a) (b) Opfert, was recht ist, und hoffet auf den HERRN.
4,7 Viele sagen: «Wer wird uns Gutes sehen lassen?» HERR,
(a) laß leuchten
über uns das Licht deines Antlitzes!
4,8 Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben.
4,9 Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst
mir, daß ich sicher wohne.
(a)
5. Kapitel
Gebet um Leitung und Bewahrung
5,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, ZUM FLÖTENSPIEL.
5,2 HERR, höre meine Worte, merke auf mein Reden!
5,3 Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will zu dir
beten.
5,4 HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir
wenden und aufmerken.
5,5 Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist,
bleibt nicht vor dir.
5,6 Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen
Übeltätern.
5,7 Du bringst die Lügner um; dem HERRN sind ein Greuel die Blutgierigen
und Falschen.
5,8 Ich aber
(a) darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten
vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
5,9 HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne
vor mir deinen Weg! 5,10 Denn in ihrem Munde ist nichts Verläßliches;ihr Inneres ist Bosheit. (a)
Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie. 5,11 Sprich sie schuldig, Gott, daß sie zu Fall kommen durch ihre Ränke.
Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie sind
widerspenstig gegen dich. 5,12 Laß sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich laß sie rühmen,
denn du beschirmest sie. Fröhlich laß sein in dir, die deinen Namen
lieben! 5,13 Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit
einem Schilde.
6. Kapitel
Bußgebet in Anfechtung (Der erste Bußpsalm)
6,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL AUF ACHT SAITEN.
6,2 Ach HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und
(a) züchtige mich nicht in
deinem Grimm!
6,3 HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR, denn
meine Gebeine sind erschrocken
6,4 und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach du, HERR, wie lange!
6,5 Wende dich, HERR, und errette mich, hilf mir um deiner Güte willen! 6,6 Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; (a) (b) (c) (d) wer wird dir bei den Toten
danken? 6,7 Ich bin so müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht und
netze mit meinen Tränen mein Lager. 6,8 Mein Auge ist trübe geworden vor Gram und matt, weil meiner Bedränger
so viele sind.
6,9 Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HERR hört mein Weinen. 6,10 Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an. 6,11 Es sollen alle meine Feinde zuschanden werden und sehr erschrecken;
sie sollen umkehren und zuschanden werden plötzlich.
7. Kapitel
Gebet eines unschuldig Verfolgten
7,1 EIN KLAGELIED DAVIDS, DAS ER DEM HERRN SANG WEGEN DER WORTE DES KUSCH,
DES BENJAMINITERS.
7,2 Auf dich, HERR, mein Gott, traue ich! Hilf mir von allen meinen
Verfolgern und errette mich,
7,3 daß sie nicht wie Löwen mich packen und zerreißen, weil kein Retter da
ist.
7,4 HERR, mein Gott, hab ich solches getan und ist (a) Unrecht an meinen
Händen, 7,5 hab ich Böses vergolten denen, die friedlich mit mir lebten, oder
geschädigt, die mir ohne Ursache feind waren, 7,6 so verfolge mich der Feind und ergreife mich und trete mein Leben zu
Boden und lege meine Ehre in den Staub. SELA. 7,7 Steh auf, HERR, in deinem Zorn, erhebe dich wider den Grimm meiner
Feinde! Wache auf, mir zu helfen,der du Gericht verordnet hast, 7,8 so werden die Völker sich um dich sammeln; du aber throne über ihnen in
der Höhe!
7,9 Der HERR ist Richter über die Völker. Schaffe mir Recht, HERR, nach (a)
meiner Gerechtigkeit und Unschuld! 7,10 (a) Laß der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen, aber die Gerechten laß
bestehen; denn (b) (c) (d) du, gerechter Gott,prüfest Herzen und Nieren. 7,11 Gott ist der Schild über mir, er, der den frommen Herzen hilft. 7,12 Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich strafen
kann.
7,13 Wahrlich, wieder hat einer sein (a) Schwert gewetzt und seinen Bogen
gespannt und zielt. 7,14 Doch sich selber hat er tödliche Waffen gerüstet und feurige Pfeile
bereitet. 7,15 Siehe, er hat Böses im Sinn, mit Unrecht ist er schwanger und wird
Lüge gebären. 7,16 Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt - und ist in die Grube
gefallen, die er gemacht hat.(a) 7,17 Sein Unrecht wird auf seinen Kopf kommen und sein Frevel auf seinen
Scheitel fallen.
7,18 Ich danke dem HERRN um seiner Gerechtigkeit willen und will loben den
Namen des HERRN, des Allerhöchsten.
8. Kapitel
Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Menschen
8,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT.
8,2 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist
(a) dein Name in allen Landen,
der du zeigst deine Hoheit am Himmel!
8,3 aAus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht
zugerichtet um deiner Feinde willen, daß du vertilgest den Feind und den
Rachgierigen.
8,4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,den Mond und die Sterne,
die du bereitet hast:
8,5 (a) was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind,
daß du dich seiner annimmst?
8,6 Du hast ihn
(a) wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und
Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
8,7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk,
(a) alles hast du
unter seine Füße getan:
8,8 Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
8,9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die
Meere durchzieht.
8,10 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
9. Kapitel
Danklied für Rettung aus Bedrängnis
9,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «SCHÖNE JUGEND».
9,2 Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und
(a) erzähle alle deine Wunder.
9,3 Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du
Allerhöchster,
9,4 daß meine Feinde zurückweichen mußten; sie sind gestürzt und umgekommen
vor dir.
9,5 Denn du führst mein Recht und meine Sache, du sitzest auf dem Thron,
ein rechter Richter. 9,6 Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um; ihren Namen
vertilgst du auf immer und ewig. 9,7 Der Feind ist vernichtet, zertrümmert für immer, die Städte hast du
zerstört; (a) jedes Gedenken an sie ist vergangen.
9,8 Der HERR aber bleibt ewiglich; er hat seinen Thron bereitet zum
Gericht, 9,9 er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker regieren,
wie es recht ist. 9,10 Der HERR ist des Armen Schutz,ein Schutz in Zeiten der Not. 9,11 Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest
nicht, die dich, HERR, suchen. 9,12 Lobet den HERRN, der zu Zion wohnt; verkündigt unter den Völkern sein
Tun! 9,13 Denn der nach (a) (b) Blutschuld fragt, (c) (d) gedenkt der Elenden und vergißt
nicht ihr Schreien.
9,14 HERR, sei mir gnädig; sieh an mein Elend unter meinen Feinden, der du
mich erhebst aus den Toren des Todes, 9,15 daß ich (a) erzähle all deinen Ruhm, in den Toren der Tochter Zion (b)
fröhlich sei über deine Hilfe. 9,16 Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie gegraben, ihr Fuß ist
gefangen im Netz, das sie gestellt hatten. 9,17 Der HERR hat sich kundgetan und Gericht gehalten. Der Gottlose ist
verstrickt in dem Werk seiner Hände. ZWISCHENSPIEL. SELA.
9,18 Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren, alle Heiden, die Gott
vergessen! 9,19 Denn er (a) wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der
(b) Elenden wird nicht ewig verloren sein. 9,20 (a) HERR, steh auf, daß nicht Menschen die Oberhand gewinnen; laß alle
Heiden vor dir gerichtet werden! 9,21 Lege, HERR, einen Schrecken auf sie, daß die Heiden erkennen, daß sie
Menschen sind. SELA.
10. Kapitel
Klage und Zuversicht beim Übermut der Gottlosen
10,1 HERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?
10,2 Weil der Gottlose Übermut treibt, müssen die Elenden leiden; sie werden
gefangen in den Ränken, die er ersann.
10,3 Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und der Habgierige sagt
dem HERRN ab und lästert ihn.
10,4 Der Gottlose meint in seinem Stolz, Gott frage nicht danach. «Es ist
kein Gott» sind alle seine Gedanken.
10,5 Er fährt fort in seinem Tun immerdar.
(a) Deine Gerichte sind ferne von
ihm, er handelt gewaltsam an allen seinen Feinden.
10,6 Er spricht in seinem Herzen: «Ich werde nimmermehr wanken, es wird für
und für keine Not haben. »a
10,7 Sein
(a) Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug; seine Zunge richtet
Mühsal und Unheil an.
10,8 Er sitzt und lauert in den Höfen, er mordet die Unschuldigen heimlich,
seine Augen spähen nach den Armen.
10,9 Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht, er lauert, daß er den
Elenden fange; er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz.
10,10 Er duckt sich, kauert nieder, und durch seine Gewalt fallen die
Unglücklichen.
10,11 Er spricht in seinem Herzen: «Gott hat's vergessen, er hat sein
Antlitz verborgen,
(a) (b) (c) er wird's nimmermehr sehen. »
10,12 a Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiß die Elenden nicht! 10,13 Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: «Du
fragst doch nicht danach?» 10,14 Du siehst es doch, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht
in deinen Händen. Die Armen befehlen es dir; (a) (b) du bist der Waisen Helfer. 10,15 (a) Zerbrich den Arm des Gottlosen und Bösen und suche seine Bosheit
heim, daß man nichts mehr davon finde.
10,16 Der HERR ist König immer und ewig; die Heiden sollen aus seinem Lande
verschwinden. 10,17 Das Verlangen der (a) Elenden hörst du, HERR; du machst ihr Herz gewiß,
dein Ohr merkt darauf, 10,18 daß du Recht schaffest den Waisen und Armen,daß der Mensch nicht mehr
trotze auf Erden.
11. Kapitel
Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit
11,1 VON DAVID, VORZUSINGEN. Ich traue auf den HERRN. Wie sagt ihr denn zu
mir: «Flieh wie ein Vogel auf die Berge!
11,2 Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf
die Sehnen, damit heimlich zu schießen auf die Frommen.
11,3 Ja, sie reißen die Grundfesten um; was kann da der Gerechte
ausrichten?»
11,4 a Der HERR ist in seinem heiligen Tempel, (a) des HERRN Thron ist im
Himmel. (b) Seine Augen sehen herab, seine Blicke prüfen die
Menschenkinder. 11,5 Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen; wer Unrecht liebt, den
haßt seine Seele. 11,6 Er wird (a) regnen lassen über die Gottlosen Feuer und Schwefel und
Glutwind ihnen zum Lohne geben.
11,7 Denn der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb. (a) Die Frommen
werden schauen sein Angesicht.
12. Kapitel
12,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, AUF ACHT SAITEN.
12,2 Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, und gläubig sind wenige
unter den Menschenkindern.
12,3 Einer redet mit dem andern Lug und Trug, sie heucheln und reden aus
zwiespältigem Herzen.
12,4 Der HERR wolle ausrotten alle Heucheleiund die Zunge, die hoffärtig
redet, 12,5 die da sagen: (a) «Durch unsere Zunge sind wir mächtig, uns gebührt zu
reden! (b) Wer ist unser Herr?»
.«12,6 Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt
aufstehen», spricht der HERR, «ich will Hilfe schaffen dem, der sich
danach sehnt. »
12,7 Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen,
geläutert siebenmal. 12,8 Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht
ewiglich! 12,9 Denn Gottlose gehen allenthalben einher, weil Gemeinheit herrscht unter
den Menschenkindern.
13. Kapitel
Hilferuf eines Angefochtenen
13,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
13,2 HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst
du dein Antlitz vor mir?a
13,3 Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängsten in meinem
Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?
13,4 Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott! Erleuchte meine Augen,
daß ich nicht im Tode entschlafe, 13,5 daß nicht mein Feind sich rühme, er sei meiner mächtig geworden, und
meine Widersacher sich freuen, daß ich wanke.
13,6 Ich aber traue darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freut sich, daß
du so gerne hilfst. Ich will dem HERRN singen, daß er so wohl an mir
tut.
14. Kapitel
Die Torheit der Gottlosen
(vgl. Ps 53)
14,1 VON DAVID, VORZUSINGEN. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: «Es ist
kein Gott. » Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Greuel; da ist
keiner, der Gutes tut.
14,2 Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, daß er sehe, ob
jemand klug sei und nach Gott frage.
14,3 Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner,
der Gutes tut, auch nicht einer.
(a) (b) 14,4 Will denn das keiner der Übeltäter begreifen, die (a) mein Volk fressen,
daß sie sich nähren, aber den HERRN rufen sie nicht an? 14,5 Da erschrecken sie sehr; denn Gott ist bei dem Geschlecht der
Gerechten. 14,6 Euer Anschlag wider den Armen wird zuschanden werden; denn der HERR ist
seine Zuversicht.(a)
14,7 Ach daß die Hilfe aus Zion über Israel käme und (a) der HERR sein
gefangenes Volk erlöste!So würde Jakob fröhlich sein und Israel sich
freuen.
15. Kapitel
15,1 EIN PSALM DAVIDS. HERR,
(a) wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf
wohnen auf deinem heiligen Berge?
15,2 Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, und die Wahrheit redet von
Herzen, 15,3 wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, wer seinem Nächsten nichts Arges
tut und seinen Nachbarn nicht schmäht; 15,4 wer die Verworfenen für nichts achtet, aber ehrt die Gottesfürchtigen;
wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet; 15,5 wer (a) (b) sein Geld nicht auf Zinsen gibt und nimmt nicht Geschenke wider
den Unschuldigen.
.Wer das tut, wird nimmermehr wanken.
16. Kapitel
Das schöne Erbteil
16,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS. Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf
dich.
16,2 Ich habe gesagt zu dem HERRN: Du bist ja der Herr!
(a) Ich weiß von
keinem Gut außer dir.
16,3 An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen hab ich all mein
Gefallen.
16,4 Aber jene, die einem andern nachlaufen, werden viel Herzeleid haben.
Ich will das Blut ihrer Trankopfer nicht opfern noch ihren Namen in
meinem Munde führen.
16,5 Der HERR ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mir mein Erbteil.(a) (b) (c) 16,6 Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land;mir ist ein schönes Erbteil
geworden. 16,7 Ich lobe den HERRN, der mich beraten hat;auch mahnt mich mein Herz des
Nachts. 16,8 Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so
werde ich fest bleiben. 16,9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein
Leib wird sicher liegen. 16,10 Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassenund nicht zugeben, daß dein
Heiliger die Grube sehe.* *Luther übersetzte: «daß dein Heiliger verwese»
im Anschluß an die griechische Übersetzung des Alten Testaments und Apg
2,27 und 13,35. 16,11 Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und
Wonne zu deiner Rechten ewiglich.
17. Kapitel
Hilferuf eines Unschuldigen
17,1 EIN GEBET DAVIDS. HERR, höre die gerechte Sache, merk auf mein
Schreien, vernimm mein Gebet von Lippen, die nicht trügen.
17,2 (a) Sprich du in meiner Sache; deine Augen sehen, was recht ist.
17,3 Du
(a) prüfst mein Herz und suchst es heim bei Nacht; du läuterst mich
und findest nichts. Ich habe mir vorgenommen, daß mein Mund sich nicht
vergehe.
17,4 Im Treiben der Menschen bewahre ich mich vor gewaltsamen Wegen durch
das Wort deiner Lippen.
17,5 Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen, daß meine Tritte nicht gleiten.
17,6 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören; neige deine Ohren
zu mir, höre meine Rede! 17,7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen
gegenüber denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben. 17,8 Behüte mich (a) wie einen Augapfel im Auge,beschirme mich (b) (c) (d) unter dem
Schatten deiner Flügel 17,9 vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, vor meinen Feinden, die mir
von allen Seiten nach dem Leben trachten. 17,10 Ihr Herz haben sie verschlossen, mit ihrem Munde reden sie stolz. 17,11 Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns;ihre Augen richten sie darauf,
daß sie uns zu Boden stürzen, 17,12 gleichwie ein Löwe, der nach Raub lechzt, wie ein junger Löwe, der im
Versteck sitzt.
17,13 a HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn! Errette
mich vor dem Gottlosen mit deinem Schwert, 17,14 vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand, vor den Leuten dieser Welt, die
ihr Teil haben schon im Leben, denen du den Bauch füllst mit deinen
Gütern, deren Söhne auch noch satt werden und ihren Kindern ein Übriges
hinterlassen.
17,15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt
werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.
18. Kapitel
Dank des Königs für Rettung und Sieg
(vgl. 2. Sam 22)
18,1 VON DAVID, DEM KNECHT DES HERRN, DER ZUM HERRN DIE WORTE DIESES LIEDES
REDETE, ALS IHN DER HERR ERRETTET HATTE VON DER HAND ALLER SEINER FEINDE
UND VON DER HAND SAULS; VORZUSINGEN.
18,2 Und er sprach: Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke!
18,3 HERR, mein
(a) Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf
den ich traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz!
18,4 Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten, so werde ich vor meinen
Feinden errettet.
18,5 a Es umfingen mich des Todes Bande, und die Fluten des Verderbens
erschreckten mich. 18,6 Des Totenreichs Bande umfingen mich, und des Todes Stricke
überwältigten mich. 18,7 Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da
erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn
zu seinen Ohren.
18,8 Die Erde bebte und wankte, und die Grundfesten der Berge bewegten sich
und bebten, da er zornig war. 18,9 (a) Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrend Feuer aus seinem Munde;
Flammen sprühten von ihm aus. 18,10 (a) Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen
Füßen. 18,11 Und er fuhr auf dem (a) Cherub und flog daher, er schwebte auf den
Fittichen des Windes. 18,12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt;in schwarzen, dicken Wolken
war er verborgen. 18,13 Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen. 18,14 Der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme
erschallen mit Hagel und Blitzen. 18,15 Er schoß seine Pfeile und streute sie aus, sandte Blitze in Menge und
jagte sie dahin. 18,16 Da sah man die Tiefen der Wasser, und des Erdbodens Grund ward
aufgedeckt vor deinem Schelten, HERR, vor dem Odem und Schnauben deines
Zornes.
18,17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und faßte mich und zog mich
aus großen Wassern. 18,18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die
mir zu mächtig waren; 18,19 sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks; aber der HERR ward
meine Zuversicht. 18,20 Er führte mich hinaus ins Weite, er riß mich heraus; denn er hatte
Lust zu mir.
18,21 Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir
nach der Reinheit meiner Hände. 18,22 Denn ich halte die Wege des HERRN und bin nicht gottlos wider meinen
Gott. 18,23 Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich
nicht von mir, 18,24 sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Schuld. 18,25 Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der
Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. 18,26 Gegen die Heiligen bist du heilig, und gegen die Treuen bist du treu, 18,27 gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du
verkehrt. 18,28 Denn (a) du hilfst dem elenden Volk, aber stolze Augen erniedrigst du. 18,29 Ja, du machst hell meine Leuchte, der HERR, mein Gott, macht meine
Finsternis licht. 18,30 Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagenund mit meinem Gott über
Mauern springen. 18,31 Gottes Wege sind vollkommen, die Worte des HERRN sind durchläutert. Er
ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
18,32 Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR, oder ein Fels, wenn nicht
unser Gott? 18,33 Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel. 18,34 Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine
Höhen. 18,35 Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm den ehernen Bogen
spannen. 18,36 Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärkt mich,
und deine Huld macht mich groß. * *Luther übersetzte: «Und wenn du mich
demütigst, machst du mich groß. » 18,37 Du gibst meinen Schritten weiten Raum,daß meine Knöchel nicht wanken.
18,38 Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht
umkehren, bis ich sie umgebracht habe. 18,39 Ich will sie zerschmettern, daß sie nicht mehr aufstehen können; sie
müssen unter meine Füße fallen. 18,40 Du rüstest mich mit Stärke zum Streit; du wirfst unter mich, die sich
gegen mich erheben. 18,41 Du treibst meine Feinde in die Flucht, daß ich vernichte, die mich
hassen. 18,42 Sie rufen - aber da ist kein Helfer - zum HERRN, aber er antwortet
ihnen nicht.(a) 18,43 Ich will sie zerstoßen zu Staub vor dem Winde, ich werfe sie weg wie
Unrat auf die Gassen. 18,44 Du hilfst mir aus dem Streit des Volkes und machst mich zum Haupt über
Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. 18,45 Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren; Söhne der Fremde müssen mir
huldigen. 18,46 Die Söhne der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren
Burgen.
18,47 Der HERR lebt! Gelobt sei mein Fels! Der Gott meines Heils sei hoch
erhoben, 18,48 der Gott, der mir Vergeltung schafft und zwingt die Völker unter mich, 18,49 der mich errettet von meinen Feinden. Du erhöhst mich über die, die
sich gegen mich erheben; du hilfst mir von den Frevlern.
18,50 Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden und deinem Namen
lobsingen,(a) 18,51 der seinem Könige großes Heil gibt und Gnade erweist seinem Gesalbten,
(a) David, und seinem Hause ewiglich.
19. Kapitel
Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung und in seinem Gesetz
19,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
19,2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner
Hände Werk.
(a) 19,3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern,
19,4 ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme.
19,5 Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der
Welt.
(a)
.Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; 19,6 sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie
ein Held, zu laufen ihre Bahn. 19,7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an sein
Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.
19,8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das
Zeugnis des HERRN ist gewiß und macht die Unverständigen weise. 19,9 Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des
HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 19,10 Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des
HERRN sind Wahrheit, allesamt gerecht. 19,11 Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als
Honig und Honigseim.
19,12 Auch läßt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der
hat großen Lohn. 19,13 Wer kann merken, wie oft er fehlet? (a) Verzeihe mir die verborgenen
Sünden! 19,14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, daß sie nicht über mich
herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und rein bleiben von großer
Missetat.
19,15 Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines
Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.
20. Kapitel
Gebet des Volkes für seinen König in Kriegsnot
20,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
20,2 Der HERR erhöre dich in der Not,
(a) der Name des Gottes Jakobs schütze
dich!
20,3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stärke dich aus Zion!
20,4 Er gedenke all deiner Speisopfer, und dein Brandopfer sei ihm angenehm!
SELA.
20,5 Er
(a) gebe dir, was dein Herz begehrt, und erfülle alles, was du vorhast!
20,6 Dann wollen wir jubeln, weil er dir hilft; im Namen unsres Gottes
erheben wir das Banner. Der HERR gewähre dir alle deine Bitten!
20,7 Nun weiß ich, daß der HERR seinem Gesalbten hilft und ihn erhört von
seinem heiligen Himmel, (a) seine rechte Hand hilft mit Macht. 20,8 Jene (a) (b) (c) verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen
des HERRN, unsres Gottes. 20,9 Sie sind niedergestürzt und gefallen, wir aber stehen und halten stand.
20,10 Hilf, HERR, du König! Er wird uns erhören, wenn wir rufen.
21. Kapitel
Gottes Hilfe für den König!
21,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 2 HERR, der König freut sich in deiner
Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe!
21,2 Du
(a) erfüllst ihm seines Herzens Wunsch und verweigerst nicht,
(b) was
sein Mund bittet. SELA.
21,3 Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldene
Krone auf sein Haupt.
21,4 Er bittet dich um Leben; du gibst es ihm,
(a) langes Leben für immer und
ewig.
21,5 Er hat große Herrlichkeit durch deine Hilfe; Pracht und Hoheit legst du
auf ihn.
21,6 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich,du erfreust ihn mit Freude vor
deinem Antlitz.
21,7 Denn der König hofft auf den HERRN und wird durch die Güte des Höchsten
fest bleiben. 21,8 Deine Hand wird finden alle deine Feinde, deine Rechte wird finden, die
dich hassen. 21,9 Du wirst es mit ihnen machen wie im Feuerofen, wenn du erscheinen
wirst. Der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie
fressen. 21,10 Ihre Nachkommen wirst du tilgen vom Erdbodenund ihre Kinder aus der
Zahl der Menschen. 21,11 Denn sie gedachten, dir Übles zu tun, und machten Anschläge, die sie
nicht ausführen konnten.(a) 21,12 Denn du wirst machen, daß sie den Rücken kehren; mit deinem Bogen
wirst du auf ihr Antlitz zielen.
21,13 HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben
deine Macht.
22. Kapitel
Leiden und Herrlichkeit des Gerechten
(Jesu Leidenspsalm, vgl. Jes 53; Mt 27,35-46)
22,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE HIRSCHKUH, DIE FRÜH
GEJAGT WIRD».
22,2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber
meine Hilfe ist ferne.
22,3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des
Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
22,4 Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
22,5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen
heraus.
22,6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und
(a)
wurden nicht zuschanden.
22,7 Ich aber bin ein
(a) (b) Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und
verachtet vom Volke.
22,8 Alle, die mich sehen, verspotten mich,
(a) sperren das Maul auf und
schütteln den Kopf: «
22,9 Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er
Gefallen an ihm. »
22,10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich
geborgen sein an der Brust meiner Mutter. 22,11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,du bist mein Gott von
meiner Mutter Schoß an. 22,12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein
Helfer.
22,13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich
umringt. 22,14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und
reißender Löwe. 22,15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Knochen haben sich
voneinander gelöst; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes
Wachs. 22,16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und (a) meine Zunge klebt
mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. 22,17 Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; (a)
sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 22,18 Ich kann alle meine Knochen zählen; sie aber schauen zu und sehen auf
mich herab. 22,19 Sie (a) teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein
Gewand.
22,20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! 22,21 Errette meine Seele vom Schwert, mein Leben von den Hunden! 22,22 Hilf mir aus dem (a) Rachen des Löwen und vor den Hörnern wilder Stiere -
du hast mich erhört!*
22,23 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der
Gemeinde rühmen:(a) (b) 22,24 Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet; ehret ihn, ihr alle vom Hause
Jakob, und vor ihm scheuet euch, ihr alle vom Hause Israel! 22,25 Denn er hat nicht verachtet noch (a) verschmäht das Elend des Armen und
sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte
er's.
22,26 Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, ich will mein Gelübde
erfüllen vor denen, die ihn fürchten. 22,27 Die (a) Elenden sollen essen, daß sie satt werden; und die nach dem
HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. 22,28 Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und
vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. 22,29 Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden. 22,30 Ihn allein werden anbeten alle, die in der Erde schlafen; vor ihm
werden die Knie beugen alle, die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben
nicht konnten erhalten. 22,31 Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen; vom Herrn wird man
verkündigen Kind und Kindeskind. 22,32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das
geboren wird. Denn er hat's getan.
23. Kapitel
Der gute Hirte
23,1 EIN PSALM DAVIDS. Der HERR ist mein
(a) (b) (c) Hirte, mir wird nichts mangeln.
23,2 Er
(a) (b) weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen
Wasser.
23,3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines
Namens willen.
23,4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
(a) fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
23,5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest
mein Haupt mit Öl und
(a) schenkest mir voll ein.
23,6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und
(a) ich
werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
24. Kapitel
Einzug in das Heiligtum
24,1 EIN PSALM DAVIDS.
(a) (b) Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der
Erdkreis und die darauf wohnen.
24,2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern
bereitet.
24,3 a Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner
heiligen Stätte? 24,4 Wer unschuldige Hände hat und reines Herzens ist, wer nicht bedacht ist
auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört: 24,5 der wird den Segen vom HERRN empfangen und (a) Gerechtigkeit von dem Gott
seines Heiles. 24,6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz,
Gott Jakobs. SELA.
24,7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt* hoch, daß der König
der Ehre einziehe!a 24,8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der
HERR, mächtig im Streit. 24,9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der
Ehre einziehe! 24,10 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König
der Ehre. SELA.
25. Kapitel
Gebet um Gottes Vergebung und Leitung
25,1 VON DAVID. Nach dir, HERR, verlanget mich.
25,2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; laß mich nicht zuschanden werden, daß
meine Feinde nicht frohlocken über mich.
25,3 Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden
werden die leichtfertigen Verächter.
25,4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige! 25,5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!Denn du bist der Gott, der
mir hilft; täglich harre ich auf dich. 25,6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von
Ewigkeit her gewesen sind. 25,7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen,
gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte
willen! 25,8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg. 25,9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg. 25,10 Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen
Bund und seine Gebote halten. 25,11 Um deines Namens willen, HERR, (a) vergib mir meine Schuld, die so groß
ist!
25,12 Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen,
den er wählen soll. 25,13 Er wird im Guten wohnen, und (a) sein Geschlecht wird das Land besitzen. 25,14 Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund läßt er
sie wissen. 25,15 Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem
Netze ziehen.
25,16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. 25,17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten! 25,18 Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine
Sünden! 25,19 Sieh, wie meiner Feinde so viel sind und (a) zu Unrecht mich hassen. 25,20 Bewahre meine Seele und errette mich; laß mich nicht zuschanden
werden, denn ich traue auf dich! 25,21 Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten;denn ich harre auf dich. 25,22 Gott, (a) erlöse Israel aus aller seiner Not!
26. Kapitel
Bekenntnis und Bitte eines Unschuldigen
26,1 VON DAVID. HERR, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! Ich hoffe
auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen.
26,2 Prüfe mich, HERR, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein
Herz!
26,3 Denn deine Güte ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. 26,4 (a) Ich sitze nicht bei heillosen Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit
den Falschen. 26,5 Ich hasse die Versammlung der Boshaftenund sitze nicht bei den
Gottlosen. 26,6 Ich (a) (b) wasche meine Hände in Unschuld und halte mich, HERR, zu deinem
Altar, 26,7 dir zu danken mit lauter Stimme und zu verkündigen alle deine Wunder. 26,8 HERR, ich habe lieb (a) (b) die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine
Ehre wohnt.
26,9 Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündernnoch mein Leben mit den
Blutdürstigen, 26,10 an deren Händen Schandtat klebt und die gern Geschenke nehmen. 26,11 Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld. Erlöse mich und sei mir gnädig! 26,12 Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund.(a) Ich will den HERRN loben in den
Versammlungen.
27. Kapitel
27,1 VON DAVID.
(a) Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
(b) vor wem sollte
ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir
grauen?
27,2 Wenn die Übeltäter an mich wollen, um mich zu verschlingen, meine
Widersacher und Feinde, sollen sie selber straucheln und fallen.
27,3 Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch
mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich
auf ihn.
(a) 27,4 Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: daß ich (a) (b) (c) (d) im Hause des
HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste
des HERRN* und seinen Tempel zu betrachten. 27,5 Denn (a) er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im
Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. 27,6 Und nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, die um mich her sind;
darum will ich Lob opfern in seinem Zelt,ich will singen und Lob sagen dem
HERRN.
27,7 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe;sei mir gnädig und erhöre mich! 27,8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: «Ihr sollt mein Antlitz suchen. »
Darum (a) suche ich auch, HERR, dein Antlitz. 27,9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen
Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlaß mich nicht und tu die Hand nicht
von mir ab, Gott, mein Heil! 27,10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt
mich auf.
27,11 HERR, (a) (b) weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner
Feinde willen. 27,12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche
Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht ohne Scheu. 27,13 Ich glaube aber doch, daß ich (a) sehen werde die Güte des HERRN im
Lande der Lebendigen. 27,14 Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!
28. Kapitel
Bitte um Verschonung - Dank für Errettung
28,1 VON DAVID. Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Fels, so schweige doch
nicht, daß ich nicht, wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die
Grube fahren.
28,2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine
Hände aufhebe zu deinem heiligen Tempel.
28,3 Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, die
(a)
freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen.
28,4 Gib ihnen nach ihrem Tun und nach ihren bösen Taten; gib ihnen nach den
Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, wie sie es verdienen.
28,5 Denn
(a) sie wollen nicht achten auf das Tun des HERRN noch auf die Werke
seiner Hände; darum wird er sie niederreißen und nicht wieder aufbauen.
28,6 Gelobt sei der HERR; denn er hat erhörtdie Stimme meines Flehens. 28,7 Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und
mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit
meinem Lied.
28,8 Der HERR ist seines Volkes Stärke, Hilfe und Stärke für seinen
Gesalbten. 28,9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!
29. Kapitel
Der große Lobpreis der Herrlichkeit Gottes
29,1 EIN PSALM DAVIDS. Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar
dem HERRN Ehre und Stärke!a
29,2 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, betet an den HERRN in
heiligem Schmuck!
29,3 Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern, der Gott der Ehre
donnert, der HERR, über großen Wassern.
29,4 Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht, die Stimme des HERRN ergeht
herrlich.
29,5 Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, der HERR zerbricht die
Zedern des Libanon.
29,6 Er läßt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, den
(a) Sirjon wie einen jungen
Wildstier.
29,7 Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen;
29,8 die Stimme des HERRN läßt die Wüste erbeben; der HERR läßt erbeben die
Wüste Kadesch.
29,9 Die Stimme des HERRN läßt Eichen wirbeln* und reißt Wälder kahl. In
seinem Tempel ruft alles: «Ehre!» *Luther übersetzte nach anderer
Überlieferung: «erregt die Hinden».
29,10 Der HERR hat seinen Thron über der Flut; der HERR bleibt ein König in
Ewigkeit. 29,11 Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen
mit Frieden.
30. Kapitel
Dank für Rettung aus Todesnot
30,1 EIN PSALM DAVIDS, EIN LIED ZUR EINWEIHUNG DES TEMPELS.
30,2 Ich preise dich, HERR; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und
lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen.
30,3 HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir, da
(a) machtest du mich gesund.
30,4 HERR, du hast mich von den Toten heraufgeholt;
(a) du hast mich am Leben
erhalten, aber sie mußten in die Grube fahren.
30,5 Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen, und preiset seinen heiligen
Namen! 30,6 Denn (a) sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade.
Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.
30,7 Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. 30,8 Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen hattest du mich auf einen hohen Fels
gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. 30,9 Zu dir, HERR, rief ich, und zum Herrn flehte ich: 30,10 Was nützt dir mein Blut, wenn ich zur Grube fahre? (a) Wird dir auch der
Staub danken und deine Treue verkündigen? 30,11 HERR, höre und sei mir gnädig!HERR, sei mein Helfer!
30,12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den
Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet, 30,13 daß ich dir lobsinge und nicht stille werde.HERR, mein Gott, ich will
dir danken in Ewigkeit.
31. Kapitel
In Gottes Händen geborgen
31,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
31,2 HERR, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zuschanden werden,
errette mich durch deine Gerechtigkeit!
31,3 (a) Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels
und eine Burg, daß du mir helfest!
31,4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen
wollest du mich leiten und führen.
31,5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
31,6 a In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR,
du treuer Gott.
a Luk 23,46
31,7 Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf den
HERRN. 31,8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, daß du mein Elend
ansiehst und nimmst dich meiner an in Not 31,9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine
Füße auf weiten Raum.
31,10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe
geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. 31,11 Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummerund meine Jahre in Seufzen.
Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind
verschmachtet. 31,12 Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen
Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse,
fliehen vor mir. 31,13 Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie
ein zerbrochenes Gefäß. 31,14 Denn ich höre, wie viele über mich lästern: (a) Schrecken ist um und um!
Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu
nehmen.
31,15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! 31,16 (a) (b) Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner
Feinde und von denen, die mich verfolgen. 31,17 (a) (b) Laß leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine
Güte! 31,18 HERR, laß mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die
Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und
schweigen. 31,19 Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten
frech, stolz und höhnisch.
31,20 Wie groß ist deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die dich
fürchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen! 31,21 Du (a) birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute, du deckst
sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
31,22 Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen
in einer festen Stadt. 31,23 Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen.
Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.
31,24 Liebet den HERRN, alle seine Heiligen!Die Gläubigen behütet der HERR
und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. 31,25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!
32. Kapitel
Vom Segen der Sündenvergebung (Der zweite Bußpsalm)
32,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS.
(a) Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben
sind, dem die Sünde bedeckt ist!
32,2 Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, in dessen
Geist kein Trug ist!
32,3 Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine
durch mein tägliches Klagen. 32,4 Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft
vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. SELA. 32,5 Darum (a) (b) (c) bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich
nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da (d)
vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. SELA.
32,6 Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst. Darum,
wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen. 32,7 Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet
gar fröhlich rühmen kann. SELA. «32,8 Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst;
ich will dich mit meinen Augen leiten. » 32,9 Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind, denen man
Zaum und Gebiß anlegen muß; sie werden sonst nicht zu dir kommen.
32,10 Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft, den wird
die Güte umfangen. 32,11 Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet,
alle ihr Frommen.
33. Kapitel
Ein Loblied auf Gottes Allmacht und Hilfe
33,1 Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht
preisen.
33,2 Danket dem HERRN mit Harfen; lobsinget ihm zum Psalter von zehn
Saiten!
33,3 Singet ihm
(a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem
Schall!
33,4 Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er
gewiß.
33,5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Güte des
HERRN.
33,6 Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht und all sein Heer
durch den Hauch seines Mundes.(a) 33,7 Er (a) hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und
sammelt in Kammern die Fluten. 33,8 Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem
Erdboden wohnet. 33,9 Denn wenn er spricht, so geschieht's; (a) wenn er gebietet, so steht's
da. 33,10 Der HERR macht zunichte der Heiden Rat und wehrt den Gedanken der
Völker. 33,11 Aber der Ratschluß des HERRN bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken
für und für. 33,12 Wohl dem Volk, (a) dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe
erwählt hat! 33,13 Der HERR schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder. 33,14 Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen. 33,15 Er (a) lenkt ihnen allen das Herz, er gibt acht auf alle ihre Werke. 33,16 Einem König hilft nicht seine große Macht; (a) ein Held kann sich nicht
retten durch seine große Kraft. 33,17 (a) Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke
errettet nicht. 33,18 Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine
Güte hoffen, 33,19 daß er sie errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot.
33,20 Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild. 33,21 Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen
Namen. 33,22 Deine Güte, HERR, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.
34. Kapitel
Unter Gottes Schutz
34,1 VON DAVID, aALS ER SICH WAHNSINNIG STELLTE VOR ABIMELECH UND DIESER IHN
VON SICH TRIEB UND ER WEGGING.
34,2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem
Munde sein.
34,3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, daß es die Elenden hören und
sich freuen.
34,4 Preiset mit mir den HERRN und laßt uns miteinander seinen Namen
erhöhen!
34,5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus
aller meiner Furcht. 34,6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll
nicht schamrot werden. 34,7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen
Nöten. 34,8 Der (a) (b) (c) Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und
hilft ihnen heraus. 34,9 (a) Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf
ihn trauet! 34,10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben
keinen Mangel. 34,11 (a) Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben
keinen Mangel an irgendeinem Gut.
34,12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des
HERRN lehren. 34,13 (a) Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? 34,14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht Trug
reden. 34,15 Laß ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!
34,16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr
Schreien. 34,17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, daß er (a)
ihren Namen ausrotte von der Erde. 34,18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all
ihrer Not. 34,19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft
denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.(a) 34,20 Der Gerechte muß viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.(a) 34,21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß nicht eines zerbrochen wird. 34,22 Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen,
fallen in Schuld. 34,23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn
trauen, werden frei von Schuld.
35. Kapitel
Gebet um Errettung von boshaften Feinden
35,1 VON DAVID. HERR, führe meine Sache wider meine Widersacher, bekämpfe,
die mich bekämpfen!
35,2 Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!
35,3 Zücke Speer und Streitaxt wider meine Verfolger! Sprich zu mir: Ich bin
deine Hilfe!
35,4 Es sollen sich schämen und zum Spott werden, die mir nach dem Leben
trachten; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mein Unglück
wollen.
35,5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN
stoße sie weg.
35,6 Ihr Weg soll finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HERRN
verfolge sie.
35,7 Denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz gestellt, ohne Grund mir eine
Grube gegraben.
35,8 Unversehens soll ihn Unheil überfallen; sein Netz, das er gestellt hat,
fange ihn selber, zum eigenen Unheil stürze er hinein. 35,9 Aber meine Seele soll sich freuen des HERRN und fröhlich sein über
seine Hilfe. 35,10 Alle meine Gebeine sollen sagen: HERR, wer ist dir gleich? Der du den
Elenden rettest vor dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen
vor seinen Räubern.
35,11 Es treten falsche Zeugen auf; sie fordern von mir, wovon ich nichts
weiß. 35,12 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, um mich in Herzeleid zu bringen. 35,13 Ich aber (a) zog einen Sack an, wenn sie krank waren, tat mir wehe mit
Fasten und betete immer wieder von Herzen. 35,14 Als wäre es mein Freund und Bruder, so ging ich einher; wie einer Leid
trägt über seine Mutter, so beugte ich mich in Trauer.(a) 35,15 Sie aber freuen sich, wenn ich wanke, und rotten sich zusammen; sie
rotten sich heimlich zum Schlag wider mich, sie lästern und hören nicht
auf. 35,16 Sie lästern und spotten immerfort und knirschen wider mich mit ihren
Zähnen.
35,17 Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele vor ihrem
Unheil, mein Leben vor den jungen Löwen! 35,18 Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich
dich rühmen. 35,19 Laß sich nicht über mich freuen, die (a) mir zu Unrecht feind sind; laß
nicht mit den Augen spotten, die (b) mich ohne Grund hassen! 35,20 Denn sie reden nicht, was zum Frieden dient,und ersinnen falsche
Anklagen wider die Stillen im Lande. 35,21 Sie sperren das Maul weit auf wider mich und sprechen: «Da, da, wir
haben es gesehen!» 35,22 HERR, du hast es gesehen, schweige nicht; HERR, sei nicht ferne von
mir! 35,23 Wache auf, werde wach, mir Recht zu schaffenund meine Sache zu führen,
mein Gott und Herr! 35,24 HERR, mein Gott, verhilf mir zum Recht nach deiner Gerechtigkeit, daß
sie sich nicht über mich freuen. 35,25 Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: «Da, da! das wollten wir. » Laß
sie nicht sagen: «Wir haben ihn verschlungen. »
35,26 Sie sollen sich schämen und zuschanden werden, alle, die sich meines
Unglücks freuen; sie sollen in Schmach und Schande sich kleiden, die sich
wider mich rühmen. 35,27 Jubeln und freuen sollen sich, die mir gönnen, daß ich recht behalte,
und immer sagen: Der HERR sei hoch gelobt, der seinem Knecht so wohl
will! 35,28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich
preisen.
36. Kapitel
Der Reichtum der Güte Gottes
36,1 VON DAVID, DEM KNECHT DES HERRN, VORZUSINGEN.
36,2 Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben im Grund ihres Herzens.
(a) Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.
36,3 Und doch hat Gott den Weg vor ihnen geebnet, um ihre Schuld aufzufinden
und zu hassen.
36,4 Alle ihre Worte sind falsch und erlogen, verständig und gut handeln sie
nicht mehr.
36,5 Sie
(a) trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem
bösen Weg und scheuen kein Arges.
36,6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit,
so weit die Wolken gehen. 36,7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die
große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 36,8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder (a) unter dem
Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 36,9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst
sie mit Wonne wie mit einem Strom. 36,10 Denn bei dir ist (a) (b) die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen
wir das Licht.
36,11 Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit
über die Frommen. 36,12 Laß mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen, und die Hand der
Gottlosen vertreibe mich nicht! 36,13 Sieh da, sie sind gefallen, die Übeltäter, sind gestürzt und können
nicht wieder aufstehen.
37. Kapitel
Das scheinbare Glück der Gottlosen
37,1 VON DAVID.
(a) Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch
auf die Übeltäter.
37,2 Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut
werden sie verwelken.
37,3 Hoffe auf den HERRN und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich
redlich.
37,4 Habe deine Lust am HERRN; der
(a) wird dir geben, was dein Herz wünscht.
37,5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen
37,6 und wird deine
(a) Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein
Recht wie den Mittag.
37,7 Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den,
dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt.
37,8 Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, entrüste dich nicht, damit du nicht
Unrecht tust.
37,9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das
Land erben.
37,10 Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da; und wenn du
nach seiner Stätte siehst, ist er weg.
37,11 Aber
(a) die Elenden werden das Land erbenund ihre Freude haben an großem
Frieden.
37,12 Der Gottlose droht dem Gerechten und knirscht mit seinen Zähnen wider
ihn. 37,13 Aber der Herr lacht seiner; denn er sieht, daß (a) sein Tag kommt. 37,14 Die Gottlosen ziehen das Schwert und spannen ihren Bogen, daß sie
fällen den Elenden und Armen und morden die Frommen. 37,15 Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihr Bogen wird
zerbrechen.
37,16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluß vieler
Gottloser.(a) 37,17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen, aber der HERR erhält die
Gerechten. 37,18 Der HERR kennt die Tage der Frommen, und (a) ihr Gut wird ewiglich
bleiben. 37,19 Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit, und (a) in der Hungersnot
werden sie genug haben. 37,20 Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie
auch sind wie prächtige Auen, werden sie doch vergehen, wie der Rauch
vergeht.
37,21 Der Gottlose muß borgen und bezahlt nicht,aber der Gerechte ist
barmherzig und kann geben. 37,22 Denn die Gesegneten des HERRN erben das Land; aber die er verflucht,
werden ausgerottet. 37,23 Von dem HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, und er
hat Gefallen an seinem Wege. 37,24 Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der
Hand.(a)
37,25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie den Gerechten
verlassen gesehen und seine Kinder um Brot betteln. 37,26 Er ist allezeit barmherzig und leiht gerne, und sein Geschlecht wird
zum Segen sein. 37,27 Laß ab vom Bösen und tu Gutes, so bleibst du wohnen immerdar. 37,28 Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht.
Ewiglich werden sie bewahrt, aber das Geschlecht der Gottlosen wird
ausgerottet. 37,29 Die Gerechten werden das Land ererben und darin wohnen allezeit.(a)
37,30 Der Mund des Gerechten redet Weisheit, und seine Zunge lehrt das
Recht. 37,31 Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten
nicht. 37,32 Der Gottlose lauert dem Gerechten auf und gedenkt, ihn zu töten. 37,33 Aber der HERR läßt ihn nicht in seinen Händen und läßt ihn vor Gericht
nicht zum Schuldigen werden. 37,34 Harre auf den HERRN und halte dich auf seinem Weg, so wird er dich
erhöhen, daß du das Land erbest;du wirst es sehen, daß die Gottlosen
ausgerottet werden.
37,35 a Ich sah einen Gottlosen, der pochte auf Gewalt und machte sich
breit und grünte wie eine Zeder. 37,36 Dann kam ich wieder vorbei; siehe, da war er dahin. Ich fragte nach
ihm; doch ward er nirgends gefunden. 37,37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn einem solchen wird es zuletzt
gut gehen.(a) 37,38 Die Übertreter aber werden miteinander vertilgt, und die Gottlosen
werden zuletzt ausgerottet. 37,39 Aber der HERR hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not. 37,40 Und (a) der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten; er wird sie von
den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
38. Kapitel
38,1 EIN PSALM DAVIDS, ZUM GEDENK - OPFER.
38,2 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in
deinem Grimm!
38,3 Denn
(a) deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.
38,4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe wegen deines Drohens und ist
nichts Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde. 38,5 Denn (a) meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind
sie mir zu schwer geworden. 38,6 Meine Wunden stinken und eitern um meiner Torheit willen. 38,7 Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig
einher. 38,8 Denn meine Lenden sind ganz verdorrt; es ist nichts Gesundes an meinem
Leibe. 38,9 Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen; ich schreie vor Unruhe
meines Herzens.
38,10 Herr, du kennst all mein Begehren, und mein Seufzen ist dir nicht
verborgen. 38,11 Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner
Augen ist auch dahin. 38,12 Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage, und meine
Nächsten halten sich ferne.(a) (b) (c) 38,13 Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mein Unglück
suchen, bereden, wie sie mir schaden; sie sinnen auf Trug den ganzen Tag. 38,14 Ich bin wie taub und höre nicht, und (a) wie ein Stummer, der seinen
Mund nicht auftut. 38,15 Ich muß sein wie einer, der nicht hört und keine Widerrede in seinem
Munde hat. 38,16 Aber ich harre, HERR, auf dich;du, Herr, mein Gott, wirst erhören. 38,17 Denn ich denke: Daß sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß
wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich. 38,18 Denn ich bin dem Fallen nahe, und mein Schmerz ist immer vor mir.
38,19 So (a) bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner
Sünde. 38,20 Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich zu Unrecht hassen,
derer sind viele. 38,21 Die mir Gutes mit Bösem vergelten, feinden mich an, weil ich mich an
das Gute halte. 38,22 Verlaß mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir! 38,23 Eile, mir beizustehen, HERR, du meine Hilfe!
39. Kapitel
Bittruf angesichts der menschlichen Vergänglichkeit
39,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, FÜR aJEDUTUN.
39,2 Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige
mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich
den Gottlosen vor mir sehen muß.
39,3 Ich bin
(a) verstummt und still und schweige fern der Freude und muß mein
Leid in mich fressen.
39,4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich daran denke, brennt es
wie Feuer. So rede ich denn mit meiner Zunge:
.«39,5 HERR, lehre mich doch, daß es (a) ein Ende mit mir haben muß und (b) mein
Leben ein Ziel hat und ich davon muß. 39,6 Siehe, (a) meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie
nichts vor dir. WIE GAR NICHTS SIND ALLE MENSCHEN, DIE DOCH SO SICHER
LEBEN! SELA. 39,7 Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche
Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einbringen wird. »a
39,8 Nun, Herr, wessen soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 39,9 Errette mich aus aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren zum
Spott werden. 39,10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast es
getan. 39,11 Wende deine Plage von mir; ich vergehe, weil deine Hand nach mir
greift. 39,12 Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, so verzehrst du
seine Schönheit wie Motten ein Kleid. WIE GAR NICHTS SIND DOCH ALLE
MENSCHEN. SELA.
39,13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu
meinen Tränen; denn (a) (b) (c) (d) ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle
meine Väter. 39,14 Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht
mehr bin.
40. Kapitel
Dank und Bitte
40,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
40,2 Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein
Schreien.
40,3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und
stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich sicher treten kann;
40,4 er hat mir
(a) ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern
Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen.
40,5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet
zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen!
40,6 HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an
uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon
sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind.(a) 40,7 (a) (b) (c) (d) Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast
du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 40,8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: 40,9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern,und dein Gesetz hab ich in meinem
Herzen. 40,10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will
mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du. 40,11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner
Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue
nicht vor der großen Gemeinde.
40,12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; laß
deine Güte und Treue allewege mich behüten. 40,13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl.Meine Sünden haben mich
ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf
meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt. 40,14 (a) Laß dir's gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, HERR, mir zu
helfen! 40,15 Schämen sollen sich und zuschanden werden, die mir nach dem Leben
trachten, mich umzubringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden,
dir mir mein Unglück gönnen. 40,16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da,
da! 40,17 Laß deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen;
und die dein Heil lieben, laß allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt! 40,18 Denn ich bin arm und elend: der HERR aber sorgt für mich. Du bist mein
Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht!
41. Kapitel
Gebet in Krankheit
41,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
41,2 Wohl dem, der
(a) (b) sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten
zur bösen Zeit.
41,3 Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen
wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde.
41,4 Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von
aller seiner Krankheit.
41,5 Ich sprach: HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir
gesündigt.
41,6 Meine Feinde reden Arges wider mich: «Wann wird er sterben und sein Name
vergehen?»
41,7 Sie kommen, nach mir zu schauen, und meinen's doch nicht von Herzen;
sondern sie suchen etwas, daß sie lästern können, gehen hin und tragen's
hinaus auf die Gasse.
41,8 Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken Böses
über mich: «
41,9 Unheil ist über ihn ausgegossen; wer so daliegt, wird nicht wieder
aufstehen. »
41,10 Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit
Füßen.
(a) (b) (c) 41,11 Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen
vergelten.
41,12 Daran merke ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über
mich nicht frohlocken wird. 41,13 Mich aber hältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor
dein Angesicht für ewig.
41,14 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen!
Amen!a
42. Kapitel
ZWEITES BUCH
Verlangen nach Gott aus fremdem Land
42,1 EINE UNTERWEISUNG DER
(a) (b) SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.
42,2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele,
Gott, zu dir.
42,3 (a) (b) (c) Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde
ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?
42,4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,weil man täglich zu mir
sagt:
(a) Wo ist nun dein Gott?
42,5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst:
(a) wie
ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit
Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern.
42,6 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF
GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DASS ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND
MEIN GOTT IST.
(a) 42,7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich
aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar. 42,8 Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine
Wasserwogen und Wellen gehen über mich. 42,9 Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und
bete zu dem Gott meines Lebens. 42,10 Ich sage zu Gott, meinem (a) Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum
muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? 42,11 Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, wenn mich meine Feinde schmähen
und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? 42,12 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE
AUF GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DASS ER MEINES ANGESICHTS HILFE
UND MEIN GOTT IST.
43. Kapitel
43,1 Gott, schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unheilige Volk
und errette mich von den falschen und bösen Leuten! 43,2 Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum
muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? 43,3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu
deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, 43,4 daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und
Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 43,5 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE
AUF GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DASS ER MEINES ANGESICHTS HILFE
UND MEIN GOTT IST.
44. Kapitel
HAT GOTT SEIN VOLK VERSTO
44,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.
44,2 Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört,
(a) unsre Väter haben's uns
erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, in alten Tagen.
44,3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber hast du
eingesetzt; du hast die Völker zerschlagen,sie aber hast du ausgebreitet.
44,4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr
Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines
Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
44,5 Du bist es, mein König und mein Gott, der du Jakob Hilfe verheißest. 44,6 Durch dich wollen wir unsre Feinde zu Boden stoßen, in deinem Namen
niedertreten, die sich gegen uns erheben. 44,7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann
mir nicht helfen; 44,8 sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zuschanden, die uns
hassen. 44,9 Täglich (a) rühmen wir uns Gottesund preisen deinen Namen ewiglich. SELA.
44,10 Warum verstößest du uns denn nun und lässest uns zuschanden werden
und ziehst nicht aus mit unserm Heer? 44,11 Du lässest uns fliehen vor unserm Feind, daß uns berauben, die uns
hassen. 44,12 Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die
Heiden. 44,13 Du verkaufst dein Volk um ein Nichts und hast mit ihrem Kaufgeld nichts
gewonnen. 44,14 Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, zu Spott und Hohn bei
denen, die um uns her sind.(a) (b) 44,15 Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, läßt die Völker das
Haupt über uns schütteln. 44,16 Täglich ist meine Schmach mir vor Augen, und mein Antlitz ist voller
Scham, 44,17 weil ich sie höhnen und lästern höre und muß die Feinde und
Rachgierigen sehen.
44,18 Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch dich nicht
vergessen, an deinem Bund nicht untreu gehandelt. 44,19 Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Schritt gewichen von deinem
Weg, 44,20 daß du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit
Finsternis. 44,21 Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten und unsre Hände
aufgehoben zum fremden Gott: 44,22 würde das Gott nicht erforschen? Er kennt ja unsres Herzens Grund. 44,23 Doch um deinetwillen (a) werden wir täglich getötet und sind geachtet
wie Schlachtschafe.(b)
44,24 Wache auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoß uns nicht
für immer! 44,25 Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unser Elend und unsre
Drangsal? 44,26 Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, unser Leib liegt am Boden. 44,27 Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
45. Kapitel
Lied zur Hochzeit des Königs
45,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE
«LILIEN», EIN BRAUTLIED.
45,2 Mein Herz dichtet ein feines Lied, einem König will ich es singen;
meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers:
45,3 Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, voller Huld sind deine
Lippen; wahrlich, Gott hat dich gesegnet für ewig.
45,4 Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, und schmücke dich herrlich!
45,5 Es möge dir gelingen in deiner Herrlichkeit. Zieh einher für die
Wahrheit in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder
vollbringen.
45,6 Scharf sind deine Pfeile, daß Völker vor dir fallen; sie dringen ins
Herz der Feinde des Königs.
45,7 a Gott, dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist
ein gerechtes Zepter. 45,8 Du liebst Gerechtigkeit und hassest gottloses Treiben; darum hat dich
der Herr, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen. 45,9 Deine Kleider sind lauter Myrrhe, Aloe und Kassia; aus
Elfenbeinpalästen erfreut dich Saitenspiel. 45,10 In deinem Schmuck gehen Töchter von Königen;die Braut steht zu deiner
Rechten in Goldschmuck aus Ofir.
45,11 Höre, Tochter, sieh und neige dein Ohr: Vergiß dein Volk und dein
Vaterhaus! 45,12 Den König verlangt nach deiner Schönheit; denn er ist dein Herr, und
du sollst ihm huldigen. 45,13 Die Tochter Tyrus kommt mit Geschenken; die Reichen im Volk suchen
deine Gunst.
45,14 Die Königstochter ist mit Perlen geschmückt; sie ist mit goldenen
Gewändern bekleidet. 45,15 Man führt sie in gestickten Kleidern zum König; Jungfrauen folgen ihr,
ihre Gespielinnen führt man zu dir. 45,16 Man führt sie hin mit Freude und Jubel; sie ziehen ein in des Königs
Palast.
45,17 An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; die wirst du zu
Fürsten setzen in aller Welt. 45,18 Ich will deinen Namen kundmachen von Kind zu Kindeskind; darum werden
dir danken die Völker immer und ewig.
46. Kapitel
Ein feste Burg ist unser Gott
46,1 EIN LIED DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «JUNGFRAUEN».
46,2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten,
die uns getroffen haben.
46,3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die
Berge mitten ins Meer sänken,
46,4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge
einfielen. SELA. * *Vermutlich stand der Kehrvers von Vers 8 und 12 auch
an dieser Stelle.
46,5 Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren
(a)
Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. *
46,6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr
früh am Morgen.
46,7 Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muß
vergehen, wenn er sich hören läßt.
46,8 DER HERR ZEBAOTH IST MIT UNS, DER GOTT JAKOBS IST UNSER SCHUTZ. SELA.
46,9 a Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein
Zerstören anrichtet, 46,10 der den Kriegen steuert in aller Welt, der (a) Bogen zerbricht, Spieße
zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. 46,11 Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin! Ich will der Höchste sein
unter den Heiden, der Höchste auf Erden. 46,12 DER HERR ZEBAOTH IST MIT UNS, DER GOTT JAKOBS IST UNSER SCHUTZ. SELA.
47. Kapitel
Gott ist König über alle Völker
47,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.
47,2 Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem
Schall!
47,3 Denn der HERR, der Allerhöchste, ist heilig, ein großer König über die
ganze Erde.
47,4 Er beugt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füße.
47,5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit
(a) Jakobs, den er lieb
hat. SELA.
47,6 Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Hall der Posaune. 47,7 Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! 47,8 Denn (a) Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!
47,9 Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 47,10 Die Fürsten der Völker sind versammeltals Volk des Gottes Abrahams;
denn Gott gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben.
48. Kapitel
Gottes Stadt
48,1 EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORACH.
48,2 Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf
seinem heiligen Berge.
(a) 48,3 Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, der
Gottesberg* fern im Norden,
(a) (b) die Stadt des großen Königs.
48,4 Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz.
48,5 Denn siehe, Könige waren versammeltund miteinander herangezogen.(a) 48,6 Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; sie haben sich
entsetzt und sind davongestürzt. 48,7 Zittern hat sie da erfaßt, Angst wie eine Gebärende. 48,8 Du zerbrichst die großen Schiffe durch den Sturm vom Osten.
48,9 Wie wir es gehört haben, so sehen wir es an der Stadt des HERRN
Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich. SELA.
48,10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. 48,11 Gott, (a) wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. 48,12 Dessen freue sich der Berg Zion, und die Töchter Juda seien fröhlich,
weil du recht richtest.
48,13 Ziehet um Zion herum und umschreitet es, zählt seine Türme; 48,14 habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste, daß ihr
den Nachkommen davon erzählt: 48,15 Wahrlich, (a) das ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist's, der
uns führet.
49. Kapitel
Die Herrlichkeit der Reichen ist Trug und Schein
49,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «JUGEND».
49,2 Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,
49,3 einfache Leute und Herren, reich und arm, miteinander!
49,4 Mein Mund soll Weisheit reden, und was mein Herz sagt, soll verständig
sein.
49,5 Ich will einem Spruch mein Ohr neigen und mein Rätselwort kundtun beim
Klang der Harfe.
49,6 Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat
meiner Widersacher umgibt, 49,7 die sich verlassen auf Hab und Gut und pochen auf ihren großen
Reichtum? 49,8 (a) (b) Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Gott ein
Sühnegeld geben 49,9 - denn es kostet zuviel, ihr Leben auszulösen; er muß davon abstehen
ewiglich -, 49,10 damit er immer weiterlebe und die Grube nicht sehe.
49,11 Nein, er wird sehen: (a) auch die Weisen sterben, so wie die Toren und
Narren umkommen; (b) sie müssen ihr Gut andern lassen. 49,12 Gräber sind ihr Haus immerdar, ihre Wohnung für und für, und doch
hatten sie große Ehre auf Erden. 49,13 EIN MENSCH IN SEINER HERRLICHKEIT KANN NICHT BLEIBEN, SONDERN (a) MUSS
DAVON WIE DAS VIEH.
49,14 Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind, und das Ende aller,
denen ihr Gerede so wohl gefällt. SELA. 49,15 Sie liegen bei den Toten wie Schafe, der Tod weidet sie; aber die
Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muß vergehen;
bei den Toten müssen sie bleiben. 49,16 Aber (a) Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn (b) er nimmt
mich auf. SELA.
49,17 Laß es dich nicht anfechten, wenn einer reich wird, wenn die
Herrlichkeit seines Hauses groß wird.(a) 49,18 Denn (a) (b) er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen, und seine
Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren. 49,19 Er (a) (b) freut sich wohl dieses guten Lebens, und man preist dich, wenn es
dir gut geht. 49,20 Aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht
nimmermehr. 49,21 EIN MENSCH IN SEINER HERRLICHKEIT KANN NICHT BLEIBEN, SONDERN MUSS
DAVON WIE DAS VIEH.
50. Kapitel
Der rechte Gottesdienst
50,1 EIN PSALM aASAFS. Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt
zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
50,2 Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.
(a) 50,3 Unser Gott kommt und schweiget nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her
und um ihn her ein mächtiges Wetter.
50,4 Er
(a) (b) ruft Himmel und Erde zu, daß er sein Volk richten wolle: «
50,5 Versammelt mir meine Heiligen, die
(a) den Bund mit mir schlossen beim
Opfer. »
50,6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Gott selbst
ist Richter. SELA.
.«50,7 Höre, mein Volk, laß mich reden; Israel, ich will wider dich zeugen:
(a) Ich, Gott, bin dein Gott. 50,8 (a) (b) (c) Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an - sind doch deine
Brandopfer täglich vor mir. 50,9 Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmennoch Böcke aus deinen
Ställen. 50,10 Denn alles Wild im Walde ist mein und die Tiere auf den Bergen zu
Tausenden. 50,11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen; und was sich regt auf dem Felde,
ist mein. 50,12 Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der
Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist. 50,13 Meinst du, daß ich Fleisch von Stieren essen wolle oder Blut von
Böcken trinken? 50,14 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde (a) 50,15 und (a) rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du
sollst mich preisen. »
50,16 aAber zum Gottlosen spricht Gott: «Was hast du von meinen Geboten zu
reden und nimmst meinen Bund in deinen Mund, 50,17 da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich? 50,18 Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft
mit den Ehebrechern. 50,19 Deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit. 50,20 (a) Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn
verleumdest du. 50,21 Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber
ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.
50,22 Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe,
und kein Retter ist da! 50,23 Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, daß ich ihm
zeige das Heil Gottes.»
51. Kapitel
Gott, sei mir Sünder gnädig! (Der vierte Bußpsalm)
51,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN,
51,2 ALS DER PROPHET
(a) NATHAN ZU IHM KAM, NACHDEM ER ZU BATSEBA EINGEGANGEN
WAR.
51,3 Gott,
(a) sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach
deiner großen Barmherzigkeit.
51,4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner
Sünde;
51,5 denn
(a) ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
51,6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan,
(a) auf daß du
recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.
51,7 Siehe,
(a) ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in
Sünden empfangen.
51,8 Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen
tust du mir Weisheit kund.
51,9 Entsündige mich mit (a) Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, (b) daß ich
schneeweiß werde. 51,10 Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die
du zerschlagen hast.(a) 51,11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine
Missetat. 51,12 Schaffe in mir, Gott, ein (a) reines Herz, und gib mir einen (b) neuen,
beständigen Geist. 51,13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,und nimm deinen heiligen Geist
nicht von mir. 51,14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist
rüste mich aus. 51,15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir
bekehren.
51,16 Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist,
daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 51,17 Herr, tu meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 51,18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben,
und Brandopfer gefallen dir nicht.(a) 51,19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein
geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.(a)
51,20 Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 51,21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann
wird man Stiere auf deinem Altar opfern.
52. Kapitel
Trostpsalm gegen einen Gewalttäter
52,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN,
52,2 aALS DOëG, DER EDOMITER, KAM UND ZEIGTE ES SAUL AN UND SPRACH: DAVID IST
IN AHIMELECHS HAUS GEKOMMEN.
52,3 Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann, da doch Gottes Güte noch
täglich währt?
52,4 Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du
Betrüger!
52,5 Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als
Rechtes. SELA.
52,6 Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge.
52,7 Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, dich zerschlagen und aus
deinem Zelte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. SELA. 52,8 (a) Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner
lachen: «52,9 Siehe, das ist der Mann, der nicht auf Gott sein Vertrauen setzte,
sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und war mächtig, Schaden
zu tun.»
52,10 Ich aber (a) werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes;
ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig. 52,11 Ich will dir danken ewiglich, denn du hast es getan. Ich will harren
auf deinen Namen vor deinen Heiligen,denn du bist gütig.
53. Kapitel
Die Torheit der Gottlosen
(vgl. Ps 14)
53,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ.
53,2 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: «Es ist kein Gott. » Sie taugen
nichts; ihr Freveln ist ein Greuel; da ist keiner, der Gutes tut.
53,3 Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, daß er sehe, ob jemand
klug sei und nach Gott frage.
53,4 Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben; da ist keiner,
der Gutes tut, auch nicht einer.
53,5 Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen, die mein Volk
fressen, daß sie sich nähren, Gott aber rufen sie nicht an? 53,6 Sie fürchten sich da, wo nichts zu fürchten ist; doch Gott zerstreut
die Gebeine derer, die dich bedrängen. Du machst sie zuschanden, denn
Gott hat sie verworfen. 53,7 Ach daß die Hilfe aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangenes
Volk erlöste! So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.
54. Kapitel
Hilferuf eines Bedrohten
54,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL,
54,2 aALS DIE MäNNER VON SIF KAMEN UND ZU SAUL SPRACHEN: DAVID HäLT SICH BEI
UNS VERBORGEN.
54,3 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine
Kraft.
54,4 Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes.
54,5 Denn Stolze erheben sich gegen mich, und Gewalttäter trachten mir nach
dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. SELA.
54,6 Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben. 54,7 Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten.Vertilge sie um deiner
Treue willen! 54,8 So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR,
preisen, daß er so tröstlich ist. 54,9 Denn du errettest mich aus aller meiner Not, daß mein Auge auf meine
Feinde herabsieht.
55. Kapitel
Klage über falsche Brüder
55,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.
55,2 Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.
55,3 Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so ruhelos klage und heule,
55,4 da der Feind so schreit und der Gottlose mich bedrängt; denn sie wollen
Unheil über mich bringen und sind mir heftig gram.
55,5 Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe,und Todesfurcht ist auf mich
gefallen.
55,6 Furcht und Zittern ist über mich gekommen, und Grauen hat mich
überfallen.
55,7 Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, daß ich wegflöge und Ruhe
fände!
55,8 Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen und in der Wüste bleiben.
SELA.
55,9 Ich wollte eilen, daß ich entrinne vor dem Sturmwind und Wetter.
55,10 Mache ihre Zunge uneins, Herr, und verwirre sie; denn ich sehe Frevel
und Hader in der Stadt. 55,11 Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, und Mühsal und Unheil ist
drinnen. 55,12 Verderbnis regiert darin, Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren
Gassen. 55,13 (a) Wenn mein Feind mich schmähte, wollte ich es ertragen; wenn einer,
der mich haßt, groß tut wider mich, wollte ich mich vor ihm verbergen. 55,14 Aber nun bist du es, mein Gefährte, mein Freund und mein Vertrauter, 55,15 die wir freundlich miteinander waren, die wir in Gottes Haus gingen
inmitten der Menge! 55,16 Der Tod übereile sie, daß sie (a) lebendig zu den Toten fahren; denn es
ist lauter Bosheit bei ihnen.
55,17 Ich aber will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen. 55,18 Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen; so wird er
meine Stimme hören. 55,19 Er erlöst mich von denen, die an mich wollen, und schafft mir Ruhe;
denn ihrer sind viele wider mich. 55,20 Gott wird hören und sie demütigen, (a) der allewege bleibet. SELA. Denn
sie werden nicht anders und wollen Gott nicht fürchten. 55,21 Sie legen ihre Hände an ihre Freunde und entheiligen ihren Bund. 55,22 Ihr Mund ist glatter als Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre
Worte sind linder als Öl und sind doch gezückte Schwerter.(a)
55,23 Wirf dein Anliegen auf den HERRN; (a) der wird dich versorgen und wird
den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen. 55,24 Und du, Gott, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. Die
Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht (a) bis zur Hälfte bringen.
Ich aber hoffe auf dich.
56. Kapitel
Getrostes Vertrauen in schwerer Not
56,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE STUMME
TAUBE UNTER DEN FREMDEN», aALS IHN DIE PHILISTER IN GAT ERGRIFFEN HATTEN.
56,2 Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; täglich bekämpfen
und bedrängen sie mich.
56,3 Meine Feinde stellen mir täglich nach; denn viele kämpfen gegen mich
voll Hochmut.
56,4 Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.
56,5 ICH WILL GOTTES WORT RÜHMEN; AUF GOTT WILL ICH HOFFEN UND
(a) (b) (c) (d) (e) MICH NICHT
FÜRCHTEN. WAS KÖNNEN MIR MENSCHEN TUN?
56,6 Täglich fechten sie meine Sache an; alle ihre Gedanken suchen mir Böses
zu tun. 56,7 Sie rotten sich zusammen, sie lauern und haben acht auf meine Schritte,
wie sie mir nach dem Leben trachten. 56,8 Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Gott, stoß diese Leute ohne
alle Gnade hinunter!
56,9 Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne
Zweifel, du zählst sie. 56,10 Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich dich anrufe. Das weiß
ich, daß du mein Gott bist. 56,11 ICH WILL RÜHMEN GOTTES WORT; ICH WILL RÜHMEN DES HERRN WORT. 56,12 AUF GOTT HOFFE ICH UND FÜRCHTE MICH NICHT; WAS KÖNNEN MIR MENSCHEN
TUN?
56,13 Ich habe dir, Gott, gelobt, daß ich dir danken will. 56,14 Denn (a) du hast mich vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, daß ich
wandeln kann vor Gott im Licht der Lebendigen.
57. Kapitel
Vertrauensvolle Bitte in der Anfechtung
(vgl. Ps 108,2-6)
57,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE
NICHT», aALS ER VOR SAUL IN DIE HÖHLE FLOH.
57,2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele,
und
(a) (b) unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück
vorübergehe.
57,3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten
Ende führt.
57,4 Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir
nachstellt. SELA. Gott sende seine Güte und Treue.
57,5 Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen,
ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.
57,6 ERHEBE DICH, GOTT, ÜBER DEN HIMMEL UND DEINE HERRLICHKEIT ÜBER ALLE
WELT!
57,7 Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt;
sie haben vor mir eine Grube gegraben - und fallen doch selbst hinein.
SELA. 57,8 (a) Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und
lobe. 57,9 Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das
Morgenrot wecken! 57,10 Herr, ich will dir danken unter den Völkern,ich will dir lobsingen
unter den Leuten. 57,11 Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so
weit die Wolken gehen. 57,12 ERHEBE DICH, GOTT, ÜBER DEN HIMMEL UND DEINE HERRLICHKEIT ÜBER ALLE
WELT!
58. Kapitel
Gott ist noch Richter auf Erden
58,1 EIN GÜLDENS KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE
NICHT».
58,2 (a) Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in
Gerechtigkeit die Menschenkinder?
58,3 Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande, und eure Hände treiben
Frevel.
58,4 Die Gottlosen sind abtrünnig vom Mutterschoß an, die Lügner gehen irre
von Mutterleib an.
58,5 Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange, wie eine taube Otter,
die ihr Ohr verschließt,
58,6 daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der gut
beschwören kann.
58,7 Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, HERR, das Gebiß
der jungen Löwen! 58,8 Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt.Zielen sie mit ihren
Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen. 58,9 Sie gehen dahin, wie Wachs zerfließt, wie eine Fehlgeburt, die die
Sonne nicht sieht. 58,10 Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren, reißt alles der brennende Zorn
hinweg.
58,11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und
wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut; 58,12 und die Leute werden sagen: Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht,
ja, Gott ist noch Richter auf Erden.
59. Kapitel
Gebet mitten unter den Feinden
59,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE
NICHT», aALS SAUL HINSANDTE UND SEIN HAUS BEWACHEN LIESS, UM IHN ZU TÖTEN.
59,2 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden und schütze mich vor meinen
Widersachern.
59,3 Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen!
59,4 Denn siehe, HERR, sie lauern mir auf; Starke rotten sich wider mich
zusammen ohne meine Schuld und Missetat.
59,5 Ich habe nichts verschuldet; sie aber laufen herzu und machen sich
bereit. Erwache, komm herbei und sieh darein!
59,6 Du, HERR, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf und suche heim alle
Völker! Sei keinem von ihnen gnädig, die so verwegene Übeltäter sind.
SELA.
59,7 Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der
Stadt umher. 59,8 Siehe, sie geifern mit ihrem Maul; Schwerter sind auf ihren Lippen: «Wer
sollte es hören?» 59,9 Aber du, HERR, wirst ihrer lachen und aller Völker spotten. 59,10 MEINE STäRKE, ZU DIR WILL ICH MICH HALTEN; DENN (a) GOTT IST MEIN
SCHUTZ.
59,11 Gott erzeigt mir reichlich seine Güte, Gott läßt mich auf meine Feinde
herabsehen. 59,12 Bringe sie nicht um, daß es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie
aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild, und stoß sie hinunter! 59,13 Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde; darum sollen sie sich
fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen. 59,14 Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie, daß sie nicht mehr da
sind! Laß sie innewerden, daß Gott Herrscher ist in Jakob bis an die
Enden der Erde. SELA.
59,15 Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der
Stadt umher. 59,16 Sie laufen hin und her nach Speise und murren, wenn sie nicht satt
werden.
59,17 Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine
Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not. 59,18 MEINE STäRKE, DIR WILL ICH LOBSINGEN; DENN GOTT IST MEIN SCHUTZ, MEIN
GNäDIGER GOTT.
60. Kapitel
Gebet des verstoßenen Volkes
60,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIE DES
ZEUGNISSES», ZUR BELEHRUNG,
60,2 ALS ER MIT DEN ARAMäERN VON MESOPOTAMIEN UND MIT DEN ARAMäERN VON ZOBA
KRIEG FÜHRTE; ALS JOAB UMKEHRTE UND DIE EDOMITER IM SALZTAL SCHLUG,
ZWÖLFTAUSEND MANN.
(a) (b) 60,3 Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hastund zornig warst, tröste
uns wieder;
60,4 der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, heile ihre Risse; denn
sie wankt.
60,5 Du ließest deinem Volk Hartes widerfahren,
(a) du gabst uns einen Wein zu
trinken, daß wir taumelten.
60,6 Du hast doch ein
(a) Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, damit sie
fliehen können vor dem Bogen. SELA.
60,7 (a) Daß deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und
erhöre uns!
60,8 Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will
Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen; 60,9 Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist der Schutz meines
Hauptes, (a) Juda ist mein Zepter. 60,10 Moab ist mein Waschbecken, meinen Schuh werfe ich auf Edom,
Philisterland, jauchze mir zu!
60,11 Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer geleitet mich nach
Edom? 60,12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast und ziehst
nicht aus, Gott, mit unserm Heer? 60,13 Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze. 60,14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.
61. Kapitel
Bitte und Fürbitte aus der Ferne
61,1 VON DAVID , VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.
61,2 Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet!
61,3 Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; denn mein Herz ist in Angst; du
wollest mich führen auf einen hohen Felsen.
61,4 Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.
(a) (b) 61,5 Laß mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und
(a) Zuflucht haben unter
deinen Fittichen. SELA.
61,6 Denn du, Gott, hörst mein Gelübde und gibst mir teil am Erbe derer, die
deinen Namen fürchten.
61,7 Du wollest dem König (a) langes Leben geben, daß seine Jahre währen für
und für, 61,8 daß er (a) immer throne vor Gott.Laß Güte und Treue ihn behüten! 61,9 So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde
erfülle täglich.
62. Kapitel
Stille zu Gott
62,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN.
62,2 MEINE SEELE IST
(a) STILLE ZU GOTT, DER MIR HILFT.
62,3 DENN ER IST MEIN
(a) FELS, MEINE HILFE, MEIN SCHUTZ, DASS ICH GEWISS
NICHT FALLEN WERDE.
62,4 Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er
eine hangende Wand und eine rissige Mauer?
62,5 Sie denken nur, wie sie ihn stürzen, haben Gefallen am Lügen; mit dem
Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. SELA.
62,6 ABER SEI NUR STILLE ZU GOTT, MEINE SEELE; DENN ER IST MEINE HOFFNUNG. 62,7 ER IST MEIN FELS, MEINE HILFE UND MEIN SCHUTZ, DASS ICH NICHT FALLEN
WERDE. 62,8 Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine
Zuversicht ist bei Gott. 62,9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus;
Gott ist unsre Zuversicht. SELA.
62,10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen
weniger als nichts, soviel ihrer sind. 62,11 Verlaßt euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung;
(a) (b) (c) fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. 62,12 Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein
ist mächtig, 62,13 und du, Herr, bist gnädig; denn (a) du vergiltst einem jeden, wie er's
verdient hat.
63. Kapitel
Sehnsucht nach Gott
63,1 EIN PSALM DAVIDS, aALS ER IN DER WÜSTE JUDA WAR.
63,2 Gott, du bist mein Gott, den ich suche.
(a) Es dürstet meine Seele nach
dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo
kein Wasser ist.
63,3 So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne sehen
deine Macht und Herrlichkeit.
63,4 Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich.
63,5 So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen
aufheben.
63,6 Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem
Munde loben kann; 63,7 wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege,
sinne ich über dich nach.(a) 63,8 Denn du bist mein Helfer, und (a) unter dem Schatten deiner Flügel
frohlocke ich. 63,9 Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.
63,10 Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben; sie werden
in die Tiefen der Erde hinunterfahren. 63,11 Sie werden dem Schwert dahingegeben und den Schakalen zur Beute
werden. 63,12 Aber der König freut sich in Gott. Wer bei ihm schwört, der darf sich
rühmen; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.
64. Kapitel
Bitte um Schutz vor bösen Anschlägen
64,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
64,2 Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem
schrecklichen Feinde.
64,3 Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen, vor dem Toben der
Übeltäter,
64,4 die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, mit ihren giftigen Worten
zielen wie mit Pfeilen,
64,5 daß sie heimlich schießen auf den Frommen; plötzlich schießen sie auf
ihn ohne alle Scheu.
64,6 Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge und reden davon, wie sie
Stricke legen wollen, und sprechen: (a) Wer kann sie sehen? 64,7 Sie haben Böses im Sinn und halten's geheim, sind verschlagen und haben
Ränke im Herzen.
64,8 Da trifft sie Gott mit dem Pfeil, plötzlich sind sie zu Boden
geschlagen. 64,9 Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall, daß ihrer spotten wird, wer sie
siehet. 64,10 Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: (a) Das hat Gott getan!
und erkennen, daß es sein Werk ist. 64,11 Die Gerechten werden sich des HERRN freuen und auf ihn trauen, und
alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.
65. Kapitel
Danklied für geistlichen und leiblichen Segen
65,1 EIN PSALMLIED DAVIDS, VORZUSINGEN.
65,2 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde.
65,3 Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.
65,4 Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben.
65,5 Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest,daß er in deinen Vorhöfen
wohne; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.
(a) (b) (c) 65,6 Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der
du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer; 65,7 der du die Berge festsetzest in deiner Kraft und gerüstet bist mit
Macht; 65,8 der du (a) stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und
das Toben der Völker, 65,9 daß sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du
machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.
65,10 Du (a) suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich;
Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässest ihr Getreide gut
geraten; denn so baust du das Land. 65,11 Du (a) tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen
machst du es weich und segnest sein Gewächs. 65,12 Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von
Segen. 65,13 Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel sind erfüllt mit
Jubel. 65,14 Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß
man jauchzet und singet.
66. Kapitel
Danklied für Gottes wunderbare Führung
66,1 EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN. Jauchzet Gott, alle Lande!
66,2 Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!
66,3 Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen
sich beugen vor deiner großen Macht.
66,4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. SELA.
66,5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in
seinem Tun an den Menschenkindern. 66,6 Er (a) (b) verwandelte das Meer in trockenes Land, sie konnten zu Fuß durch
den Strom gehen. Darum freuen wir uns seiner. 66,7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die
Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. SELA. 66,8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott, laßt seinen Ruhm weit erschallen, 66,9 der unsre Seelen am Leben erhält und läßt unsere Füße nicht gleiten. 66,10 Denn, Gott, du hast uns (a) geprüft und geläutert, wie das Silber
geläutert wird; 66,11 du hast uns in den Turm werfen lassen,du hast auf unsern Rücken eine
Last gelegt, 66,12 du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, (a) wir sind in Feuer
und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.
66,13 Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine
Gelübde erfüllen, 66,14 wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner
Not. 66,15 Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch
von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. SELA.
66,16 Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen,
was er an mir getan hat. 66,17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. 66,18 Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr
nicht gehört.(a) 66,19 Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen. 66,20 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir
wendet.
67. Kapitel
Gottes Segen über alle Welt
67,1 EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.
67,2 Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz
leuchten,
(a) -SELA-
67,3 daß man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil.
67,4 ES DANKEN DIR, GOTT, DIE VÖLKER, ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.
67,5 Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Menschen recht richtest
und regierst die Völker auf Erden. SELA. 67,6 ES DANKEN DIR, GOTT, DIE VÖLKER, ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.
67,7 Das (a) Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! 67,8 Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!
68. Kapitel
Der Sieg Gottes
68,1 EIN PSALMLIED DAVIDS, VORZUSINGEN.
68,2 (a) Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen,
fliehen vor ihm.
68,3 Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer,
so kommen die Gottlosen um vor Gott.
68,4 Die Gerechten aber freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen
sich von Herzen.
68,5 Singet Gott, lobsinget seinem Namen! (a) Macht Bahn dem, der durch die
Wüste einherfährt; er heißt HERR. Freuet euch vor ihm! 68,6 Ein (a) Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner
heiligen Wohnung, 68,7 ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen
herausführt, daß es ihnen wohlgehe; aber die Abtrünnigen läßt er bleiben
in dürrem Lande.
68,8 Gott, (a) als du vor deinem Volk herzogst, als du einhergingest in der
Wüste, -SELA- 68,9 da (a) bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott - am Sinai -, vor
Gott, dem Gott Israels. 68,10 Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen, und dein Erbe, das dürre war,
erquicktest du, 68,11 daß deine Herde darin wohnen konnte. Gott, du labst die Elenden in
deiner Güte. 68,12 Der Herr gibt ein Wort - der (a) Freudenbotinnen ist eine große Schar
-:* *Luther übersetzte: «Der Herr gibt das Wort mit großen Scharen
Evangelisten.» 68,13 Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen, und die Frauen teilen
die Beute aus. 68,14 Wenn ihr zu Felde liegt, glänzt es wie Flügel der Tauben, die wie
Silber und Gold schimmern. 68,15 Als der Allmächtige dort Könige zerstreute, damals fiel Schnee auf dem
Zalmon. 68,16 Ein Gottesberg ist Baschans Gebirge, ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist
Baschans Gebirge. 68,17 Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, (a) auf den Berg, wo es Gott
gefällt zu wohnen? Ja, dort wird der HERR immerdar wohnen. 68,18 Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend; der Herr zieht ein ins
Heiligtum vom Sinai her. 68,19 Du (a) bist aufgefahren zur Höheund führtest Gefangne gefangen; du hast
Gaben empfangen unter den Menschen; auch die Abtrünnigen müssen sich,
Gott, vor dir bücken.
68,20 Gelobt sei der Herr täglich. (a) Gott legt uns eine Last auf, aber er
hilft uns auch. SELA. 68,21 Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN, der vom Tode
errettet. 68,22 Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern, den Schädel der
Gottlosen, die da fortfahren in ihrer Sünde. 68,23 Der Herr hat gesagt: Aus Baschan will ich sie wieder holen, aus der
Tiefe des Meeres will ich sie holen, 68,24 daß du deinen Fuß im Blut der Feinde badest und deine Hunde es
lecken.
68,25 Man sieht, Gott, (a) wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König,
(b) einherziehst im Heiligtum. 68,26 Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute, in der Mitte die
Jungfrauen, die da (a) Pauken schlagen. «68,27 Lobet Gott in den Versammlungen, den HERRN, (a) die ihr von Israel
herstammt.» 68,28 Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran, die Fürsten Judas mit ihren
Scharen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.
68,29 Entbiete, Gott, deine Macht, die Macht, Gott, die du an uns bewiesen
hast 68,30 von deinem Tempel her; um Jerusalems willen werden dir (a) Könige
Geschenke bringen. 68,31 Bedrohe das Tier im Schilf, die Rotte der Mächtigen, die Gebieter der
Völker; tritt nieder, die das Silber lieb haben, zerstreue die Völker, die
gerne Krieg führen. 68,32 Aus Ägypten werden Gesandte kommen; Mohrenland wird seine Hände
ausstrecken zu Gott.(a) (b) (c) (d)
68,33 Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem Herrn! SELA. 68,34 Er fährt einher durch die Himmel, die von Anbeginn sind. Siehe, er
läßt seine Stimme erschallen, eine gewaltige Stimme. 68,35 Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel und seine
Macht in den Wolken. 68,36 Wundersam ist Gott in seinem Heiligtum; er ist Israels Gott. Er wird
dem Volke Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!
69. Kapitel
In Anfechtung und Schmach
69,1 VON DAVID, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN».
69,2 Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
69,3 Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe
Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.
69,4 Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind
trübe geworden, weil ich so lange harren muß auf meinen Gott.
69,5 Die
(a) mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte
habe. Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, sind
mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.
69,6 Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht
verborgen. 69,7 Laß an mir nicht zuschanden werden, die deiner harren, Herr, HERR
Zebaoth! Laß an mir nicht schamrot werden, die dich suchen, Gott
Israels! 69,8 Denn (a) um deinetwillen trage ich Schmach,mein Angesicht ist voller
Schande. 69,9 Ich (a) bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern
meiner Mutter; 69,10 denn (a) (b) der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und (c) die
Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. 69,11 Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu. 69,12 Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir. 69,13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und beim Zechen singt man von
mir.(a)
69,14 Ich aber bete zu dir, HERR, (a) zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner
großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. 69,15 Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke, daß ich errettet
werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; 69,16 daß mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und (a)
das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.
69,17 a Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir
nach deiner großen Barmherzigkeit 69,18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist
angst; erhöre mich eilends. 69,19 Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde
willen. 69,20 Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher
sind dir alle vor Augen. 69,21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob
jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde
keine. 69,22 Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst.(a)
69,23 a Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. 69,24 Ihre Augen sollen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Hüften
laß immerfort wanken. 69,25 Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife
sie. 69,26 Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren
Zelten.(a) 69,27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem
Schmerz dessen, den du hart getroffen hast. 69,28 Laß sie aus einer Schuld in die andre fallen, daß sie nicht kommen zu
deiner Gerechtigkeit. 69,29 Tilge sie aus dem (a) (b) (c) (d) Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen
bei den Gerechten. 69,30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze
mich!
69,31 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch
ehren mit Dank. 69,32 Das (a) wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und
Klauen hat. 69,33 Die Elenden sehen es und freuen sich, und die Gott suchen, denen (a) wird
das Herz aufleben. 69,34 Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.
69,35 Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere mit allem, was sich darin
regt. 69,36 Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, daß man dort
wohne und sie besitze. 69,37 Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen
lieben, werden darin bleiben.
70. Kapitel
Hilferuf gegen Widersacher
(vgl. Ps 40,14-18)
70,1 VON DAVID, VORZUSINGEN, ZUM GEDENKOPFER.
70,2 Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen!
70,3 Es sollen sich schämen und zuschanden werden,die mir nach dem Leben
trachten; sie sollen zurückweichen und zum Spott werden, die mir Übles
wünschen;
70,4 sie sollen umkehren um ihrer Schande willen, die über mich schreien:
Da, da!
70,5 Laß deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und
die dein Heil lieben, laß allewege sagen:Hoch gelobt sei Gott!
70,6 Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir! Du bist mein Helfer und
Erretter; HERR, säume nicht!
71. Kapitel
Bitte um Gottes Hilfe im Alter
71,1 HERR, ich traue auf dich, laß mich nimmermehr zuschanden werden.
71,2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine
Ohren zu mir und hilf mir!
71,3 Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der du zugesagt
hast, mir zu helfen; denn du bist mein
(a) Fels und meine Burg.
71,4 Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des
Ungerechten und Tyrannen. 71,5 Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung von
meiner Jugend an. 71,6 Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; du hast mich aus
meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar. 71,7 Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber du bist meine starke
Zuversicht. 71,8 Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.
71,9 Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlaß mich nicht, wenn ich schwach
werde. 71,10 Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten
sich miteinander 71,11 und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn,
denn da ist kein Erretter!
71,12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen! 71,13 Schämen sollen sich und umkommen, die meiner Seele feind sind; mit
Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen.
71,14 Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm. 71,15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine
Wohltaten, die ich nicht zählen kann. 71,16 Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN; ich preise deine
Gerechtigkeit allein.
71,17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt,und noch jetzt verkündige
ich deine Wunder. 71,18 Auch (a) im Alter, Gott, verlaß mich nicht, und wenn ich grau werde, bis
ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch
kommen sollen. 71,19 Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du große Dinge
tust, Gott, wer ist dir gleich? 71,20 Du lässest mich erfahren viele und große Angst und (a) machst mich
wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. 71,21 Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
71,22 So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein
Gott; ich will dir zur Harfe lobsingen, du (a) (b) Heiliger Israels. 71,23 Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein
und dir lobsingen. 71,24 Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit; denn zu
Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.
72. Kapitel
Der Friedefürst und sein Reich
72,1 VON SALOMO. Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit
dem Königssohn,
72,2 daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.
72,3 Laß die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel
Gerechtigkeit.
72,4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und
die Bedränger zermalmen. 72,5 Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt, von
Geschlecht zu Geschlecht. 72,6 Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das
Land feuchten. 72,7 Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit und großer Friede sein,
bis der Mond nicht mehr ist. 72,8 Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere, und von dem Strom* bis
zu den Enden der Erde.(a) 72,9 Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste, und (a) seine Feinde
sollen Staub lecken. 72,10 Die Könige von (a) Tarsis und auf den Inseln sollen (b) Geschenke bringen,
die Könige aus (c) Saba und Scheba sollen Gaben senden. 72,11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallenund alle Völker ihm dienen.
72,12 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den (a)
Elenden, der keinen Helfer hat. 72,13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Armen wird er
helfen. 72,14 Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen, und (a) (b) ihr Blut ist wert
geachtet vor ihm. 72,15 Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll
immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen. 72,16 Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen; wie am
Libanon rausche seine Frucht. In den Städten sollen sie grünen wie das
Gras auf Erden. 72,17 Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name.
Und (a) (b) durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn
preisen.
72,18 a Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut! 72,19 Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und (a) alle Lande sollen
seiner Ehre voll werden! Amen! Amen! 72,20 ZU ENDE SIND DIE GEBETE DAVIDS, DES SOHNES ISAIS.
73. Kapitel
DRITTES BUCH
Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen
73,1 EIN PSALM ASAFS. Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reines
Herzens sind.
73,2 Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre
beinahe geglitten.
73,3 Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,als ich sah,
(a) daß es den
Gottlosen so gut ging.
73,4 Denn für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib. 73,5 Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie
andere Menschen geplagt. 73,6 Darum prangen sie in Hoffart und hüllen sich in Frevel. 73,7 Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt. 73,8 Sie achten alles für nichts und reden böse, sie reden und lästern hoch
her. 73,9 Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen,
das soll gelten auf Erden. 73,10 Darum fällt ihnen der Pöbel zu und läuft ihnen zu in Haufen wie
Wasser. 73,11 Sie sprechen: (a) Wie sollte Gott es wissen? Wie sollte der Höchste
etwas merken? 73,12 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und
werden reich.
73,13 a Soll es denn umsonst sein, daß ich mein Herz rein hielt und meine
Hände in Unschuld wasche? 73,14 Ich bin doch täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen
da. 73,15 Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das
Geschlecht deiner Kinder verleugnet. 73,16 So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte,aber es war mir zu schwer, 73,17 bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
73,18 Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzest sie zu Boden. 73,19 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein
Ende mit Schrecken. 73,20 Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst du,
Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst. 73,21 Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren, 73,22 da war ich ein Narr und wußte nichts, ich war wie ein Tier vor dir.
73,23 Dennoch (a) bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner
rechten Hand, 73,24 du leitest mich nach deinem Rat und (a) nimmst mich am Ende mit Ehren
an. 73,25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. 73,26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott,
allezeit meines Herzens Trost und (a) mein Teil.
73,27 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringst um alle,
die dir die Treue brechen. 73,28 Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine
Zuversicht setze auf Gott den HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.
74. Kapitel
Klage vor dem entweihten Heiligtum
74,1 EINE UNTERWEISUNG ASAFS. Gott, warum verstößest du uns für immer und
bist so zornig über die Schafe deiner Weide?
74,2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum
Erbteil erlöst hast, an den Berg
(a) Zion, auf dem du wohnest.
74,3 Richte doch deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind
hat alles verheert im Heiligtum. 74,4 Deine Widersacher brüllen in deinem Hause und stellen ihre Zeichen
darin auf. 74,5 Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes. 74,6 Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken. 74,7 Sie (a) verbrennen dein Heiligtum, bis auf den Grund entweihen sie die
Wohnung deines Namens. 74,8 Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie ganz unterdrücken! Sie
verbrennen alle Gotteshäuser im Lande. 74,9 Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner
ist bei uns, der etwas weiß.
74,10 Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher noch schmähen und der Feind
deinen Namen immerfort lästern? 74,11 Warum ziehst du deine Hand zurück? Nimm deine Rechte aus dem Gewand und
mach ein Ende!
74,12 Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf
Erden geschieht. 74,13 Du hast (a) (b) das Meer gespalten durch deine Kraft, zerschmettert die
Köpfe der (c) Drachen im Meer. 74,14 Du hast dem (a) Leviatan die Köpfe zerschlagen und ihn zum Fraß gegeben
dem wilden Getier. 74,15 Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen und ließest starke
Ströme versiegen. 74,16 Dein ist der Tag und dein ist die Nacht; (a) du hast Gestirn und Sonne
die Bahn gegeben. 74,17 Du hast dem Land seine Grenze gesetzt;Sommer und Winter hast du
gemacht.
74,18 So gedenke doch, HERR, wie der Feind schmäht und ein törichtes Volk
deinen Namen lästert. 74,19 Gib deine Taube* nicht den Tieren preis; das Leben deiner Elenden
vergiß nicht für immer. *d. i. Israel. 74,20 Gedenke an den Bund; denn die dunklen Winkel des Landes sind voll
Frevel. 74,21 Laß den Geringen nicht beschämt davongehen, laß die Armen und Elenden
rühmen deinen Namen. 74,22 Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache; denk an die Schmach, die
dir täglich (a) von den Toren widerfährt. 74,23 Vergiß nicht das Geschrei deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher
wird je länger, je größer.
75. Kapitel
Gott ist Richter über die Stolzen
75,1 EIN PSALMLIED ASAFS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT».
75,2 Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß
(a) dein Name so nahe ist.
.«75,3 Wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich recht richten. 75,4 Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen, aber ich halte ihre
Säulen fest. » SELA.
75,5 Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmt euch nicht so! und zu den
Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt! 75,6 Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht so halsstarrig!
75,7 Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang, nicht von
der Wüste und nicht von den Bergen, 75,8 sondern Gott ist Richter, der diesen (a) erniedrigt und jenen erhöht.
75,9 Denn der HERR hat einen Becher in der Hand, mit starkem Wein voll
eingeschenkt. Er schenkt daraus ein, und (a) (b) die Gottlosen auf Erden müssen
alle trinken und sogar die Hefe schlürfen.
75,10 Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs: 75,11 Er wird alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des
Gerechten erhöht werde.
76. Kapitel
Gott, der furchtbare Richter
76,1 EIN PSALMLIED ASAFS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.
76,2 Gott ist in Juda bekannt, in Israel ist sein Name herrlich.
76,3 So erstand in Salem sein Zelt und
(a) seine Wohnung in Zion.
76,4 Dort
(a) zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und
Streitmacht. SELA.
76,5 Du bist herrlicher und mächtiger als die ewigen Berge. 76,6 Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken, und allen Kriegern
versagen die Hände. 76,7 Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Roß und Wagen.
76,8 Furchtbar bist du! Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest? 76,9 Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, erschrickt das Erdreich
und wird (a) (b) still, 76,10 wenn Gott sich aufmacht zu richten, daß er helfe allen Elenden auf
Erden. SELA. 76,11 Wenn Menschen wider dich wüten, bringt es dir Ehre; und wenn sie noch
mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.
76,12 Tut Gelübde dem HERRN, eurem Gott, und haltet sie! Alle, die ihr um
ihn her seid, bringt Geschenke dem Furchtbaren, 76,13 der den Fürsten den Mut nimmt und furchtbar ist unter den Königen auf
Erden.
77. Kapitel
Trost aus Gottes früheren Taten
77,1 EIN PSALM ASAFS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN.
77,2 Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört
mich.
77,3 In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts
ausgereckt und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten
lassen.
77,4 Ich denke an Gott - und bin betrübt; ich sinne nach - und mein Herz ist
in Ängsten. SELA.
77,5 Meine Augen hältst du, daß sie wachen müssen;ich bin so voll Unruhe, daß
ich nicht reden kann.
77,6 Ich (a) gedenke der alten Zeit, der vergangenen Jahre. 77,7 Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist
muß forschen. 77,8 Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen? 77,9 Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung für
immer ein Ende? 77,10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn
verschlossen? SELA. 77,11 Ich sprach: Darunter leide ich, daß die rechte Hand des Höchsten sich
so ändern kann.
77,12 Darum denke ich an die Taten des HERRN, ja, ich denke an deine
früheren Wunder 77,13 und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach. 77,14 Gott, dein Weg ist heilig. (a) Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du,
Gott, bist? 77,15 Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter
den Völkern. 77,16 Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josefs.
SELA.
77,17 Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich und ängstigten
sich, ja, die Tiefen tobten. 77,18 Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, die Wolken donnerten, und deine
Pfeile fuhren einher. 77,19 Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte
und wankte. 77,20 (a) Dein Weg ging durch das Meer und dein Pfad durch große Wasser; doch
niemand sah deine Spur. 77,21 Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand des Mose und
Aaron.
78. Kapitel
Schuld, Gericht und Gnade in Israels Geschichte
(vgl. Ps 106)
78,1 EINE UNTERWEISUNG ASAFS. Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget
eure Ohren zu der Rede meines Mundes!
78,2 Ich
(a) will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden
aus alter Zeit.
78,3 (a) (b) Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben,
78,4 das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem
kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder,
die er getan hat.
78,5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und
gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren, 78,6 damit es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden;
die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen, 78,7 daß sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen die Taten
Gottes, sondern seine Gebote hielten 78,8 und nicht würden wie ihre Väter, (a) ein abtrünniges und ungehorsames
Geschlecht, 78,9 (a) wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des
Streits; 78,10 sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz
wandeln 78,11 und vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erwiesen
hatte.
78,12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan. 78,13 Er (a) zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen und stellte das
Wasser fest wie eine Mauer. 78,14 Er leitete sie am Tage mit einer Wolke und die ganze Nacht mit einem
hellen Feuer.(a) 78,15 (a) (b) (c) Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser in
Fülle; 78,16 er ließ Bäche aus den Felsen kommen, daß sie hinabflossen wie
Wasserströme.
78,17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und empörten sich in der Wüste
gegen den Höchsten; 78,18 sie (a) versuchten Gott in ihrem Herzen, (b) als sie Speise forderten für
ihr Gelüste, 78,19 und redeten wider Gott und sprachen: Kann Gott wohl einen Tisch
bereiten in der Wüste? 78,20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, daß Wasser strömten und
Bäche sich ergossen; kann er aber auch Brot geben und seinem Volk Fleisch
verschaffen? 78,21 Da der HERR das hörte, (a) entbrannte er im Grimm, und Feuer brach aus
in Jakob, und Zorn kam über Israel, 78,22 weil sie nicht glaubten an Gott und nicht hofften auf seine Hilfe. 78,23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels 78,24 und (a) ließ Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Himmelsbrot. 78,25 Brot der Engel aßen sie alle, er sandte ihnen Speise in Fülle. 78,26 aEr ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine
Stärke den Südwind 78,27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer; 78,28 mitten in das Lager fielen sie ein, rings um seine Wohnung her. 78,29 Da aßen sie und wurden sehr satt; und was sie verlangten, gewährte er
ihnen. 78,30 Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt, ihre Speise war noch in
ihrem Munde, 78,31 da kam der Zorn Gottes über sie und brachte ihre Vornehmsten um und
schlug die Besten in Israel nieder.
78,32 Zu dem allen sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine
Wunder. 78,33 Darum (a) (b) ließ er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts und ihre Jahre in
Schrecken. 78,34 Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie Gott und fragten wieder
nach ihm 78,35 und dachten daran, daß Gott ihr Hort ist und Gott, der Höchste, ihr
Erlöser. 78,36 Doch betrogen sie ihn mit ihrem Munde und belogen ihn mit ihrer
Zunge. 78,37 Ihr Herz hing nicht fest an ihm, und sie hielten nicht treu an seinem
Bunde. 78,38 Er aber war barmherzig und vergab die Schuldund vertilgte sie nicht und
wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Grimm an ihnen
aus. 78,39 Denn er dachte daran, daß sie Fleisch sind, ein (a) Hauch, der
dahinfährt und nicht wiederkommt.
78,40 Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste und betrübten ihn in der
Einöde! 78,41 Sie versuchten Gott immer wieder und kränkten den Heiligen Israels. 78,42 Sie dachten nicht an die Taten seiner Hand, an den Tag, als er sie
erlöste von den Feinden, 78,43 wie er seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande
Zoan; 78,44 als er (a) ihre Ströme in Blut verwandelte, daß sie aus ihren Flüssen
nicht trinken konnten; 78,45 als er (a) Ungeziefer unter sie schickte, das sie fraß, und (b) Frösche,
die ihnen Verderben brachten, 78,46 und ihr Gewächs den Raupen gab und ihre Saat den (a) Heuschrecken; 78,47 als er ihre Weinstöcke mit (a) Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit
Schloßen; 78,48 als er ihr Vieh preisgab dem Hagel und ihre Herden dem Wetterstrahl; 78,49 als er die Glut seines Zornes unter sie sandte, Grimm und Wut und
Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel; 78,50 als er seinem Zorn freien Lauf ließ und ihre Seele vor dem Tode nicht
bewahrte und (a) ihr Leben preisgab der Pest; 78,51 als er (a) alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge ihrer Kraft
in den Zelten Hams. 78,52 Er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und (a) führte sie wie eine Herde
in der Wüste; 78,53 und er leitete sie sicher, daß sie sich nicht fürchteten; (a) aber ihre
Feinde bedeckte das Meer. 78,54 Er brachte sie zu seinem heiligen Lande, zu diesem (a) Berge, den seine
Rechte erworben hat, 78,55 und vertrieb vor ihnen her die Völker und verteilte ihr Land als Erbe
und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.
78,56 Aber sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten und hielten seine
Gebote nicht; 78,57 sie wichen zurück und waren treulos wie ihre Väter und versagten wie
ein schlaffer Bogen; 78,58 sie erzürnten ihn mit ihren Höhen und (a) reizten ihn zum Zorn mit ihren
Götzen. 78,59 Als das Gott hörte, entbrannte sein Grimm, und er verwarf Israel so
sehr, 78,60 daß er (a) (b) (c) seine Wohnung in Silo dahingab,das Zelt, in dem er unter
Menschen wohnte; 78,61 er gab seine Macht* in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit* in die
Hand des Feindes; *Gemeint ist die Bundeslade (Ps 132,8; 1. Sam 4,21). 78,62 er übergab sein Volk dem Schwert und ergrimmte über sein Erbe. 78,63 Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mußten
ungefreit bleiben. 78,64 Ihre (a) Priester fielen durchs Schwert, und die Witwen konnten die Toten
nicht beweinen.
78,65 Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Starker, der beim
Wein fröhlich war, 78,66 und schlug seine Feinde hinten und hängte ihnen ewige Schande an.(a) 78,67 Er verwarf das Zelt Josefs und erwählte nicht den Stamm Ephraim, 78,68 sondern erwählte (a) den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebhat. 78,69 Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen, wie die Erde, die er
gegründet hat für immer, 78,70 (a) (b) und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden; 78,71 von den säugenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jakob weide
und sein Erbe Israel. 78,72 Und er weidete sie mit aller Treue und leitete sie mit kluger Hand.
79. Kapitel
Gebet des Volkes Gottes in schwerer Kriegsnot
79,1 EIN PSALM ASAFS. Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; die
haben deinen heiligen Tempel entweiht und aus Jerusalem einen Steinhaufen
gemacht.
79,2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu
fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.
79,3 Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, und da war
niemand, der sie begrub.
79,4 Wir sind bei unsern Nachbarn eine Schmach geworden, zu Spott und Hohn
bei denen, die um uns her sind.
(a) 79,5 HERR, wie lange willst du so sehr zürnen und deinen Eifer brennen
lassen wie Feuer? 79,6 (a) Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen, und auf
die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen. 79,7 Denn sie haben Jakob gefressen und seine Stätte verwüstet. 79,8 Rechne uns die Schuld der Väter nicht an, erbarme dich unser bald, denn
wir sind sehr elend.
79,9 Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette
uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen! 79,10 Warum läßt du die Heiden sagen: (a) (b) «Wo ist nun ihr Gott?» 79,11 Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; durch deinen starken
Arm erhalte die Kinder des Todes 79,12 und (a) vergilt unsern Nachbarn siebenfach auf ihr Haupt ihr Schmähen,
mit dem sie dich, HERR, geschmäht haben.
79,13 Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und
verkünden deinen Ruhm für und für.
80. Kapitel
Gebet für den zerstörten «Weinstock Gottes»
80,1 EIN PSALM ASAFS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN DES ZEUGNISSES».
80,2 Du Hirte Israels, höre, der du Josef hütest wie Schafe! Erscheine, der
du
(a) (b) thronst über den Cherubim,
80,3 vor Ephraim, Benjamin und Manasse! Erwecke deine Kraft und komm uns zu
Hilfe!
80,4 GOTT, TRÖSTE UNS WIEDER UND LASS LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN
WIR.
80,5 HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen, während dein Volk zu
dir betet? 80,6 Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit einem großen Krug
voll Tränen. 80,7 Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten, und unsre Feinde
verspotten uns. 80,8 GOTT ZEBAOTH, TRÖSTE UNS WIEDER; LASS LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN
WIR.
80,9 Du hast einen (a) (b) Weinstock aus Ägypten geholt, hast vertrieben die
Völker und ihn eingepflanzt. 80,10 Du hast vor ihm Raum gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, daß er
das Land erfüllt hat. 80,11 Berge sind mit seinem Schatten bedecktund mit seinen Reben die Zedern
Gottes. 80,12 Du hast (a) seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige
bis an den Strom. 80,13 Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen, daß jeder seine Früchte
abreißt, der vorübergeht? 80,14 Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue und die Tiere des Feldes ihn
abgeweidet. 80,15 Gott Zebaoth, wende dich doch! Schaue vom Himmel und sieh darein, nimm
dich dieses Weinstocks an! 80,16 Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, (a) den Sohn, den du dir
großgezogen hast! 80,17 Sie haben ihn (a) mit Feuer verbrannt wie Kehricht; vor dem Drohen
deines Angesichts sollen sie umkommen.
80,18 Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir
großgezogen hast. 80,19 So wollen wir nicht von dir weichen. Laß uns leben, so wollen wir
deinen Namen anrufen. 80,20 HERR, GOTT ZEBAOTH, TRÖSTE UNS WIEDER; LASS LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO
GENESEN WIR.
81. Kapitel
Die wahre Festfeier
81,1 VON ASAF, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT.
81,2 Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs!
81,3 Hebt an mit Psalmen und laßt hören die Pauken, liebliche Zithern und
Harfen!
81,4 (a) Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, am Tag unsres Festes!
81,5 Denn das ist eine Satzung für Israel und eine Ordnung des Gottes
Jakobs.
81,6 Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef, als Er auszog wider
Ägyptenland.
.Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte: 81,7 Ich habe (a) (b) ihre Schultern von der Last befreit und ihre Hände vom
Tragkorb erlöset. 81,8 Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus und (a) antwortete
dir aus der Wetterwolke und prüfte dich am (b) (c) Haderwasser. SELA. 81,9 Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Israel, du sollst mich hören! 81,10 Kein andrer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht
anbeten!a 81,11 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tu
deinen Mund weit auf, laß mich ihn füllen!
81,12 Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich
nicht. 81,13 So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, daß
sie wandeln nach eigenem Rat.
81,14 Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre und Israel auf meinem Wege
ginge! 81,15 Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen und meine Hand gegen seine
Widersacher wenden! 81,16 Und die den HERRN hassen, müßten sich vor ihm beugen, aber Israels
Zeit würde ewiglich währen, 81,17 und ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit (a) Honig aus dem
Felsen sättigen.
82. Kapitel
Der höchste Richter
82,1 EIN PSALM ASAFS. Gott steht
(a) in der Gottesgemeinde und ist Richter
unter den Göttern. «
82,2 Wie lange wollt ihr
(a) unrecht richten und die Gottlosen vorziehen?
SELA.
82,3 Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und
Bedürftigen zum Recht.
(a) 82,4 Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der
Gottlosen.»
82,5 Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, sie tappen dahin im
Finstern. Darum wanken alle Grundfesten der Erde.
.«82,6 Wohl habe ich gesagt: (a) Ihr seid Götter und allzumal Söhne des
Höchsten; 82,7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde
gehen.»
82,8 Gott, mache dich auf und (a) richte die Erde; denn du bist Erbherr über
alle Heiden!
83. Kapitel
Gebet gegen einen Bund von Feinden des Gottesvolkes
83,1 EIN PSALMLIED ASAFS.
83,2 Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig!
83,3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das
Haupt. 83,4 Sie machen (a) listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider
die, die bei dir sich bergen. «83,5 Wohlan!» sprechen sie, «laßt uns sie ausrotten, daß sie kein Volk mehr
seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!»
83,6 Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider
dich gemacht: 83,7 die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen,Moab und die Hagariter, 83,8 Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; 83,9 auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot.
SELA.
83,10 Mach's mit ihnen wie mit (a) (b) Midian, wie mit (c) Sisera, mit Jabin am Bach
Kischon, 83,11 die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist auf dem Acker. 83,12 Mache ihre Fürsten wie (a) Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie (b) Sebach
und Zalmunna, 83,13 die auch einmal sagten: Wir wollen das Land Gottes einnehmen.
83,14 Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem
Winde. 83,15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge
versengt, 83,16 so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem
Ungewitter.
83,17 Bedecke ihr Angesicht mit Schande, daß sie, HERR, nach deinem Namen
fragen müssen. 83,18 Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden
werden und umkommen. 83,19 So werden sie erkennen, daß du allein (a) HERR heißest und der Höchste
bist in aller Welt.
84. Kapitel
84,1 EIN PSALM DER
(a) SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT.
84,2 Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth!
84,3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein
Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
(a) 84,4 Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre
Jungen - deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.
84,5 Wohl denen, die
(a) in deinem Hause wohnen;die loben dich immerdar. SELA.
84,6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir
nachwandeln! 84,7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und
Frühregen hüllt es in Segen. 84,8 Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in
Zion. 84,9 HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! SELA. 84,10 Gott, unser Schild, schaue doch; sieh doch an das Antlitz deines
Gesalbten!
84,11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich
will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der
Gottlosen Hütten.(a) 84,12 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre.
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 84,13 HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt!
85. Kapitel
Bitte um neuen Segen
85,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.
85,2 HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst
die Gefangenen Jakobs;
85,3 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle seine
Sünde bedeckt hast; -SELA-
85,4 der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt
von der Glut deines Zorns:
85,5 hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns!
85,6 Willst du denn ewiglich über uns zürnenund deinen Zorn walten lassen für
und für?
85,7 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, daß dein Volk sich über dich
freuen kann?
85,8 HERR, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!
85,9 Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, daß er (a) (b) Frieden
zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit
geraten. 85,10 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm
Lande Ehre wohne; 85,11 daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich
küssen; 85,12 daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; 85,13 daß uns auch der HERR Gutes tue, und unser Land seine Frucht gebe; 85,14 daß Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.
86. Kapitel
Gebet in Bedrängnis
86,1 EIN GEBET DAVIDS. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich
bin elend und arm.
86,2 Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.Hilf du, mein Gott, deinem
Knechte, der sich verläßt auf dich.
86,3 Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir.
86,4 Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, Herr, verlangt mich.
86,5 Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich
anrufen.
86,6 Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens!
86,7 (a) In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören!
86,8 Herr, (a) (b) es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und niemand kann
tun, was du tust. 86,9 Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten,
Herr, und deinen Namen ehren, 86,10 daß du so groß bist und Wunder tust und du allein Gott bist.
86,11 a Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit;
erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte.
86,12 Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen
Namen ewiglich. 86,13 Denn deine Güte ist groß gegen mich, du hast mich errettet aus der
Tiefe des Todes.
86,14 Gott, es erheben sich die Stolzen gegen mich, und eine Rotte von
Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben und haben dich nicht vor Augen. 86,15 Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von
großer Güte und Treue.(a) (b) 86,16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner
Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd! 86,17 Tu ein Zeichen an mir, daß du's gut mit mir meinst, daß es sehen, die
mich hassen, und sich schämen, weil du mir beistehst, HERR, und mich
tröstest.
87. Kapitel
Zion wird die Mutter der Völker
87,1 EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORACH. Sie ist fest gegründet auf den heiligen
Bergen.
87,2 Der HERR liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen in Jakob.
87,3 Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. SELA.
87,4 Ich zähle Ägypten und Babel zu denen, die mich kennen, auch die
Philister und Tyrer samt den Mohren: «Die sind hier geboren.» (a) 87,5 Doch von Zion wird man sagen: «Mann für Mann ist darin geboren»; und er
selbst, der Höchste, erhält es. 87,6 Der HERR spricht, wenn er aufschreibt die Völker: «Die sind hier
geboren.» SELA. 87,7 Und sie singen beim Reigen: aAlle meine Quellen sind in dir!
88. Kapitel
Gebet in großer Verlassenheit und Todesnähe
88,1 EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ IM
WECHSEL*, EINE UNTERWEISUNG
(a) HEMANS, DES ESRACHITERS.
88,2 HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.
88,3 Laß mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien.
88,4 Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem
Tode.
88,5 Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein
Mann, der keine Kraft mehr hat.
88,6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe
liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden
sind.
88,7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die
Tiefe.
88,8 Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen
Fluten. SELA.
88,9 a Meine Freunde hast du mir entfremdet,du hast mich ihnen zum Abscheu
gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus, 88,10 mein Auge sehnt sich aus dem Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich; ich
breite meine Hände aus zu dir. 88,11 (a) (b) Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen
aufstehen und dir danken? SELA. 88,12 Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten? 88,13 Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine
Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?
88,14 Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich: 88,15 Warum verstößt du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor
mir? 88,16 Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine
Schrecken, daß ich fast verzage. 88,17 Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich. 88,18 Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal. 88,19 Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine
Verwandten hältst du fern von mir.
89. Kapitel
Israels Not und die Verheißung an David
89,1 EINE UNTERWEISUNG ETANS, DES ESRACHITERS.
89,2 Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue
verkünden mit meinem Munde für und für;
89,3 denn ich sage: Für ewig steht die Gnade fest;du gibst deiner Treue
sicheren Grund im Himmel. «
89,4 Ich
(a) habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten,
(b) ich habe
David, meinem Knechte, geschworen:
89,5 Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig und
(a) (b) deinen
Thron bauen für und für.» SELA.
89,6 Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen und deine Treue in
der Gemeinde der Heiligen.
89,7 Denn wer in den Wolken könnte dem HERRN gleichen und dem HERRN gleich
sein unter (a) den Himmlischen? 89,8 Gott ist gefürchtet in der Versammlung der Heiligen, groß und furchtbar
über alle, die um ihn sind. 89,9 HERR, Gott Zebaoth, wer ist wie du? Mächtig bist du, HERR, und deine
Treue ist um dich her. 89,10 Du herrschest über das ungestüme Meer,(a) (b) du stillest seine Wellen, wenn
sie sich erheben. 89,11 Du hast (a) (b) (c) (d) Rahab* zu Tode geschlagen und deine Feinde zerstreut mit
deinem starken Arm. 89,12 (a) Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet den Erdkreis und was
darinnen ist. 89,13 Nord und Süd hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen über deinen
Namen. 89,14 Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, und hoch ist deine
Rechte. 89,15 Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue
gehen vor dir einher.
89,16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines
Antlitzes wandeln; 89,17 sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner
Gerechtigkeit herrlich sein. 89,18 Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du
unser Haupt erhöhen. 89,19 Denn dem HERRN gehört unser Schild* und dem Heiligen in Israel unser
König. *Bezeichnung des Königs.
89,20 a Damals hast du geredet durch ein Gesicht zu deinem Heiligen und
gesagt: Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, ich habe erhöht
einen Auserwählten aus dem Volk. 89,21 Ich habe gefunden meinen Knecht David,ich habe ihn gesalbt mit meinem
heiligen Öl. 89,22 Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. 89,23 Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen und die Ungerechten ihn nicht
demütigen; 89,24 sondern ich will seine Widersacher vor ihm zerschlagen und, die ihn
hassen, zu Boden stoßen. 89,25 Aber meine Treue und Gnade soll bei ihm sein, und sein Haupt soll
erhöht sein in meinem Namen. 89,26 Seine Hand laß ich (a) herrschen über das Meer und seine Rechte über die
Ströme. 89,27 (a) Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir
hilft. 89,28 Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den
Königen auf Erden. 89,29 Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm
fest bleiben. 89,30 Ich will ihm ewiglich Nachkommen gebenund seinen Thron erhalten,
solange der Himmel währt. 89,31 Wenn aber seine Söhne mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten
nicht wandeln, 89,32 wenn sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten, 89,33 so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit
Plagen; 89,34 aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Treue nicht
brechen. 89,35 Ich will meinen Bund nicht entheiligenund nicht ändern, was aus meinem
Munde gegangen ist. 89,36 Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit und will David nicht
belügen: «89,37 Sein Geschlecht soll ewig bestehen und (a) sein Thron vor mir wie die
Sonne, 89,38 wie der Mond, der ewiglich bleibt, und wie (a) der treue Zeuge in den
Wolken.» SELA.
89,39 Aber nun hast du verstoßen und verworfen und zürnst mit deinem
Gesalbten! 89,40 Du hast zerbrochen den Bund mit deinem Knecht und seine Krone entweiht
in den Staub. 89,41 Du hast eingerissen alle seine Mauern und hast zerstört seine
Festungen. 89,42 Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein
Spott geworden. 89,43 Du erhöhst die Rechte seiner Widersacher und erfreust alle seine
Feinde. 89,44 Auch hast du die Kraft seines Schwerts weggenommen und lässest ihn
nicht siegen im Streit. 89,45 Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden
geworfen. 89,46 Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande.
SELA.
89,47 HERR, wie lange willst du dich so verbergen und deinen Grimm wie
Feuer brennen lassen? 89,48 Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich du alle Menschen
geschaffen hast! 89,49 Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele
errette aus des Todes Hand? SELA.
89,50 Herr, wo ist deine Gnade von einst, die du David geschworen hast in
deiner Treue? 89,51 Gedenke, Herr, an die (a) Schmach deiner Knechte, die ich trage in
meinem Herzen von all den vielen Völkern, 89,52 mit der, HERR, deine Feinde dich schmähen, mit der sie schmähen hinter
deinem Gesalbten her!
89,53 Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen! Amen!a
90. Kapitel
VIERTES BUCH
Zuflucht in unserer Vergänglichkeit
90,1 EIN GEBET DES MOSE, DES MANNES GOTTES. Herr, du bist unsre Zuflucht für
und für.
90,2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden,
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
90,3 Der du (a) die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder,
Menschenkinder!b 90,4 Denn (a) tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen
ist, und wie eine Nachtwache. 90,5 (a) (b) (c) (d) (e) Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf,
wie ein Gras, das am Morgen noch sproßt, 90,6 das am Morgen blüht und sproßt und des Abends welkt und verdorrt.
90,7 Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so
plötzlich dahin müssen. 90,8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins
Licht vor deinem Angesicht. 90,9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre
Jahre zu wie ein Geschwätz. 90,10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's
achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur (a) vergebliche
Mühe;* denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
90,11 Wer glaubt's aber, daß du so sehr zürnest,und wer fürchtet sich vor
dir in deinem Grimm? 90,12 (a) Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug
werden.
90,13 HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten
gnädig! 90,14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich
sein unser Leben lang. 90,15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir
so lange Unglück leiden. 90,16 Zeige deinen Knechten (a) deine Werke und deine Herrlichkeit ihren
Kindern. 90,17 Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk
unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!
91. Kapitel
Unter Gottes Schutz
91,1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des
Allmächtigen bleibt,
91,2 der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott,
auf den ich hoffe.
91,3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägersund von der verderblichen
Pest. 91,4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben
unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, 91,5 daß du nicht erschrecken mußt vor dem Grauen der Nacht, vor den
Pfeilen, die des Tages fliegen, 91,6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag
Verderben bringt. 91,7 Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner
Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. 91,8 Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehenund schauen, wie den Gottlosen
vergolten wird.
91,9 Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. 91,10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause
nahen. 91,11 (a) Denn er hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich behüten auf allen
deinen Wegen, 91,12 daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen
Stein stoßest. Ü91,13 ber Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen
niedertreten.(a)
.«91,14 Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen,
darum will ich ihn schützen. 91,15 Er (a) ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der
Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. 91,16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein (a)
Heil.»
92. Kapitel
Freude am Lob Gottes
92,1 EIN PSALMLIED FÜR DEN SABBATTAG.
92,2 Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und
(a) lobsingen deinem
Namen, du Höchster,
92,3 des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen
92,4 auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe.
92,5 Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich
rühme die Taten deiner Hände.
92,6 HERR, wie sind (a) deine Werke so groß! (b) Deine Gedanken sind sehr tief. 92,7 Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht.
92,8 Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle - nur
um vertilgt zu werden für immer! 92,9 Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich.
92,10 Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen,
und alle Übeltäter sollen zerstreut werden. 92,11 Aber mich machst du stark wie den Wildstier und (a) salbst mich mit
frischem Öl. 92,12 Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab und hört mein Ohr
von den Boshaften, die sich gegen mich erheben.
92,13 a Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine
Zeder auf dem Libanon. 92,14 Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres
Gottes grünen. 92,15 Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und
frisch sein, 92,16 daß sie verkündigen, wie der HERR es recht macht; (a) er ist mein Fels,
und kein Unrecht ist an ihm.
93. Kapitel
93,1 Der HERR ist
(a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) König und herrlich geschmückt; der HERR ist geschmückt
und umgürtet mit Kraft. Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht
wankt.
93,2 Von Anbeginn steht dein Thron fest; du bist ewig.
93,3 HERR, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr
Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen; 93,4 die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HERR aber
ist noch größer in der Höhe.
93,5 Dein Wort ist wahrhaftig und gewiß; Heiligkeit ist die Zierde deines
Hauses, HERR, für alle Zeit.
94. Kapitel
Hilferuf gegen die Unterdrücker des Volkes Gottes
94,1 HERR, du
(a) Gott der Vergeltung, du Gott der Vergeltung, erscheine!
94,2 Erhebe dich, du
(a) Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie
verdienen!
94,3 HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen
prahlen? 94,4 Es reden so trotzig daher, es rühmen sich alle Übeltäter. 94,5 HERR, sie zerschlagen dein Volkund plagen dein Erbe. 94,6 Witwen und Fremdlinge bringen sie um und töten die Waisen 94,7 und sagen: (a) Der HERR sieht's nicht, und der Gott Jakobs beachtet's
nicht.
94,8 Merkt doch auf, ihr Narren im Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug
werden? 94,9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht
hat, sollte der nicht sehen?a 94,10 Der die Völker in Zucht hält, sollte der nicht Rechenschaft fordern -
er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? 94,11 Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein
Hauch!a
94,12 Wohl dem, den du, HERR, (a) in Zucht nimmst und lehrst ihn durch dein
Gesetz, 94,13 ihm Ruhe zu schaffen vor bösen Tagen, bis dem Gottlosen die Grube
gegraben ist. 94,14 Denn (a) der HERR wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe
verlassen. 94,15 Denn Recht muß doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen
zufallen.
94,16 Wer steht mir bei wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die
Übeltäter? 94,17 Wenn der HERR mir nicht hülfe,läge ich bald (a) am Orte des Schweigens. 94,18 Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, HERR, deine
Gnade. 94,19 Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen, aber (a) deine Tröstungen
erquickten meine Seele.
94,20 Du hast ja nicht Gemeinschaft mit dem Richterstuhl der Bösen, die das
Gesetz mißbrauchen und Unheil schaffen. 94,21 Sie rotten sich zusammen wider den Gerechtenund verurteilen unschuldig
Blut.
94,22 Aber der HERR ist mein Schutz, mein Gott ist der Hort meiner
Zuversicht. 94,23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und sie um ihrer Bosheit willen
vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen.
95. Kapitel
Aufruf zur Anbetung und zum Gehorsam
95,1 Kommt herzu, laßt uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort
unsres Heils!
95,2 Laßt uns mit Danken vor sein Angesicht kommenund mit Psalmen ihm
jauchzen!
95,3 Denn der HERR ist ein großer Gott und
(a) ein großer König über alle
Götter.
95,4 Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,und die Höhen der Berge
sind auch sein.
95,5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,und seine Hände haben das
Trockene bereitet.
95,6 Kommt, laßt uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der
uns gemacht hat. 95,7 Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner
Hand.(a) (b) 95,8 (a) (b) «Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in
der Wüste, 95,9 wo mich eure Väter (a) versuchten und prüften und hatten doch mein Werk
gesehen. 95,10 Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, daß ich sprach: Es sind Leute,
deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen, 95,11 so daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe
kommen.»a
96. Kapitel
Der Schöpfer und Richter aller Welt
(vgl. 1. Chr 16,23-33)
96,1 Singet dem HERRN
(a) ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!
96,2 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein
Heil!
96,3 Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern
von seinen Wundern!
96,4 Denn der HERR ist groß und hoch zu loben,mehr zu fürchten als alle
Götter.
96,5 Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel
gemacht.
96,6 Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem
Heiligtum.
96,7 Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und
Macht! 96,8 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und
kommt in seine Vorhöfe! 96,9 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! 96,10 Sagt unter den Heiden: Der HERR ist (a) König. Er hat den Erdkreis
gegründet, daß er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.
96,11 a Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause
und was darinnen ist; 96,12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen
alle Bäume im Walde 96,13 vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, (a) zu richten das
Erdreich. Er (b) wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker
mit seiner Wahrheit.
97. Kapitel
97,1 Der HERR ist
(a) König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich
die Inseln, soviel ihrer sind.
97,2 Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Gericht sind seines
Thrones Stütze.
97,3 (a) Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde.
97,4 Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und
erschrickt.
97,5 Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem
(a) Herrscher der
ganzen Erde.
97,6 Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und
(a) (b) seine Herrlichkeit
sehen alle Völker.
97,7 Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen und (a) sich der Götzen
rühmen. (b) Betet ihn an, alle Götter! 97,8 Zion hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du,
HERR, recht regierest. 97,9 Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, (a) du bist hoch
erhöht über alle Götter.
97,10 Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die
Seelen seiner Heiligen; aus der Hand der Gottlosen wird er sie erretten. 97,11 Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen und Freude den
frommen Herzen. 97,12 Ihr Gerechten, freut euch des HERRN und danket ihm und preiset seinen
heiligen Namen!
98. Kapitel
Der königliche Richter aller Welt
98,1 EIN PSALM. Singet dem HERRN
(a) ein neues Lied, denn er tut Wunder.
(b) (c) Er
schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
98,2 Der HERR läßt sein Heil kundwerden; vor den Völkern macht er seine
Gerechtigkeit offenbar.
98,3 Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
(a) aller Welt
Enden sehen das Heil unsres Gottes.
98,4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! 98,5 Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! 98,6 Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem (a) König! 98,7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf
wohnen.(a) 98,8 Die Ströme sollen frohlocken, und alle Berge seien fröhlich 98,9 vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den
Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.
99. Kapitel
Der heilige Gott
99,1 Der HERR ist
(a) König, darum zittern die Völker;
(b) er sitzt über den
Cherubim, darum bebt die Welt.
99,2 Der HERR ist groß in Zion und erhaben über alle Völker.
99,3 Preisen sollen sie deinen großen und wunderbaren Namen, - DENN ER IST
HEILIG - 99,4 und die Macht des Königs, der das Recht lieb hat. * (a) Du hast bestimmt,
was richtig ist, du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob. 99,5 ERHEBET DEN HERRN, UNSERN GOTT, BETET AN (a) (b) (c) VOR DEM SCHEMEL SEINER
FÜSSE; DENN ER IST HEILIG. 99,6 Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die
seinen Namen anrufen, die riefen den HERRN an, und er erhörte sie. 99,7 Er redete mit ihnen in der Wolkensäule;sie hielten seine Gesetze und
Gebote, die er ihnen gab.
99,8 HERR, du bist unser Gott, du erhörtest sie; du, Gott, (a) vergabst ihnen
und straftest ihr Tun. 99,9 ERHEBET DEN HERRN, UNSERN GOTT, UND BETET AN AUF SEINEM HEILIGEN BERGE;
DENN DER HERR, UNSER GOTT, IST HEILIG.
100. Kapitel
Ein Aufruf zum Lobe Gottes
100,1 EIN PSALM ZUM DANKOPFER. Jauchzet dem HERRN, alle Welt!
100,2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
100,3 Erkennet, daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst
zu seinem Volk und
(a) zu Schafen seiner Weide.
100,4 a Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben;
danket ihm, lobet seinen Namen! 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine
Wahrheit für und für.
101. Kapitel
Regentenspiegel
101,1 EIN PSALM DAVIDS. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HERR,
Lob sagen.
101,2 Ich handle umsichtig und redlich, daß du mögest zu mir kommen; ich
wandle mit redlichem Herzen in meinem Hause.
101,3 (a) Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übertreter und lasse
ihn nicht bei mir bleiben.
101,4 Ein falsches Herz muß von mir weichen. Den Bösen kann ich nicht
leiden.
101,5 Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bring ich zum Schweigen.
Ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hoffärtige Art hat.
101,6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, daß sie bei mir wohnen;
(a)
ich habe gerne fromme Diener.
101,7 Falsche Leute dürfen in meinem Hause nicht bleiben, die Lügner gedeihen
nicht bei mir.
101,8 Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Gottlosen im Lande,
(a) daß ich
alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN.
102. Kapitel
102,1 EIN GEBET FÜR DEN ELENDEN, WENN ER VERZAGT IST UND SEINE KLAGE VOR DEM
HERRN AUSSCHÜTTET.
102,2 HERR, höre mein Gebet und laß mein Schreien zu dir kommen!
102,3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir;
wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!
102,4 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind
verbrannt wie von Feuer. 102,5 Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, daß ich sogar vergesse,
mein Brot zu essen. 102,6 Mein Gebein klebt an meiner Haut vor Heulen und Seufzen. 102,7 Ich bin wie die Eule in der Einöde, wie das Käuzchen in den Trümmern. 102,8 Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
102,9 Täglich schmähen mich meine Feinde,und die mich verspotten, fluchen mit
meinem Namen. 102,10 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen 102,11 vor deinem Drohen und Zorn, weil du mich hochgehoben und zu Boden
geworfen hast. 102,12 Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und (a) ich verdorre wie Gras.
102,13 Du aber, HERR, bleibst ewiglich und (a) dein Name für und für. 102,14 Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit,
daß du ihm gnädig seist, und die Stunde ist gekommen 102,15 - denn deine Knechte wollten gerne, daß es gebaut würde, und es
jammert sie, daß es in Trümmern liegt -, 102,16 daß die Heiden den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden
deine Herrlichkeit.
102,17 Ja, der HERR baut Zion wieder und erscheint in seiner Herrlichkeit. 102,18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet
nicht. 102,19 Das werde geschrieben für die Nachkommen; und das Volk, das er
schafft, wird den HERRN loben. 102,20 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, (a) der HERR sieht vom Himmel
auf die Erde, 102,21 daß er das Seufzen der Gefangenen höreund losmache die Kinder des
Todes, 102,22 daß sie in Zion verkünden den Namen des HERRN und sein Lob in
Jerusalem, 102,23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu
dienen.(a) (b) (c)
102,24 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft, er verkürzt meine Tage. 102,25 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg (a) in der Hälfte meiner Tage!
Deine Jahre währen für und für. 102,26 (a) Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner
Hände Werk. 102,27 Sie (a) werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie
ein Gewand; wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie werden
verwandelt werden. 102,28 Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. 102,29 Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen, und ihr Geschlecht wird vor
dir gedeihen.
103. Kapitel
Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes
103,1 VON DAVID. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen
heiligen Namen!
103,2 Lobe den HERRN, meine Seele, und
(a) vergiß nicht, was er dir Gutes getan
hat:
103,3 der dir
(a) alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
103,4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und
Barmherzigkeit,
103,5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst
(a) wie ein
Adler.
103,6 Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. 103,7 Er (a) hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. 103,8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.(a) 103,9 Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben.(a) 103,10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach
unsrer Missetat. 103,11 Denn (a) (b) so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade
walten über denen, die ihn fürchten. 103,12 So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretungen von uns
sein. 103,13 Wie sich (a) ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR
über die, die ihn fürchten.
103,14 Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, (a) (b) daß
wir Staub sind. 103,15 (a) (b) Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf
dem Felde; 103,16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte
kennet sie nicht mehr. 103,17 (a) Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen,
die ihn fürchten, 103,18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß
sie danach tun.
103,19 Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich
herrscht über alles. 103,20 (a) (b) (c) Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen
Befehl ausrichtet, daß man höre auf die Stimme seines Wortes! 103,21 Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen,seine Diener, die ihr seinen
Willen tut! 103,22 Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft!
.Lobe den HERRN, meine Seele!
104. Kapitel
Lob des Schöpfers
104,1 Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich;
du bist schön und prächtig geschmückt.
104,2 Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie
einen Teppich;
104,3 du baust deine Gemächer
(a) über den Wassern. Du fährst auf den Wolken wie
auf einem Wagen und
(b) kommst daher auf den Fittichen des Windes,
104,4 der du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen
Dienern;
(a) 104,5 der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, daß es bleibt
immer und ewiglich.
(a) (b) 104,6 Mit Fluten decktest du es wie mit einem Kleide, und die Wasser standen
über den Bergen.
104,7 Aber vor deinem Schelten flohen sie, vor deinem Donner fuhren sie
dahin.
104,8 Die Berge stiegen hoch empor, und die Täler senkten sich herunter zum
Ort, den du ihnen gegründet hast.
104,9 Du hast
(a) (b) eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen
nicht wieder das Erdreich bedecken.
104,10 Du lässest Wasser in den Tälern quellen, daß sie zwischen den Bergen
dahinfließen, 104,11 daß alle Tiere des Feldes trinken und das Wild seinen Durst lösche. 104,12 Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen. 104,13 Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte,
die du schaffest. 104,14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß
du Brot aus der Erde hervorbringst, 104,15 daß der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom
Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. 104,16 Die Bäume des HERRN stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er
gepflanzt hat. 104,17 Dort nisten die Vögel, und die Reiher wohnen in den Wipfeln. 104,18 Die hohen Berge geben dem Steinbock Zufluchtund die Felsklüfte dem
Klippdachs.
104,19 Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen; (a) die Sonne weiß
ihren Niedergang. 104,20 Du machst Finsternis, daß es Nacht wird; da regen sich alle wilden
Tiere, 104,21 die jungen Löwen, die da brüllen nach Raub und ihre Speise suchen von
Gott. 104,22 Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in
ihre Höhlen. 104,23 So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Werk bis an
den Abend.
104,24 HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise
geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.(a) 104,25 Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl,
große und kleine Tiere. 104,26 Dort ziehen Schiffe dahin; da sind große Fische, die du gemacht hast,
damit zu spielen.
104,27 a Es warten alle auf dich, daß du ihnen Speise gebest zur rechten
Zeit. 104,28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so
werden sie mit Gutem gesättigt. 104,29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren
Odem, so vergehen sie und (a) werden wieder Staub. 104,30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst
neu die Gestalt der Erde.
104,31 Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue sich
seiner Werke! 104,32 Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen
sie. 104,33 Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben,
solange ich bin. 104,34 Mein Reden möge ihm wohlgefallen. Ich freue mich des HERRN. 104,35 Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden und die Gottlosen nicht
mehr sein.
.Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!
105. Kapitel
Lob Gottes für seine Heilstaten in Israels Frühzeit
105,1 (a) Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun
unter den Völkern!
105,2 Singet und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern!
105,3 Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den
HERRN suchen!
105,4 Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz
allezeit!
105,5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der
Urteile seines Mundes,
105,6 du Geschlecht Abrahams, seines Knechts,ihr Söhne Jakobs, seine
Auserwählten!
105,7 Er ist der HERR, unser Gott, er richtet in aller Welt. 105,8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat
für tausend Geschlechter,(a) 105,9 an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, und an den Eid, den er
Isaak geschworen hat. 105,10 Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung und für Israel als ewigen
Bund 105,11 und sprach: «Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures
Erbteils»,(a) 105,12 als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge im
Lande.
105,13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreich zum andern. 105,14 Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und wies Könige zurecht um
ihretwillen:(a) «105,15 Tastet meine Gesalbten nicht an, und tut meinen Propheten kein
Leid!»
105,16 Und er ließ eine (a) Hungersnot ins Land kommen und nahm weg allen
Vorrat an Brot. 105,17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; aJosef wurde als Knecht verkauft. 105,18 Sie zwangen seine Füße in Fesseln, sein Leib mußte in Eisen liegen, 105,19 bis sein Wort eintraf und die Rede des HERRN ihm recht gab. 105,20 Da (a) sandte der König hin und ließ ihn losgeben, der Herr über Völker,
er gab ihn frei. 105,21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine
Güter, 105,22 daß er seine Fürsten unterwiese nach seinem Willen und seine Ältesten
Weisheit lehrte. 105,23 Und Israel zog nach Ägypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande
Hams.(a)
105,24 Und der Herr (a) ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger
als ihre Feinde. 105,25 Diesen verwandelte er das Herz, daß sie seinem Volk gram wurden und
Arglist übten an seinen Knechten. 105,26 Er sandte seinen Knecht (a) Moseund (b) Aaron, den er erwählt hatte. 105,27 Die taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.(a) 105,28 Er ließ Finsternis kommen und machte es finster; doch sie blieben
ungehorsam seinen Worten. 105,29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische. 105,30 Ihr Land wimmelte von Fröschen bis in die Kammern ihrer Könige. 105,31 Er gebot, da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet. 105,32 Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen in ihrem Lande 105,33 und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in
ihrem Gebiet. 105,34 Er gebot, da kamen Heuschrecken geflogen und gekrochen ohne Zahl; 105,35 sie fraßen alles, was da wuchs in ihrem Lande, und fraßen auch die
Frucht ihres Ackers. 105,36 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle Erstlinge ihrer Kraft. 105,37 Er führte sie heraus (a) mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher
unter ihren Stämmen. Ä105,38 gypten wurde froh, daß sie auszogen; denn Furcht vor ihnen war auf sie
gefallen. 105,39 Er breitete eine Wolke aus, sie zu decken, und ein Feuer, des Nachts
zu leuchten.(a) 105,40 Sie baten, da ließ er (a) Wachteln kommen,und er sättigte sie mit
Himmelsbrot. 105,41 Er (a) öffnete den Felsen, da flossen Wasser heraus, daß Bäche liefen in
der dürren Wüste. 105,42 Denn er gedachte an sein heiliges Wortund an Abraham, seinen Knecht.
105,43 So führte er sein Volk in Freuden heraus und seine Auserwählten mit
Jubel 105,44 und gab ihnen die Länder der Heiden, daß sie die Güter der Völker
gewannen, 105,45 damit sie seine Gebote hielten und seine Gesetze bewahrten.
Halleluja!
106. Kapitel
Gottes Gnade und Israels Undank
106,1 Halleluja!
(a) (b) (c) (d) (e) Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte
währet ewiglich.
106,2 Wer kann
(a) (b) die großen Taten des HERRN alle erzählen und sein Lob genug
verkündigen?
106,3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!
106,4 HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen
hast; erweise an uns deine Hilfe, 106,5 daß wir sehen das Heil deiner Auserwählten und uns freuen, daß es deinem
Volke so gut geht, und uns rühmen mit denen, die dein eigen sind.
106,6 Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und
sind gottlos gewesen.(a) 106,7 Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie
gedachten nicht an deine große Güte und (a) waren ungehorsam am Meer, am
Schilfmeer. 106,8 Er aber half ihnen um seines Namens willen, daß er seine Macht
beweise. 106,9 Er schalt das Schilfmeer, da wurde es trocken, und führte sie durch die
Tiefen wie durch trockenes Land 106,10 und half ihnen aus der Hand dessen, der sie haßte, und erlöste sie von
der Hand des Feindes. 106,11 Und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, daß nicht einer
übrigblieb. 106,12 Da glaubten sie an seine Worte und (a) sangen sein Lob.
106,13 Aber sie vergaßen bald seine Werke, sie warteten nicht auf seinen
Rat. 106,14 Und (a) sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der
Einöde. 106,15 Er aber gab ihnen, was sie erbaten, und sandte ihnen genug, bis ihnen
davor ekelte. 106,16 Und (a) sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen
des HERRN. 106,17 (a) Die Erde tat sich auf und verschlang Datan und deckte zu die Rotte
Abirams, 106,18 und Feuer wurde unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte
die Gottlosen.
106,19 a Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten das gegossene Bild an 106,20 und (a) verwandelten die Herrlichkeit ihres Gottes in das Bild eines
Ochsen, der Gras frißt. 106,21 Sie (a) vergaßen Gott, ihren Heiland, der so große Dinge in Ägypten
getan hatte, 106,22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Taten am Schilfmeer. 106,23 Und er gedachte, sie zu vertilgen, wäre nicht Mose gewesen, sein
Auserwählter; (a) (b) (c) der trat vor ihm in die Bresche, seinen Grimm abzuwenden,
daß er sie nicht verderbe.
106,24 Und sie achteten das köstliche Land gering; sie glaubten seinem Worte
nichta 106,25 und murrten in ihren Zelten; sie gehorchten der Stimme des HERRN
nicht. 106,26 Da erhob er seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der
Wüste 106,27 und würfe ihre Nachkommen unter die Heiden und zerstreute sie in die
Länder. 106,28 Und (a) sie hängten sich an den Baal- Peorund aßen von den Opfern für die
Toten 106,29 und erzürnten den Herrn mit ihrem Tun.Da brach die Plage herein über
sie. 106,30 (a) Da trat Pinhas hinzu und vollzog das Gericht; da wurde der Plage
gewehrt; 106,31 das wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit von Geschlecht zu Geschlecht
ewiglich. 106,32 Und sie erzürnten den Herrn am (a) Haderwasser, und Mose ging es übel um
ihretwillen; 106,33 denn sie erbitterten sein Herz, daß ihm unbedachte Worte entfuhren.
106,34 aAuch vertilgten sie die Völker nicht, wie ihnen der HERR doch geboten
hatte, 106,35 sondern sie ließen sich ein mit den Heiden und lernten ihre Werke 106,36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick. 106,37 (a) (b) Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den bösen Geistern 106,38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die
sie opferten den Götzen Kanaans, so daß das Land mit Blutschuld befleckt
war. 106,39 Sie machten sich unrein mit ihren Werken und wurden abtrünnig durch
ihr Tun. 106,40 Da entbrannte der Zorn des HERRN über sein Volk, und sein Erbe wurde
ihm zum Abscheu. 106,41 Er (a) gab sie in die Hand der Heiden, daß über sie herrschten, die ihnen
gram waren. 106,42 Und ihre Feinde ängsteten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihre
Hand. 106,43 Er rettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vorhaben und
schwanden dahin um ihrer Missetat willen.
106,44 Da sah er ihre Not an, als er ihre Klage hörte, 106,45 und gedachte an seinen Bund mit ihnen,und es reute ihn nach seiner
großen Güte. 106,46 Und er ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen
hielten.
106,47 Hilf uns, HERR, unser Gott, und (a) (b) bring uns zusammen aus den Heiden,
daß wir preisen deinen heiligen Namen und uns rühmen, daß wir dich loben
können!
106,48 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und
alles Volk spreche: Amen! Halleluja!a
107. Kapitel
FÜNFTES BUCH
Danklied der Erlösten
107,1 (a) Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet
ewiglich.
107,2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not
erlöst hat,
107,3 die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von
Norden und Süden.
107,4 Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine
Stadt, in der sie wohnen konnten, 107,5 die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete, 107,6 DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER ERRETTETE SIE AUS IHREN
ÄNGSTEN 107,7 und führte sie den richtigen Weg, daß sie kamen zur Stadt, in der sie
wohnen konnten: 107,8 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER
AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,9 daß er sättigt die durstige Seele und (a) die Hungrigen füllt mit Gutem. 107,10 Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und
Eisen, 107,11 weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren und den Ratschluß des
Höchsten verachtet hatten, 107,12 so daß er ihr Herz durch Unglück beugte und sie dalagen und ihnen
niemand half, 107,13 DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER HALF IHNEN AUS IHREN
ÄNGSTEN 107,14 und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriß ihre Bande: 107,15 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE
ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,16 daß er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.
107,17 Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung und um ihrer Sünde
willen, 107,18 daß ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden. 107,19 DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER HALF IHNEN AUS IHREN
ÄNGSTEN, 107,20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daß sie
nicht starben: 107,21 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE
ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,22 und sollen Dank opfern und seine Werke erzählen mit Freuden.
107,23 Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf
großen Wassern, 107,24 die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder auf dem Meer, 107,25 wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, 107,26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, daß ihre Seele
vor Angst verzagte, 107,27 daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wußten keinen Rat
mehr, 107,28 DIE DANN ZUM HERRN SCHRIEN IN IHRER NOT,UND ER FÜHRTE SIE AUS IHREN
ÄNGSTEN 107,29 und stillte das Ungewitter, daß die Wellen sich legten 107,30 und sie froh wurden, daß es still geworden war und er sie zum
erwünschten Lande brachte: 107,31 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE
ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,32 und ihn in der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.
107,33 Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen, 107,34 daß (a) fruchtbares Land zur Salzwüste wurde wegen der Bosheit derer,
die dort wohnten. 107,35 Er machte das Trockene wieder wasserreich und gab dem dürren Lande
Wasserquellen 107,36 und ließ die Hungrigen dort bleiben, daß sie eine Stadt bauten, in der
sie wohnen konnten, 107,37 und Äcker besäten und Weinberge pflanzten, die jährlich Früchte
trugen. 107,38 Und er segnete sie, daß sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel
Vieh. 107,39 Aber sie wurden gering an Zahl und geschwächt von der Last des
Unglücks und des Kummers. 107,40 Er (a) schüttete Verachtung aus auf die Fürsten und ließ sie irren in
der Wüste, wo kein Weg ist; 107,41 aber die Armen schützte er vor Elend und mehrte ihr Geschlecht wie eine
Herde. 107,42 Das (a) werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bosheit wird
das Maul gestopft werden.
107,43 Wer ist weise und behält dies? Der wird merken, wieviel Wohltaten der
HERR erweist.
108. Kapitel
Lob Gottes und Zuversicht in Kriegsnot
108,1 EIN PSALMLIED DAVIDS.
108,2 (a) Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf,
meine Seele!
108,3 Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken.
108,4 Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich will dir lobsingen
unter den Leuten.
108,5 Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so
weit die Wolken gehen.
(a) (b) 108,6 Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle
Lande!
108,7 a Laß deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und
erhöre uns! 108,8 Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will
Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. 108,9 Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist der Schutz
meines Haupts, Juda ist mein Zepter. 108,10 Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh auf Edom werfen, über
die Philister will ich jauchzen.
108,11 Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer wird mich nach Edom
leiten? 108,12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast und ziehst
nicht aus, Gott, mit unserm Heer? 108,13 Schaff uns Beistand vor dem Feind; denn Menschenhilfe ist nichts
nütze.
108,14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.
109. Kapitel
Ein Ruf zu Gott gegen erbarmungslose Widersacher
109,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!
109,2 Denn sie haben ihr gottloses Lügenmaul wider mich aufgetan. Sie reden
wider mich mit falscher Zunge
109,3 und reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne
Grund.
109,4 Dafür, daß ich sie liebe, feinden sie mich an; ich aber bete.
109,5 Sie erweisen mir Böses für Gutes und Haß für Liebe.
109,6 a Gib ihm einen Gottlosen zum Gegner, und ein Verkläger stehe zu
seiner Rechten. 109,7 Wenn er gerichtet wird, soll er schuldig gesprochen werden, und sein
Gebet werde zur Sünde. 109,8 Seiner Tage sollen wenige werden, und (a) sein Amt soll ein andrer
empfangen. 109,9 Seine Kinder sollen Waisen werden und sein Weib eine Witwe. 109,10 Seine Kinder sollen umherirren und betteln und vertrieben werden aus
ihren Trümmern. 109,11 Es soll der Wucherer alles fordern, was er hat, und Fremde sollen
seine Güter rauben. 109,12 Und niemand soll ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner
Waisen. 109,13 Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden, ihr Name soll schon im
zweiten Glied getilgt werden.(a) 109,14 (a) Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem HERRN, und
seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden. 109,15 Der HERR soll sie nie mehr aus den Augen lassen, und ihr Andenken soll
ausgerottet werden auf Erden, 109,16 weil er so gar keine Barmherzigkeit übte, sondern verfolgte den
Elenden und Armen und den Betrübten, ihn zu töten. 109,17 Er liebte den Fluch, so komme er auch über ihn; er wollte den Segen
nicht, so bleibe er auch fern von ihm. 109,18 Er zog den Fluch an wie sein Hemd; (a) der dringe in ihn hinein wie
Wasser und wie Öl in seine Gebeine; 109,19 er werde ihm wie ein Kleid, das er anhat, und wie ein Gürtel, mit dem
er allezeit sich gürtet. 109,20 So geschehe denen vom HERRN, die wider mich sind und die Böses reden
wider mich.
109,21 Aber du, HERR, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine
Gnade ist mein Trost: errette mich! 109,22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir. 109,23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der schwindet, und werde
abgeschüttelt wie Heuschrecken. 109,24 Meine Knie sind schwach vom Fasten, und mein Leib ist mager und hat
kein Fett. 109,25 Ich bin ihnen zum Spott geworden; wenn sie mich sehen, schütteln sie
den Kopf. 109,26 Steh mir bei, HERR, mein Gott!Hilf mir nach deiner Gnade, 109,27 und laß sie innewerden, daß dies deine Hand ist und du, HERR, das
tust. 109,28 (a) Fluchen sie, so segne du. Erheben sie sich gegen mich, so sollen sie
zuschanden werden; aber dein Knecht soll sich freuen. 109,29 Meine Widersacher sollen mit Schmach angezogen und mit ihrer Schande
bekleidet werden wie mit einem Mantel.
109,30 Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen vor
der Menge. 109,31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die
ihn verurteilen.
110. Kapitel
Der ewige König und Priester
110,1 EIN PSALM DAVIDS.
(a) (b) (c) Der HERR sprach zu meinem Herrn: «Setze dich zu
meiner Rechten, bis ich
(d) (e) (f) deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.»
110,2 Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken aus
(a) Zion. Herrsche
mitten unter deinen Feinden!
110,3 Wenn du dein Heer aufbietest, wird dir dein Volk willig folgen in
heiligem Schmuck. Deine Söhne werden dir geboren wie der Tau aus der
Morgenröte.
110,4 Der HERR hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: «Du bist ein
Priester ewiglich (a) (b) (c) (d) nach der Weise Melchisedeks.» 110,5 Der Herr zu deiner Rechten (a) wird zerschmettern die Könige am Tage
seines Zorns. 110,6 Er wird richten unter den Heiden, wird viele erschlagen, (a) wird Häupter
zerschmettern auf weitem Gefilde. 110,7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege, darum wird er das Haupt
emporheben.
111. Kapitel
Preis der Gottesgnade
111,1 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen
und in der Gemeinde.
111,2 Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude
daran.
111,3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit
bleibt ewiglich.
111,4 Er hat
(a) ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und
barmherzige HERR.
111,5 Er
(a) gibt Speise denen, die ihn fürchten;er gedenkt ewig an seinen Bund.
111,6 Er läßt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen
gebe das Erbe der Heiden.
111,7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen
sind beständig.
111,8 Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind recht und verläßlich.
111,9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, daß sein Bund ewig
bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name.
111,10 Die
(a) Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Klug sind alle, die
danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.
112. Kapitel
112,1 (a) (b) Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat
an seinen Geboten!
112,2 Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande; die Kinder der Frommen
werden gesegnet sein.
112,3 Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit
bleibt ewiglich.
112,4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen,
Barmherzigen und Gerechten.
112,5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es
recht ist! 112,6 Denn er wird ewiglich bleiben; der Gerechte wird nimmermehr vergessen. 112,7 Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt
auf den HERRN. 112,8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, (a) bis er auf seine
Feinde herabsieht. 112,9 (a) Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Seine Kraft wird hoch in Ehren stehen. 112,10 Der Gottlose wird's sehen, und es wird ihn verdrießen; mit den Zähnen
wird er knirschen und vergehen. Denn was die Gottlosen wollen, das wird
zunichte.
113. Kapitel
Gottes Hoheit und Huld
(Ps 113 - 118: vgl. Mt 26,30)
113,1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!
113,2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!
113,3 (a) Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name
des HERRN!
113,4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit
der Himmel ist. 113,5 (a) (b) Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden? 113,6 Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe, 113,7 (a) (b) (c) der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus
dem Schmutz, 113,8 daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes; 113,9 der (a) (b) (c) die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, daß sie eine fröhliche
Kindermutter wird. Halleluja!
114. Kapitel
Gottes Wunder beim Auszug aus Ägypten
114,1 Als
(a) Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk,
114,2 da wurde
(a) Juda sein Heiligtum,Israel sein Königreich.
114,3 Das (a) Meer sah es und floh,der (b) Jordan wandte sich zurück. 114,4 Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.
114,5 Was war mit dir, du Meer, daß du flohest, und mit dir, Jordan, daß du
dich zurückwandtest?a 114,6 Ihr Berge, daß ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel, wie die jungen
Schafe?
114,7 Vor dem Herrn (a) erbebe, du Erde, vor dem Gott Jakobs, 114,8 der den (a) Felsen wandelte in einen See und die Steine in Wasserquellen!
115. Kapitel
Gott allein die Ehre!
(Vers 4-11: vgl. Ps 135,15-20)
115,1 Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner
Gnade und Treue willen!
115,2 Warum sollen die Heiden sagen:
(a) Wo ist denn ihr Gott?
115,3 Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
115,4 a Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 115,5 Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 115,6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, 115,7 sie haben Hände und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht, und
kein Laut kommt aus ihrer Kehle.
115,8 Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich, alle, die auf sie
hoffen. 115,9 Aber Israel hoffe auf den HERRN!Er ist ihre Hilfe und Schild. 115,10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 115,11 Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe
und Schild.
115,12 Der HERR denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er
segnet das Haus Aaron. 115,13 Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen. 115,14 Der HERR segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder! 115,15 Ihr seid die (a) Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
115,16 Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den
Menschenkindern gegeben. 115,17 Die Toten werden dich, HERR, nicht loben, keiner, der hinunterfährt in
die Stille;(a) 115,18 aber wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!
116. Kapitel
Dank für Rettung aus Todesgefahr
116,1 Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens.
116,2 Er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
116,3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, des Totenreichs Schrecken
hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not. 116,4 Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!
116,5 Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. 116,6 Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir.
116,7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.(a) 116,8 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen,
meinen Fuß vom Gleiten. 116,9 Ich werde wandeln vor dem HERRN (a) im Lande der Lebendigen.
116,10 Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt. * *Luther
übersetzte: «Ich glaube, darum rede ich» (vgl. 2. Kor 4,13, wo Paulus der
griechischen Übersetzung des Alten Testaments folgt). 116,11 Ich sprach in meinem Zagen: aAlle Menschen sind Lügner. 116,12 Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir
tut?
116,13 Ich will den Kelch des Heils nehmen UND DES HERRN NAMEN ANRUFEN. 116,14 ICH WILL MEINE GELÜBDE DEM HERRN ERFÜLLEN VOR ALL SEINEM VOLK.
116,15 Der Tod seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN.(a) 116,16 Ach, HERR, ich bin dein Knecht, ich bin dein Knecht, der Sohn deiner
Magd; du hast meine Bande zerrissen.
116,17 a Dir will ich Dank opfernUND DES HERRN NAMEN ANRUFEN. 116,18 ICH WILL MEINE GELÜBDE DEM HERRN ERFÜLLEN VOR ALL SEINEM VOLK 116,19 in den Vorhöfen am Hause des HERRN, in dir, Jerusalem. Halleluja!
117. Kapitel
Aufruf an die Völker zum Lob Gottes
117,1 Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker!a
117,2 Denn
(a) seine Gnade und Wahrheitwaltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!
118. Kapitel
Dankbares Bekenntnis zur Hilfe Gottes
118,1 (a) Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet
ewiglich.
118,2 Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich. 118,3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich. 118,4 Es sagen nun, die den HERRN fürchten: Seine Güte währet ewiglich.
118,5 In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und
tröstete mich. 118,6 (a) Der HERR ist mit mir, darum (b) (c) fürchte ich mich nicht; was können mir
Menschen tun? 118,7 Der HERR ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine
Feinde. 118,8 (a) Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf
Menschen. 118,9 Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf
Fürsten.
118,10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie
abwehren. 118,11 Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des HERRN will ich sie
abwehren. 118,12 Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein Feuer in Dornen;
aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren. 118,13 Man stößt mich, daß ich fallen soll; aber der HERR hilft mir. 118,14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist (a) mein Heil.
118,15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die
Rechte des HERRN behält den Sieg! 118,16 Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den
Sieg! 118,17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke
verkündigen. 118,18 Der HERR züchtigt mich schwer;aber (a) er gibt mich dem Tode nicht preis.
118,19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß ich durch sie einziehe
und dem HERRN danke. 118,20 Das ist das Tor des HERRN; (a) die Gerechten werden dort einziehen. 118,21 Ich danke dir, daß du mich erhört hast und hast mir geholfen.
118,22 a Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein
geworden. 118,23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. 118,24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; laßt uns freuen und fröhlich an
ihm sein. 118,25 O HERR, hilf! O HERR, laß wohlgelingen! 118,26 (a) (b) Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die
ihr vom Hause des HERRN seid. 118,27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis
an die (a) Hörner des Altars!
118,28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich
preisen. 118,29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet
ewiglich.
119. Kapitel
Die Herrlichkeit des Wortes Gottes (Das güldene ABC)
119,1 (a) Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!
119,2 Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem
Herzen suchen,
119,3 die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.
119,4 Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.
119,5 O daß mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte.
119,6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht
zuschanden.
119,7 Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen, daß du mich lehrst die Ordnungen
deiner Gerechtigkeit.
119,8 Deine Gebote will ich halten; verlaß mich nimmermehr!
119,9 Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich
hält an deine Worte. 119,10 Ich suche dich von ganzem Herzen; laß mich nicht abirren von deinen
Geboten. 119,11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich
sündige. 119,12 Gelobet seist du, HERR! (a) Lehre mich deine Gebote! 119,13 Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Weisungen deines Mundes. 119,14 Ich freue mich über den Weg, den deine Mahnungen zeigen, wie über
großen Reichtum. 119,15 Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege. 119,16 Ich habe Freude an deinen Satzungen und vergesse deine Worte nicht.
119,17 Tu wohl deinem Knecht, daß ich lebe und dein Wort halte. Ö119,18 ffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz. 119,19 Ich bin (a) ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir. 119,20 Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen nach deinen Ordnungen
allezeit. 119,21 Du schiltst die Stolzen; (a) (b) verflucht sind, die von deinen Geboten
abirren. 119,22 Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte mich an deine
Mahnungen. 119,23 Fürsten sitzen da und reden wider mich; aber dein Knecht sinnt nach
über deine Gebote. 119,24 Ich habe Freude an deinen Mahnungen; sie sind meine Ratgeber.
119,25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort. 119,26 Ich erzähle dir meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine
Gebote. 119,27 Laß mich verstehen den Weg deiner Befehle, so will ich reden von
deinen Wundern. 119,28 Ich gräme mich, daß mir die Seele verschmachtet; stärke mich nach
deinem Wort. 119,29 Halte fern von mir den (a) Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein
Gesetz. 119,30 Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit,deine Weisungen hab ich vor mich
gestellt. 119,31 Ich halte an deinen Mahnungen fest; HERR, laß mich nicht zuschanden
werden! 119,32 Ich laufe den Weg deiner Gebote; denn du tröstest mein Herz.
119,33 Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote, daß ich sie bewahre bis ans
Ende. 119,34 Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetzund es halte von ganzem
Herzen. 119,35 Führe mich auf dem Steig deiner Gebote; denn ich habe Gefallen daran. 119,36 Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zur Habsucht. 119,37 Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnützer Lehre, und
erquicke mich auf deinem Wege. 119,38 Erfülle deinem Knecht dein Wort, daß ich dich fürchte. 119,39 Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Ordnungen sind
gut. 119,40 Siehe, ich begehre deine Befehle; erquicke mich mit deiner
Gerechtigkeit.
119,41 HERR, laß mir deine Gnade widerfahren,deine Hilfe nach deinem Wort, 119,42 daß ich antworten kann dem, der mich schmäht; denn ich verlasse mich
auf dein Wort. 119,43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich
hoffe auf deine Ordnungen. 119,44 Ich will dein Gesetz halten allezeit, immer und ewiglich. 119,45 Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle. 119,46 Ich (a) rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht. 119,47 Ich habe Freude an deinen Geboten, sie sind mir sehr lieb, 119,48 und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und
rede von deinen Weisungen.
119,49 Denke an das Wort, das du deinem Knecht gabst, und laß mich darauf
hoffen. 119,50 Das ist mein Trost in meinem Elend, daß dein Wort mich erquickt. 119,51 Die Stolzen treiben ihren Spott mit mir; dennoch weiche ich nicht von
deinem Gesetz. 119,52 HERR, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich
getröstet. 119,53 Zorn erfaßt mich über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen. 119,54 Deine Gebote sind mein Lied im Hause, in dem ich Fremdling bin. 119,55 HERR, ich denke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz. 119,56 Das ist mein Schatz, daß ich mich an deine Befehle halte.
119,57 Ich habe gesagt: HERR, das soll mein Erbe sein, daß ich deine Worte
halte. 119,58 Ich suche deine Gunst von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem
Wort. 119,59 Ich bedenke meine Wege und lenke meine Füße zu deinen Mahnungen. 119,60 Ich eile und säume nicht, zu halten deine Gebote. 119,61 Der Gottlosen Stricke umschlingen mich; aber dein Gesetz vergesse ich
nicht. 119,62 Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu dankenfür die Ordnungen deiner
Gerechtigkeit.(a) 119,63 Ich halte mich zu allen, die dich fürchten und deine Befehle halten. 119,64 HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote.
119,65 Du tust Gutes deinem Knecht, HERR, nach deinem Wort. 119,66 Lehre mich heilsame Einsicht und Erkenntnis;denn ich glaube deinen
Geboten. 119,67 Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. 119,68 Du bist gütig und freundlich, lehre mich deine Weisungen. 119,69 Die Stolzen erdichten Lügen über mich,ich aber halte von ganzem Herzen
deine Befehle. 119,70 Ihr Herz ist völlig verstockt; ich aber habe Freude an deinem Gesetz. 119,71 Es ist gut für mich, daß du mich gedemütigt hast, damit ich deine
Gebote lerne. 119,72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold
und Silber.
119,73 Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, daß ich
deine Gebote lerne. 119,74 Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein
Wort. 119,75 HERR, ich weiß, daß deine Urteile gerecht sind; in deiner Treue hast
du mich gedemütigt. 119,76 Deine Gnade soll mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast. 119,77 Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe; denn ich habe
Freude an deinem Gesetz. 119,78 Ach, daß die Stolzen zuschanden würden, die mich mit Lügen
niederdrücken! Ich aber sinne nach über deine Befehle. 119,79 Ach, daß sich zu mir hielten, die dich fürchten und deine Mahnungen
kennen! 119,80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Geboten, damit ich nicht
zuschanden werde.
119,81 Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort. 119,82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du
mich? 119,83 Ich bin wie ein Weinschlauch im Rauch;doch deine Gebote vergesse ich
nicht. 119,84 Wie lange soll dein Knecht noch warten? Wann willst du Gericht halten
über meine Verfolger? 119,85 Die Stolzen graben mir Gruben, sie, die nicht tun nach deinem Gesetz. 119,86 All deine Gebote sind Wahrheit; sie aber verfolgen mich mit Lügen;
hilf mir! 119,87 Sie haben mich fast umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine
Befehle nicht. 119,88 Erquicke mich nach deiner Gnade, daß ich halte die Mahnung deines
Mundes.
119,89 HERR, (a) dein Wort bleibt ewiglich,so weit der Himmel reicht; 119,90 deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde fest gegründet,
und sie bleibt stehen. 119,91 Sie steht noch heute nach deinen Ordnungen; denn es muß dir alles
dienen. 119,92 Wenn dein Gesetz nicht mein (a) Trost gewesen wäre, so wäre ich
vergangen in meinem Elend. 119,93 Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen;denn du erquickst mich
damit. 119,94 Ich bin dein, hilf mir; denn ich suche deine Befehle. 119,95 Die Gottlosen lauern mir auf, daß sie mich umbringen; ich aber merke
auf deine Mahnungen. 119,96 Ich habe gesehen, daß alles ein Ende hat, aber dein Gebot bleibt
bestehen.
119,97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach.(a) 119,98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es
ist ewiglich mein Schatz. 119,99 Ich habe mehr Einsicht als alle meine Lehrer; denn über deine
Mahnungen sinne ich nach. 119,100 Ich bin klüger als die Alten; denn ich halte mich an deine Befehle. 119,101 Ich verwehre meinem Fuß alle bösen Wege, damit ich dein Wort halte. 119,102 Ich weiche nicht von deinen Ordnungen; denn du lehrest mich. 119,103 Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig. 119,104 Dein Wort macht mich klug; darum (a) hasse ich alle falschen Wege.
119,105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und (a) ein Licht auf meinem Wege. 119,106 Ich schwöre und will's halten: Die Ordnungen deiner Gerechtigkeit
will ich bewahren. 119,107 Ich bin sehr gedemütigt; HERR, erquicke mich nach deinem Wort! 119,108 (a) Laß dir gefallen, HERR, das Opfer meines Mundes, und lehre mich
deine Ordnungen. 119,109 Mein Leben ist immer in Gefahr; aber dein Gesetz vergesse ich nicht. 119,110 Die Gottlosen legen mir Schlingen; ich aber irre nicht ab von deinen
Befehlen. 119,111 Deine Mahnungen sind mein ewiges Erbe; denn sie sind meines Herzens
Wonne. 119,112 Ich neige mein Herz, zu tun deine Gebote immer und ewiglich.
119,113 Ich (a) (b) hasse die Wankelmütigen und liebe dein Gesetz. 119,114 Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort. 119,115 Weichet von mir, ihr Übeltäter! Ich will mich halten an die Gebote
meines Gottes. 119,116 Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe,und laß mich nicht
zuschanden werden in meiner Hoffnung. 119,117 Stärke mich, daß ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an
deinen Geboten. 119,118 Du verwirfst alle, die von deinen Geboten abirren; denn ihr Tun ist
Lug und Trug. 119,119 Du schaffst alle Gottlosen auf Erden weg (a) wie Schlacken, darum liebe
ich deine Mahnungen. 119,120 Ich fürchte mich vor dir, daß mir die Haut schaudert, und ich
entsetze mich vor deinen Gerichten.
119,121 Ich übe Recht und Gerechtigkeit; übergib mich nicht denen, die mir
Gewalt antun wollen. 119,122 Tritt ein für deinen Knecht und tröste ihn,daß mir die Stolzen nicht
Gewalt antun! 119,123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil und nach dem Wort deiner
Gerechtigkeit. 119,124 Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnadeund lehre mich deine
Gebote. 119,125 Ich bin dein Knecht: Unterweise mich,daß ich verstehe deine
Mahnungen. 119,126 Es ist Zeit, daß der HERR handelt; sie haben dein Gesetz zerbrochen. 119,127 Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und feines Gold. 119,128 Darum halte ich alle deine Befehle für recht, (a) ich hasse alle
falschen Wege.
119,129 Deine Mahnungen sind Wunderwerke;darum hält sie meine Seele. 119,130 Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut esund macht klug die
Unverständigen. 119,131 Ich tue meinen Mund weit auf und lechze, denn mich verlangt nach
deinen Geboten. 119,132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig,wie du pflegst zu tun denen, die
deinen Namen lieben. 119,133 Laß meinen Gang in deinem Wort fest sein und laß kein Unrecht über
mich herrschen. 119,134 Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen, so will ich halten
deine Befehle. 119,135 Laß dein Antlitz leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine
Gebote. 119,136 Meine Augen fließen von Tränen, weil man dein Gesetz nicht hält.
119,137 HERR, du bist gerecht, und deine Urteile sind richtig. 119,138 Du hast deine Mahnungen geboten in Gerechtigkeit und großer Treue. 119,139 Ich habe mich fast zu Tode (a) geeifert, weil meine Widersacher deine
Worte vergessen. 119,140 Dein Wort ist ganz durchläutert, und dein Knecht hat es lieb. 119,141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deine Befehle. 119,142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist
Wahrheit. 119,143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Freude an deinen
Geboten. 119,144 Deine Mahnungen sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe
ich.
119,145 Ich rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, HERR; ich will deine Gebote
halten. 119,146 Ich rufe zu dir, hilf mir; ich will mich an deine Mahnungen halten. 119,147 Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. 119,148 Ich wache auf, wenn's noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort. 119,149 Höre meine Stimme nach deiner Gnade; HERR, erquicke mich nach deinem
Recht. 119,150 Meine arglistigen Verfolger nahen; aber sie sind fern von deinem
Gesetz. 119,151 HERR, du bist nahe, und alle deine Gebote sind Wahrheit. 119,152 Längst weiß ich aus deinen Mahnungen,daß du sie für ewig gegründet
hast.
119,153 Sieh doch mein Elend und errette mich; denn ich vergesse dein Gesetz
nicht. 119,154 Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. 119,155 Das Heil ist fern von den Gottlosen; denn sie achten deine Gebote
nicht. 119,156 HERR, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinem Recht. 119,157 Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht
von deinen Mahnungen. 119,158 Ich sehe die Verächter, und es tut mir wehe, daß sie dein Wort nicht
halten. 119,159 Siehe, ich liebe deine Befehle; HERR, erquicke mich nach deiner
Gnade. 119,160 (a) Dein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner
Gerechtigkeit währen ewiglich.
119,161 Fürsten verfolgen mich ohne Grund; aber mein Herz fürchtet sich nur
vor deinen Worten. 119,162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht. 119,163 Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Greuel; aber dein Gesetz
habe ich lieb. 119,164 Ich lobe dich des Tages siebenmal um deiner gerechten Ordnungen
willen. 119,165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht
straucheln. 119,166 HERR, ich warte auf dein Heilund tue nach deinen Geboten. 119,167 Meine Seele hält sich an deine Mahnungen und liebt sie sehr. 119,168 Ich halte deine Befehle und deine Mahnungen; denn alle meine Wege
liegen offen vor dir.
119,169 HERR, laß mein Klagen vor dich kommen; unterweise mich nach deinem
Wort. 119,170 Laß mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort. 119,171 Meine Lippen sollen dich loben; denn du lehrst mich deine Gebote. 119,172 Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind
gerecht. 119,173 Laß deine Hand mir beistehen; denn ich habe erwählt deine Befehle. 119,174 HERR, mich verlangt nach deinem Heil, und an deinem Gesetz habe ich
Freude. 119,175 Laß meine Seele leben, daß sie dich lobe, und dein Recht mir helfen. 119,176 Ich bin (a) wie ein verirrtes und verlorenes Schaf; suche deinen
Knecht, denn ich vergesse deine Gebote nicht.
120. Kapitel
Hilferuf gegen Verleumder
120,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich rufe zu dem HERRN in meiner Not, und er
erhört mich.
120,2 HERR, errette mich von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen.
120,3 Was soll er dir antun, du falsche Zunge, und was dir noch geben? 120,4 Scharfe Pfeile eines Starken und feurige Kohlen!
120,5 Weh mir, daß ich weilen muß unter Meschech;ich muß wohnen bei den
Zelten Kedars! 120,6 Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden
hassen. 120,7 Ich (a) halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie Streit an.
121. Kapitel
Der treue Menschenhüter
121,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher
kommt mir Hilfe?* *Luther übersetzte nach der lateinischen Übersetzung: «
. . . zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt.»
121,2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
121,3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft
nicht. 121,4 Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
121,5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten
Hand, 121,6 daß dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
121,7 a Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. 121,8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in
Ewigkeit!a
122. Kapitel
Ein Segenswunsch für Jerusalem
122,1 (a) (b) VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Ich freute mich über die, die mir
sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN!
122,2 Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem.
122,3 Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, 122,4 wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist
dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN. 122,5 Denn dort stehen die Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David.
122,6 Wünschet Jerusalem (a) Glück!Es möge wohl gehen denen, die dich lieben! 122,7 Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! 122,8 Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. 122,9 Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes
suchen.
123. Kapitel
Aufblick zu Gottes Gnade
123,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel
wohnest.
123,2 Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie
die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsre Augen auf den
HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig werde.
123,3 Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig; denn allzusehr litten wir
Verachtung. 123,4 Allzusehr litt unsere Seele den Spott der Stolzen und die Verachtung
der Hoffärtigen.
124. Kapitel
Der Helfer in der Not
124,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Wäre der HERR nicht bei uns - so sage
Israel -,
124,2 wäre der HERR nicht bei uns, wenn Menschen wider uns aufstehen,
124,3 so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns entbrennt;
124,4 so
(a) ersäufte uns Wasser, Ströme gingen
(b) über unsre Seele,
124,5 es gingen Wasser hoch über uns hinweg.
124,6 Gelobt sei der HERR, daß er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne! 124,7 Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers; das
Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
124,8 Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht
hat.
125. Kapitel
Der HERR ist um sein Volk her
125,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Die auf den HERRN hoffen,
werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.
125,2 Wie um Jerusalem Berge sind, so ist der HERR um sein Volk her von nun
an bis in Ewigkeit.
125,3 Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben über dem Erbteil der
Gerechten, damit die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur
Ungerechtigkeit.
125,4 HERR, tu wohl den Guten und denen, die frommen Herzens sind. 125,5 Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der HERR dahinfahren
lassen mit den Übeltätern. (a) (b) Friede sei über Israel!
126. Kapitel
126,1 (a) EIN WALLFAHRTSLIED. Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
126,2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein.
Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen
getan!
126,3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
126,4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst
im Südland. 126,5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.(a) 126,6 Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und (a) kommen mit
Freuden und bringen ihre Garben.
127. Kapitel
An Gottes Segen ist alles gelegen
127,1 VON SALOMO, EIN WALLFAHRTSLIED. Wenn der HERR nicht das Haus baut, so
arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet,
so wacht der Wächter umsonst.
127,2 Es ist umsonst, daß ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset
euer Brot mit Sorgen; denn
(a) seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
127,3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN,und Leibesfrucht ist ein
Geschenk.(a) (b) (c) 127,4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit. 127,5 Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht
zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor.
128. Kapitel
Gesegneter Hausstand
128,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Wohl dem, der den HERRN fürchtet und auf seinen
Wegen geht!
128,2 Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit;wohl dir, du hast's gut.
128,3 Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock drinnen in deinem
Hause, deine Kinder wie junge Ölbäume um deinen Tisch her.(a) 128,4 Siehe, so wird gesegnet der Mann, der den HERRN fürchtet.
128,5 Der HERR wird dich segnen aus Zion, daß du siehst das Glück Jerusalems
dein Leben lang 128,6 und (a) siehst Kinder deiner Kinder. (b) Friede sei über Israel!
129. Kapitel
Hilferuf des bedrängten Israel
129,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf
- so sage Israel -,
129,2 sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf; aber sie haben mich
nicht überwältigt.
129,3 Die Pflüger haben
(a) auf meinem Rücken geackert und ihre Furchen
langgezogen.
129,4 Der HERR, der gerecht ist, hat der Gottlosen Stricke zerhauen.
129,5 Ach daß zuschanden würden und zurückwichen alle, die Zion gram sind! 129,6 Ach daß sie würden wie das Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe man
es ausrauft, 129,7 mit dem der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder
seinen Arm; 129,8 und keiner, der vorübergeht, soll sprechen: (a) Der Segen des HERRN sei
über euch! Wir segnen euch im Namen des HERRN.
130. Kapitel
130,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir.
130,2 Herr, höre meine Stimme! Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines
Flehens!
130,3 Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst - Herr, wer wird bestehen?
130,4 Denn bei dir ist die
(a) (b) Vergebung, daß man dich fürchte.
130,5 a Ich harre des HERRN, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein
Wort. 130,6 Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen;*
mehr als die Wächter auf den Morgen *Luther übersetzte: «Meine Seele
wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern.» 130,7 hoffe Israel auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel
Erlösung bei ihm. 130,8 Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.(a)
131. Kapitel
Kindliche Ergebung
131,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig,
und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die
mir zu wunderbar sind.
131,2 Fürwahr,
(a) meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines
Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.
131,3 Israel, hoffe auf den HERRNvon nun an bis in Ewigkeit!
132. Kapitel
Davids Haus und das Heiligtum auf Zion
132,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Gedenke, HERR, an David und all seine Mühsal,
132,2 der dem HERRN einen Eid schwor und gelobte dem Mächtigen Jakobs:
132,3 (a) (b) Ich will nicht in mein Haus gehen noch mich aufs Lager meines Bettes
legen,
132,4 ich will meine Augen nicht schlafen lassen noch meine Augenlider
schlummern,
132,5 bis ich eine Stätte finde für den HERRN, eine Wohnung für den Mächtigen
Jakobs.
132,6 Siehe, wir hörten von ihr in Efrata, wir haben sie gefunden im Gefilde
von Jaar. 132,7 Wir wollen in seine Wohnung gehen und anbeten vor dem Schemel seiner
Füße. 132,8 HERR, (a) (b) mache dich auf zur Stätte deiner Ruhe, du und (c) die Lade deiner
Macht! 132,9 Deine Priester laß sich kleiden mit Gerechtigkeit und deine Heiligen
sich freuen. 132,10 Weise nicht ab das Antlitz deines Gesalbten um deines Knechtes David
willen!
132,11 Der HERR hat David (a) (b) einen Eid geschworen, davon wird er sich
wahrlich nicht wenden: Ich will dir auf deinen Thron setzen einen, der von
deinem Leibe kommt. 132,12 Werden deine Söhne meinen Bund halten und mein Gebot, das ich sie
lehren werde, so sollen auch ihre Söhne auf deinem Thron sitzen
ewiglich.
132,13 Denn der HERR hat Zion erwählt, und (a) (b) es gefällt ihm, dort zu wohnen. «132,14 Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich wohnen, denn
das gefällt mir. 132,15 Ich will ihre Speise segnen und ihren Armen Brot genug geben. 132,16 Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, und ihre Heiligen sollen
fröhlich sein. 132,17 Dort soll dem David aufgehen ein mächtiger Sproß, ich habe (a) meinem
Gesalbten eine (b) Leuchte zugerichtet; 132,18 seine Feinde will ich in Schande kleiden, aber über ihm soll blühen
seine Krone.»
133. Kapitel
Segen der brüderlichen Eintracht
133,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Siehe, wie fein und lieblich ist's,
wenn
(a) Brüder einträchtig beieinander wohnen!
133,2 Es ist wie das feine
(a) (b) Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in
seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides,
133,3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions! Denn dort
verheißt der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.
134. Kapitel
Nächtliches Loblied im Tempel
134,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Wohlan, lobet den HERRN, alle Knechte des HERRN,
die ihr steht des Nachts im Hause des HERRN!
134,2 Hebet eure Hände auf im Heiligtum und lobet den HERRN!
134,3 Der HERR segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat!a
135. Kapitel
135,1 Halleluja! Lobet den Namen des HERRN, lobet, ihr Knechte des HERRN,
135,2 die ihr steht im Hause des HERRN, in den Vorhöfen am Hause unsres
Gottes!
135,3 Lobet den HERRN, denn der HERR ist freundlich; lobsinget seinem Namen,
denn er ist lieblich!
135,4 Denn der HERR hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum.
(a) 135,5 Ja, ich weiß, daß der HERR groß ist und (a) unser HERR über allen
Göttern. 135,6 Alles, was er will, das tut er im Himmel und auf Erden, im Meer und in
allen Tiefen; 135,7 der die Wolken läßt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt
dem Regen macht, der den Wind herausführt aus seinen Kammern;(a) 135,8 der (a) die Erstgeburten schlug in Ägypten bei den Menschen und beim Vieh 135,9 und ließ (a) Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägyptenland, über den
Pharao und alle seine Knechte; 135,10 (a) der viele Völker schlug und tötete mächtige Könige, 135,11 Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Baschan, und alle
Königreiche in Kanaan, 135,12 und (a) gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.
135,13 HERR, (a) dein Name währet ewiglich, dein Ruhm, HERR, währet für und
für. 135,14 Denn (a) der HERR schafft Recht seinem Volk und wird seinen Knechten
gnädig sein.
135,15 a Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, gemacht von
Menschenhänden. 135,16 Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 135,17 sie haben Ohren und hören nicht, auch ist kein Odem in ihrem Munde. 135,18 Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich,alle, die auf sie hoffen.
135,19 Das Haus Israel lobe den HERRN! Lobet den HERRN, ihr vom Hause Aaron! 135,20 Ihr vom Hause Levi, lobet den HERRN! Die ihr den HERRN fürchtet, lobet
den HERRN! 135,21 Gelobt sei der HERR aus Zion, der zu Jerusalem wohnt! Halleluja!
136. Kapitel
Gottes Wunder in seiner Schöpfung und in der Geschichte seines Volkes
136,1 (a) Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, denn seine Güte währet
ewiglich.
136,2 Danket dem Gott aller Götter, denn seine Güte währet ewiglich.
136,3 Danket dem Herrn aller Herren, denn seine Güte währet ewiglich.
136,4 Der allein große Wunder tut, denn seine Güte währet ewiglich. 136,5 Der die Himmel mit Weisheit gemacht hat, denn seine Güte währet
ewiglich. 136,6 Der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat, denn seine Güte währet
ewiglich. 136,7 (a) Der große Lichter gemacht hat, denn seine Güte währet ewiglich: 136,8 die Sonne, den Tag zu regieren, denn seine Güte währet ewiglich; 136,9 den Mond und die Sterne, die Nacht zu regieren, denn seine Güte währet
ewiglich.
136,10 a Der die Erstgeborenen schlug in Ägypten, denn seine Güte währet
ewiglich; 136,11 und führte Israel von dort heraus, denn seine Güte währet ewiglich; 136,12 mit starker Hand und ausgerecktem Arm,denn seine Güte währet ewiglich. 136,13 Der das Schilfmeer teilte in zwei Teile, denn seine Güte währet
ewiglich; 136,14 und ließ Israel mitten hindurchgehen, denn seine Güte währet ewiglich; 136,15 der den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieß, denn seine Güte
währet ewiglich.
136,16 Der sein Volk führte durch die Wüste, denn seine Güte währet
ewiglich. 136,17 (a) Der große Könige schlug, denn seine Güte währet ewiglich; 136,18 und brachte mächtige Könige um, denn seine Güte währet ewiglich; 136,19 Sihon, den König der Amoriter, denn seine Güte währet ewiglich; 136,20 und Og, den König von Baschan, denn seine Güte währet ewiglich; 136,21 und gab ihr Land zum Erbe, denn seine Güte währet ewiglich; 136,22 zum Erbe seinem Knecht Israel, denn seine Güte währet ewiglich. 136,23 Der an uns dachte, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet
ewiglich; 136,24 und uns erlöste von unsern Feinden, denn seine Güte währet ewiglich. 136,25 Der (a) Speise gibt allem Fleisch, denn seine Güte währet ewiglich.
136,26 Danket dem Gott des Himmels, denn seine Güte währet ewiglich.
137. Kapitel
Klage der Gefangenen zu Babel
137,1 An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion
gedachten.
137,2 Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande.
137,3 Denn die uns gefangen hielten, hießen uns dort singen und in unserm
Heulen fröhlich sein: «Singet uns ein Lied von Zion!»
137,4 Wie könnten wir des HERRN Lied singen in fremdem Lande? 137,5 (a) Vergesse ich dich, Jerusalem,so verdorre meine Rechte. 137,6 Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht
gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.
137,7 HERR, (a) (b) vergiß den Söhnen Edom nicht, was sie sagten am Tage
Jerusalems: «Reißt nieder, reißt nieder bis auf den Grund!» 137,8 Tochter Babel, du Verwüsterin, wohl dem, der dir vergilt, was du uns
angetan hast! 137,9 Wohl dem, der (a) deine jungen Kinder nimmtund sie am Felsen
zerschmettert!b
138. Kapitel
Dank für Gottes Hilfe
138,1 VON DAVID. Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich
dir lobsingen.
138,2 Ich will anbeten vor deinem heiligen Tempel und deinen Namen preisen
für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen und dein Wort
herrlich gemacht über alles.
138,3 Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große
Kraft.
138,4 Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden, (a) daß sie hören das Wort
deines Mundes; 138,5 sie singen von den Wegen des HERRN, daß die Herrlichkeit des HERRN so
groß ist. 138,6 Denn der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen und kennt den
Stolzen von ferne.
138,7 Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich und reckst
deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner
Rechten. 138,8 Der HERR wird meine Sache hinausführen. HERR, deine Güte ist ewig. Das
Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.
139. Kapitel
Gott der Allwissende und Allgegenwärtige
139,1 (a) (b) EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. HERR, du erforschest mich und
kennest mich.
139,2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken
von ferne.
139,3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
139,4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht
schon wüßtest.
139,5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
139,6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht
begreifen.
139,7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor
deinem Angesicht? 139,8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten,
siehe, so bist du auch da.(a) 139,9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und (a) bliebe am äußersten Meer, 139,10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich
halten. 139,11 (a) Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um
mich sein -, 139,12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete
wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
139,13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im
Mutterleibe. 139,14 Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind
deine Werke; das erkennt meine Seele. 139,15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht
wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. 139,16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und (a) alle
Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von
denen keiner da war.
139,17 Aber (a) wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre
Summe so groß! 139,18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: aAm Ende bin
ich noch immer bei dir.
139,19 Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! Daß doch die
Blutgierigen von mir wichen! 139,20 Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich mit
frechem Mut. 139,21 Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die
sich gegen dich erheben? 139,22 Ich hasse sie mit ganzem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.
139,23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne,
wie ich's meine. 139,24 Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
140. Kapitel
Bitte um Rettung vor boshaften Feinden
140,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN.
140,2 Errette mich, HERR, von den bösen Menschen; behüte mich vor den
Gewalttätigen,
140,3 die Böses planen in ihrem Herzen und täglich Streit erregen.
140,4 Sie haben scharfe Zungen wie Schlangen,
(a) Otterngift ist unter ihren
Lippen. SELA.
140,5 Bewahre mich, HERR, vor der Hand der Gottlosen; behüte mich vor den
Gewalttätigen, die mich zu Fall bringen wollen.
140,6 Die Hoffärtigen legen mir Schlingen und breiten Stricke aus zum Netz
und stellen mir Fallen auf den Weg. SELA.
140,7 Ich aber sage zum HERRN: (a) Du bist mein Gott; HERR, vernimm die Stimme
meines Flehens! 140,8 HERR, meine starke Hilfe, du beschirmst mein Haupt zur Zeit des
Streits. 140,9 HERR, gib dem Gottlosen nicht, was er begehrt! Was er sinnt, laß nicht
gelingen, sie könnten sich sonst überheben. SELA. 140,10 Das Unglück, über das meine Feinde beraten, komme über sie selber. 140,11 Er möge feurige Kohlen über sie schütten; er möge sie stürzen in
Gruben, daß sie nicht mehr aufstehen.
140,12 Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden; ein frecher, böser
Mensch wird verjagt und gestürzt werden. 140,13 Denn ich weiß, daß der HERR des Elenden Sache führen und den Armen
Recht schaffen wird. 140,14 Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen, und die Frommen werden
vor deinem Angesicht bleiben.
141. Kapitel
Bitte um Bewahrung
141,1 EIN PSALM DAVIDS. HERR, ich rufe zu dir, eile zu mir; vernimm meine
Stimme, wenn ich dich anrufe.
141,2 Mein Gebet möge vor dir gelten als ein
(a) Räucheropfer, das Aufheben
meiner Hände als ein
(b) Abendopfer.
141,3 HERR, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!a
141,4 Neige mein Herz nicht zum Bösen, gottlos zu leben mit den Übeltätern;
ich mag nicht essen von ihren leckeren Speisen.
141,5 Der Gerechte schlage mich freundlich und (a) (b) weise mich zurecht; das
wird mir wohltun wie Balsam auf dem Haupte. Mein Haupt wird sich dagegen
nicht wehren. Doch ich bete stets, daß jene mir nicht Schaden tun. 141,6 Ihre Anführer sollen hinabgestürzt werden vom Felsen; dann wird man
merken, wie richtig meine Worte gewesen sind. 141,7 Ihre Gebeine werden zerstreut bis zur Pforte des Todes, wie wenn einer
das Land pflügt und zerwühlt. 141,8 Ja, auf dich, HERR, sehen meine Augen; ich traue auf dich, gib mich
nicht in den Tod dahin. 141,9 Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben, und vor der
Falle der Übeltäter. 141,10 Die Gottlosen sollen miteinander in ihr eigenes Netz fallen; mich aber
laß entrinnen.
142. Kapitel
Hilferuf in schwerer Bedrängnis
142,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, aALS ER IN DER HÖHLE WAR, EIN GEBET.
142,2 Ich schreie zum HERRN mit meiner Stimme, ich flehe zum HERRN mit meiner
Stimme.
142,3 Ich schütte meine Klage vor ihm aus und zeige an vor ihm meine Not.
142,4 Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Sie legen
mir Schlingen auf dem Wege, den ich gehe.
142,5 Schau zur Rechten und sieh: da will niemand mich kennen. Ich kann nicht
entfliehen, niemand nimmt sich meiner an.
142,6 HERR, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Teil
(a) im Lande der Lebendigen. 142,7 Höre auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt. Errette mich von
meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig. 142,8 Führe mich aus dem Kerker, daß ich preise deinen Namen. Die Gerechten
werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohltust.
143. Kapitel
Bitte um Verschonung und Leitung (Der siebente Bußpsalm)
143,1 EIN PSALM DAVIDS. HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um
deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen,
143,2 und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn
(a) (b) (c) vor dir ist kein
Lebendiger gerecht.
143,3 Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden, er
legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind.
143,4 Und mein Geist ist in Ängsten, mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe.
143,5 Ich (a) denke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten
und spreche von den Werken deiner Hände. 143,6 Ich breite meine Hände aus zu dir, (a) meine Seele dürstet nach dir wie
ein dürres Land. SELA. 143,7 HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht
vor mir, daß ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 143,8 Laß mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir
kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. 143,9 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; zu dir nehme ich meine
Zuflucht.
143,10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein
guter Geist führe mich auf ebner Bahn. 143,11 HERR, erquicke mich um deines Namens willen; führe mich aus der Not um
deiner Gerechtigkeit willen, 143,12 und vernichte meine Feinde um deiner Güte willen und bringe alle um,
die mich bedrängen; denn ich bin dein Knecht.
144. Kapitel
Gebet um Rettung und Wohlstand
144,1 VON DAVID. Gelobt sei der HERR, mein Fels, der meine Hände kämpfen
lehrt und meine Fäuste, Krieg zu führen,
144,2 meine Hilfe und meine
(a) Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein
Schild, auf den ich traue, der Völker unter mich zwingt.
144,3 HERR, was ist der Mensch, daß du dich seiner annimmst, und des
Menschen Kind, daß du ihn so beachtest? 144,4 Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin (a) wie ein
Schatten.
144,5 a HERR, neige deinen Himmel und fahre herab; rühre die Berge an, daß
sie rauchen. 144,6 Sende Blitze und streue sie aus, schick deine Pfeile und jage sie
dahin, 144,7 streck aus deine Hand von der Höhe. ERLÖSE MICH UND ERRETTE MICH AUS
GROSSEN WASSERN, AUS DER HAND DER FREMDEN, 144,8 DEREN MUND UNNÜTZ REDET UND DEREN RECHTE HAND TRÜGT.
144,9 Gott, ich will dir (a) ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf
dem Psalter von zehn Saiten, 144,10 der du den Königen Sieg gibst und erlösest deinen Knecht David vom
mörderischen Schwert. 144,11 ERLÖSE MICH UND ERRETTE MICH AUS DER HAND DER FREMDEN, DEREN MUND
FALSCHES REDET UND DEREN RECHTE HAND TRÜGT.
144,12 Unsere Söhne seien wie Pflanzen, die aufschießen in ihrer Jugendkraft
- unsere Töchter wie Säulen, geschnitzt für Paläste - 144,13 unsere Kammern gefüllt, daß sie Vorrat geben, einen nach dem andern -
unsere Schafe, daß sie Tausende werfen und Zehntausende auf unsern Triften
- 144,14 unsere Rinder, daß sie tragen ohne Schaden und Verlust - und kein
Klagegeschrei sei auf unsern Gassen. - 144,15 Wohl dem Volk, dem es so ergeht! (a) Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR
ist!
145. Kapitel
145,1 EIN LOBLIED DAVIDS. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und
deinen Namen loben immer und ewiglich.
145,2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und
ewiglich.
145,3 Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist
unausforschlich.
145,4 Kindeskinder werden deine Werke preisenund deine gewaltigen Taten
verkündigen.
145,5 Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht und deinen Wundern
nachsinnen;
(a) 145,6 sie sollen reden von deinen mächtigen Taten und erzählen von deiner
Herrlichkeit;
145,7 sie sollen preisen deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühmen.
145,8 Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.(a) 145,9 (a) Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. 145,10 Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich
loben 145,11 und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden, 145,12 daß den Menschen deine gewaltigen Taten kundwerden und die herrliche
Pracht deines Königtums. 145,13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und
für.
.Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen
Werken. * *Die zweite Hälfte dieses Verses, die nur in einem Teil der
Handschriften überliefert ist, stellt den N-Vers des im Hebräischen nach
dem ABC geordneten Psalms dar. 145,14 Der HERR hält alle, die da fallen, und (a) richtet alle auf, die
niedergeschlagen sind. 145,15 (a) (b) Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur
rechten Zeit. 145,16 Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem
Wohlgefallen. 145,17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen
Werken. 145,18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich
anrufen. 145,19 Er tut, (a) was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und
hilft ihnen. 145,20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle
Gottlosen. 145,21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe
seinen heiligen Namen immer und ewiglich.
146. Kapitel
Gottes ewige Treue
146,1 Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele!
146,2 Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen,
solange ich bin.
146,3 (a) (b) Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja
nicht helfen.
146,4 Denn des Menschen Geist muß davon, und
(a) (b) er muß wieder zu Erde werden;
dann sind verloren alle seine Pläne.
146,5 Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,der seine Hoffnung setzt auf
den HERRN, seinen Gott,(a) 146,6 der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist;
der Treue hält ewiglich, 146,7 der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset.
.Der HERR macht die Gefangenen frei. 146,8 Der HERR macht die Blinden sehend. (a) Der HERR richtet auf, die
niedergeschlagen sind. Der HERR liebt die Gerechten. 146,9 (a) Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen; aber
die Gottlosen führt er in die Irre.
146,10 Der HERR ist (a) König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für.
Halleluja!
147. Kapitel
147,1 Halleluja! Lobet den HERRN! Denn
(a) unsern Gott loben, das ist ein
köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön.
147,2 Der HERR baut Jerusalem aufund bringt zusammen die Verstreuten
Israels. 147,3 Er heilt, die (a) zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. 147,4 Er zählt die Sterne und (a) nennt sie alle mit Namen. 147,5 Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und unbegreiflich ist, wie er
regiert. 147,6 Der HERR richtet die Elenden auf und stößt die Gottlosen zu Boden.(a)
147,7 Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen, 147,8 der den Himmel mit Wolken bedeckt und Regen gibt auf Erden; der Gras
auf den Bergen wachsen läßt, 147,9 der dem Vieh sein Futter gibt, (a) den jungen Raben, die zu ihm rufen. 147,10 Er hat keine Freude an der Stärke des Rossesund kein Gefallen an den
Schenkeln des Mannes. 147,11 Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte
hoffen.
147,12 Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott! 147,13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in
deiner Mitte. 147,14 Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten
Weizen. 147,15 (a) Er sendet sein Gebot auf die Erde, sein Wort läuft schnell. 147,16 Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche. 147,17 Er wirft seine Schloßen herab wie Brocken; wer kann bleiben vor seinem
Frost? 147,18 Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee;er läßt seinen Wind wehen,
da taut es. 147,19 (a) (b) (c) Er verkündigt Jakob sein Wort, Israel seine Gebote und sein Recht. 147,20 So hat er an keinem Volk getan; sein Recht kennen sie nicht.
Halleluja!
148. Kapitel
Gottes Lob im Himmel und auf Erden
148,1 (a) Halleluja! Lobet im Himmel den HERRN, lobet ihn in der Höhe!
148,2 Lobet ihn, alle seine Engel, lobet ihn, all sein Heer!
148,3 (a) Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
148,4 Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel!
148,5 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn
(a) er gebot, da wurden sie
geschaffen.
148,6 Er läßt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die
dürfen sie nicht überschreiten.
148,7 Lobet den HERRN auf Erden, ihr großen Fische und alle Tiefen des
Meeres, 148,8 Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten, 148,9 ihr Berge und alle Hügel, fruchttragende Bäume und alle Zedern, 148,10 ihr Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel, 148,11 ihr Könige auf Erden und alle Völker, Fürsten und alle Richter auf
Erden, 148,12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen! 148,13 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn sein Name allein ist hoch,
seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist. 148,14 Er erhöht die Macht seines Volkes. aAlle seine Heiligen sollen loben,
die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient. Halleluja!
149. Kapitel
Zion lobe den HERRN!
149,1 Halleluja! Singet dem HERRN
(a) ein neues Lied; die Gemeinde der
Heiligen soll ihn loben.
149,2 Israel freue sich
(a) seines Schöpfers, die Kinder Zions seien fröhlich
über ihren
(b) König.
149,3 Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen
sie ihm spielen.
149,4 Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk, er hilft den Elenden
herrlich.
149,5 Die Heiligen sollen fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren
Lagern. 149,6 Ihr Mund soll Gott erheben; sie sollen scharfe Schwerter in ihren
Händen halten, 149,7 daß sie Vergeltung üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern, 149,8 ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, 149,9 daß sie an ihnen (a) (b) vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche
Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!
150. Kapitel
Das große Halleluja
150,1 Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste
seiner Macht!
150,2 Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!
150,3 Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen!
150,4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!
150,5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln!
150,6 Alles,
(a) (b) was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!