DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS)
1. Kapitel
Die Schöpfung
(vgl. Kap 2,4-25; Ps 104)
1,1 Am Anfang schuf Gott Himmel und
Erde.(a) (b)
(c) (d)
1,2 Und die Erde war wüst und leer, und
es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf
dem Wasser.
1,3 Und Gott (a) (b) sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.(c) 1,4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der
Finsternis 1,5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und
Morgen der erste Tag.
1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da
scheide zwischen den Wassern. 1,7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem
Wasser über der Feste. Und es geschah so.(a) (b) (c) 1,8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der
zweite Tag.
1,9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an
besondere Orte, daß man das Trockene sehe. Und es geschah so.(a) (b) (c) 1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte
er Meer. Und Gott sah, daß es gut war. 1,11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen
bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art
Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. 1,12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes
nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist,
ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 1,13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
1,14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da
scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre (a) (b) (c) 1,15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf die
Erde. Und es geschah so. 1,16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag
regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die
Sterne.(a) 1,17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die
Erde 1,18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis.
Und Gott sah, daß es gut war. 1,19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
1,20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel
sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 1,21 Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt,
davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten
Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.(a) (b) 1,22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und
erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. 1,23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes
nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner
Art. Und es geschah so. 1,25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und
das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art.
Und Gott sah, daß es gut war. 1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich
sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem
Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles
Gewürm, das auf Erden kriecht.(a) (b) (c) (d) (e) 1,27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, (a) zum Bilde Gottes schuf
er ihn; und (b) schuf sie als Mann und Weib. 1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret
euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über
die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh
und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 1,29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die
Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen
bringen, zu eurer Speise.(a) 1,30 Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem
Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung
gegeben. Und es geschah so.(a) 1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, (a) (b) es war sehr
gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
2. Kapitel
2,1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2,2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und
(a) ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 2,3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm
ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.(a) (b) (c) (d)
2,4 So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.
Das Paradies
Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.
2,5 Und alle die Sträucher auf dem Felde waren
noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht
gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden,
und kein Mensch war da, der das Land bebaute;
2,6 aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land.
2,7 Da machte Gott der HERR den Menschen aus
(a) (b) Erde vom Acker und blies ihm
den
(c) (d) Odem des Lebens in seine Nase. Und so
(e) ward der Mensch ein
lebendiges Wesen.
2,8 Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und
setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. 2,9 Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume,
verlockend anzusehen und gut zu essen, und den (a) (b) (c) Baum des Lebens mitten im
Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 2,10 Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilte
sich von da in vier Hauptarme.(a) 2,11 Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila, und dort
findet man Gold; 2,12 und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz
und den Edelstein Schoham. 2,13 Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch. 2,14 Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der
vierte Strom ist der Euphrat.
2,15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden,
daß er ihn bebaute und bewahrte. 2,16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von
allen Bäumen im Garten, 2,17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht
essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes
sterben.(a)
2,18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, (a) daß der Mensch allein
sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.* 2,19 Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle
die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe,
wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte
es heißen. 2,20 Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier
auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin
gefunden, die um ihn wäre. 2,21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und
er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloß die Stelle mit
Fleisch. 2,22 Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen
nahm, und brachte sie zu ihm. 2,23 Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von
meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen
ist.* *Luther versucht mit «Männin» und «Mann» ein hebräisches Wortspiel
wiederzugeben. 2,24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem
Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.(a) (b) (c) 2,25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich
nicht.
3. Kapitel
Der Sündenfall
3,1 Aber die
(a) (b) Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott
der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt
haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?
3,2 Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume
im Garten;
(a) 3,3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset
nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!
(a) 3,4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes
sterben,
(a) 3,5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen
aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
3,6 Und das Weib (a) sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine
Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie (b)
nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch
davon, und er aß. 3,7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß
sie (a) nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich
Schurze. 3,8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl
geworden war. Und Adam (a) (b) versteckte sich mit seinem Weibe vor dem
Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. 3,9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 3,10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich
bin nackt, darum versteckte ich mich. 3,11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht
gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon
essen? 3,12 Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von dem
Baum, und ich aß. 3,13 Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib
sprach: (a) Die Schlange betrog mich, so daß ich aß.
3,14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist
du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf
deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. 3,15 Und ich will (a) Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und
zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf
zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
3,16 Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du
schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen
soll nach deinem Manne sein, aber (a) (b) er soll dein Herr sein.
3,17 Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines
Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du
sollst nicht davon essen -, (a) (b) verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit
Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 3,18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem
Felde essen. 3,19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder
zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu
Erde werden.(a) (b) (c) (d) (e)
3,20 Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da
leben. 3,21 Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog
sie ihnen an. 3,22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner
und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nur nicht ausstrecke
seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe
ewiglich! 3,23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute,
von der er genommen war.(a) 3,24 Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden
die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg
zu dem Baum des Lebens.
4. Kapitel
Kains Brudermord
4,1 Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den
Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN.
4,2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain
aber wurde ein Ackermann.
4,3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte
von den
(a) Früchten des Feldes.
4,4 Und auch Abel brachte von den
(a) Erstlingen seiner Herde und von ihrem
(b)
Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer,
4,5 aber Kain und sein Opfer
(a) (b) sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain
sehr und senkte finster seinen Blick.
4,6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du
deinen Blick?
4,7 Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick
erheben. Bist du aber nicht fromm, so
(a) lauert die Sünde vor der Tür, und
nach dir hat sie Verlangen; du aber
(b) herrsche über sie.
4,8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! Und es
begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen
Bruder Abel und schlug ihn tot.
(a) 4,9 Da sprach der HERR zu Kain: (a) Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich
weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 4,10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die (a) (b) (c) Stimme des Blutes deines
Bruders schreit zu mir von der Erde. 4,11 Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und
deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.(a) 4,12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag
nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. 4,13 Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als daß ich
sie tragen könnte.* *Luther übersetzte: «Meine Sünde ist größer, denn daß
sie mir vergeben werden möge.» 4,14 Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und (a) ich muß mich vor deinem
Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird
mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet. 4,15 Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das
soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein (a) (b) Zeichen an
Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände. 4,16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande
Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.
Kains Nachkommen
4,17 Und Kain erkannte sein Weib; die ward schwanger und gebar den Henoch.
Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.
4,18 Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte
Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech.
4,19 Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.
4,20 Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Zelten wohnen und
Vieh halten.
4,21 Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen alle Zither- und
Flötenspieler.
4,22 Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; von dem sind hergekommen
alle Erz- und Eisenschmiede. Und die Schwester des Tubal-Kain war Naama.
4,23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, höret meine Rede,
ihr Weiber Lamechs, merkt auf, was ich sage: Einen Mann erschlug ich für
meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule. 4,24 Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal.(a) (b) (c) (d)
Set und Enosch
4,25 Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den nannte
sie Set; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Sohn gegeben für
Abel, den Kain erschlagen hat.
4,26 Und Set zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch. Zu der Zeit fing
man an,
(a) den Namen des HERRN anzurufen.
5. Kapitel
5,1 Dies ist das Buch von aAdams Geschlecht. Als Gott den Menschen schuf,
(a)
machte er ihn nach dem Bilde Gottes
5,2 und schuf sie als Mann und Weib und segnete sie und gab ihnen den Namen
«Mensch»* zur Zeit, da sie geschaffen wurden. *Mensch heißt auf Hebräisch
Adam und wird teils als Eigenname, teils als Gattungsname gebraucht.
5,3 Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und (a) (b) nach
seinem Bilde, und nannte ihn Set; 5,4 und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,5 daß sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb.
5,6 Set war 105 Jahre alt und zeugte Enosch 5,7 und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,8 daß sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb.
5,9 Enosch war 90 Jahre alt und zeugte Kenan 5,10 und lebte danach 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,11 daß sein ganzes Alter ward 905 Jahre, und starb.
5,12 Kenan war 70 Jahre alt und zeugte Mahalalel 5,13 und lebte danach 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,14 daß sein ganzes Alter ward 910 Jahre, und starb.
5,15 Mahalalel war 65 Jahre alt und zeugte Jered 5,16 und lebte danach 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,17 daß sein ganzes Alter ward 895 Jahre, und starb.
5,18 Jered war 162 Jahre alt und zeugte Henoch 5,19 und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,20 daß sein ganzes Alter ward 962 Jahre, und starb.
5,21 Henoch war 65 Jahre alt und zeugte Metuschelach. 5,22 Und Henoch (a) wandelte mit Gott. Und nachdem er Metuschelach gezeugt
hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,23 daß sein ganzes Alter ward 365 Jahre. 5,24 Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht
mehr gesehen.(a) (b)
5,25 Metuschelach war 187 Jahre alt und zeugte Lamech 5,26 und lebte danach 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,27 daß sein ganzes Alter ward 969 Jahre, und starb. 5,28 Lamech war 182 Jahre alt und zeugte einen Sohn 5,29 und nannte ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unserer Mühe
und Arbeit auf dem Acker, den der HERR (a) verflucht hat. 5,30 Danach lebte er 595 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,31 daß sein ganzes Alter ward 777 Jahre, und starb.
5,32 Noah war 500 Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Jafet.
6. Kapitel
Gottessöhne und Menschentöchter
6,1 Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen
Töchter geboren wurden,
6,2 da sahen die
(a) (b) (c) Gottessöhne*, wie schön die Töchter der Menschen waren,
und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.
6,3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten,
denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben
hundertundzwanzig Jahre.
6,4 Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Töchtern
der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die
Riesen auf Erden. Das sind
(a) die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.
Ankündigung der Sintflut. Noahs Erwählung. Bau der Arche
6,5 Als aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und
(a) alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar,
6,6 da
(a) (b) reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es
bekümmerte ihn in seinem Herzen,
6,7 und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen
von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis
zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht
habe.
(a) (b) (c) 6,8 Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.
(a) 6,9 Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann
und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er (a) wandelte mit Gott. 6,10 Und er zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 6,11 Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voller Frevel. 6,12 Da (a) sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles
Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden. 6,13 Da sprach Gott zu Noah: Das (a) Ende alles Fleisches ist bei mir
beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich
will sie verderben mit der Erde. 6,14 Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und
verpiche ihn mit Pech innen und außen. 6,15 Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die
Breite und dreißig Ellen die Höhe. 6,16 Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür
sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke haben,
eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben. 6,17 Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu
verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel.
Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. 6,18 Aber mit dir will ich meinen (a) Bund aufrichten, und du sollst in die
Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner
Söhne. 6,19 Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch,
je ein Paar, Männchen und Weibchen, daß sie leben bleiben mit dir. 6,20 Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von
allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu
dir hineingehen, daß sie leben bleiben. 6,21 Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und
sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen zur Nahrung diene. 6,22 Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.(a)
7. Kapitel
Die Sintflut
7,1 Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus;
denn
(a) dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu dieser Zeit.
7,2 Von allen
(a) (b) reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen und sein
Weibchen, von den unreinen Tieren aber je ein Paar, das Männchen und sein
Weibchen.
7,3 Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben, das Männchen und
sein Weibchen, um das Leben zu erhalten auf dem ganzen Erdboden.
7,4 Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden
vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles
Lebendige, das ich gemacht habe.
7,5 Und Noah tat alles, was ihm der HERR gebot.
7,6 Er war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut auf Erden kam.
7,7 Und er ging in die Arche mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen
seiner Söhne vor den Wassern der Sintflut.
(a) 7,8 Von den reinen Tieren und von den unreinen, von den Vögeln und von allem
Gewürm auf Erden
7,9 gingen sie zu ihm in die Arche
(a) paarweise, je ein Männchen und
Weibchen, wie ihm Gott geboten hatte.
7,10 Und als die sieben Tage vergangen waren, kamen die Wasser der Sintflut
auf Erden. 7,11 In dem sechshundertsten Lebensjahr Noahs am siebzehnten Tag des zweiten
Monats, an diesem Tag brachen alle (a) Brunnen der großen Tiefe auf und
taten sich die Fenster des Himmels auf 7,12 und ein Regen kam auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte. 7,13 An eben diesem Tage ging Noah in die Arche mit Sem, Ham und Jafet,
seinen Söhnen, und mit seiner Frau und den drei Frauen seiner Söhne; 7,14 dazu alles wilde Getier nach seiner Art, alles Vieh nach seiner Art,
alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel nach
ihrer Art, alles, was fliegen konnte, alles, was Fittiche hatte; 7,15 das ging alles zu Noah in die Arche paarweise, von allem Fleisch, darin
Odem des Lebens war. 7,16 Und das waren (a) Männchen und Weibchen von allem Fleisch, und sie gingen
hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloß hinter ihm
zu.
7,17 Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen
und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde. 7,18 Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen sehr auf Erden, und die
Arche fuhr auf den Wassern. 7,19 Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, daß alle
hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. 7,20 Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, so daß sie ganz
bedeckt wurden.
7,21 Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an
Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle
Menschen.(a) 7,22 Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. 7,23 So wurde vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis
hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel; das wurde
alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in
der Arche war. 7,24 Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.
8. Kapitel
Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des HERRN
8,1 Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh,
das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die
Wasser fielen.
8,2 Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des
Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt.
8,3 Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach
hundertundfünfzig Tagen.
8,4 Am
(a) siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf
das Gebirge Ararat.
8,5 Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am
ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor.
8,6 Nach (a) vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er
gemacht hatte, 8,7 und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die
Wasser vertrockneten auf Erden. 8,8 Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich
verlaufen hätten auf Erden. 8,9 Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder
zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat
er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche. 8,10 Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube
fliegen aus der Arche. 8,11 Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie
abgebrochen und trug's in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, daß die Wasser
sich verlaufen hätten auf Erden. 8,12 Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen;
die kam nicht wieder zu ihm.
8,13 Im (a) sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten Tage des ersten
Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. Da tat Noah das Dach von
der Arche und sah, daß der Erdboden trocken war. 8,14 Und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde ganz
trocken. 8,15 Da redete Gott mit Noah und sprach: 8,16 Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner
Söhne mit dir. 8,17 Alles Getier, das bei dir ist, von allem Fleisch, an Vögeln, an Vieh
und allem Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir, daß sie
sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden. 8,18 So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den
Frauen seiner Söhne,(a) 8,19 dazu alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das
auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen.
8,20 Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem (a) reinen Vieh
und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. 8,21 Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen:
Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen;
denn das (a) (b) (c) (d) (e) Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von
Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt,
wie ich getan habe. 8,22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und
Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.(a)
9. Kapitel
Gottes Bund mit Noah
9,1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und
mehret euch und füllet die Erde.
(a) 9,2 Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über
allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt,
und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.
9,3 Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie
(a) das grüne
Kraut habe ich's euch
(b) alles gegeben.
9,4 Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist!
(a) (b) (c) 9,5 Auch will ich euer eigen Blut, das ist das Leben eines jeden unter euch,
rächen und will es
(a) von allen Tieren fordern und will des Menschen Leben
fordern von einem jeden Menschen.
9,6 Wer
(a) (b) (c) (d) (e) (f) Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen
vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.
9,7 Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, daß euer viel
darauf werden.
9,8 Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: 9,9 Siehe, (a) ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen 9,10 und (a) mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an
allen Tieren des Feldes bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen
ist, was für Tiere es sind auf Erden. 9,11 Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, daß hinfort nicht mehr
alles Fleisch verderbt werden soll durch die Wasser der Sintflut und
hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.
9,12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen
habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: 9,13 Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein
des Bundes zwischen mir und der Erde. 9,14 Und wenn es kommt, daß ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll
man meinen Bogen sehen in den Wolken. 9,15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und
allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, daß hinfort keine Sintflut
mehr komme, die alles Fleisch verderbe.(a) 9,16 Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und
gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter
allem Fleisch, das auf Erden ist. 9,17 Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich
aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.
Noahs Fluch und Segen über seine Söhne
9,18 Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind diese:
(a) Sem, Ham und
Jafet. Ham aber ist der Vater Kanaans.
9,19 Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen kommen her alle Menschen auf
Erden.
9,20 Noah aber, der Ackermann, pflanzte als erster einen Weinberg. 9,21 Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt
aufgedeckt. 9,22 Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße sah, sagte er's seinen
beiden Brüdern draußen.(a) (b) 9,23 Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihrer beider
Schultern und gingen rückwärts hinzu und deckten ihres Vaters Blöße zu;
und ihr Angesicht war abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße nicht
sähen. 9,24 Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein
jüngster Sohn angetan hatte, 9,25 sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht aller
Knechte! 9,26 Und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sems, und Kanaan sei
sein Knecht! 9,27 Gott breite Jafet aus und lasse ihn wohnen in den Zelten Sems, und
Kanaan sei sein Knecht!
9,28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre, 9,29 daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.
10. Kapitel
Die Völkertafel
(vgl. 1. Chr 1,5-23)
10,1 Dies ist das Geschlecht der Söhne Noahs: Sem, Ham und Jafet. Und es
wurden ihnen Söhne geboren nach der Sintflut.
. 10,2 (a) Die Söhne Jafets sind diese: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal,
Meschech und Tiras.(b) (c) 10,3 Die Söhne Gomers sind diese: Aschkenas, Rifat und Togarma. 10,4 Die Söhne Jawans sind diese: Elischa, Tarsis, die Kittäer und die
Rodaniter. 10,5 Von diesen haben sich ausgebreitet die Bewohner der Inseln der Heiden.
Das sind die Söhne Jafets nach ihren Ländern, ihren Sprachen,
Geschlechtern und Völkern.
10,6 Die Söhne Hams sind diese: Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan. 10,7 Und die Söhne des Kusch sind diese: Seba, Hawila, Sabta, Ragma und
Sabtecha. Aber die Söhne Ragmas sind diese: Saba und Dedan. 10,8 Kusch aber zeugte den Nimrod. Der war der erste, der Macht gewann auf
Erden, 10,9 und war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN. Daher spricht man: Das ist
ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN wie (a) Nimrod. 10,10 Und der Anfang seines Reichs war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande
Schinar. 10,11 Von diesem Lande ist er nach Assur gekommen und baute Ninive und
Rehobot-Ir und Kelach, 10,12 dazu Resen zwischen Ninive und Kelach. Das ist die große Stadt. 10,13 Mizrajim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die
Naftuhiter, 10,14 die Patrositer, die Kasluhiter und die Kaftoriter; von denen sind
gekommen die Philister. 10,15 Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Het 10,16 und den Jebusiter, den Amoriter, den Girgaschiter, 10,17 den Hiwiter, den Arkiter, den Siniter, 10,18 den Arwaditer, den Zemariter und den Hamatiter. Nachher haben sich die
Geschlechter der Kanaaniter weiter ausgebreitet, 10,19 und ihre Grenzen waren von Sidon in der Richtung auf Gerar bis nach
Gaza, in der Richtung auf Sodom, Gomorra, Adma, Zebojim bis nach Lescha. 10,20 Das sind die Söhne Hams nach ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern und
Völkern.
10,21 Sem aber, dem Vater aller Söhne Ebers, Jafets älterem Bruder, wurden
auch Söhne geboren.(a) 10,22 Und dies sind seine Söhne: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. 10,23 Aber die Söhne Arams sind diese: Uz, Hul, Geter und Masch.(a) 10,24 Arpachschad aber zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber. 10,25 Eber wurden zwei Söhne geboren. Einer hieß Peleg, weil zu seiner Zeit
(a) (b) die Erde zerteilt wurde; und sein Bruder hieß Joktan. 10,26 Und Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach, 10,27 Hadoram, Usal, Dikla, 10,28 Obal, Abimaël, Saba, 10,29 Ofir, Hawila und Jobab. Das sind alles Söhne Joktans. 10,30 Und ihre Wohnsitze waren von Mescha bis man kommt nach Sefar, an das
Gebirge im Osten. 10,31 Das sind die Söhne Sems nach ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern und
Völkern.
10,32 Das sind nun die Nachkommen der Söhne Noahs nach ihren Geschlechtern
und Völkern. Von denen her haben sich ausgebreitet die Völker auf Erden
nach der Sintflut.
11. Kapitel
Der Turmbau zu Babel
11,1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
11,2 Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und
wohnten daselbst.
11,3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, laßt uns Ziegel streichen und
brennen! - und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel
11,4 und sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen
Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn
wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
11,5 Da
(a) (b) fuhr der HERR hernieder, daß er sähe die Stadt und den Turm, die
die Menschenkinder bauten.
11,6 (a) Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache
unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen
nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen
haben zu tun.
11,7 Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß
keiner des andern Sprache verstehe!
11,8 So
(a) (b) zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, daß sie aufhören
mußten, die Stadt zu bauen.
11,9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller
Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.
Geschlechtsregister von Sem bis Abram
11,10 (a) (b) Dies ist das
(c) Geschlecht Sems: Sem war 100 Jahre alt und zeugte
Arpachschad zwei Jahre nach der Sintflut
11,11 und lebte danach 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,12 Arpachschad war 35 Jahre alt und zeugte Schelach
11,13 und lebte danach 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,14 Schelach war 30 Jahre alt und zeugte Eber
11,15 und lebte danach 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,16 Eber war 34 Jahre alt und zeugte Peleg
11,17 und lebte danach 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,18 Peleg war 30 Jahre alt und zeugte Regu
11,19 und lebte danach 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,20 Regu war 32 Jahre alt und zeugte Serug
11,21 und lebte danach 207 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,22 Serug war 30 Jahre alt und zeugte Nahor
11,23 und lebte danach 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,24 Nahor war 29 Jahre alt und zeugte Terach
11,25 und lebte danach 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11,26 Terach war 70 Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran.
Terachs Geschlecht. Sein Zug von Ur nach Haran
11,27 Dies ist das Geschlecht Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran;
und Haran zeugte Lot.
11,28 Haran aber starb vor seinem Vater Terach in seinem Vaterland zu Ur in
Chaldäa.
11,29 Da nahmen sich Abram und Nahor Frauen. Abrams Frau hieß Sarai und
Nahors Frau
(a) Milka, Harans Tochter, der der Vater war der Milka und der
Jiska.
11,30 Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind.
11,31 Da nahm (a) Terach seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn seines Sohnes
Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und
führte sie aus (b) Ur in Chaldäa, um ins Land Kanaan zu ziehen. Und sie
kamen nach Haran und wohnten dort. 11,32 Und Terach wurde zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran.
12. Kapitel
Abrams Berufung und Zug nach Kanaan
12,1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner
Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen
will.
(a) (b) (c) 12,2 Und ich will dich zum großen Volk machen und
(a) will dich segnen und dir
einen großen Namen machen, und du sollst
(b) ein Segen sein.
12,3 Ich will segnen, die dich segnen, und
(a) verfluchen, die dich verfluchen;
und
(b) (c) (d) (e) (f) (g) in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
12,4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit
ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. 12,5 So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller
ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie erworben
hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu reisen. Und sie
kamen in das Land, 12,6 und Abram durchzog das Land bis an die Stätte bei (a) (b) Sichem, bis zur
Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande. 12,7 Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen (a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) (h) Nachkommen will ich
dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem HERRN, der ihm
erschienen war. 12,8 Danach brach er von dort auf ins Gebirge östlich der Stadt Bethel und
schlug sein Zelt auf, so daß er Bethel im Westen und Ai im Osten hatte,
und baute dort dem HERRN einen Altar und (a) rief den Namen des HERRN an. 12,9 Danach zog Abram weiter ins Südland.
Abram und Sarai in Ägypten
(vgl. Kap 20,1-18; 26,7-11)
12,10 Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abram hinab nach
Ägypten, daß er sich dort als ein Fremdling aufhielte; denn der Hunger war
groß im Lande.
12,11 Und als er nahe an Ägypten war, sprach er zu Sarai, seiner Frau: Siehe,
ich weiß, daß du ein schönes Weib bist.
12,12 Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist seine
Frau, und werden mich umbringen und dich leben lassen.
12,13 So sage doch, du seist meine Schwester, auf daß mir's wohlgehe um
deinetwillen und ich am Leben bleibe um deinetwillen.
12,14 Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß seine Frau sehr
schön war. 12,15 Und die Großen des Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da wurde
sie in das Haus des Pharao gebracht. 12,16 Und er tat Abram Gutes um ihretwillen; und er bekam Schafe, Rinder,
Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele. 12,17 Aber der HERR plagte den Pharao und sein Haus mit großen Plagen um
Sarais, Abrams Frau, willen.
12,18 Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: Warum hast du mir
das angetan? Warum sagtest du mir nicht, daß sie deine Frau ist? 12,19 Warum sprachst du denn: Sie ist meine Schwester -, so daß ich sie mir
zur Frau nahm? Und nun siehe, da hast du deine Frau; nimm sie und zieh
hin. 12,20 Und der Pharao bestellte Leute um seinetwillen, daß sie ihn geleiteten
und seine Frau und alles, was er hatte.
13. Kapitel
Abram und Lot trennen sich
13,1 So zog Abram herauf aus Ägypten mit seiner Frau und mit allem, was er
hatte, und Lot auch mit ihm, ins Südland.
13,2 Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
13,3 Und er zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel, an die Stätte, wo
zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und Ai,
13,4 eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet hatte. Dort
(a) rief er
den Namen des HERRN an.
13,5 Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte. 13,6 Und das Land konnte es nicht ertragen, daß sie beieinander wohnten; denn
ihre Habe war groß, und sie konnten nicht beieinander wohnen. 13,7 Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten
von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Perisiter im
Lande. 13,8 Da sprach Abram zu Lot: Laß doch nicht Zank sein zwischen mir und dir
und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. 13,9 Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du
zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will
ich zur Linken. 13,10 Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn
ehe der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie wasserreich, bis man
nach Zoar kommt, (a) wie der Garten des HERRN, gleichwie Ägyptenland. 13,11 Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten.
Also trennte sich ein Bruder von dem andern, 13,12 so daß Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten am unteren
Jordan. Und Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13,13 Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den
HERRN.(a) (b) 13,14 Als nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram:
Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach
Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen. 13,15 Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen
geben für alle Zeit (a) 13,16 und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein
Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deine Nachkommen
zählen.(a) (b) (c) 13,17 Darum mach dich auf und durchzieh das Land in die Länge und Breite,
denn dir will ich's geben. 13,18 Und Abram zog weiter mit seinem Zelt und kam und wohnte im Hain (a)
Mamre, der bei Hebron ist, und baute dort dem HERRN einen Altar.
14. Kapitel
14,1 Und es begab sich zu der Zeit des Königs Amrafel von Schinar, Arjochs,
des Königs von Ellasar, Kedor- Laomers, des Königs von Elam, und Tidals,
des
(a) Königs von Völkern,
14,2 daß sie Krieg führten mit Bera, dem König von
(a) Sodom, und mit Birscha,
dem König von Gomorra, und mit Schinab, dem König von Adma, und mit
Schemeber, dem König von Zebojim, und mit dem König von Bela, das ist
Zoar.
14,3 Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer ist.
14,4 Denn sie waren zwölf Jahre dem König Kedor-Laomer untertan gewesen, und
im dreizehnten Jahr waren sie von ihm abgefallen.
14,5 (a) Darum kamen Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm waren, im
vierzehnten Jahr und schlugen die Refaïter zu Aschterot-Karnajim und die
Susiter zu Ham und die Emiter in der Ebene Kirjatajim
14,6 und die Horiter auf ihrem Gebirge Seïr bis El-Paran, das an die Wüste
stößt.
14,7 Danach wandten sie um und kamen nach En-Mischpat, das ist Kadesch, und
schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die Amoriter, die zu
Hazezon-Tamar wohnten.
14,8 Da zogen aus der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von
Adma, der König von Zebojim und der König von Bela, das ist Zoar, und
rüsteten sich, zu kämpfen im Tal Siddim 14,9 mit Kedor-Laomer, dem König von Elam, und mit Tidal, dem König von
Völkern, und mit Amrafel, dem König von Schinar, und mit Arjoch, dem König
von Ellasar, vier Könige gegen fünf. 14,10 Das Tal Siddim aber hatte viele Erdharzgruben. Und die Könige von Sodom
und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen und fielen da hinein, und was
übrigblieb, floh auf das Gebirge. 14,11 Da nahmen sie alle Habe von Sodom und Gomorra und alle Vorräte und
zogen davon. 14,12 Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Brudersohn, und seine Habe, denn
(a) er wohnte in Sodom, und zogen davon.
14,13 Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram an, dem Hebräer,
der da wohnte im Hain Mamres, des Amoriters, des Bruders von Eschkol und
Aner. Diese waren mit Abram im Bund. 14,14 Als nun Abram hörte, daß seines Bruders Sohn gefangen war, wappnete er
seine Knechte, dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte
ihnen nach bis (a) (b) Dan 14,15 und teilte seine Schar, fiel des Nachts über sie her mit seinen
Knechten und schlug sie und jagte sie bis nach Hoba, das nördlich der
Stadt Damaskus liegt. 14,16 Und er brachte alle Habe wieder zurück, dazu auch Lot, seines Bruders
Sohn, mit seiner Habe, auch die Frauen und das Volk.
14,17 aAls er nun zurückkam von dem Sieg über Kedor-Laomer und die Könige
mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Tal Schawe, das ist
das Königstal. 14,18 Aber (a) Melchisedek, der König von (b) Salem, trug Brot und Wein heraus.
Und er war ein Priester Gottes des Höchsten 14,19 und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten
Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; 14,20 und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben
hat. Und Abram gab ihm den (a) (b) Zehnten von allem. 14,21 Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute, die Güter
behalte für dich! 14,22 Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu
dem HERRN, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, 14,23 daß ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen
Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagest, du habest Abram reich
gemacht, 14,24 ausgenommen, was die Knechte verzehrt haben; doch laß die Männer Aner,
Eschkol und Mamre, die mit mir gezogen sind, ihr Teil nehmen.
15. Kapitel
Gott verheißt Abram einen Sohn und gewährt ihm den Bund
(vgl. Kap 17)
15,1 Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram das Wort des HERRN
kam in einer
(a) Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram!
(b) Ich bin dein
Schild und dein sehr großer Lohn.
15,2 Abram sprach aber: HERR, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe
dahin ohne Kinder, und mein Knecht Elïser von Damaskus wird mein Haus
besitzen.
15,3 Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und
siehe, einer von meinen Knechten wird mein Erbe sein.
15,4 Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein, sondern
der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein.
15,5 Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die
Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine
Nachkommen sein!
(a) (b) (c) (d) 15,6 Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.
(a) (b) 15,7 Und er sprach zu ihm: (a) (b) (c) Ich bin der HERR, der dich aus (d) Ur in Chaldäa
geführt hat, auf daß ich dir dies Land zu besitzen gebe. 15,8 Abram aber sprach: HERR, mein Gott, woran soll ich merken, daß ich's
besitzen werde? 15,9 Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige
Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine andere Taube. 15,10 Und er brachte ihm dies alles und (a) zerteilte es in der Mitte und legte
je einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht. 15,11 Und die Raubvögel stießen hernieder auf die Stücke, aber Abram
scheuchte sie davon.
15,12 Als nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein (a) (b) (c) tiefer Schlaf auf
Abram, und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn. 15,13 Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, daß deine Nachkommen
werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird
man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.(a) (b) (c) 15,14 Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach sollen
sie ausziehen mit großem Gut.(a) (b) 15,15 Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und (a) in gutem Alter
begraben werden. 15,16 Sie aber sollen erst nach vier Menschenaltern wieder hierher kommen;
denn die Missetat der aAmoriter ist noch nicht voll.
15,17 Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da
war ein (a) rauchender Ofen, und eine Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken
hin. 15,18 An dem Tage schloß der HERR einen Bund mit Abram und sprach: (a) Deinen
Nachkommen will ich dies Land geben, von dem (b) Strom Ägyptens an bis an
den großen (c) Strom Euphrat: 15,19 die Keniter, die Kenasiter, die Kadmoniter, 15,20 die Hetiter, die Perisiter, die Refaïter, 15,21 die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgaschiter, die Jebusiter.
16. Kapitel
Hagar und Ismael
(vgl. Kap 21,9-21)
16,1 Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine ägyptische
Magd, die hieß Hagar.
16,2 Und Sarai sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, daß
ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch
sie zu einem Sohn komme.
(a) Und Abram gehorchte der Stimme Sarais.
16,3 Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Magd Hagar und gab sie
Abram, ihrem Mann, zur Frau, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan
gewohnt hatten.
16,4 Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, daß sie
schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering. 16,5 Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir geschieht, komme über
dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, daß
sie schwanger geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der
HERR sei Richter zwischen mir und dir. 16,6 Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt;
tu mit ihr, wie dir's gefällt.
.Als nun Sarai sie demütigen wollte, floh sie von ihr. 16,7 Aber der (a) (b) (c) (d) (e) Engel des HERRN fand sie bei einer Wasserquelle in der Wüste,
nämlich bei der Quelle am Wege nach Schur. 16,8 Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo willst
du hin? Sie sprach: Ich bin von Sarai, meiner Herrin, geflohen. 16,9 Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Herrin
und demütige dich unter ihre Hand. 16,10 Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so
mehren, daß sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können.(a) 16,11 Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger
geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen Namen sollst du Ismael
nennen; denn (a) (b) (c) (d) (e) der HERR hat dein Elend erhört. 16,12 Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand wider jedermann und
jedermanns Hand wider ihn, und er wird wohnen all seinen Brüdern zum
Trotz.(a)
16,13 Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: (a) (b) (c) Du bist ein
Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiß hab ich hier hinter dem
hergesehen, der mich angesehen hat. 16,14 Darum nannte man den Brunnen (a) (b) «Brunnen des Lebendigen, der mich
sieht». Er liegt zwischen Kadesch und Bered.
16,15 Und Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm
Hagar gebar, Ismael. 16,16 Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als ihm Hagar den Ismael
gebar.
17. Kapitel
Ewiger Bund und neue Namen. Verheißung Isaaks und Beschneidung
17,1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und
sprach zu ihm:
(a) (b) Ich bin der allmächtige Gott;
(c) wandle vor mir und sei
fromm.
17,2 Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und will dich
über alle Maßen mehren.
17,3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und
sprach: 17,4 Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler
Völker werden. 17,5 Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name
sein; denn (a) ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker. 17,6 Und ich will dich sehr fruchtbar machen und will aus dir Völker machen,
und auch Könige sollen von dir kommen. 17,7 Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen
Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, daß es ein ewiger Bund sei, so
daß ich dein und deiner Nachkommen Gott bin. 17,8 Und ich will dir und deinem Geschlecht nach dir das Land geben, darin du
ein (a) (b) Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, (c) zu ewigem Besitz, und will
ihr Gott sein.
17,9 Und Gott sprach zu Abraham: So haltet nun meinen Bund, du und deine
Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht. 17,10 Das aber ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und
deinem Geschlecht nach dir: aAlles, was männlich ist unter euch, soll
beschnitten werden; 17,11 eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das (a) Zeichen sein des
Bundes zwischen mir und euch.(b) (c) 17,12 Jedes Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei
euren Nachkommen. Desgleichen auch alles, was an Gesinde im Hause geboren
oder was gekauft ist von irgendwelchen Fremden, die nicht aus eurem
Geschlecht sind. 17,13 Beschnitten soll werden alles Gesinde, was dir im Hause geboren oder
was gekauft ist. Und so soll mein Bund an eurem Fleisch zu einem ewigen
Bund werden. 17,14 Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut, wird
er ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat.
17,15 Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst Sarai, deine Frau,
nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein. 17,16 Denn ich will sie (a) segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn
geben; ich will sie segnen, und Völker sollen aus ihr werden und Könige
über viele Völker. 17,17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht und (a) (b) lachte und sprach in seinem
Herzen: (c) (d) Soll mir mit hundert Jahren ein Kind geboren werden, und soll
Sara, neunzig Jahre alt, gebären? 17,18 Und Abraham sprach zu Gott: Ach daß Ismael möchte leben bleiben vor
dir! 17,19 Da sprach Gott: Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären,
den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen (a) ewigen Bund
aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm. 17,20 Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet
und will ihn fruchtbar machen und (a) (b) über alle Maßen mehren. (c) Zwölf
Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen. 17,21 Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären
soll um diese Zeit im nächsten Jahr. 17,22 Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham.
17,23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Knechte, die im Hause
geboren, und alle, die gekauft waren, und alles, was männlich war in
seinem Hause, und beschnitt ihre Vorhaut an eben diesem Tage, wie ihm Gott
gesagt hatte. 17,24 Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er seine Vorhaut
beschnitt. 17,25 Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, als seine Vorhaut
beschnitten wurde. 17,26 Eben auf diesen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn
Ismael, 17,27 und was männlich in seinem Hause war, im Hause geboren und gekauft von
Fremden; es wurde alles mit ihm beschnitten.
18. Kapitel
Der HERR bei Abraham in Mamre
18,1 Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er an der Tür seines
Zeltes saß, als der Tag am heißesten war.
18,2 Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor
ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes
und neigte sich zur Erde
(a) 18,3 und sprach: Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht
an deinem Knecht vorüber.
18,4 Man soll euch ein wenig Wasser bringen, eure Füße zu waschen, und laßt
euch nieder unter dem Baum.
18,5 Und ich will euch einen Bissen Brot bringen, daß ihr euer Herz labet;
danach mögt ihr weiterziehen. Denn darum seid ihr bei eurem Knecht
vorübergekommen. Sie sprachen: Tu, wie du gesagt hast.
18,6 Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Eile und menge drei Maß
feinstes Mehl, knete und backe Kuchen. 18,7 Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes gutes Kalb und gab's
dem Knechte; der eilte und bereitete es zu. 18,8 Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalbe, das er zubereitet
hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen unter dem Baum,
und sie aßen.
18,9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen
im Zelt. 18,10 Da sprach er: Ich (a) (b) will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann
soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter
der Tür des Zeltes. 18,11 Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, so daß es
Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. 18,12 Darum (a) lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll
ich noch der Liebe pflegen, und mein (b) Herr ist auch alt! 18,13 Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du,
daß es wahr sei, daß ich noch gebären werde, die ich doch alt bin? 18,14 (a) (b) Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder
zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. 18,15 Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht -, denn sie
fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.
Abrahams Fürbitte für Sodom
18,16 Da brachen die Männer auf und wandten sich nach Sodom, und Abraham ging
mit ihnen, um sie zu geleiten.
18,17 Da sprach der HERR: Wie könnte ich Abraham verbergen, was ich tun
will,
(a) 18,18 da er doch ein großes und mächtiges Volk werden soll und alle Völker
auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?
(a) 18,19 Denn dazu habe ich ihn auserkoren, daß er
(a) (b) seinen Kindern befehle und
seinem Hause nach ihm, daß sie des HERRN Wege halten und tun, was recht
und gut ist, auf daß der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm
verheißen hat.
18,20 Und der HERR sprach: Es ist ein großes
(a) Geschrei über Sodom und
Gomorra, daß ihre Sünden sehr schwer sind.
18,21 Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem
Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht so sei, damit ich's
wisse.
18,22 Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen nach Sodom.
.Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN 18,23 und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem
Gottlosen umbringen? (a) 18,24 Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du
die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die
darin wären? 18,25 Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem
Gottlosen, so daß der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne
von dir! Sollte der (a) (b) Richter aller Welt nicht gerecht richten? 18,26 Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so
will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben.(a) (b) 18,27 Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, zu
reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. 18,28 Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein;
wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach:
Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. 18,29 Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht
vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der
vierzig willen. 18,30 Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, daß ich noch mehr rede. Man könnte
vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin,
so will ich ihnen nichts tun. 18,31 Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit dem Herrn zu
reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will
sie nicht verderben um der zwanzig willen. 18,32 Und er sprach: aAch, zürne nicht, Herr, daß ich nur noch einmal rede.
Man könnte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie
nicht verderben um der zehn willen. 18,33 Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu
reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
19. Kapitel
Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Errettung
19,1 (a) Die zwei Engel kamen nach Sodom am Abend; Lot aber saß zu Sodom unter
dem Tor. Und als er sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und neigte
sich bis zur Erde
19,2 und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein im Hause eures Knechts
und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen und brecht frühmorgens auf
und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, wir wollen über Nacht im
Freien bleiben.
19,3 Da nötigte er sie sehr, und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein
Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und backte ungesäuerte Kuchen, und sie
aßen.
19,4 Aber ehe sie sich legten, kamen die Männer der Stadt Sodom und umgaben
das Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, 19,5 (a) (b) (c) und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir
gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir uns über sie
her machen. 19,6 Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu 19,7 und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! 19,8 Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die will
ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; aber
diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines
Dachs gekommen. 19,9 Sie aber sprachen: Weg mit dir! Und sprachen auch: Du bist der einzige
Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich noch übler
plagen als jene. Und sie (a) drangen hart ein auf den Mann Lot. Doch als sie
hinzuliefen und die Tür aufbrechen wollten, 19,10 griffen die Männer hinaus und zogen Lot herein zu sich ins Haus und
schlossen die Tür zu. 19,11 Und (a) sie schlugen die Leute vor der Tür des Hauses, klein und groß,
mit Blindheit, so daß sie es aufgaben, die Tür zu finden.
19,12 Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du hier noch einen Schwiegersohn
und Söhne und Töchter und wer dir sonst angehört in der Stadt, den führe
weg von dieser Stätte. 19,13 Denn wir werden diese Stätte verderben, weil (a) das Geschrei über sie
groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. 19,14 Da ging Lot hinaus und redete mit den Männern, die seine Töchter
heiraten sollten: Macht euch auf und (a) geht aus diesem Ort, denn der HERR
wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
19,15 Als nun die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und
sprachen: Mach dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die
hier sind, damit du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. 19,16 Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und seine
beiden Töchter bei der Hand, weil der HERR ihn verschonen wollte, und
führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los.
19,17 Und als sie ihn hinausgebracht hatten, sprach der eine: Rette dein
Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser ganzen
Gegend. aAuf das Gebirge rette dich, damit du nicht umkommst! 19,18 Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! 19,19 Siehe, dein Knecht hat Gnade gefunden vor deinen Augen, und du hast
deine Barmherzigkeit groß gemacht, die du an mir getan hast, als du mich
am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf das Gebirge retten; es könnte
mich sonst das Unheil ereilen, so daß ich stürbe. 19,20 Siehe, da ist eine Stadt nahe, in die ich fliehen kann, und sie ist
klein; dahin will ich mich retten - ist sie doch klein -, damit ich am
Leben bleibe. 19,21 Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch darin dich angesehen, daß ich
die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet hast. 19,22 Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis du
hineinkommst. Daher ist diese Stadt Zoar genannt. 19,23 Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, als Lot nach Zoar kam.
19,24 Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom
und Gomorra (a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) (h) 19,25 und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der
Städte und was auf dem Lande gewachsen war. 19,26 Und Lots Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.(a)
19,27 Abraham aber machte sich früh am Morgen auf an den Ort, wo er vor dem
HERRN gestanden hatte, 19,28 und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land dieser
Gegend und schaute, und siehe, da ging ein Rauch auf vom Lande wie der
Rauch von einem Ofen. 19,29 Und es geschah, als Gott die Städte in der Gegend vernichtete, gedachte
er an Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er zerstörte, in
denen Lot gewohnt hatte.
Lot und seine Töchter
19,30 Und Lot zog weg von Zoar und blieb auf dem Gebirge mit seinen beiden
Töchtern; denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben; und so blieb er in
einer Höhle mit seinen beiden Töchtern.
19,31 Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und kein
Mann ist mehr im Lande, der zu uns eingehen könnte nach aller Welt Weise.
19,32 So komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm
legen, daß wir uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.
(a) 19,33 Da gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die
erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und er ward's nicht
gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.
19,34 Am Morgen sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern
bei meinem Vater gelegen. Laß uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken
geben, daß du hineingehst und dich zu ihm legst, damit wir uns Nachkommen
schaffen von unserm Vater.
19,35 Da gaben sie ihrem Vater auch diese Nacht Wein zu trinken. Und die
jüngere machte sich auch auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht
gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.
19,36 So wurden die beiden Töchter Lots schwanger von ihrem Vater. 19,37 Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen
her die Moabiter bis auf den heutigen Tag.(a) 19,38 Und die jüngere gebar auch einen Sohn, den nannte sie Ben-Ammi. Von dem
kommen her die aAmmoniter bis auf den heutigen Tag.
20. Kapitel
Abraham und Sara bei Abimelech
(vgl. Kap 12,10-20; 26,1-11)
20,1 Abraham aber zog von dannen ins Südland und wohnte zwischen Kadesch und
Schur und lebte nun als ein Fremdling zu Gerar.
(a) (b) 20,2 Er sagte aber von Sara, seiner Frau: Sie ist meine Schwester. Da sandte
Abimelech, der König von Gerar, hin und ließ sie holen.
20,3 Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm: Siehe,
du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie ist
eines Mannes Ehefrau.
20,4 Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach: Herr, willst du denn
auch ein gerechtes Volk umbringen?
20,5 Hat er nicht zu mir gesagt: sie ist meine Schwester? Und sie hat auch
gesagt: er ist mein Bruder. Hab ich das doch getan mit einfältigem Herzen
und unschuldigen Händen.
20,6 Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiß auch, daß du das mit
einfältigem Herzen getan hast. Darum habe ich dich auch behütet, daß du
nicht wider mich sündigtest, und habe es nicht zugelassen, daß du sie
berührtest.
20,7 So gib nun dem Mann seine Frau wieder, denn er ist ein Prophet, und
(a)
laß ihn für dich bitten, so wirst du am Leben bleiben. Wenn du sie aber
nicht wiedergibst, so wisse, daß du des Todes sterben mußt und alles, was
dein ist.
20,8 Da stand Abimelech früh am Morgen auf und rief alle seine Großen und
sagte dieses alles vor ihren Ohren. Und die Männer fürchteten sich sehr. 20,9 Und Abimelech rief Abraham auch herzu und sprach zu ihm: Warum hast du
uns das angetan? Und was habe ich an dir gesündigt, daß du eine so große
Sünde wolltest auf mich und mein Reich bringen? Du hast an mir gehandelt,
wie man nicht handeln soll. 20,10 Und Abimelech sprach weiter zu Abraham: Wie bist du dazu gekommen, daß
du solches getan hast? 20,11 Abraham sprach: Ich dachte, gewiß ist keine Gottesfurcht an diesem
Orte, und sie werden mich um meiner Frau willen umbringen. 20,12 Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester, denn sie ist meines Vaters
Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter; so ist sie meine Frau
geworden.(a) 20,13 Als mich aber Gott aus meines Vaters Hause wandern hieß, sprach ich zu
ihr: Die Liebe tu mir an, daß, wo wir hinkommen, du von mir sagst, ich sei
dein Bruder.
20,14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und gab sie
Abraham und gab ihm Sara, seine Frau, wieder 20,15 und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's
wohlgefällt. 20,16 Und zu Sara sprach er: Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend
Silberstücke gegeben; siehe, das soll eine Decke sein über den Augen
aller, die bei dir sind, dir zugute. Damit ist dir bei allen Recht
verschafft. 20,17 Abraham aber betete zu Gott. Da heilte Gott Abimelech und seine Frau
und seine Mägde, daß sie wieder Kinder gebaren. 20,18 Denn der HERR hatte zuvor hart verschlossen jeden Mutterschoß im Hause
Abimelechs um Saras, Abrahams Frau, willen.
21. Kapitel
Isaaks Geburt
21,1 Und der HERR suchte Sara heim, wie er gesagt hatte, und tat an ihr, wie
er geredet hatte.
(a) 21,2 Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham in seinem Alter einen Sohn
um die Zeit, von der Gott zu ihm geredet hatte.
(a) 21,3 Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm Sara
gebar,
(a) 21,4 und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte.
(a) (b) 21,5 Hundert Jahre war Abraham alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde.
(a) 21,6 Und Sara sprach: Gott hat mir ein
(a) Lachen zugerichtet; denn wer es
hören wird, der wird über mich lachen.
21,7 Und sie sprach: Wer hätte wohl von Abraham gesagt, daß Sara Kinder
stille! Und doch habe ich ihm einen Sohn geboren in seinem Alter.
Austreibung Ismaels und seiner Mutter
21,8 Und das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Und Abraham machte ein
großes Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt wurde.
21,9 Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägypterin, den sie Abraham geboren
hatte, wie er Mutwillen trieb.
21,10 Da sprach sie zu Abraham:
(a) Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn
der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.
21,11 Das Wort mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.
21,12 Aber Gott sprach zu ihm: Laß es dir nicht mißfallen wegen des Knaben
und der Magd. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn nur
(a) (b) (c)
nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden.
21,13 Aber
(a) auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, weil er
dein Sohn ist.
21,14 Da stand Abraham früh am Morgen auf und nahm Brot und einen Schlauch
mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter, dazu den Knaben, und
schickte sie fort. Da zog sie hin und irrte in der Wüste umher bei
Beerscheba. 21,15 Als nun das Wasser in dem Schlauch ausgegangen war, warf sie den Knaben
unter einen Strauch 21,16 und ging hin und setzte sich gegenüber von ferne, einen Bogenschuß
weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und sie
setzte sich gegenüber und erhob ihre Stimme und weinte.(a) 21,17 Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief Hagar
vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht;
denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, der dort liegt. 21,18 Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will
ihn zum großen Volk machen. 21,19 Und (a) Gott tat ihr die Augen auf, daß sie einen Wasserbrunnen sah. Da
ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben. 21,20 Und Gott war mit dem Knaben. Der wuchs heran und wohnte in der Wüste
und wurde ein guter Schütze. 21,21 Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Frau
aus (a) Ägyptenland.
Abrahams Bund mit Abimelech
(vgl. Kap 26,15-33)
21,22 Zu der Zeit redete Abimelech zusammen mit Pichol, seinem Feldhauptmann,
zu Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, was du tust.
21,23 So schwöre mir nun bei Gott, daß du mir und meinen Söhnen und meinen
Enkeln keine Untreue erweisen wollest, sondern die Barmherzigkeit, die ich
an dir getan habe, an mir auch tust und an dem Lande, darin du ein
Fremdling bist.
(a) 21,24 Da sprach Abraham: Ich will schwören.
21,25 Und Abraham stellte Abimelech zur Rede um des Wasserbrunnens willen,
den Abimelechs Knechte mit Gewalt genommen hatten.
21,26 Da antwortete Abimelech: Ich habe es nicht gewußt, wer das getan hat;
weder hast du mir's angesagt, noch hab ich's gehört bis heute.
21,27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und die beiden
schlossen einen Bund miteinander.
21,28 Und Abraham stellte sieben Lämmer besonders.
21,29 Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben Lämmer, die du
besonders gestellt hast?
21,30 Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, damit
sie für mich ein Zeugnis seien, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.
21,31 Daher heißt die Stätte Beerscheba, weil sie beide miteinander da
geschworen haben.
21,32 Und so schlossen sie den Bund zu Beerscheba.
.Da machten sich auf Abimelech und Pichol, sein Feldhauptmann, und zogen
wieder in der Philister Land. 21,33 Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum in Beerscheba und (a) (b) rief
dort den Namen des HERRN, des ewigen Gottes, an. 21,34 Und er war ein Fremdling in der Philister Lande eine lange Zeit.
22. Kapitel
Abrahams Versuchung. Bestätigung der Verheißung
22,1 Nach diesen Geschichten
(a) (b) (c) (d) (e) (f) (g) (h) versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm:
Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
22,2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und
geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem
Berge, den ich dir sagen werde.
22,3 Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm
mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum
Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott
gesagt hatte. 22,4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von
ferne 22,5 und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der
Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir
wieder zu euch kommen.
22,6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn
Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die
beiden miteinander. 22,7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete:
Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo
ist aber das Schaf zum Brandopfer? 22,8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum
Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.
22,9 Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute
Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn
Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 22,10 und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn
schlachtete.(a) (b)
22,11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham!
Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 22,12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn
nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und (a) (b) hast deines einzigen Sohnes
nicht verschont um meinetwillen. 22,13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der
Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und
opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. 22,14 Und Abraham nannte die Stätte (a) «Der HERR sieht». Daher man noch heute
sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht.
22,15 Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel her 22,16 und sprach: (a) (b) (c) (d) (e) (f) Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR:
Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht
verschont, 22,17 will ich (a) (b) dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel
und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore
ihrer Feinde besitzen; 22,18 und durch (a) (b) dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet
werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast. 22,19 So kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie machten sich auf
und zogen miteinander nach Beerscheba, und Abrahm blieb daselbst.
Die Nachkommen Nahors
22,20 Nach diesen Geschichten begab sich's, daß Abraham angesagt wurde:
Siehe,
(a) Milka hat auch Söhne geboren deinem Bruder Nahor,
22,21 nämlich Uz, den Erstgeborenen, und Bus, seinen Bruder, und Kemuël, von
dem die Aramäer herkommen,
22,22 und Kesed und Haso und Pildasch und Jidlaf und Betuël.
22,23 (a) Betuël aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor,
Abrahams Bruder.
22,24 Und seine Nebenfrau, mit Namen Rëuma, gebar auch, nämlich den Tebach,
Gaham, Tahasch und Maacha.
23. Kapitel
Sara stirbt. Abraham erwirbt ein Erbbegräbnis
23,1 Sara wurde hundertsiebenundzwanzig Jahre alt
23,2 und starb in Kirjat-Arba - das ist Hebron - im Lande Kanaan. Da kam
Abraham, daß er sie beklagte und beweinte.
23,3 Danach stand er auf von seiner Toten und redete mit den Hetitern und
sprach: 23,4 Ich bin ein (a) Fremdling und Beisasse bei euch; gebt mir ein Erbbegräbnis
bei euch, daß ich meine Tote hinaustrage und begrabe. 23,5 Da antworteten die Hetiter Abraham und sprachen zu ihm: 23,6 Höre uns, lieber Herr! Du bist ein Fürst Gottes unter uns. Begrabe deine
Tote in einem unserer vornehmsten Gräber; kein Mensch unter uns wird dir
wehren, daß du in seinem Grabe deine Tote begrabest.
23,7 Da stand Abraham auf und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor
den Hetitern. 23,8 Und er redete mit ihnen und sprach: Gefällt es euch, daß ich meine Tote
hinaustrage und begrabe, so höret mich und bittet für mich Efron, den Sohn
Zohars, 23,9 daß er mir gebe seine Höhle in Machpela, die am Ende seines Ackers
liegt; er gebe sie mir um Geld, soviel sie wert ist, zum Erbbegräbnis
unter euch. 23,10 Efron aber saß unter den Hetitern. Da antwortete Efron, der Hetiter,
dem Abraham vor den Ohren der Hetiter, vor allen, die beim Tor seiner
Stadt versammelt waren, und sprach: 23,11 Nein, mein Herr, sondern höre mir zu! Ich schenke dir den Acker und die
Höhle darin und übergebe dir's vor den Augen der Söhne meines Volks, um
deine Tote dort zu begraben.
23,12 Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des Landes 23,13 und redete mit Efron, so daß das Volk des Landes es hörte, und sprach:
Willst du ihn mir lassen, so bitte ich, nimm von mir das Geld für den
Acker, das ich dir gebe, so will ich meine Tote dort begraben. 23,14 Efron antwortete Abraham und sprach zu ihm: 23,15 Mein Herr, höre mich doch! Das Feld ist vierhundert Lot Silber wert;
was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deine Tote! 23,16 Abraham gehorchte Efron und wog ihm die Summe dar, die er genannt hatte
vor den Ohren der Hetiter, vierhundert Lot Silber nach dem Gewicht, das im
Kauf gang und gäbe war.
23,17 So wurde Efrons Acker in Machpela östlich von Mamre Abraham zum
Eigentum bestätigt, mit der Höhle darin und mit allen Bäumen auf dem Acker
umher, 23,18 vor den Augen der Hetiter und aller, die beim Tor seiner Stadt
versammelt waren. 23,19 Danach begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Höhle des Ackers in
Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. 23,20 So wurden Abraham der Acker und (a) (b) (c) (d) die Höhle darin zum Erbbegräbnis
bestätigt von den Hetitern.
24. Kapitel
Rebekka wird Isaaks Frau
24,1 Abraham war alt und hochbetagt, und der HERR hatte ihn gesegnet
allenthalben.
(a) 24,2 Und er sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der allen seinen
Gütern vorstand: Lege deine Hand unter meine Hüfte
24,3 und schwöre mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du
meinem Sohn
(a) (b) keine Frau nehmest von den Töchtern der Kanaaniter, unter
denen ich wohne,
24,4 sondern daß du ziehest in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft
und nehmest meinem Sohn Isaak dort eine Frau.
24,5 Der Knecht sprach: Wie, wenn das Mädchen mir nicht folgen wollte in
dies Land, soll ich dann deinen Sohn zurückbringen in jenes Land, von dem
du ausgezogen bist? 24,6 Abraham sprach zu ihm: Davor hüte dich, daß du meinen Sohn wieder dahin
bringest! 24,7 (a) (b) Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause
genommen hat und von meiner Heimat, der mir zugesagt und mir auch
geschworen hat: Dies Land will ich deinen Nachkommen geben -, der wird
seinen Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn dort eine Frau
nehmest. 24,8 Wenn aber das Mädchen dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides
ledig. Nur bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin! 24,9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn,
und schwor es ihm.
24,10 So nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog
hin und hatte mit sich allerlei Güter seines Herrn und machte sich auf und
zog nach Mesopotamien, zu der Stadt (a) Nahors. 24,11 Da ließ er die Kamele sich lagern draußen vor der Stadt bei dem
Wasserbrunnen des Abends um die Zeit, da die Frauen pflegten herauszugehen
und Wasser zu schöpfen. 24,12 Und er sprach: HERR, du Gott Abrahams, meines Herrn, laß es mir heute
gelingen und tu Barmherzigkeit an Abraham, meinem Herrn! 24,13 Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und die Töchter der Leute
in dieser Stadt werden herauskommen, um Wasser zu schöpfen. 24,14 Wenn nun ein Mädchen kommt, zu dem ich spreche: Neige deinen Krug und
laß mich trinken, und es sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch
tränken -, das sei die, die du deinem Diener Isaak beschert hast, und
daran werde ich erkennen, daß du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan
hast.
24,15 Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus (a) Rebekka, die
Tochter Betuëls, der ein Sohn der Milka war, die die Frau Nahors, des
Bruders Abrahams, war, und trug einen Krug auf ihrer Schulter. 24,16 Und das Mädchen war sehr schön von Angesicht, eine Jungfrau, die noch
von keinem Manne wußte. Die stieg hinab zum Brunnen und füllte den Krug
und stieg herauf. 24,17 Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Laß mich ein wenig Wasser
aus deinem Kruge trinken. 24,18 Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und eilends ließ sie den Krug
hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken. 24,19 Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will deinen
Kamelen auch schöpfen, bis sie alle genug getrunken haben. 24,20 Und eilte und goß den Krug aus in die Tränke und lief abermals zum
Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen.
24,21 Der Mann aber betrachtete sie und schwieg still, bis er erkannt hätte,
ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht. 24,22 Als nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen goldenen
Stirnreif, sechs Gramm schwer, und zwei goldene Armreifen für ihre Hände,
hundertundzwanzig Gramm schwer, 24,23 und sprach: Wessen Tochter bist du? Das sage mir doch! Haben wir auch
Raum in deines Vaters Hause, um zu herbergen? 24,24 Sie sprach zu ihm: Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes der Milka,
den sie dem Nahor geboren hat. 24,25 Und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und
Raum genug, um zu herbergen. 24,26 Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an 24,27 und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott Abrahams, meines Herrn, der
seine Barmherzigkeit und seine Treue von meinem Herrn nicht hat weichen
lassen; denn der HERR hat mich geradewegs geführt zum Hause des Bruders
meines Herrn. 24,28 Und das Mädchen lief und sagte dies alles in ihrer Mutter Hause.
24,29 Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß Laban; und Laban lief zu dem
Mann draußen bei dem Brunnen. 24,30 Denn als er den Stirnreif und die Armreifen an den Händen seiner
Schwester gesehen hatte und die Worte Rebekkas, seiner Schwester, gehört
hatte: So hat mir der Mann gesagt -, da kam er zu dem Mann, und siehe, er
stand bei den Kamelen am Brunnen. 24,31 Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du
draußen? Ich habe das Haus bereitet und für die Kamele auch Raum gemacht. 24,32 Da führte er den Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab ihnen
Stroh und Futter, dazu auch Wasser, zu waschen seine Füße und die Füße der
Männer, die mit ihm waren.
24,33 Und man setzte ihm Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen,
bis ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage an! 24,34 Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht. 24,35 Und der HERR hat meinen Herrn reich gesegnet, daß er groß geworden ist,
und hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele
und Esel gegeben. 24,36 Dazu hat Sara, die Frau meines Herrn, einen Sohn geboren meinem Herrn
in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat. 24,37 Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst
meinem Sohn keine Frau nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in deren
Land ich wohne, 24,38 sondern zieh hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht; dort
nimm meinem Sohn eine Frau. 24,39 Ich sprach aber zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Mädchen nicht folgen
will? 24,40 Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel
mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, daß du meinem Sohn eine
Frau nehmest von meiner Verwandtschaft und meines Vaters Hause. 24,41 Dann sollst du deines Eides ledig sein: Wenn du zu meiner
Verwandtschaft kommst und sie geben sie dir nicht, so bist du deines Eides
ledig.
24,42 So kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, du Gott Abrahams,
meines Herrn, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, auf der ich bin, 24,43 siehe, so stehe ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun ein Mädchen
herauskommt, um zu schöpfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein wenig
Wasser zu trinken aus deinem Krug, 24,44 und sie sagen wird: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch schöpfen -,
das sei die Frau, die der HERR dem Sohn meines Herrn beschert hat. 24,45 Ehe ich nun diese Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da
kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Schulter und geht hinab zum
Brunnen und schöpft. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken. 24,46 Und sie nahm eilends den Krug von ihrer Schulter und sprach: Trinke,
und deine Kamele will ich auch tränken. Da trank ich, und sie tränkte die
Kamele auch. 24,47 Und ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du? Sie antwortete:
Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat.
Da legte ich einen Reif an ihre Stirn und Armreifen an ihre Hände. 24,48 und neigte mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den Gott
Abrahams, meines Herrn, der mich den rechten Weg geführt hat, daß ich für
seinen Sohn die Tochter des Bruders meines Herrn nehme.
24,49 Seid ihr nun die, die an meinem Herrn Freundschaft und Treue beweisen
wollen, so sagt mir's; wenn nicht, so sagt mir's auch, daß ich mich wende
zur Rechten oder zur Linken.
24,50 Da antworteten Laban und Betuël und sprachen: Das kommt vom HERRN,
darum können wir nichts dazu sagen, weder Böses noch Gutes. 24,51 Da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, daß sie die Frau sei des
Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet hat. 24,52 Als Abrahams Knecht diese Worte hörte, neigte er sich vor dem HERRN bis
zur Erde. 24,53 Danach zog er hervor silberne und goldene Kleinode und Kleider und gab
sie Rebekka; auch ihrem Bruder und der Mutter gab er kostbare Geschenke. 24,54 Dann aß und trank er samt den Männern, die mit ihm waren, und sie
blieben über Nacht allda.
.Am Morgen aber standen sie auf, und er sprach: Laßt mich ziehen zu meinem
Herrn. 24,55 Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch das Mädchen noch
einige Tage bei uns bleiben; danach sollst du ziehen. 24,56 Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade
zu meiner Reise gegeben. Laßt mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe. 24,57 Da sprachen sie: Wir wollen das Mädchen rufen und fragen, was sie dazu
sagt. 24,58 Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Manne
ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will es. 24,59 Da ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme, samt
Abrahams Knecht und seinen Leuten. 24,60 Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester,
wachse zu vieltausendmal tausend, und (a) dein Geschlecht besitze die Tore
seiner Feinde. 24,61 So machte sich Rebekka auf mit ihren Mägden, und sie setzten sich auf
die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog
von dannen.
24,62 Isaak aber war gezogen zum (a) (b) «Brunnen des Lebendigen, der mich sieht»
und wohnte im Südlande. 24,63 Und er war ausgegangen, um zu beten auf dem Felde gegen Abend, und hob
seine Augen auf und sah, daß Kamele daherkamen. 24,64 Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilends vom
Kamel 24,65 und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns entgegenkommt auf
dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier
und verhüllte sich. 24,66 Und der Knecht erzählte Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. 24,67 Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sara und nahm die
Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. Also wurde
Isaak (a) getröstet über seine Mutter.
25. Kapitel
Abrahams zweite Ehe. Sein Tod und Begräbnis
25,1 Abraham nahm wieder eine Frau, die hieß Ketura.
25,2 Die gebar ihm Simran und Jokschan, Medan und Midian, Jischbak und
Schuach.
25,3 Jokschan aber zeugte Saba und Dedan. Die Söhne Dedans aber waren: die
Aschuriter, die Letuschiter und die Lëummiter.
25,4 Die Söhne Midians waren: Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle
sind Söhne der Ketura.
25,5 Und Abraham gab all sein Gut Isaak. 25,6 Aber den Söhnen, die er von den Nebenfrauen hatte, gab er Geschenke und
schickte sie noch zu seinen Lebzeiten fort von seinem Sohn Isaak, nach
Osten hin ins Morgenland.
25,7 Das ist aber Abrahams Alter, das er erreicht hat:
hundertundfünfundsiebzig Jahre.(a) 25,8 Und Abraham verschied und (a) starb in einem guten Alter, als er alt und
lebenssatt war, und wurde zu seinen Vätern versammelt. 25,9 (a) Und es begruben ihn seine Söhne Isaak und Ismael in der Höhle von
Machpela auf dem Acker Efrons, des Sohnes Zohars, des Hetiters, die da
liegt östlich von Mamre 25,10 auf dem Felde, das Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Da ist
Abraham begraben mit Sara, seiner Frau. 25,11 Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott (a) Isaak, seinen Sohn. Und er
wohnte bei dem (b) «Brunnen des Lebendigen, der mich sieht».
Ismaels Nachkommen
25,12 Dies ist
(a) das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar
gebar, die Magd Saras aus Ägypten;
25,13 und dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach denen ihre Geschlechter
genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismales Nebajot, dann Kedar, Adbeel,
Mibsam,
25,14 Mischma, Duma, Massa,
25,15 Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma.
25,16 Das sind die Söhne Ismaels mit ihren Namen nach ihren Gehöften und
Zeltdörfern,
(a) (b) zwölf Fürsten nach ihren Stämmen.
25,17 - Und das ist das Alter Ismaels: hundertundsiebenunddreißig Jahre. Und
er verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern. -
25,18 Und sie wohnten von Hawila an bis nach Schur östlich von Ägypten nach
Assyrien hin. So
(a) ließ er sich nieder all seinen Brüdern zum Trotz.
Esaus und Jakobs Geburt
25,19 Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte
Isaak.
25,20 Isaak aber war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die
Tochter Betuëls, des Aramäers aus Mesopotamien, die Schwester des Aramäers
Laban.
25,21 Isaak aber bat den HERRN für seine Frau, denn sie war unfruchtbar. Und
der HERR ließ sich erbitten, und Rebekka, seine Frau, ward schwanger. 25,22 Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leib. Da sprach sie:
Wenn mir's so gehen soll, warum bin ich schwanger geworden? Und sie ging
hin, den HERRN zu befragen. 25,23 Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und
zweierlei Volk wird sich scheiden aus deinem Leibe; und ein Volk wird dem
andern überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren (a) (b) (c) dienen. 25,24 Als nun die Zeit kam, daß sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge
in ihrem Leibe. 25,25 Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell, und sie
nannten ihn Esau. 25,26 Danach kam heraus sein Bruder, der (a) hielt mit seiner Hand die Ferse
des Esau, und sie nannten ihn Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak, als sie
geboren wurden.
25,27 Und als nun die Knaben groß wurden, wurde Esau ein Jäger und streifte
auf dem Felde umher, Jakob aber ein gesitteter Mann und blieb bei den
Zelten. 25,28 Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Wildbret; Rebekka aber
hatte Jakob lieb.
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
25,29 Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde
25,30 und sprach zu Jakob: Laß mich essen das rote Gericht; denn ich bin
müde. Daher heißt er Edom.
25,31 Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt.
25,32 Esau antwortete: Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir da die
Erstgeburt?
25,33 Jakob sprach: So schwöre mir zuvor. Und er schwor ihm und
(a) (b) verkaufte
so Jakob seine Erstgeburt.
25,34 Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und
stand auf und ging davon. So verachtete Esau seine Erstgeburt.
26. Kapitel
Erneute Verheißung. Isaak und Rebekka in Gerar
(vgl. Kap 12,10-20; 20,1-18)
26,1 Es kam aber eine Hungersnot ins Land nach der früheren, die zu Abrahams
Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, dem König der Philister, nach
Gerar.
26,2 Da erschien ihm der HERR und sprach: Zieh nicht hinab nach Ägypten,
sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.
26,3 Bleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich
segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese Länder geben
und will meinen Eid wahr machen, den ich deinem Vater Abraham geschworen
habe,
(a) (b) 26,4 und will
(a) deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und will
deinen Nachkommen alle diese Länder geben. Und durch dein Geschlecht
sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden,
26,5 weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine
Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und mein Gesetz.
26,6 So wohnte Isaak zu Gerar.
26,7 Und wenn die Leute am Ort fragten nach seiner Frau, so sprach er: Sie
ist meine Schwester; denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist meine Frau.
Er dachte nämlich: Sie könnten mich töten um Rebekkas willen, denn sie ist
schön von Gestalt.
26,8 Als er nun eine Zeit lang da war, sah Abimelech, der König der
Philister, durchs Fenster und wurde gewahr, daß Isaak scherzte mit
Rebekka, seiner Frau. 26,9 Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist deine Frau. Wie
hast du dann gesagt: sie ist meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich
dachte, ich würde vielleicht sterben müssen um ihretwillen. 26,10 Abimelech sprach: Warum hast du uns das angetan? Es wäre leicht
geschehen, daß jemand vom Volk sich zu deiner Frau gelegt hätte, und du
hättest so eine Schuld auf uns gebracht. 26,11 Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder seine
Frau antastet, der soll des Todes sterben.
Isaaks Streit mit den Philistern. Sein Bund mit Abimelech
26,12 Und Isaak säte in dem Lande und erntete in jenem Jahre hundertfältig;
denn
(a) der HERR segnete ihn.
26,13 Und er wurde ein reicher Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr reich
wurde,
26,14 so daß er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes
Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister.
26,15 a Nun hatten sie aber alle Brunnen verstopft, die seines Vaters
Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und hatten sie
mit Erde gefüllt. 26,16 Und Abimelech sprach zu ihm: Zieh von uns, denn du bist uns zu mächtig
geworden. 26,17 Da zog Isaak von dannen und schlug seine Zelte auf im Grunde von Gerar
und wohnte da 26,18 und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zur Zeit Abrahams,
seines Vaters, gegraben hatten und die die Philister verstopft hatten nach
Abrahams Tod, und nannte sie mit denselben Namen, mit denen sein Vater sie
genannt hatte. 26,19 Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden dort eine Quelle
lebendigen Wassers. 26,20 Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen:
Das Wasser ist unser. Da nannte er den Brunnen «Zank», weil sie mit ihm da
gezankt hatten. 26,21 Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber stritten sie auch, darum
nannte er ihn «Streit». 26,22 Da zog er weiter und grub noch einen andern Brunnen. Darüber zankten
sie sich nicht, darum nannte er ihn «Weiter Raum» und sprach: Nun hat uns
der HERR Raum gemacht, und wir können wachsen im Lande.
26,23 Danach zog er von dannen nach Beerscheba. 26,24 Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin der
Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und
will dich segnen und deine Nachkommen mehren um meines Knechtes Abraham
willen. 26,25 Dann (a) baute er dort einen Altar und rief den Namen des HERRN an und
schlug dort sein Zelt auf, und seine Knechte gruben dort einen Brunnen.
26,26 Und Abimelech ging zu ihm von Gerar mit Ahusat, seinem Freund, und
Pichol, seinem Feldhauptmann. 26,27 Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Hasset ihr mich
doch und habt mich von euch getrieben. 26,28 Sie sprachen: Wir (a) (b) sehen mit sehenden Augen, daß der HERR mit dir ist.
Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir
wollen einen Bund mit dir schließen, 26,29 daß du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dich nicht angetastet
haben und dir nur alles Gute getan und dich mit Frieden haben ziehen
lassen. Du bist ja doch der Gesegnete des HERRN. 26,30 Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. 26,31 Und früh am Morgen standen sie auf, und einer schwor dem andern. Und
Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden.
26,32 Am selben Tage kamen Isaaks Knechte und sagten ihm von dem Brunnen,
den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. 26,33 Und er nannte ihn «Schwur»; daher heißt die Stadt Beerscheba* bis auf
den heutigen Tag. *d. . Schwurbrunnen.
Esaus Frauen
26,34 Als Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zur Frau Jehudit, die Tochter
Beeris, des Hetiters, und Basemat, die Tochter
(a) Elons, des Hetiters.
26,35 Die machten Isaak und Rebekka lauter Herzeleid.
27. Kapitel
Jakob gewinnt mit List den Erstgeburtssegen
27,1 Und es begab sich, als Isaak alt geworden war und seine Augen zu
schwach zum Sehen wurden, rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu
ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich.
27,2 Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich
sterben werde.
27,3 So nimm nun dein Gerät, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und jage mir
ein Wildbret
27,4 und mach mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bring mir's herein, daß
ich esse, auf daß dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.
27,5 Rebekka aber hörte diese Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau sagte. Und
Esau ging hin aufs Feld, daß er ein Wildbret jagte und heimbrächte.
27,6 Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe deinen Vater
mit Esau, deinem Bruder, reden hören: 27,7 Bringe mir ein Wildbret und mach mir ein Essen, daß ich esse und dich
segne vor dem HERRN, ehe ich sterbe. 27,8 So höre nun, mein Sohn, auf mich und tu, was ich dich heiße. 27,9 Geh hin zu der Herde und hole mir zwei gute Böcklein, daß ich deinem
Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne hat. 27,10 Das sollst du deinem Vater hineintragen, daß er esse, auf daß er dich
segne vor seinem Tod. 27,11 Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder (a) Esau
ist rauh, doch ich bin glatt; 27,12 so könnte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich würde vor ihm
dastehen, als ob ich ihn betrügen wollte, und brächte über mich einen
Fluch und nicht einen Segen. 27,13 Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn;
gehorche nur meinen Worten, geh und hole mir.
27,14 Da ging er hin und holte und brachte es seiner Mutter. Da machte seine
Mutter ein Essen, wie es sein Vater gerne hatte, 27,15 und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, Feierkleider, die sie bei sich im
Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem jüngeren Sohn. 27,16 Aber die Felle von den Böcklein tat sie ihm um seine Hände und wo er
glatt war am Halse. 27,17 Und so gab sie das Essen mit dem Brot, wie sie es gemacht hatte, in die
Hand ihres Sohnes Jakob.
27,18 Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er
antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn? 27,19 Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn;
ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Komm nun, setze dich und iß von
meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne.(a) 27,20 Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so bald gefunden, mein
Sohn? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, bescherte mir's. 27,21 Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich betaste,
ob du mein Sohn Esau bist oder nicht. 27,22 So trat Jakob zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn betastet hatte,
sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. 27,23 Und er erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus,
seines Bruders, Hände.
.Und er segnete ihn 27,24 und sprach: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's. 27,25 Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem
Wildbret, daß dich meine Seele segne. Da brachte er's ihm, und er aß; und
er trug ihm auch Wein hinein, und er trank. 27,26 Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein
Sohn! 27,27 Er trat hinzu und küßte ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider und
segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch
des Feldes, das der HERR gesegnet hat. 27,28 (a) Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und
Korn und Wein die Fülle. 27,29 Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen. Sei (a)
ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne sollen dir zu Füßen
fallen. (b) Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet!
27,30 Als nun Isaak den Segen über Jakob vollendet hatte und Jakob kaum
hinausgegangen war von seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder, von
seiner Jagd 27,31 und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem Vater und sprach
zu ihm: Richte dich auf, mein Vater, und iß von dem Wildbret deines
Sohnes, daß mich deine Seele segne. 27,32 Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich bin
Esau, dein erstgeborener Sohn. 27,33 Da entsetzte sich Isaak über die Maßen sehr und sprach: Wer? Wo ist
denn der Jäger, der mir gebracht hat, und ich habe von allem gegessen, ehe
du kamst, und hab ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet bleiben.
27,34 Als Esau diese Worte seines Vaters hörte, schrie er laut und wurde
über die Maßen sehr betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch,
mein Vater!a 27,35 Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen Segen
weggenommen. 27,36 Da sprach er: Er heißt mit Recht (a) Jakob*, denn er hat mich nun zweimal
überlistet. Meine (b) Erstgeburt hat er genommen, und siehe, nun nimmt er
auch meinen Segen. Und er sprach: Hast du mir denn keinen Segen
vorbehalten? *d. . der Hinterlistige 27,37 Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zum Herrn über dich
gesetzt, und alle seine Brüder hab ich ihm zu Knechten gemacht, mit Korn
und Wein hab ich ihn versehen; was soll ich nun dir noch tun, mein Sohn? 27,38 Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein Vater?
Segne mich auch, mein Vater! Und er erhob seine Stimme und weinte. 27,39 Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, du wirst
wohnen ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von oben her. 27,40 Von deinem Schwerte wirst du dich nähren, und deinem Bruder sollst du
dienen. Aber es wird geschehen, daß du einmal sein Joch von deinem Halse
reißen wirst.(a)
Jakobs Flucht nach Haran
27,41 Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater
gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit bald kommen,
daß man um meinen Vater Leid tragen muß; dann will ich meinen Bruder Jakob
umbringen.
27,42 Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres älteren Sohnes Esau. Und
sie schickte hin und ließ Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und sprach zu
ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht dir, daß er dich umbringen will.
27,43 Und nun höre auf mich, mein Sohn: Mach dich auf und flieh zu meinem
Bruder
(a) Laban nach Haran
27,44 und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders legt
27,45 und bis sein Zorn wider dich sich von dir wendet und er vergißt, was du
ihm getan hast; dann will ich schicken und dich von dort holen lassen.
Warum sollte ich euer beider beraubt werden auf einen Tag?
27,46 Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt zu leben, wegen der
Hetiterinnen. Wenn Jakob eine Frau nimmt von den Hetiterinnen wie diese,
eine von den Töchtern des Landes, was soll mir das Leben?a
28. Kapitel
28,1 Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und
sprach zu ihm:
(a) Nimm dir nicht eine Frau von den Töchtern Kanaans,
28,2 sondern mach dich auf und zieh nach Mesopotamien zum Hause
(a) Betuëls,
des Vaters deiner Mutter, und nimm dir dort eine Frau von den Töchtern
(b)
Labans, des Bruders deiner Mutter.
28,3 Und der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre
dich, daß du werdest ein Haufe von Völkern,
28,4 und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, daß
du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das Gott dem
Abraham gegeben hat.
28,5 So entließ Isaak den Jakob, daß er nach Mesopotamien zog zu Laban, dem
Sohn des Aramäers Betuël, dem Bruder Rebekkas, Jakobs und Esaus Mutter.
28,6 Nun sah Esau, daß Isaak Jakob gesegnet und nach Mesopotamien entlassen
hatte, um sich dort eine Frau zu nehmen; er hatte ihn nämlich gesegnet und
ihm geboten: Du sollst dir keine Frau nehmen von den Töchtern Kanaans. 28,7 Auch sah Esau, daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte und
nach Mesopotamien zog 28,8 und daß Isaak, sein Vater, die Töchter Kanaans nicht gerne sah. 28,9 Da ging er hin zu (a) Ismael und nahm zu den Frauen, (b) die er bereits
hatte, Mahalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester (c)
Nebajots, zur Frau.
Jakob schaut die Himmelsleiter
28,10 Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach
Haran
28,11 und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war
untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu
seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
28,12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit
der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf
und nieder.
(a) 28,13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott
deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will
ich dir und deinen Nachkommen geben.
28,14 Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und
(a) du
sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und
durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden
gesegnet werden.
28,15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und
will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht
verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
28,16 Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der
HERR ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht! 28,17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie (a) heilig ist diese Stätte! Hier
ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. 28,18 (a) Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu
seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und
goß Öl oben darauf 28,19 und nannte die Stätte Bethel*; vorher aber hieß die Stadt Lus. *d. .
Haus Gottes.
28,20 Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich
behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und
Kleider anzuziehen 28,21 und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der
HERR mein Gott sein. 28,22 Und (a) dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll
ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den
Zehnten geben.
29. Kapitel
Jakob dient um Lea und Rahel
29,1 Da machte sich Jakob auf den Weg und ging in das Land, das im Osten
liegt,
29,2 und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde; und siehe,
drei Herden Schafe lagen dabei, denn von dem Brunnen pflegten sie die
Herden zu tränken. Und ein großer Stein lag vor dem Loch des Brunnens.
29,3 Und sie pflegten die Herden alle dort zu versammeln und den Stein von
dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten alsdann den
Stein wieder vor das Loch an seine Stelle.
29,4 Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie
antworteten: Wir sind von Haran.
29,5 Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn
(a) Nahors? Sie
antworteten: Ja, wir kennen ihn.
29,6 Er sprach: Geht es ihm auch gut? Sie antworteten: Es geht ihm gut; und
siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.
29,7 Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit, das Vieh
einzutreiben; tränkt die Schafe und geht hin und weidet sie.
29,8 Sie antworteten: Wir können es nicht, bis alle Herden zusammengebracht
sind und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen und dann die Schafe
tränken.
29,9 Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters,
denn sie hütete die Schafe. 29,10 Als Jakob aber Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner
Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu
und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe
Labans, des Bruders seiner Mutter. 29,11 Und er küßte Rahel und weinte laut 29,12 und sagte ihr, daß er ihres Vaters Verwandter wäre und Rebekkas Sohn.
Da lief sie und sagte es ihrem Vater. 29,13 Als aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm
entgegen und herzte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte
er Laban alles, was sich begeben hatte. 29,14 Da sprach Laban zu ihm: Fürwahr, du bist von meinem Gebein und Fleisch.
.Und als er nun einen Monat lang bei ihm gewesen war, 29,15 sprach Laban zu Jakob: Zwar bist du mein Verwandter, aber solltest du
mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein? 29,16 Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere Rahel. 29,17 Aber Leas Augen waren ohne Glanz, Rahel dagegen war schön von Gestalt
und von Angesicht. 29,18 Und Jakob gewann Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um
Rahel, deine jüngere Tochter, dienen. 29,19 Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern;
bleib bei mir.
29,20 So diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und es kam ihm vor, als wären's
einzelne Tage, so lieb hatte er sie. 29,21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun meine Braut; denn die Zeit ist
da, daß ich zu ihr gehe. 29,22 Da lud Laban alle Leute des Ortes ein und machte ein Hochzeitsmahl. 29,23 Am Abend aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu Jakob; und
er ging zu ihr. 29,24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Leibmagd. 29,25 Am Morgen aber, siehe, da war es Lea. Und Jakob sprach zu Laban: Warum
hast du mir das angetan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast
du mich denn betrogen? 29,26 Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm Lande, daß man die
jüngere weggebe vor der älteren. 29,27 Halte mit dieser die Hochzeitswoche, so will ich dir die andere auch
geben für den Dienst, den du bei mir noch weitere sieben Jahre leisten
sollst.(a) 29,28 Das tat Jakob und hielt die Hochzeitswoche. Da gab ihm Laban seine
Tochter Rahel zur Frau. 29,29 Und er gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Leibmagd. 29,30 So (a) ging Jakob auch zu Rahel ein und hatte Rahel lieber als Lea; und
er diente bei ihm noch weitere sieben Jahre.
Jakobs Kinder
29,31 Als aber der HERR sah, daß Lea ungeliebt war, machte er sie fruchtbar;
Rahel aber war unfruchtbar.
29,32 Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den nannte sie Ruben und
sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann
liebhaben.
29,33 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der
HERR hat gehört, daß ich ungeliebt bin, und hat mir diesen auch gegeben.
Und nannte ihn Simeon.
29,34 Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird
mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Söhne geboren.
Darum nannte sie ihn Levi.
29,35 Zum viertenmal ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun
will ich dem HERRN danken. Darum nannte sie ihn Juda. Und sie hörte auf,
Kinder zu gebären.
30. Kapitel
30,1 Als Rahel sah, daß sie Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre
Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so sterbe
ich. 30,2 Jakob aber wurde sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht
Gott, der dir (a) deines Leibes Frucht nicht geben will. 30,3 Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; geh zu ihr, (a) daß sie
auf meinem Schoß gebäre und ich doch durch sie zu Kindern komme. 30,4 So gab sie ihm Bilha, ihre Leibmagd, zur Frau, und Jakob ging zu ihr. 30,5 Und Bilha ward schwanger und gebar Jakob einen Sohn. 30,6 Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft und mich erhört und mir
einen Sohn gegeben. Darum nannte sie ihn Dan. 30,7 Abermals ward Bilha, Rahels Leibmagd, schwanger und gebar Jakob ihren
zweiten Sohn. 30,8 Da sprach Rahel: Über alle Maßen habe ich gekämpft mit meiner Schwester,
und ich habe gesiegt. Und nannte ihn Naftali.
30,9 Als nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre
Leibmagd Silpa und gab sie Jakob zur Frau. 30,10 Und Silpa, Leas Leibmagd, gebar Jakob einen Sohn. 30,11 Da sprach Lea: Glück zu! Und nannte ihn Gad. 30,12 Danach gebar Silpa, Leas Leibmagd, Jakob ihren zweiten Sohn. 30,13 Da sprach Lea: Wohl mir, denn mich werden selig preisen die Töchter.
Und nannte ihn Asser.
30,14 Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel* auf dem
Felde und brachte sie heim zu seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea:
Gib mir von den Liebesäpfeln deines Sohnes. *Siehe Sach- und
Worterklärungen. 30,15 Sie antwortete: Hast du nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen
hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach:
Wohlan, laß ihn diese Nacht bei dir schlafen für die Liebesäpfel deines
Sohnes. 30,16 Als nun Jakob am Abend vom Felde kam, ging Lea hinaus ihm entgegen und
sprach: Zu mir sollst du kommen, denn ich habe dich erkauft mit den
Liebesäpfeln meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr. 30,17 Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob ihren
fünften Sohn 30,18 und sprach: Gott hat mir gelohnt, daß ich meine Magd meinem Manne
gegeben habe. Und nannte ihn Issachar. 30,19 Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob ihren sechsten Sohn 30,20 und sprach: Gott hat mich reich beschenkt; nun wird mein Mann doch bei
mir bleiben; denn ich habe ihm sechs Söhne geboren. Und nannte ihn
Sebulon. 30,21 Danach gebar sie eine Tochter, die nannte sie Dina.
30,22 Gott (a) gedachte aber an Rahel und erhörte sie und machte sie
fruchtbar. 30,23 Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat (a) (b) meine
Schmach von mir genommen; 30,24 und sie nannte ihn Josef und sprach: (a) Der HERR wolle mir noch einen
Sohn dazu geben! 30,25 Als nun Rahel den Josef geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Laß mich
ziehen und reisen an meinen Ort und in mein Land. 30,26 Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um die ich dir gedient habe, daß
ich ziehe; denn du weißt, wie ich dir gedient habe.(a) (b) 30,27 Laban sprach zu ihm: Laß mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich spüre,
daß mich (a) der HERR segnet um deinetwillen. 30,28 Bestimme den Lohn, den ich dir geben soll. 30,29 Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe und was aus
deinem Vieh geworden ist unter mir. 30,30 Du hattest wenig, ehe ich herkam; nun aber ist's geworden zu einer
großen Menge, und der HERR hat dich gesegnet auf jedem meiner Schritte.
Und nun, wann soll ich auch für mein Haus sorgen? 30,31 Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du sollst
mir gar nichts geben; sondern wenn du mir tun willst, was ich dir sage, so
will ich deine Schafe wieder weiden und hüten. 30,32 Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle
gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe und die bunten und
gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt sein wird, das soll mein Lohn
sein. 30,33 So wird meine Redlichkeit morgen für mich zeugen, wenn du kommst wegen
meines Lohnes, den ich von dir nehmen soll: was nicht gefleckt oder bunt
unter den Ziegen und nicht schwarz sein wird unter den Lämmern, das sei
ein Diebstahl, wenn es sich bei mir findet. 30,34 Da sprach Laban: Wohlan, es sei, wie du gesagt hast. 30,35 Und er sonderte an jenem Tage aus die sprenkligen und bunten Böcke und
alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur etwas Weißes daran war, und
alles, was schwarz war unter den Lämmern, und tat's unter die Hand seiner
Söhne 30,36 und machte einen Raum, drei Tagereisen weit, zwischen sich und Jakob.
Jakob aber weidete die übrigen Herden Labans.
30,37 Und Jakob nahm frische Stäbe von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen
und schälte weiße Streifen daran aus, so daß an den Stäben das Weiße bloß
wurde, 30,38 und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen, wo die
Herden hinkommen mußten zu trinken, daß sie da empfangen sollten, wenn sie
zu trinken kämen. 30,39 So empfingen die Herden über den Stäben und brachten Sprenklige,
Gefleckte und Bunte. 30,40 Da sonderte Jakob die Lämmer aus und machte sich eigene Herden; die tat
er nicht zu den Herden Labans. 30,41 Wenn aber die Brunstzeit der kräftigen Tiere war, legte er die Stäbe in
die Rinnen vor die Augen der Herde, daß sie über den Stäben empfingen. 30,42 Aber wenn die Tiere schwächlich waren, legte er sie nicht hinein. So
wurden die schwächlichen Tiere dem Laban zuteil, aber die kräftigen dem
Jakob. 30,43 Daher wurde der Mann über die Maßen reich, so daß er viele Schafe,
Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.
31. Kapitel
Jakobs Flucht mit den Seinen. Sein Vertrag mit Laban
31,1 Und es kamen vor ihn die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen:
aJakob hat alles Gut unseres Vaters an sich gebracht, und nur von unseres
Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwege gebracht.
31,2 Und Jakob sah an das Angesicht Labans, und siehe, er war gegen ihn nicht
mehr wie zuvor.
31,3 Und der HERR sprach zu Jakob: Zieh wieder in deiner Väter Land und zu
deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein.(a) 31,4 Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner
Herde 31,5 und sprach zu ihnen: Ich sehe an eures Vaters Angesicht, daß er gegen
mich nicht ist wie zuvor; aber der Gott meines Vaters ist mit mir
gewesen. 31,6 Und ihr wißt, daß ich aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient
habe. 31,7 Und er hat mich getäuscht und zehnmal meinen Lohn verändert; aber Gott
hat ihm nicht gestattet, daß er mir Schaden täte. 31,8 Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze
Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn sein,
so trug die ganze Herde Sprenklige. 31,9 So hat Gott die Güter eures Vaters ihm entwunden und mir gegeben. 31,10 Denn wenn die Brunstzeit kam, hob ich meine Augen auf und sah im Traum,
und siehe, die Böcke, die auf die Herde sprangen, waren sprenklig,
gefleckt und bunt. 31,11 Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete:
Hier bin ich. 31,12 Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und sieh! Alle Böcke, die auf die
Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe alles
gesehen, was Laban dir antut. 31,13 Ich bin der Gott, der dir zu Bethel erschienen ist, wo du (a) den Stein
gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gelübde getan. Nun mach dich
auf und zieh aus diesem Lande und kehre zurück in das Land deiner
Verwandtschaft.
31,14 Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein
Teil noch Erbe mehr in unseres Vaters Hause. 31,15 Haben wir ihm doch gegolten wie die Fremden, denn er hat uns verkauft
und unseren Kaufpreis verzehrt.(a) 31,16 Fürwahr, der ganze Reichtum, den Gott unserm Vater entzogen hat, gehört
uns und unsern Kindern. Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tu! 31,17 Da machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Frauen auf die
Kamele 31,18 und führte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er in
Mesopotamien erworben hatte, daß er käme zu Isaak, seinem Vater, ins Land
Kanaan. 31,19 Laban aber war gegangen, seine Herde zu scheren. Und Rahel stahl ihres
Vaters (a) (b) (c) (d) (e) Hausgott. 31,20 Und Jakob täuschte Laban, den Aramäer, damit, daß er ihm nicht ansagte,
daß er ziehen wollte. 31,21 So floh er mit allem, was sein war, machte sich auf und fuhr über den
Euphrat und richtete seinen Weg nach dem Gebirge Gilead.
31,22 Am dritten Tage wurde Laban angesagt, daß Jakob geflohen wäre. 31,23 Und er nahm seine Brüder zu sich und jagte ihm nach, sieben Tagereisen
weit, und ereilte ihn auf dem Gebirge (a) Gilead. 31,24 Aber Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum des Nachts und sprach zu
ihm: Hüte dich, mit Jakob anders zu reden als freundlich. 31,25 Und Laban holte Jakob ein. Jakob aber hatte sein Zelt aufgeschlagen auf
dem Gebirge, und Laban mit seinen Brüdern schlug sein Zelt auch auf dem
Gebirge Gilead auf.
31,26 Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, daß du mich getäuscht
hast und hast meine Töchter entführt, als wenn sie im Krieg gefangen
wären? 31,27 Warum bist du heimlich geflohen und hast mich hintergangen und hast
mir's nicht angesagt, daß ich dich geleitet hätte mit Freuden, mit
Liedern, mit Pauken und Harfen? 31,28 Und hast mich nicht einmal lassen meine Enkel und Töchter küssen? Nun,
du hast töricht getan. 31,29 Ich hätte wohl so viel Macht, daß ich euch Böses antun könnte; aber
eures Vaters Gott hat diese Nacht zu mir gesagt: Hüte dich, mit Jakob
anders zu reden als freundlich. 31,30 Und wenn du schon weggezogen bist und sehntest dich so sehr nach deines
Vaters Hause, warum hast du mir dann aber meinen Gott gestohlen? 31,31 Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du
würdest deine Töchter von mir reißen. 31,32 Bei wem du aber deinen Gott findest, der sterbe! Hier vor unsern
Brüdern suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wußte aber nicht,
daß (a) Rahel ihn gestohlen hatte.
31,33 Da ging Laban in die Zelte Jakobs und Leas und der beiden Mägde und
fand nichts. Und ging aus dem Zelte Leas in das Zelt Rahels. 31,34 Rahel aber hatte den Hausgott genommen und unter den Kamelsattel gelegt
und sich darauf gesetzt. Laban aber betastete das ganze Zelt und fand
nichts. 31,35 Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann
nicht aufstehen vor dir, denn (a) es geht mir nach der Frauen Weise. Daher
fand er den Hausgott nicht, wie sehr er auch suchte. 31,36 Und Jakob wurde zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was hab ich
Übles getan oder gesündigt, daß du so hitzig hinter mir her bist? 31,37 Du hast all meinen Hausrat betastet. Was hast du von deinem Hausrat
gefunden? Lege das her vor meinen und deinen Brüdern, daß sie zwischen uns
beiden richten. 31,38 Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und Ziegen
haben keine Fehlgeburt gehabt; die Widder deiner Herde hab ich nie
gegessen; 31,39 was die wilden Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich mußte es
ersetzen; du fordertest es von meiner Hand, es mochte mir des Tages oder
des Nachts gestohlen sein.(a) 31,40 Des Tages kam ich um vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kein
Schlaf kam in meine Augen. 31,41 So habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn (a) um
deine Töchter und sechs (b) um deine Herde, und du hast mir meinen Lohn
zehnmal verändert. 31,42 Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der Schrecken
Isaaks*, (a) auf meiner Seite gewesen wäre, du hättest mich leer ziehen
lassen. Aber Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen und hat diese
Nacht rechtes Urteil gesprochen. 31,43 Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine Töchter,
und die Kinder sind meine Kinder, und die Herden sind meine Herden, und
alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich heute für meine Töchter oder
ihre Kinder tun, die sie geboren haben?a 31,44 So komm nun und laß uns einen Bund schließen, ich und du, der ein Zeuge
sei zwischen mir und dir. 31,45 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Steinmal. 31,46 Laban aber sprach zu seinen Brüdern: Leset Steine auf! Und sie nahmen
Steine und machten davon einen Haufen und aßen daselbst auf dem
Steinhaufen. 31,47 Und Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta, Jakob aber nannte ihn (a) Gal-Ed.
31,48 Da sprach Laban: (a) Der Steinhaufe sei heute Zeuge zwischen mir und
dir. Daher nennt man ihn Gal-Ed* 31,49 und (a) Mizpa*; denn er sprach: Der HERR wache als Späher über mir und
dir, wenn wir voneinander gegangen sind,
*d. . Spähort. 31,50 daß du meine Töchter nicht bedrückst oder andere Frauen dazu nimmst zu
meinen Töchtern. Es ist hier kein Mensch bei uns; siehe aber, Gott ist der
Zeuge zwischen mir und dir. 31,51 Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und das ist
das Steinmal, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir. 31,52 Dieser Steinhaufe sei Zeuge, und das Steinmal sei auch Zeuge, daß ich
nicht an diesem Haufen vorüberziehe zu dir hin oder du vorüberziehest zu
mir hin an diesem Haufen und diesem Mal in böser Absicht! 31,53 Der Gott Abrahams und der Gott Nahors sei Richter zwischen uns - der
Gott ihres Vaters! 31,54 Und Jakob schwor ihm bei dem (a) Schrecken Isaaks, dem Gott seines
Vaters. Und Jakob opferte auf dem Gebirge und lud seine Brüder zum Essen.
Und als sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Gebirge über Nacht.
32. Kapitel
Jakob rüstet sich zur Begegnung mit Esau
32,1 *Am Morgen aber stand Laban früh auf, küßte seine Enkel und Töchter und
segnete sie und zog hin und kam wieder an seinen Ort. *Abweichende
Verszählung statt 32,1-33: 31,55-32,32.
32,2 Jakob aber zog seinen Weg. Und es begegneten ihm
(a) die Engel Gottes.
32,3 Und als er sie sah, sprach er: Hier ist Gottes Heerlager, und nannte
diese Stätte Mahanajim.
32,4 Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land
(a) Seïr, in das Gebiet von Edom, 32,5 und befahl ihnen und sprach: So sprecht zu Esau, meinem Herrn: Dein
Knecht Jakob läßt dir sagen: Ich bin bisher bei Laban lange in der Fremde
gewesen 32,6 und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde, und habe
ausgesandt, es dir, meinem Herrn, anzusagen, damit ich Gnade vor deinen
Augen fände.
32,7 Die Boten kamen zu Jakob zurück und sprachen: Wir kamen zu deinem
Bruder Esau, und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann. 32,8 Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde bange. Und er teilte das
Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in
zwei Lager 32,9 und sprach: Wenn Esau über das eine Lager kommt und macht es nieder, so
wird das andere entrinnen.
32,10 Weiter sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters
Isaak, (a) der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner
Verwandtschaft, ich will dir wohltun -, 32,11 HERR, (a) ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du
an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab,
als ich hier über den Jordan ging, und nun sind aus mir zwei Lager
geworden. 32,12 Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn ich
fürchte mich vor ihm, daß er komme und schlage mich, die Mütter samt den
Kindern. 32,13 Du hast (a) gesagt: Ich will dir wohltun und deine Nachkommen machen wie
den Sand am Meer, den man der Menge wegen nicht zählen kann.
32,14 Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, was er erworben hatte, ein
Geschenk für seinen Bruder Esau: 32,15 zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder 32,16 und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn
junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Esel, 32,17 und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders, und
sprach zu ihnen: Geht vor mir her und laßt Raum zwischen einer Herde und
der andern. 32,18 Und er gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau begegnet
und dich fragt: Wem gehörst du an und wo willst du hin und wessen Eigentum
ist das, was du vor dir hertreibst?, 32,19 sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob, der sendet es als
Geschenk seinem Herrn Esau und zieht hinter uns her. 32,20 Ebenso gebot er auch dem zweiten und dem dritten und allen, die den
Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt habe, so saget zu Esau,
wenn ihr ihm begegnet, 32,21 und saget ja auch: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns. Denn er
dachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir hergeht.
Danach will ich ihn sehen; vielleicht wird er mich annehmen. 32,22 So ging das Geschenk vor ihm her; er aber blieb diese Nacht im Lager.
Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name
32,23 Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die
beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok,
32,24 nahm sie und führte sie über das Wasser, so daß hinüberkam, was er
hatte,
32,25 und blieb allein zurück.
. (a) Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. 32,26 Und als er sah, daß er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das
Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen
mit ihm verrenkt. 32,27 Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber
Jakob antwortete: (a) Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 32,28 Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob. 32,29 Er sprach: (a) Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn (b)
du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. 32,30 Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, (a) wie heißest du? Er aber
sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst. 32,31 Und Jakob nannte die Stätte Pnuël; denn, sprach er, ich (a) habe Gott von
Angesicht gesehen,* und doch wurde mein Leben gerettet. 32,32 Und als er an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte
an seiner Hüfte. 32,33 Daher essen die Israeliten nicht das Muskelstück auf dem Gelenk der
Hüfte bis auf den heutigen Tag, weil er auf den Muskel am Gelenk der Hüfte
Jakobs geschlagen hatte.
33. Kapitel
Jakobs Versöhnung mit Esau
33,1 Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder
(a) Esau kommen mit
vierhundert Mann. Und er verteilte seine Kinder auf Lea und auf Rahel und
auf die beiden Leibmägde
33,2 und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren
Kindern dahinter und Rahel mit Josef zuletzt.
33,3 Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu
seinem Bruder kam.
33,4 Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und
küßte ihn, und sie weinten.
33,5 Und Esau hob seine Augen auf und sah die Frauen mit den Kindern und
sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind die
(a) Kinder, die
Gott deinem Knecht beschert hat.
33,6 Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm.
33,7 Lea trat auch herzu mit ihren Kindern, und sie neigten sich vor ihm.
Danach traten Josef und Rahel herzu, und sie neigten sich auch vor ihm.
33,8 Und Esau sprach: Was willst du mit (a) all den Herden, denen ich begegnet
bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände vor meinem Herrn. 33,9 Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast. 33,10 Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor dir, so nimm
mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, (a) als sähe ich
Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen. 33,11 Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir zugebracht habe;
denn Gott hat sie mir beschert, und ich habe von allem genug. So nötigte
er ihn, daß er sie nahm.
33,12 Und Esau sprach: Laß uns aufbrechen und fortziehen; ich will mit dir
ziehen. 33,13 Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich zarte Kinder bei mir
habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie auch nur einen Tag
übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben. 33,14 Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will gemächlich hintennach
treiben, wie das Vieh und die Kinder gehen können, bis ich komme zu meinem
Herrn nach Seïr. 33,15 Esau sprach: So will ich doch bei dir lassen etliche von meinen Leuten.
Er antwortete: Ist das denn nötig? Laß mich nur Gnade vor meinem Herrn
finden. 33,16 So zog Esau an jenem Tage wiederum seines Weges nach Seïr.
Jakob siedelt sich bei Sichem an
33,17 Und Jakob zog nach Sukkot und baute sich ein Haus und machte seinem
Vieh Hütten; daher heißt die Stätte Sukkot*. *d. . Hütten.
33,18 Danach kam Jakob wohlbehalten zu der Stadt Sichem, die im Lande Kanaan
liegt, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und lagerte vor der
Stadt
33,19 und
(a) kaufte das Land, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von den
Söhnen Hamors, des Vaters Sichems, um hundert Goldstücke
33,20 und errichtete dort einen Altar und nannte ihn «Gott ist der Gott
Israels».
(a)
34. Kapitel
Die Schandtat an Dina und das Blutbad zu Sichem
34,1 (a) Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging aus, die
Töchter des Landes zu sehen.
34,2 Als
(a) Sichem sie sah, der Sohn des Hiwiters Hamor, der des Landes Herr
war, nahm er sie, legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an.
34,3 Und sein Herz hing an ihr, und er hatte das Mädchen lieb und redete
freundlich mit ihr.
34,4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Hamor: Nimm mir das Mädchen zur Frau.
34,5 Und Jakob erfuhr, daß seine Tochter Dina geschändet war; und seine
Söhne waren mit dem Vieh auf dem Felde, und Jakob schwieg, bis sie kamen. 34,6 Da ging Hamor, Sichems Vater, hinaus zu Jakob, um mit ihm zu reden. 34,7 Indessen kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und als sie es hörten,
verdroß es die Männer, und sie wurden sehr zornig, daß er eine Schandtat
an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte. Denn solches
durfte nicht geschehen.
34,8 Da redete Hamor mit ihnen und sprach: Das Herz meines Sohnes Sichem
sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zur Frau. 34,9 Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere
Töchter 34,10 und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; bleibt und treibt
Handel und werdet ansässig. 34,11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Laßt mich Gnade
bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich geben. 34,12 Fordert nur getrost von mir (a) Brautpreis und Geschenk, ich will's
geben, wie ihr's verlangt; gebt mir nur das Mädchen zur Frau.
34,13 Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hamor
hinterhältig, weil ihre Schwester Dina geschändet war, 34,14 und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir unsere
Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das wäre uns eine
Schande. 34,15 Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr uns gleich werdet
und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten wird.(a) 34,16 Dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen
und bei euch wohnen und ein Volk sein. 34,17 Wenn ihr aber nicht einwilligen wollt, euch zu beschneiden, so wollen
wir unsere Schwester nehmen und davonziehen. 34,18 Die Rede gefiel Hamor und seinem Sohn gut. 34,19 Und der Jüngling zögerte nicht, dies zu tun; denn er hatte großes
Gefallen an der Tochter Jakobs. Und er war mehr angesehen als alle in
seines Vaters Hause.
34,20 Da kamen sie nun, Hamor und sein Sohn Sichem, zum Tor ihrer Stadt und
redeten mit den Bürgern der Stadt und sprachen: 34,21 Diese Leute sind friedsam bei uns; laßt sie im Lande wohnen und Handel
treiben; das Land ist weit genug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu
Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter geben. 34,22 Aber nur dann wollen sie uns zu Willen sein, daß sie bei uns wohnen und
ein Volk mit uns werden, wenn wir alles, was männlich unter uns ist,
beschneiden, gleichwie sie beschnitten sind. 34,23 Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben, wird es nicht unser
sein? So wollen wir ihnen nur zu Willen sein, damit sie bei uns wohnen. 34,24 Und sie gehorchten dem Hamor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zum Tor
seiner Stadt aus- und eingingen, und beschnitten alles, was männlich war,
das zu seiner Stadt aus- und einging.
34,25 Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, nahmen die (a) zwei
Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein Schwert
und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich
war, 34,26 und erschlugen auch Hamor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des
Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen
davon. 34,27 Da kamen die Söhne Jakobs über die Erschlagenen und plünderten die
Stadt, weil man ihre Schwester geschändet hatte, 34,28 und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem
Felde war 34,29 und alle ihre Habe; alle Kinder und Frauen führten sie gefangen hinweg
und plünderten alles, was in den Häusern war. 34,30 Aber Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück
gestürzt und in Verruf gebracht bei den Bewohnern dieses Landes, den
Kanaanitern und Perisitern, und ich habe nur wenige Leute. Wenn sie sich
nun gegen mich versammeln, werden sie mich erschlagen. So werde ich
vertilgt samt meinem Hause. 34,31 Sie antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester wie an einer
Hure handeln?
35. Kapitel
Gott segnet Jakob in Bethel
35,1 Und Gott sprach zu Jakob: Mach dich auf und zieh nach Bethel und wohne
daselbst und errichte dort einen Altar dem Gott, der dir erschien, als du
flohest vor deinem Bruder Esau.
(a) (b) 35,2 Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut von
euch
(a) (b) (c) die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und
wechselt eure Kleider,
35,3 und laßt uns aufbrechen und nach Bethel ziehen, daß ich dort einen Altar
errichte dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und mit mir
gewesen ist auf dem Wege, den ich gezogen bin.
35,4 Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die in ihren Händen waren, und
ihre Ohrringe, und er vergrub sie
(a) (b) unter der Eiche, die bei Sichem stand.
35,5 Und sie brachen auf. Und es kam ein
(a) (b) Gottesschrecken über die Städte,
die um sie her lagen, so daß sie den Söhnen Jakobs nicht nachjagten.
35,6 So kam Jakob nach Lus im Lande Kanaan, das nun Bethel heißt, samt all
dem Volk, das mit ihm war,
35,7 und er baute dort einen Altar und nannte die Stätte El-Bethel, weil Gott
sich ihm daselbst offenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh.
35,8 Da starb
(a) Debora, die Amme der Rebekka, und wurde begraben unterhalb
von Bethel unter der Eiche; die wurde genannt die Klageeiche.
35,9 Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus Mesopotamien gekommen
war, und segnete ihn 35,10 und sprach zu ihm: Du heißt Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob
heißen, sondern (a) Israel sollst du heißen. Und so nannte er ihn Israel. 35,11 Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der (a) (b) allmächtige Gott; sei fruchtbar
und mehre dich! Ein Volk und eine Menge von Völkern sollen von dir kommen,
und (c) Könige sollen von dir abstammen, 35,12 und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir
geben und will's deinem Geschlecht nach dir geben. 35,13 Und Gott fuhr auf von ihm an der Stätte, da er mit ihm geredet hatte. 35,14 (a) Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an der Stätte, da er mit
ihm geredet hatte, und goß Trankopfer darauf und begoß es mit Öl. 35,15 Und Jakob nannte die Stätte, da Gott mit ihm geredet hatte, Bethel.
Benjamins Geburt und Rahels Tod
35,16 Und sie brachen auf von Bethel. Und als es noch eine Strecke Weges war
bis Efrata, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der Geburt.
35,17 Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Wehmutter zu ihr:
Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen
(a) Sohn haben.
35,18 Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben mußte, nannte sie ihn
Ben-Oni*, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin*. *d. . Sohn meines
Unglücks bzw. Sohn des Glücks.
35,19 So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun
Bethlehem heißt.
(a) (b) (c) (d) 35,20 Und Jakob richtete einen Stein auf über ihrem Grab; das ist das Grabmal
Rahels bis auf diesen Tag.
35,21 Und Israel zog weiter und schlug sein Zelt auf jenseits von
Migdal-Eder.
35,22 Und es begab sich, als Israel im Lande wohnte, ging (a) Ruben hin und
legte sich zu Bilha, seines Vaters Nebenfrau. Und das kam vor Israel.
Jakobs Söhne
(vgl. 1. Chr 2,1.2)
Es hatte aber Jakob zwölf Söhne.
35,23 Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der
erstgeborene Sohn Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Issachar und S ebulon.
35,24 Die Söhne Rahels waren: Josef und Benjamin.
35,25 Die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naftali.
35,26 Die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne Jakobs,
die ihm geboren sind in Mesopotamien.
Jakobs Heimkehr. Isaaks Tod
35,27 Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, das
ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge gelebt hatten.
35,28 Und Isaak wurde hundertundachtzig Jahre alt,
35,29 verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern, alt und
lebenssatt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.
36. Kapitel
Geschlechtsregister Esaus
(vgl. 1. Chr 1,35-54)
36,1 Dies ist das Geschlecht Esaus, der auch
(a) (b) Edom heißt:
36,2 Esau nahm sich
(a) Frauen von den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter
Elons, des Hetiters, und Oholibama, die Tochter des Ana, des Sohnes
Zibons, des Horiters,
36,3 und
(a) Basemat, Ismaels Tochter, Nebajots Schwester.
36,4 Und Ada gebar dem Esau Elifas, und Basemat gebar Reguïl.
36,5 Oholibama gebar Jëusch, Jalam und Korach. Das sind Esaus Söhne, die ihm
geboren sind im Lande Kanaan.
36,6 Und Esau nahm seine Frauen, Söhne und Töchter und alle Leute seines
Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen Gütern, die er im Lande Kanaan
erworben hatte, und zog in das Land Seïr, hinweg von seinem Bruder Jakob.
36,7 Denn ihre Habe war zu groß, als daß sie beieinander wohnen konnten; das
Land, darin sie Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu ernähren wegen
der Menge ihres Viehs.
(a) 36,8 Daher wohnte Esau auf dem Gebirge Seïr. Esau ist Edom.
36,9 Dies ist das Geschlecht Esaus, von dem die Edomiter herkommen auf dem
Gebirge Seïr, 36,10 und so heißen die Söhne Esaus: Elifas, der Sohn Adas, der Frau Esaus;
Reguïl, der Sohn Basemats, der Frau Esaus. 36,11 Des Elifas Söhne aber waren diese: Teman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas. 36,12 Und Timna war eine Nebenfrau des Elifas, des Sohnes Esaus; die gebar
ihm Amalek. Das sind die Söhne von Ada, der Frau Esaus. 36,13 Die Söhne aber Reguïls sind diese: Nahat, Serach, Schamma, Misa. Das
sind die Söhne von Basemat, der Frau Esaus. 36,14 Die Söhne aber von Oholibama, der Frau Esaus, der Tochter des Ana, des
Sohnes Zibons, die sie dem Esau gebar, sind diese: Jëusch, Jalam und
Korach.
36,15 Dies sind die Stammesfürsten der Söhne Esaus. Die Söhne des Elifas,
des ersten Sohnes Esaus: Der Fürst Teman, der Fürst Omar, der Fürst Zefo,
der Fürst Kenas, 36,16 der Fürst Korach, der Fürst Gatam, der Fürst Amalek. Das sind die
Fürsten von Elifas im Lande Edom und sind Söhne von der Ada. 36,17 Und dies sind die Söhne Reguïls, des Sohnes Esaus: Der Fürst Nahat, der
Fürst Serach, der Fürst Schamma, der Fürst Misa. Das sind die Fürsten von
Reguël im Lande der Edomiter und sind Söhne von der Basemat, der Frau
Esaus. 36,18 Dies sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Der Fürst Jëusch, der
Fürst Jalam, der Fürst Korach. Das sind die Fürsten von Oholibama, der
Tochter des Ana, der Frau Esaus. 36,19 Das sind Esaus Söhne und ihre Fürsten. Das ist Edom.
36,20 Die Söhne aber von Seïr, dem (a) (b) Horiter, die im Lande wohnten, sind
diese: Lotan, Schobal, Zibon, Ana, 36,21 Dischon, Ezer und Dischan. Das sind die Stammesfürsten der Horiter,
Söhne des Seïr, im Lande Edom. 36,22 Aber des Lotan Söhne waren diese: Hori und Hemam; und Lotans Schwester
hieß Timna. 36,23 Die Söhne von Schobal waren diese: Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und
Onam. 36,24 Die Söhne von Zibon waren: Ajja und Ana. Das ist der Ana, der in der
Steppe die warmen Quellen fand, als er die Esel seines Vaters Zibon
hütete. 36,25 Der Sohn Anas aber war: Dischon; und Oholibama war die Tochter Anas. 36,26 Die Söhne Dischons waren: Hemdan, Eschban, Jitran und Keran. 36,27 Die Söhne Ezers waren: Bilhan, Saawan und Akan. 36,28 Die Söhne Dischans waren: Uz und Aran.
36,29 Dies sind die Stammesfürsten der Horiter: Der Fürst Lotan, der Fürst
Schobal, der Fürst Zibon, der Fürst Ana, 36,30 der Fürst Dischon, der Fürst Ezer, der Fürst Dischan. Das sind die
Fürsten der Horiter nach ihren Stämmen im Lande Seïr.
Die früheren Könige der Edomiter
36,31 Die
(a) Könige aber, die im Lande Edom regiert haben, bevor Israel Könige
hatte, sind diese:
36,32 Bela war König von Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß Dinhaba.
36,33 Und als Bela starb, wurde König an seiner Statt Jobab, ein Sohn Serachs
von Bozra.
36,34 Als Jobab starb, wurde an seiner Statt König Huscham aus dem Lande der
Temaniter.
36,35 Als Huscham starb, wurde König an seiner Statt Hadad, ein Sohn Bedads,
der die Midianiter schlug auf dem Felde der Moabiter; und seine Stadt hieß
Awit.
36,36 Als Hadad starb, regierte Samla von Masreka.
36,37 Als Samla starb, wurde Schaul von Rehobot am Strom König an seiner
Statt.
36,38 Als Schaul starb, wurde König an seiner Statt Baal-Hanan, der Sohn
Achbors.
36,39 Als Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, wurde König an seiner Statt Hadar;
und seine Stadt hieß Pagu, und seine Frau hieß Mehetabel, eine Tochter
Matreds, die Me-Sahabs Tochter war.
Die Stammesfürsten der Edomiter
36,40 So heißen die Fürsten von Esau nach ihren Geschlechtern, Orten und
Namen: Der Fürst Timna, der Fürst Alwa, der Fürst Jetet,
36,41 der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst Pinon,
36,42 der Fürst Kenas, der Fürst Teman, der Fürst Mibzar,
36,43 der Fürst Magdïl, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten von Edom nach
ihren Wohnsitzen in ihrem Erblande. Das ist Esau, der Stammvater der
Edomiter.
37. Kapitel
Josefs Träume
37,1 Jakob aber wohnte im Lande, in dem sein Vater ein Fremdling gewesen
war, im Lande Kanaan.
37,2 Und dies ist die Geschichte von Jakobs Geschlecht: Josef war siebzehn
Jahre alt und war ein Hirte bei den Schafen mit seinen Brüdern; er war
Gehilfe bei den Söhnen Bilhas und Silpas, der Frauen seines Vaters, und
brachte es vor ihren Vater, wenn etwas Schlechtes über sie geredet wurde.
37,3 Israel aber hatte Josef lieber als alle seine Söhne, weil er der Sohn
seines Alters war, und machte ihm einen bunten Rock. 37,4 Als nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle
seine Brüder, wurden sie ihm feind und konnten ihm kein freundliches Wort
sagen. 37,5 Dazu hatte Josef einmal einen Traum und sagte seinen Brüdern davon; da
wurden sie ihm noch mehr feind. 37,6 Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat. 37,7 Siehe, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich
auf und stand, aber eure Garben stellten sich ringsumher und neigten sich
vor meiner Garbe. 37,8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Willst du unser König werden und über
uns herrschen? Und sie wurden ihm noch mehr feind um seines Traumes und
seiner Worte willen. 37,9 Und er hatte noch einen zweiten Traum, den erzählte er seinen Brüdern
und sprach: Ich habe noch einen Traum gehabt; siehe, die Sonne und der
Mond und elf Sterne neigten sich vor mir. 37,10 Und als er das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn
sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du geträumt
hast? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und vor dir
niederfallen? 37,11 Und seine Brüder wurden neidisch auf ihn. Aber sein Vater behielt diese
Worte.
Josef wird nach Ägypten verkauft
37,12 Als nun seine Brüder hingegangen waren, um das Vieh ihres Vaters in
(a)
Sichem zu weiden,
37,13 sprach Israel zu Josef: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem?
Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich.
37,14 Und er sprach: Geh hin und sieh, ob's gut steht um deine Brüder und um
das Vieh, und sage mir dann, wie sich's verhält. Und er sandte ihn aus dem
Tal von
(a) Hebron, und er kam nach Sichem.
37,15 Da fand ihn ein Mann, wie er umherirrte auf dem Felde; der fragte ihn
und sprach:
37,16 Wen suchst du? Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch, wo
sie hüten.
37,17 Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß sie
sagten: Laßt uns nach Dotan gehen. Da zog Josef seinen Brüdern nach und
fand sie in Dotan.
37,18 Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe er nahe zu ihnen kam, machten sie
einen Anschlag, daß sie ihn töteten, 37,19 und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher! 37,20 So kommt nun und laßt uns ihn töten und in eine Grube werfen und sagen,
ein böses Tier habe ihn gefressen; so wird man sehen, was seine Träume
sind. 37,21 Als das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten und
sprach: Laßt uns ihn nicht töten!a 37,22 Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft
ihn in die Grube hier in der Wüste und legt die Hand nicht an ihn! Er
wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten und ihn seinem Vater
wiederbringen.
37,23 Als nun Josef zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock aus, (a)
den bunten Rock, den er anhatte, 37,24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und
kein Wasser darin. 37,25 Und sie setzten sich nieder, um zu essen. Indessen hoben sie ihre Augen
auf und sahen eine Karawane von Ismaelitern kommen von Gilead mit ihren
Kamelen; die trugen kostbares Harz, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach
Ägypten. 37,26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unsern
Bruder töten und sein Blut verbergen? 37,27 Kommt, laßt uns ihn den Ismaelitern verkaufen, damit sich unsere Hände
nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut.
Und sie gehorchten ihm. 37,28 Als aber die (a) midianitischen Kaufleute vorüberkamen, zogen sie ihn
heraus aus der Grube und (b) verkauften ihn um zwanzig Silberstücke den
Ismaelitern; die brachten ihn nach Ägypten.
37,29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und Josef nicht darin fand, zerriß
er sein Kleid 37,30 und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo
soll ich hin? 37,31 Da nahmen sie Josefs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und
tauchten den Rock ins Blut 37,32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen
und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei
oder nicht. 37,33 Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein (a) böses
Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Josef zerrissen! 37,34 Und Jakob zerriß seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seine
Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit. 37,35 Und alle seine Söhne und Töchter kamen zu ihm, ihn zu trösten; aber er
wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid
hinunterfahren zu den Toten, zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn.
37,36 Aber die Midianiter verkauften ihn in Ägypten an Potifar, des Pharao
Kämmerer und Obersten der Leibwache.
38. Kapitel
Juda und Tamar
38,1 Es begab sich um diese Zeit, daß Juda hinabzog von seinen Brüdern und
gesellte sich zu einem Mann aus Adullam, der hieß Hira.
38,2 Und Juda sah dort die Tochter eines Kanaaniters, der hieß Schua, und
nahm sie zur Frau. Und als er zu ihr einging,
38,3 ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den nannte er Er.
38,4 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den nannte sie
Onan.
38,5 Sie gebar abermals einen Sohn, den nannte sie Schela; und sie war in
Kesib, als sie ihn gebar.
38,6 Und Juda gab seinem ersten Sohn Er eine Frau, die hieß Tamar. 38,7 Aber Er war böse vor dem HERRN, darum ließ ihn der HERR sterben. 38,8 Da sprach Juda zu Onan: Geh zu deines Bruders Frau und nimm sie zur
Schwagerehe, auf daß du deinem Bruder Nachkommen schaffest.(a) 38,9 Aber da Onan wußte, daß die Kinder nicht sein eigen sein sollten, ließ
er's auf die Erde fallen und verderben, wenn er einging zu seines Bruders
Frau, auf daß er seinem Bruder nicht Nachkommen schaffe. 38,10 Dem HERRN mißfiel aber, was er tat, und er ließ ihn auch sterben. 38,11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleibe eine Witwe in
deines Vaters Hause, bis mein Sohn Schela groß wird. Denn er dachte,
vielleicht würde der auch sterben wie seine Brüder. So ging Tamar hin und
blieb in ihres Vaters Hause.
38,12 Als nun viele Tage verlaufen waren, starb Judas Frau, die Tochter des
Schua. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf, seine Schafe
zu scheren, nach Timna mit seinem Freunde Hira von Adullam. 38,13 Da wurde der Tamar gesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf nach
(a) Timna, seine Schafe zu scheren. 38,14 Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit
einem Schleier und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enajim
an dem Wege nach Timna; denn sie hatte gesehen, daß Schela groß geworden
war, aber sie wurde ihm nicht zur Frau gegeben. 38,15 Als Juda sie nun sah, meinte er, es wäre eine Hure, denn sie hatte ihr
Angesicht verdeckt. 38,16 Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir
kommen; denn (a) er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie
antwortete: Was willst du mir geben, wenn du zu mir kommst? 38,17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie
antwortete: So gib mir ein Pfand, bis du ihn mir sendest. 38,18 Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir geben soll? Sie
antwortete: Dein Siegel und deine Schnur und deinen Stab, den du in der
Hand hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm
schwanger. 38,19 Und sie machte sich auf und ging hinweg und legte den Schleier ab und
zog ihre Witwenkleider wieder an.
38,20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund von Adullam, damit
er das Pfand zurückholte von der Frau. Und er fand sie nicht. 38,21 Da fragte er die Leute des Ortes und sprach: Wo ist die Hure, die zu
Enajim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen. 38,22 Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu
sagen die Leute des Ortes, es sei keine Hure da gewesen. 38,23 Juda sprach: Sie mag's behalten, damit wir nur nicht in Verruf geraten!
Siehe, ich habe den Bock gesandt, und du hast sie nicht gefunden.
38,24 Nach drei Monaten wurde Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Tamar
hat Hurerei getrieben; und siehe, sie ist davon schwanger geworden. Juda
sprach: Führt sie heraus, daß sie verbrannt werde. 38,25 Und als man sie hinausführte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und
sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, dem dies gehört. Und sie sprach:
Erkennst du auch, wem dies Siegel und diese Schnur und dieser Stab
gehören? 38,26 Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe
sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht mehr bei.
38,27 Und als sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leibe gefunden. 38,28 Und als sie gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter
einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der ist zuerst
herausgekommen. 38,29 Als aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus, und
sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen? Und man
nannte ihn (a) (b) Perez. 38,30 Danach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand hatte.
Und man nannte ihn Serach.
39. Kapitel
Josef in Potifars Haus
39,1 Josef wurde hinab nach Ägypten geführt, und Potifar, ein ägyptischer
Mann, des Pharao Kämmerer und Oberster der Leibwache, kaufte ihn von den
Ismaelitern, die ihn hinabgebracht hatten.
(a) 39,2 Und der HERR war mit Josef, so
(a) daß er ein Mann wurde, dem alles
glückte. Und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.
39,3 Und sein Herr sah, daß der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, das
ließ der HERR in seiner Hand glücken,
39,4 so daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener wurde. Der setzte
ihn über sein Haus; und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände.
39,5 Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter
gesetzt hatte,
(a) segnete der HERR des Ägypters Haus um Josefs willen, und
es war lauter Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem
Felde.
39,6 Darum ließ er alles unter Josefs Händen, was er hatte, und kümmerte
sich, da er ihn hatte, um nichts außer um das, was er
(a) aß und trank. Und
Josef war schön an Gestalt und hübsch von Angesicht.
39,7 Und es begab sich danach, daß seines Herrn Frau ihre Augen auf Josef
warf und sprach: Lege dich zu mir! 39,8 Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr kümmert sich,
da er mich hat, um nichts, was im Hause ist, und alles, was er hat, das
hat er unter meine Hände getan; 39,9 er ist in diesem Hause nicht größer als ich, und er hat mir nichts
vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn nun
ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?a 39,10 Und sie bedrängte Josef mit solchen Worten täglich. Aber er gehorchte
ihr nicht, daß er sich zu ihr legte und bei ihr wäre.
39,11 Es begab sich eines Tages, daß Josef in das Haus ging, seine Arbeit zu
tun, und kein Mensch vom Gesinde des Hauses war dabei. 39,12 Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Lege dich zu mir!
Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus. 39,13 Als sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus
entfloh, 39,14 rief sie das Gesinde ihres Hauses und sprach zu ihnen: Seht, er hat uns
den hebräischen Mann hergebracht, daß der seinen Mutwillen mit uns treibe.
Er kam zu mir herein und wollte sich zu mir legen; aber ich rief mit
lauter Stimme. 39,15 Und als er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein
Kleid bei mir und floh und lief hinaus. 39,16 Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr heimkam, 39,17 und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht,
den du uns hergebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen
mit mir treiben. 39,18 Als ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei
mir und floh hinaus.
Josef im Gefängnis
39,19 Als sein Herr die Worte seiner Frau hörte, die sie ihm sagte und
sprach: So hat dein Knecht an mir getan, wurde er sehr zornig.
39,20 Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, in dem des Königs
Gefangene waren. Und er lag allda im Gefängnis.
39,21 Aber der HERR war mit ihm und neigte die Herzen zu ihm und ließ ihn
Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis,
39,22 so daß er ihm alle Gefangenen im Gefängnis unter seine Hand gab und
alles, was dort geschah, durch ihn geschehen mußte.
39,23 Der Amtmann über das Gefängnis kümmerte sich um nichts; denn der HERR
war mit Josef, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.
40. Kapitel
Josef legt zwei Gefangenen ihre Träume aus
40,1 Und es begab sich danach, daß sich der Mundschenk des Königs von
Ägypten und der Bäcker versündigten an ihrem Herrn, dem König von
Ägypten.
40,2 Und der Pharao wurde zornig über seine beiden Kämmerer, gegen den
Obersten über die Schenken und gegen den Obersten über die Bäcker,
40,3 und ließ sie setzen in des Amtmanns Haus ins Gefängnis, wo Josef
gefangen lag.
40,4 Und der Amtmann gab ihnen Josef bei, daß er ihnen diente. Und sie saßen
etliche Zeit im Gefängnis.
40,5 Und es träumte ihnen beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs von
Ägypten, in einer Nacht einem jeden ein eigener Traum, und eines jeden
Traum hatte seine Bedeutung. 40,6 Als nun am Morgen Josef zu ihnen hineinkam und sah, daß sie traurig
waren, 40,7 fragte er sie und sprach: Warum seid ihr heute so traurig? 40,8 Sie antworteten: Es hat uns geträumt, und wir haben niemand, der es uns
auslege. Josef sprach: aAuslegen gehört Gott zu; doch erzählt mir's.
40,9 Da erzählte der oberste Schenk seinen Traum und sprach zu Josef: Mir
hat geträumt, daß ein Weinstock vor mir wäre, 40,10 der hatte drei Reben, und er grünte, wuchs und blühte, und seine
Trauben wurden reif. 40,11 Und ich hatte den Becher des Pharao in meiner Hand und nahm die Beeren
und zerdrückte sie in den Becher und gab den Becher dem Pharao in die
Hand. 40,12 Josef sprach zu ihm: Das ist seine Deutung: Drei Reben sind drei Tage. 40,13 Nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in
dein Amt setzen, daß du ihm den Becher in die Hand gebest wie vormals, als
du sein Schenk warst. 40,14 Aber gedenke meiner, wenn dir's wohlgeht, und tu Barmherzigkeit an mir,
daß du dem Pharao von mir sagst und mich so aus diesem Hause bringst. 40,15 Denn (a) ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen worden; und
auch hier hab ich nichts getan, weswegen sie mich hätten ins Gefängnis
setzen dürfen.
40,16 Als der oberste Bäcker sah, daß die Deutung gut war, sprach er zu
Josef: Mir hat auch geträumt, ich trüge drei Körbe mit feinem Backwerk auf
meinem Haupt 40,17 und im obersten Korbe allerlei Gebackenes für den Pharao, und die Vögel
fraßen aus dem Korbe auf meinem Haupt. 40,18 Josef antwortete und sprach: Das ist seine Deutung: Drei Körbe sind
drei Tage. 40,19 Und nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich an den
Galgen hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir fressen.
40,20 Und es geschah am dritten Tage, da beging der Pharao seinen
Geburtstag. Und er machte ein Festmahl für alle seine Großen und erhob das
Haupt des obersten Schenken und das Haupt des obersten Bäckers unter
seinen Großen 40,21 und setzte den obersten Schenken wieder in sein Amt, daß er den Becher
reiche in des Pharao Hand, 40,22 aber den obersten Bäcker ließ er aufhängen, wie ihnen Josef gedeutet
hatte. 40,23 Aber der oberste Schenk dachte nicht an Josef, sondern vergaß ihn.
41. Kapitel
Josef deutet die Träume des Pharao
41,1 Und nach zwei Jahren hatte der Pharao einen Traum, er stünde am Nil
41,2 und sähe aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen
auf der Weide im Grase.
41,3 Nach diesen sah er andere sieben Kühe aus dem Wasser aufsteigen; die
waren häßlich und mager und traten neben die Kühe am Ufer des Nils.
41,4 Und die häßlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten Kühe. Da
erwachte der Pharao.
41,5 Und er schlief wieder ein, und ihm träumte abermals, und er sah, daß
sieben Ähren aus einem Halm wuchsen, voll und dick. 41,6 Danach sah er sieben dünne Ähren aufgehen, die waren vom Ostwind
versengt. 41,7 Und die sieben mageren Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen
Ähren. Da erwachte der Pharao und merkte, daß es ein Traum war. 41,8 Und als es Morgen wurde, war sein Geist bekümmert, und er schickte aus
und ließ rufen (a) alle Wahrsager in Ägypten und alle Weisen und erzählte
ihnen seine Träume. Aber da war keiner, der sie dem Pharao deuten konnte.
41,9 Da redete der oberste Schenk zum Pharao und sprach: Ich muß heute an
meine Sünden denken: 41,10 Als der Pharao zornig wurde über seine Knechte und mich mit dem
obersten Bäcker ins Gefängnis legte in des Amtmanns Hause, 41,11 da träumte uns beiden in einer Nacht einem jeden sein Traum, dessen
Deutung ihn betraf. 41,12 Da war bei uns ein hebräischer Jüngling, des Amtmanns Knecht, dem
erzählten wir's. Und er deutete uns unsere Träume, einem jeden nach seinem
Traum. 41,13 Und wie er uns deutete, so ist's gekommen; denn ich bin wieder in mein
Amt gesetzt, aber jener wurde aufgehängt.
41,14 Da sandte der Pharao hin und ließ Josef rufen, und sie ließen ihn
eilends aus dem Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere Kleider
an und kam hinein zum Pharao. 41,15 Da sprach der Pharao zu ihm: Ich habe einen Traum gehabt, und es ist
niemand, der ihn deuten kann. Ich habe aber von dir sagen hören, wenn du
einen Traum hörst, so kannst du ihn deuten. 41,16 Josef antwortete dem Pharao und sprach: (a) Das steht nicht bei mir; Gott
wird jedoch dem Pharao Gutes verkünden. 41,17 Der Pharao sprach zu Josef: Mir träumte, ich stand am Ufer des Nils 41,18 und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen
auf der Weide im Grase. 41,19 Und nach ihnen sah ich andere sieben dürre, sehr häßliche und magere
Kühe heraussteigen. Ich hab in ganz Ägyptenland nicht so häßliche
gesehen. 41,20 Und die sieben mageren und häßlichen Kühe fraßen die sieben ersten,
fetten Kühe auf. 41,21 Und als sie die hineingefressen hatten, merkte man's ihnen nicht an,
daß sie die gefressen hatten, und waren häßlich wie zuvor. Da wachte ich
auf. 41,22 Und ich sah abermals in meinem Traum sieben Ähren auf einem Halm
wachsen, voll und dick. 41,23 Danach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt. 41,24 Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Und
ich habe es den Wahrsagern gesagt, aber die können's mir nicht deuten.
41,25 Josef antwortete dem Pharao: Beide Träume des Pharao bedeuten das
gleiche. Gott verkündet dem Pharao, was er vorhat. 41,26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren
sind dieselben sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum. 41,27 Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen
sind, das sind sieben Jahre, und die sieben mageren und versengten Ähren
sind sieben Jahre des Hungers. 41,28 Das meinte ich, wenn ich gesagt habe zum Pharao, daß Gott dem Pharao
zeigt, was er vorhat. 41,29 Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland. 41,30 Und nach ihnen werden sieben Jahre des Hungers kommen, so daß man
vergessen wird alle Fülle in Ägyptenland. Und der Hunger wird das Land
verzehren, 41,31 daß man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der Hungersnot,
die danach kommt; denn sie wird sehr schwer sein. 41,32 Daß aber dem Pharao zweimal geträumt hat, bedeutet, daß Gott solches
gewiß und eilends tun wird.
41,33 Nun sehe der Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er
über Ägyptenland setze, 41,34 und sorge dafür, daß er Amtleute verordne im Lande und nehme den
Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren 41,35 und lasse sie sammeln den ganzen Ertrag der guten Jahre, die kommen
werden, daß sie Getreide aufschütten in des Pharao Kornhäusern zum Vorrat
in den Städten und es verwahren, 41,36 damit für Nahrung gesorgt sei für das Land in den sieben Jahren des
Hungers, die über Ägyptenland kommen werden, und das Land nicht vor Hunger
verderbe.
Josefs Erhöhung
41,37 Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Großen gut.
(a) 41,38 Und der Pharao sprach zu seinen Großen: Wie könnten wir einen Mann
finden, in dem der Geist Gottes ist wie in diesem?a
41,39 Und er sprach zu Josef: Weil dir Gott dies alles kundgetan hat, ist
keiner so verständig und weise wie du.
41,40 Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk
gehorsam sein; allein um den königlichen Thron will ich höher sein als
du.
(a) 41,41 Und weiter sprach der Pharao zu Josef: Siehe, ich habe dich über ganz
Ägyptenland gesetzt.
(a) 41,42 Und er
(a) tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Josef an seine
Hand und kleidete ihn mit kostbarer Leinwand und legte ihm eine
(b) goldene
Kette um seinen Hals
41,43 und ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm her
ausrufen: Der ist des Landes Vater! Und setzte ihn über ganz
Ägyptenland.
(a) 41,44 Und der Pharao sprach zu Josef: Ich bin der Pharao, aber ohne deinen
Willen soll niemand seine Hand oder seinen Fuß regen in ganz Ägyptenland.
41,45 Und er nannte ihn Zafenat-Paneach und gab ihm zur Frau Asenat, die
Tochter Potiferas, des Priesters zu On.
41,46 Und aJosef war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pharao stand, dem
König von Ägypten. Und er ging hinweg vom Pharao und zog durch ganz
Ägyptenland.
Josefs Fürsorge für Ägypten. Die Geburt seiner Söhne
41,47 Und das Land trug in den sieben reichen Jahren die Fülle.
41,48 Und Josef sammelte die ganze Ernte der sieben Jahre, da Überfluß im
Lande Ägypten war, und tat sie in die Städte. Was an Getreide auf dem
Felde rings um eine jede Stadt wuchs, das tat er hinein.
41,49 So schüttete Josef das Getreide auf, über die Maßen viel wie Sand am
Meer, so daß er aufhörte zu zählen; denn man konnte es nicht zählen.
41,50 Und Josef wurden zwei Söhne geboren, bevor die Hungerzeit kam; die
gebar ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters zu On. 41,51 Und er nannte den ersten Manasse; denn Gott, sprach er, hat mich
vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes Vaterhaus. 41,52 Den andern nannte er Ephraim; denn Gott, sprach er, hat mich wachsen
lassen in dem Lande meines Elends.
41,53 Als nun die sieben reichen Jahre um waren im Lande Ägypten, 41,54 da fingen an die sieben Hungerjahre zu kommen, wie Josef gesagt hatte.
Und es ward eine Hungersnot in allen Landen, aber in ganz Ägyptenland war
Brot. 41,55 Als nun ganz Ägyptenland auch Hunger litt, schrie das Volk zum Pharao
um Brot. Aber der Pharao sprach zu allen Ägyptern: Geht hin zu Josef; was
der euch sagt, das tut. 41,56 Als nun im ganzen Lande Hungersnot war, tat Josef alle Kornhäuser auf
und verkaufte den Ägyptern; denn der Hunger ward je länger je größer im
Lande. 41,57 Und alle Welt kam nach Ägypten, um bei Josef zu kaufen; denn der Hunger
war groß in allen Landen.
42. Kapitel
Erste Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten
42,1 Als aber Jakob sah, daß Getreide in Ägypten zu haben war, sprach er zu
seinen Söhnen: Was seht ihr euch lange an?
42,2 Siehe, ich höre, es sei in Ägypten Getreide zu haben; zieht hinab und
kauft uns Getreide, daß wir leben und nicht sterben.
42,3 Da zogen hinab zehn Brüder Josefs, um in Ägypten Getreide zu kaufen.
42,4 Aber den Benjamin, Josefs Bruder, ließ Jakob nicht mit seinen Brüdern
ziehen; denn er sprach: Es könnte ihm ein Unfall begegnen.
42,5 So kamen die Söhne Israels, Getreide zu kaufen, samt andern, die mit
ihnen zogen; denn es war auch im Lande Kanaan Hungersnot. 42,6 Aber Josef war der Regent im Lande und verkaufte Getreide allem Volk im
Lande. Als nun seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder zur Erde auf
ihr Antlitz. 42,7 Und er sah sie an und erkannte sie, aber er stellte sich fremd gegen sie
und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie
sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Getreide zu kaufen. 42,8 Aber wiewohl er sie erkannte, erkannten sie ihn doch nicht. 42,9 Und Josef dachte an die (a) Träume, die er von ihnen geträumt hatte, und
sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter und seid gekommen zu sehen, wo das
Land offen ist. 42,10 Sie antworteten ihm: Nein, mein Herr! Deine Knechte sind gekommen,
Getreide zu kaufen. 42,11 Wir sind alle eines Mannes Söhne; wir sind redlich, und deine Knechte
sind nie Kundschafter gewesen. 42,12 Er sprach zu ihnen: Nein, sondern ihr seid gekommen zu sehen, wo das
Land offen ist. 42,13 Sie antworteten ihm: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines
Mannes Söhne im Lande Kanaan, und der jüngste ist noch bei unserm Vater,
aber der eine ist nicht mehr vorhanden. 42,14 Josef sprach zu ihnen: Es ist, wie ich euch gesagt habe: Kundschafter
seid ihr. 42,15 Daran will ich euch prüfen: So wahr der Pharao lebt: ihr sollt nicht
von hier wegkommen, es komme denn her euer jüngster Bruder! 42,16 Sendet einen von euch hin, der euren Bruder hole, ihr aber sollt
gefangen sein. Daran will ich prüfen eure Rede, ob ihr mit Wahrheit
umgeht. Andernfalls - so wahr der Pharao lebt! - seid ihr Kundschafter! 42,17 Und er ließ sie zusammen in Gewahrsam legen drei Tage lang.(a)
42,18 Am dritten Tage aber sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut nun
dies, denn ich fürchte Gott: 42,19 Seid ihr redlich, so laßt einen eurer Brüder gebunden liegen in eurem
Gefängnis; ihr aber zieht hin und bringt heim, was ihr gekauft habt für
den Hunger. 42,20 Und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so will ich euren Worten
glauben, so daß ihr nicht sterben müßt. Und sie gingen darauf ein.
42,21 Sie sprachen aber untereinander: Das haben wir an unserem Bruder
verschuldet! Denn wir sahen die Angst seiner Seele, als er uns anflehte,
und wir wollten ihn nicht erhören; darum kommt nun diese Trübsal über
uns.(a) 42,22 Ruben antwortete ihnen und sprach: Sagte ich's euch nicht, als ich
sprach: (a) Versündigt euch nicht an dem Knaben, doch ihr wolltet nicht
hören? Nun wird sein Blut gefordert. 42,23 Sie wußten aber nicht, daß es Josef verstand; denn er redete mit ihnen
durch einen Dolmetscher. 42,24 Und er wandte sich von ihnen und weinte. Als er sich nun wieder zu
ihnen wandte und mit ihnen redete, nahm er aus ihrer Mitte Simeon und ließ
ihn binden vor ihren Augen. 42,25 Und Josef gab Befehl, ihre Säcke mit Getreide zu füllen und ihnen ihr
Geld wiederzugeben, einem jeden in seinen Sack, dazu auch Zehrung auf den
Weg; und so tat man ihnen. 42,26 Und sie luden ihre Ware auf ihre Esel und zogen von dannen. 42,27 Als aber einer seinen Sack auftat, daß er seinem Esel Futter gäbe in
der Herberge, sah er sein Geld, das oben im Sack lag, 42,28 und sprach zu seinen Brüdern: Mein Geld ist wieder da, siehe, in meinem
Sack ist es! Da entfiel ihnen ihr Herz, und sie blickten einander
erschrocken an und sprachen: Warum hat Gott uns das angetan?
42,29 Als sie nun heimkamen zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan, sagten sie
ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen: 42,30 Der Mann, der im Lande Herr ist, redete hart mit uns und hielt uns für
Kundschafter. 42,31 Und wir antworteten ihm: Wir sind redlich und nie Kundschafter
gewesen, 42,32 sondern zwölf Brüder, unseres Vaters Söhne; einer ist nicht mehr
vorhanden, und der jüngste ist noch bei unserm Vater im Lande Kanaan. 42,33 Da sprach der Herr im Lande zu uns: Daran will ich merken, ob ihr
redlich seid: (a) einen eurer Brüder laßt bei mir und nehmt für euer Haus,
wieviel ihr bedürft, und zieht hin 42,34 und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so merke ich, daß ihr nicht
Kundschafter, sondern redlich seid; dann will ich euch auch euren Bruder
wiedergeben, und ihr mögt im Lande Handel treiben. 42,35 Und als sie die Säcke ausschütteten, fand ein jeder seinen Beutel Geld
in seinem Sack. Und als sie sahen, daß es die Beutel mit ihrem Geld waren,
erschraken sie samt ihrem Vater.
42,36 Da sprach Jakob, ihr Vater, zu ihnen: Ihr beraubt mich meiner Kinder!
Josef ist nicht mehr da, Simeon ist nicht mehr da, Benjamin wollt ihr auch
wegnehmen; es geht alles über mich. 42,37 Ruben antwortete seinem Vater und sprach: Wenn ich ihn dir nicht
wiederbringe, so töte meine zwei Söhne. Gib ihn nur in meine Hand, ich
will ihn dir wiederbringen. 42,38 Er sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen; denn sein Bruder
ist tot, und er ist allein übriggeblieben. Wenn ihm ein Unfall auf dem
Wege begegnete, den ihr reiset, würdet ihr meine grauen Haare mit
Herzeleid hinunter zu den Toten bringen.
43. Kapitel
Zweite Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten
43,1 Die Hungersnot aber drückte das Land.
43,2 Und als verzehrt war, was sie an Getreide aus Ägypten gebracht hatten,
sprach ihr Vater zu ihnen: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig
Getreide.
43,3 Da antwortete ihm Juda und sprach: Der Mann schärfte uns das hart ein
und sprach: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, es sei denn euer Bruder
mit euch.
(a) 43,4 Willst du nun unsern Bruder mit uns senden, so wollen wir hinabziehen
und dir zu essen kaufen.
43,5 Willst du ihn aber nicht senden, so ziehen wir nicht hinab. Denn der
Mann hat zu uns gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, euer Bruder
sei denn mit euch.
43,6 Israel sprach: Warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr dem Mann
sagtet, daß ihr noch einen Bruder habt?
43,7 Sie antworteten: Der Mann forschte so genau nach uns und unserer
Verwandtschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr auch noch einen
Bruder? Da antworteten wir ihm, wie er uns fragte. Wie konnten wir wissen,
daß er sagen würde: Bringt euren Bruder mit herab?
(a) 43,8 Da sprach Juda zu Israel, seinem Vater: Laß den Knaben mit mir ziehen,
daß wir uns aufmachen und reisen und leben und nicht sterben, wir und du
und unsere Kinder. 43,9 Ich will Bürge für ihn sein; von meinen Händen sollst du ihn fordern.
Wenn ich ihn dir nicht wiederbringe und vor deine Augen stelle, so will
ich mein Leben lang die Schuld tragen. 43,10 Denn wenn wir nicht gezögert hätten, wären wir wohl schon zweimal
wiedergekommen. 43,11 Da sprach Israel, ihr Vater, zu ihnen: Wenn es denn so ist, wohlan so
tut's und nehmt von des Landes besten Früchten in eure Säcke und bringt
dem Manne (a) Geschenke hinab, ein wenig Balsam und Honig, Harz und Myrrhe,
Nüsse und Mandeln. 43,12 Nehmt auch anderes Geld mit euch, und (a) das Geld, das ihr obenauf in
euren Säcken wiederbekommen habt, bringt auch wieder hin. Vielleicht ist
ein Irrtum da geschehen. 43,13 Dazu nehmt euren Bruder, macht euch auf und geht wieder zu dem Manne. 43,14 Aber der allmächtige Gott gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne, daß
er mit euch ziehen lasse euren andern Bruder und Benjamin. Ich aber muß
sein wie einer, der (a) seiner Kinder ganz und gar beraubt ist.
43,15 Da nahmen sie diese Geschenke und das doppelte Geld mit sich, dazu
Benjamin, machten sich auf, zogen nach Ägypten und traten vor Josef. 43,16 Als Josef sie sah mit Benjamin, sprach er zu seinem Haushalter: Führe
diese Männer ins Haus und schlachte und richte zu, denn sie sollen zu
Mittag mit mir essen. 43,17 Und der Mann tat, wie ihm Josef gesagt hatte, und führte die Männer in
Josefs Haus.
43,18 Sie fürchteten sich aber, weil sie in Josefs Haus geführt wurden, und
sprachen: Wir sind hereingeführt um des Geldes willen, das (a) wir in unsern
Säcken das vorige Mal wiedergefunden haben; man will auf uns eindringen
und über uns herfallen und uns zu Sklaven machen und uns die Esel nehmen. 43,19 Darum traten sie zu Josefs Haushalter und redeten mit ihm vor der
Haustür 43,20 und sprachen: Mein Herr, wir sind das vorige Mal herabgezogen, Getreide
zu kaufen, 43,21 und als wir in die Herberge kamen und unsere Säcke auftaten, siehe, da
war eines jeden Geld oben in seinem Sack mit vollem Gewicht. Darum haben
wir's wieder mit uns gebracht, 43,22 haben auch anderes Geld mit uns herabgebracht, Getreide zu kaufen. Wir
wissen aber nicht, wer uns unser Geld in unsere Säcke gesteckt hat. 43,23 Er aber sprach: Seid guten Mutes, fürchtet euch nicht! Euer Gott und
eures Vaters Gott hat euch einen Schatz gegeben in eure Säcke. Euer Geld
habe ich erhalten. Und er führte (a) Simeon zu ihnen heraus 43,24 und brachte sie in Josefs Haus, gab ihnen Wasser, daß sie ihre Füße
wuschen, und gab ihren Eseln Futter. 43,25 Sie aber richteten das Geschenk zu, bis Josef mittags käme; denn sie
hatten gehört, daß sie dort essen sollten.
43,26 Als nun Josef ins Haus trat, brachten sie ihm das Geschenk ins Haus,
das sie mitgebracht hatten, und fielen vor ihm nieder zur Erde. 43,27 Er aber grüßte sie freundlich und sprach: Geht es eurem alten Vater
gut, von dem ihr mir sagtet? Lebt er noch? 43,28 Sie antworteten: Es geht deinem Knechte, unserm Vater, gut, und er lebt
noch. Und sie (a) verneigten sich und fielen vor ihm nieder. 43,29 Und er hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Benjamin, seiner
Mutter Sohn, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir
sagtet? Und sprach weiter: Gott sei dir gnädig, mein Sohn! 43,30 Und Josef eilte hinaus; denn sein Herz entbrannte ihm gegen seinen
Bruder, und er suchte, wo er weinen könnte, und ging in seine Kammer und
weinte daselbst. 43,31 Und als er sein Angesicht gewaschen hatte, ging er heraus und hielt an
sich und sprach: Legt die Speisen auf! 43,32 Und man trug ihm besonders auf und (a) jenen auch besonders und den
Ägyptern, die mit ihm aßen, auch besonders. Denn die Ägypter dürfen nicht
essen mit den Hebräern; denn es ist ein (b) (c) Greuel für sie. 43,33 Und man setzte sie ihm gegenüber, den Erstgeborenen nach seiner
Erstgeburt und den Jüngsten nach seiner Jugend. Darüber verwunderten sie
sich untereinander. 43,34 Und man trug ihnen Essen auf von seinem Tisch, aber Benjamin bekam
fünfmal mehr als die andern. Und sie tranken und wurden fröhlich mit ihm.
44. Kapitel
Josefs Brüder werden hart geängstigt
44,1 Und Josef befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern ihre
Säcke mit Getreide, soviel sie fortbringen, und lege jedem sein Geld oben
in seinen Sack.
44,2 Und meinen silbernen Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem Gelde
für das Getreide. Der tat, wie ihm Josef gesagt hatte.
44,3 Am Morgen, als es licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit ihren
Eseln. 44,4 Als sie aber zur Stadt hinaus waren und noch nicht weit gekommen, sprach
Josef zu seinem Haushalter: Auf, jage den Männern nach, und wenn du sie
ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? 44,5 Warum habt ihr den silbernen Becher gestohlen? Ist das nicht der, aus
dem mein Herr trinkt und aus dem er wahrsagt? Ihr habt übel getan. 44,6 Und als er sie ereilte, redete er mit ihnen diese Worte. 44,7 Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei ferne
von deinen Knechten, solches zu tun. 44,8 Siehe, (a) das Geld, das wir fanden oben in unseren Säcken, haben wir
wiedergebracht zu dir aus dem Lande Kanaan. Wie sollten wir da aus deines
Herrn Hause Silber oder Gold gestohlen haben? 44,9 Bei wem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes; dazu
wollen auch wir meines Herrn Sklaven sein. 44,10 Er sprach: Ja, es sei, wie ihr geredet habt. Bei wem er gefunden wird,
der sei mein Sklave, ihr aber sollt frei sein. 44,11 Und sie legten eilends ein jeder seinen Sack ab auf die Erde, und ein
jeder tat seinen Sack auf. 44,12 Und er suchte und fing an beim Ältesten bis hin zum Jüngsten. Da fand
sich der Becher in Benjamins Sack. 44,13 Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeder belud seinen Esel, und sie
zogen wieder in die Stadt. 44,14 Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josefs Haus, denn er war noch dort.
Und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde. 44,15 Josef aber sprach zu ihnen: Wie habt ihr das tun können? Wußtet ihr
nicht, daß ein solcher Mann, wie ich bin, wahrsagen kann? 44,16 Juda sprach: Was sollen wir meinem Herrn sagen, oder wie sollen wir
reden, und womit können wir uns rechtfertigen? (a) Gott hat die Missetat
deiner Knechte gefunden. Siehe, wir und der, bei dem der Becher gefunden
ist, sind meines Herrn Sklaven. 44,17 Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der, bei dem der
Becher gefunden ist, soll mein Sklave sein; ihr aber zieht hinauf mit
Frieden zu eurem Vater.
44,18 Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, laß deinen Knecht ein Wort
reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn entbrenne nicht über
deinen Knecht, denn du bist wie der Pharao. 44,19 Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr noch einen Vater
oder Bruder?a 44,20 Da antworteten wir: Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen
jungen Knaben, in seinem Alter geboren, und sein Bruder ist tot, und er
ist allein übriggeblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb. 44,21 Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringt ihn herab zu mir, ich will
ihm Gnade erweisen. 44,22 Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann seinen Vater nicht
verlassen; wenn er ihn verließe, würde der sterben. 44,23 Da (a) (b) sprachst du zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster Bruder nicht
mit euch herkommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen. 44,24 Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, meinem Vater, und sagten ihm
meines Herrn Rede. 44,25 Da sprach unser Vater: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig
Getreide. 44,26 Wir aber sprachen: Wir können nicht hinabziehen; nur wenn unser
jüngster Bruder mit uns ist, wollen wir hinabziehen; denn wir dürfen des
Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns
ist. 44,27 Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wißt, daß mir meine Frau
zwei Söhne geboren hat; 44,28 einer ging von mir, und (a) ich mußte mir sagen: Er ist zerrissen. Und
ich hab ihn nicht gesehen bisher. 44,29 Werdet (a) ihr diesen auch von mir nehmen und widerfährt ihm ein Unfall,
so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter zu den Toten bringen. 44,30 Nun, wenn ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe
wäre nicht mit uns, an dem er mit ganzer Seele hängt, 44,31 so wird's geschehen, daß er stirbt, wenn er sieht, daß der Knabe nicht
da ist. So würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines Knechtes,
unseres Vaters, mit Herzeleid hinunter zu den Toten bringen. 44,32 Denn ich, dein Knecht, (a) bin Bürge geworden für den Knaben vor meinem
Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben
lang die Schuld tragen. 44,33 Darum laß deinen Knecht hier bleiben an des Knaben Statt als Sklaven
meines Herrn und den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen. 44,34 Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht
mit mir ist? Ich könnte den Jammer nicht sehen, der über meinen Vater
kommen würde.
45. Kapitel
Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen
45,1 Da konnte Josef nicht länger an sich halten vor allen, die um ihn her
standen, und er rief: Laßt jedermann von mir hinausgehen! Und stand kein
Mensch bei ihm, als sich Josef seinen Brüdern zu erkennen gab.
45,2 Und er weinte laut, daß es die Ägypter und das Haus des Pharao hörten,
45,3 und sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Lebt mein Vater noch? Und
seine Brüder konnten ihm nicht antworten, so erschraken sie vor seinem
Angesicht.
45,4 Er aber sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie
traten herzu. Und er sprach: Ich bin Josef, euer Bruder, (a) den ihr nach
Ägypten verkauft habt. 45,5 Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, daß ich darum zürne, daß
ihr mich hierher verkauft habt; denn um (a) eures Lebens willen hat mich
Gott vor euch hergesandt. 45,6 Denn es sind nun zwei Jahre, daß Hungersnot im Lande ist, und sind noch
fünf Jahre, daß weder Pflügen noch Ernten sein wird. 45,7 Aber Gott hat mich vor euch hergesandt, daß er euch übriglasse auf Erden
und euer Leben erhalte zu einer großen Errettung. 45,8 Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott; der hat mich dem
Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum
Herrscher über ganz Ägyptenland.(a) 45,9 Eilt nun und zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: Das läßt dir
Josef, dein Sohn, sagen: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten
gesetzt; komm herab zu mir, säume nicht! 45,10 Du sollst im Lande Goschen wohnen und nahe bei mir sein, du und deine
Kinder und deine Kindeskinder, dein Kleinvieh und Großvieh und alles, was
du hast. 45,11 Ich will dich dort versorgen, denn es sind noch fünf Jahre Hungersnot,
damit du nicht verarmst mit deinem Hause und allem, was du hast. 45,12 Siehe, eure Augen sehen es und die Augen meines Bruders Benjamin, daß
ich leibhaftig mit euch rede. 45,13 Verkündet meinem Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten und alles,
was ihr gesehen habt; eilt und kommt herab mit meinem Vater hierher. 45,14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und Benjamin
weinte auch an seinem Halse, 45,15 und er küßte alle seine Brüder und weinte an ihrer Brust. Danach
redeten seine Brüder mit ihm.
45,16 Und als das Gerücht kam in des Pharao Haus, daß Josefs Brüder gekommen
wären, gefiel es dem Pharao gut und allen seinen Großen. 45,17 Und der Pharao sprach zu Josef: Sage deinen Brüdern: Macht es so:
Beladet eure Tiere, ziehet hin! 45,18 Und wenn ihr ins Land Kanaan kommt, so nehmt euren Vater und alle die
Euren und kommt zu mir; ich will euch das Beste geben in Ägyptenland, daß
ihr essen sollt das Fett des Landes. 45,19 Und gebiete ihnen: Macht es so: Nehmt mit euch aus Ägyptenland Wagen
für eure Kinder und Frauen und bringt euren Vater mit und kommt. 45,20 Und seht euren Hausrat nicht an; denn das Beste des ganzen Landes
Ägypten soll euer sein.
45,21 Die Söhne Israels taten so. Und Josef gab ihnen Wagen nach dem Befehl
des Pharao und Zehrung auf den Weg 45,22 und gab ihnen allen, einem jeden ein Feierkleid, aber Benjamin gab er
dreihundert Silberstücke und fünf Feierkleider. 45,23 Und seinem Vater sandte er zehn Esel, mit dem Besten aus Ägypten
beladen, und zehn Eselinnen mit Getreide und Brot und mit Zehrung für
seinen Vater auf den Weg. 45,24 Damit entließ er seine Brüder, und sie zogen hin. Und er sprach zu
ihnen: (a) Zanket nicht auf dem Wege!
45,25 So zogen sie hinauf von Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu ihrem
Vater Jakob 45,26 und verkündeten ihm und sprachen: Josef lebt noch und ist Herr über
ganz Ägyptenland! Aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht. 45,27 Da sagten sie ihm alle Worte Josefs, die er zu ihnen gesagt hatte. Und
als er die Wagen sah, die ihm Josef gesandt hatte, um ihn zu holen, wurde
der Geist Jakobs, ihres Vaters, lebendig. 45,28 Und Israel sprach: (a) Mir ist genug, daß mein Sohn Josef noch lebt; ich
will hin und ihn sehen, ehe ich sterbe.
46. Kapitel
Jakobs Reise nach Ägypten. Seine Kinder und Enkel
46,1 Israel zog hin mit allem, was er hatte. Und als er nach
(a) Beerscheba
kam, brachte er Opfer dar dem Gott seines Vaters Isaak.
46,2 Und Gott sprach zu ihm des Nachts in einer Offenbarung: Jakob, Jakob! Er
sprach: Hier bin ich.
46,3 Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht,
nach Ägypten hinabzuziehen; denn
(a) (b) daselbst will ich dich zum großen Volk
machen.
46,4 Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder
heraufführen, und Josef soll dir mit seinen Händen die Augen zudrücken.
46,5 Da machte sich Jakob auf von Beerscheba. Und die Söhne Israels hoben
Jakob, ihren Vater, mit ihren Kindern und Frauen auf die Wagen, die der
Pharao gesandt hatte, um ihn zu holen,
46,6 und nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben
hatten, und kamen so nach Ägypten, Jakob und sein ganzes Geschlecht mit
ihm.
46,7 Seine Söhne und seine Enkel, seine Töchter und seine Enkelinnen und
seine ganze Nachkommenschaft brachte er mit sich nach Ägypten.
46,8 a Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen: Jakob
und seine Söhne. Der erstgeborene Sohn Jakobs: Ruben. 46,9 Die Söhne Rubens: Henoch, Pallu, Hezron und Karmi. 46,10 Die Söhne Simeons: Jemuël, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul, der
Sohn der Kanaaniterin. 46,11 Die Söhne Levis: Gerschon, Kehat und Merari. 46,12 Die Söhne Judas: Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Aber Er und Onan
waren gestorben im Lande Kanaan. Die Söhne aber des Perez: Hezron und
Hamul.(a) 46,13 Die Söhne Issachars: Tola, Puwa, Jaschub und Schimron. 46,14 Die Söhne Sebulons: Sered, Elon und Jachleel. 46,15 Das sind die Söhne der Lea, die sie Jakob gebar in Mesopotamien, dazu
seine Tochter Dina. Die machen zusammen mit ihren Söhnen und Töchtern
dreiunddreißig Seelen.
46,16 Die Söhne Gads: Zifjon, Haggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arod und Areli. 46,17 Die Söhne Assers: Jimna, Jischwa, Jischwi, Beri, dazu Serach, ihre
Schwester; und die Söhne Berias: Heber und Malkïl. 46,18 Das sind die Söhne der (a) Silpa, die Laban seiner Tochter Lea gegeben
hatte, und sie gebar Jakob diese sechzehn Seelen.
46,19 Die Söhne Rahels, der Frau Jakobs: Josef und Benjamin. 46,20 Und dem Josef wurden geboren in Ägyptenland Manasse und Ephraim, die
ihm Asenat gebar, die Tochter Potiferas, des Priesters zu On.(a) 46,21 Die Söhne Benjamins: Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Ehi, Rosch,
Muppim, Huppim und Ard. 46,22 Das sind die Söhne der Rahel, die Jakob geboren wurden, zusammen
vierzehn Seelen.
46,23 Der Sohn Dans: Schuham. 46,24 Die Söhne Naftalis: Jachzeel, Guni, Jezer und Schillem. 46,25 Das sind die Söhne der (a) Bilha, die Laban seiner Tochter Rahel gegeben
hatte, und sie gebar Jakob diese sieben Seelen.
46,26 aAlle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, seine Nachkommen -
ausgenommen die Frauen seiner Söhne - sind alle zusammen sechsundsechzig
Seelen. 46,27 Die Söhne Josefs, die in Ägypten geboren sind, waren zwei Seelen; so
daß alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig.
Jakobs Wiedersehen mit Josef
46,28 Und Jakob sandte Juda vor sich her zu Josef, daß dieser ihm
(a) Goschen
anwiese. Als sie in das Land Goschen kamen,
46,29 spannte Josef seinen Wagen an und zog hinauf seinem Vater Israel
entgegen nach Goschen. Und als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und
weinte lange an seinem Halse.
46,30 Da sprach Israel zu Josef: Ich will nun gerne sterben, nachdem ich dein
Angesicht gesehen habe, daß du noch lebst.
(a) 46,31 Josef sprach zu seinen Brüdern und zu seines Vaters Hause: Ich will
hinaufziehen und dem Pharao ansagen und zu ihm sprechen: Meine Brüder und
meines Vaters Haus sind zu mir gekommen aus dem Lande Kanaan 46,32 und sind Viehhirten, denn es sind Leute, die Vieh haben; ihr Kleinvieh
und Großvieh und alles, was sie haben, haben sie mitgebracht. 46,33 Wenn euch nun der Pharao wird rufen und sagen: Was ist euer Gewerbe? 46,34 so sollt ihr sagen: Deine Knechte sind Leute, die Vieh haben, von
unserer Jugend an bis jetzt, wir und unsere Väter-, damit ihr wohnen dürft
im Lande Goschen. Denn alle Viehhirten sind (a) den Ägyptern ein Greuel.
47. Kapitel
Jakob vor dem Pharao
47,1 Da kam Josef und sagte es dem Pharao an und sprach: Mein Vater und
meine Brüder, ihr Kleinvieh und Großvieh und alles, was sie haben, sind
gekommen aus dem Lande Kanaan, und siehe, sie sind im Lande Goschen.
47,2 Und er nahm von allen seinen Brüdern fünf und stellte sie vor den
Pharao.
47,3 Da sprach der Pharao zu seinen Brüdern: Was ist euer Gewerbe? Sie
antworteten: Deine Knechte sind
(a) Viehhirten, wir und unsere Väter.
47,4 Und sagten weiter zum Pharao: Wir sind gekommen, bei euch zu wohnen im
Lande; denn deine Knechte haben nicht Weide für ihr Vieh, so hart drückt
die Hungersnot das Land Kanaan. So laß doch nun deine Knechte im Land
Goschen wohnen.
47,5 Der Pharao sprach zu Josef: Es ist dein Vater, und es sind deine Brüder,
die zu dir gekommen sind.
47,6 Das Land Ägypten steht dir offen, laß sie am besten Ort des Landes
wohnen, laß sie im Lande Goschen wohnen, und wenn du weißt, daß Leute
unter ihnen sind, die tüchtig sind, so setze sie über mein Vieh.
47,7 Josef brachte auch seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor den
Pharao. Und Jakob segnete den Pharao. 47,8 Der Pharao aber fragte Jakob: Wie alt bist du? 47,9 Jakob sprach zum Pharao: Die Zeit meiner Wanderschaft ist
hundertunddreißig Jahre; wenig und böse ist die Zeit meines Lebens und
reicht nicht heran an die Zeit meiner Väter in ihrer Wanderschaft.(a) 47,10 Und Jakob segnete den Pharao und ging hinaus von ihm. 47,11 Aber Josef ließ seinen Vater und seine Brüder in Ägyptenland wohnen und
gab ihnen Besitz am besten Ort des Landes, im Lande Ramses, wie der Pharao
geboten hatte. 47,12 Und er (a) versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus
seines Vaters mit Brot, einen jeden nach der Zahl seiner Kinder.
Die Ägypter verkaufen ihre Habe und sich selbst dem Pharao
47,13 Es war aber kein Brot im ganzen Lande; denn die Hungersnot war sehr
schwer, so daß Ägypten und Kanaan verschmachteten vor Hunger.
47,14 Und Josef brachte alles Geld zusammen, das in Ägypten und Kanaan
gefunden wurde, für das Getreide, das sie kauften; und er tat alles Geld
in das Haus des Pharao.
47,15 Als es nun an Geld gebrach im Lande Ägypten und in Kanaan, kamen alle
Ägypter zu Josef und sprachen: Schaffe uns Brot! Warum läßt du uns vor dir
sterben, nun wir ohne Geld sind?
47,16 Josef sprach: Schafft euer Vieh her, so will ich euch Brot als Entgelt
für das Vieh geben, weil ihr ohne Geld seid.
47,17 Da brachten sie Josef ihr Vieh, und er gab ihnen Brot als Entgelt für
ihre Pferde, Schafe, Rinder und Esel. So ernährte er sie mit Brot das Jahr
hindurch für all ihr Vieh.
47,18 Als das Jahr um war, kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen zu
ihm: Wir wollen unserm Herrn nicht verbergen, daß nicht allein das Geld,
sondern auch alles Vieh dahin ist an unsern Herrn, und ist nichts mehr
übrig vor unserm Herrn als nur unsere Leiber und unser Feld. 47,19 Warum läßt du uns vor dir sterben und unser Feld? Kaufe uns und unser
Land für Brot, daß wir und unser Land leibeigen seien dem Pharao; gib uns
Korn zur Saat, daß wir leben und nicht sterben und das Feld nicht wüst
werde. 47,20 So kaufte Josef dem Pharao das ganze Ägypten. Denn die Ägypter
verkauften ein jeder seinen Acker, weil die Hungersnot schwer auf ihnen
lag. Und so wurde das Land dem Pharao zu eigen. 47,21 Und er machte das Volk leibeigen von einem Ende Ägyptens bis ans
andere. 47,22 Ausgenommen (a) (b) (c) (d) das Feld der Priester, das kaufte er nicht; denn es war
vom Pharao für die Priester verordnet, daß sie sich nähren sollten von dem
Landanteil, den er ihnen gegeben hatte. Darum durften sie ihr Feld nicht
verkaufen.
47,23 Da sprach Josef zu dem Volk: Siehe, ich hab heute euch und euer Feld
für den Pharao gekauft; siehe, da habt ihr Korn zur Saat, und nun besäet
das Feld. 47,24 Und von dem Getreide sollt ihr den Fünften dem Pharao geben; vier Teile
sollen euer sein, das Feld zu besäen und zu eurer Speise und für euer Haus
und eure Kinder. 47,25 Sie sprachen: Du hast uns beim Leben erhalten; laß uns nur Gnade finden
vor dir, unserm Herrn, dann wollen wir dem Pharao leibeigen sein. 47,26 So machte es Josef zum Gesetz bis auf diesen Tag, den Fünften vom Feld
der Ägypter dem Pharao zu geben; ausgenommen blieb das Feld der Priester,
das wurde nicht dem Pharao zu eigen.
Jakobs letzter Wunsch
47,27 So wohnte Israel in Ägypten im Lande Goschen, und sie hatten es inne
und wuchsen und mehrten sich sehr.
(a) (b) 47,28 Und Jakob lebte siebzehn Jahre in Ägyptenland, daß sein ganzes Alter
wurde hundertundsiebenundvierzig Jahre.
47,29 aAls nun die Zeit herbeikam, daß Israel sterben sollte, rief er seinen
Sohn Josef und sprach zu ihm: Hab ich Gnade vor dir gefunden, so lege
deine Hand unter meine Hüfte, daß du die Liebe und Treue an mir tust und
begrabest mich nicht inÄgypten,
47,30 sondern
(a) ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus
Ägypten führen und in ihrem Grab begraben. Er sprach: Ich will tun, wie du
gesagt hast.
47,31 Er aber sprach: So schwöre mir. Und er schwor ihm. Da
(a) neigte sich
Israel anbetend über das Kopfende des Bettes hin.
48. Kapitel
Jakobs Segen über Ephraim und Manasse
48,1 Danach wurde Josef gesagt: Siehe, dein Vater ist krank. Und er nahm mit
sich seine beiden Söhne Manasse und Ephraim.
48,2 Da wurde Jakob angesagt: Siehe, dein Sohn Josef kommt zu dir. Und Israel
machte sich stark und setzte sich auf im Bett
48,3 und sprach zu Josef:
(a) Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im Lande
Kanaan und segnete mich
48,4 und sprach zu mir: Siehe,
(a) ich will dich wachsen lassen und mehren und
will dich zu einer Menge von Völkern machen und will dies Land zu eigen
geben deinen Nachkommen für alle Zeit.
48,5 So sollen nun deine
(a) beiden Söhne Ephraim und Manasse, die dir geboren
sind in Ägyptenland, ehe ich hergekommen bin zu dir, mein sein gleichwie
Ruben und Simeon.
48,6 Die du aber nach ihnen zeugst, sollen dein sein und genannt werden nach
dem Namen ihrer Brüder in deren Erbteil.
48,7 Und als ich aus Mesopotamien kam, starb mir
(a) Rahel im Land Kanaan auf
der Reise, als noch eine Strecke Weges war nach Efrata, und ich begrub sie
dort an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heißt.
48,8 Und Israel sah die Söhne Josefs und sprach: Wer sind die? 48,9 Josef antwortete seinem Vater: Es sind meine Söhne, die mir Gott hier
gegeben hat. Er sprach: Bringe sie her zu mir, daß ich sie segne. 48,10 Denn die Augen Israels waren schwach geworden vor Alter, und er konnte
nicht mehr sehen. Und Josef brachte sie zu ihm. Er aber küßte sie und
herzte sie 48,11 und sprach zu Josef: Siehe, ich habe dein Angesicht gesehen, was ich (a) (b)
nicht gedacht hätte, und siehe, Gott hat mich (c) auch deine Söhne sehen
lassen. 48,12 Und Josef nahm sie von seinem Schoß und verneigte sich vor ihm zur
Erde.
48,13 Dann nahm sie Josef beide, Ephraim an seine rechte Hand gegenüber
Israels linker Hand und Manasse an seine linke Hand gegenüber Israels
rechter Hand, und brachte sie zu ihm. 48,14 Aber Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims,
des Jüngeren, Haupt und seine linke auf Manasses Haupt und kreuzte seine
Arme, obwohl Manasse der Erstgeborene war. 48,15 Und er segnete Josef und sprach: Der Gott, vor dem (a) meine Väter
Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der (b) mein Hirte gewesen ist
mein Leben lang bis auf diesen Tag, 48,16 (a) (b) der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, der segne die Knaben,
daß durch sie mein und meiner Väter Abraham und Isaak Name fortlebe, daß
sie wachsen und viel werden auf Erden.
48,17 Als aber Josef sah, daß sein Vater die rechte Hand auf Ephraims Haupt
legte, mißfiel es ihm, und er faßte seines Vaters Hand, daß er sie von
Ephraims Haupt auf Manasses Haupt wendete, 48,18 und sprach zu ihm: Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene;
lege deine rechte Hand auf sein Haupt. 48,19 Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich
weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein, aber sein
jüngerer Bruder wird größer als er werden, und sein Geschlecht wird eine
Menge von Völkern werden.(a) (b) 48,20 So (a) segnete er sie an jenem Tage und sprach: Wer in Israel jemanden
segnen will, der sage: Gott mache dich wie Ephraim und Manasse! Und so
setzte er Ephraim vor Manasse.
48,21 Und Israel sprach zu Josef: Siehe, ich sterbe; aber Gott wird mit euch
sein und wird euch zurückbringen in das Land eurer Väter. 48,22 Ich gebe dir ein Stück (a) Land vor deinen Brüdern, das ich mit meinem
Schwert und Bogen aus der Hand der Amoriter genommen habe.
49. Kapitel
Jakobs Segen über seine Söhne
(vgl. 5. Mose 33)
49,1 Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich euch
verkünde, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten.
49,2 Kommt zuhauf und höret zu, ihr Söhne Jakobs, und höret euren Vater
Israel.
49,3 Ruben, mein erster Sohn bist du, meine Kraft und der Erstling meiner
Stärke, der Oberste in der Würde und der Oberste in der Macht.(a) (b) 49,4 Weil du aufwalltest wie Wasser, sollst du nicht der Oberste sein; denn
(a) du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du mein Bett
entweiht, das du bestiegst.
49,5 a Die Brüder Simeon und Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen. 49,6 Meine Seele komme nicht in ihren Rat, und mein Herz sei nicht in ihrer
Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie Männer gemordet, und in ihrem
Mutwillen haben sie Stiere gelähmt. 49,7 Verflucht sei ihr Zorn, daß er so heftig ist, und ihr Grimm, daß er so
grausam ist. Ich will sie versprengen in Jakob und zerstreuen in Israel.(a) (b)
49,8 aJuda, du bist's! Dich werden deine Brüder preisen. Deine Hand wird
deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters Söhne
sich verneigen. 49,9 Juda ist ein (a) (b) (c) junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube.
Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert.
Wer will ihn aufstören? 49,10 Es (a) (b) (c) (d) wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des
Herrschers von seinen Füßen, (e) bis daß der Held komme, und ihm werden die
Völker anhangen. 49,11 Er wird seinen Esel an den Weinstock binden und seiner Eselin Füllen an
die edle Rebe. Er wird (a) sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in
Traubenblut. 49,12 Seine Augen sind dunkel von Wein und seine Zähne weiß von Milch.
49,13 a Sebulon wird am Gestade des Meeres wohnen und am Gestade der Schiffe
und reichen bis Sidon.
49,14 Issachar wird ein knochiger Esel sein und sich lagern zwischen den
Sattelkörben. 49,15 Und er sah die Ruhe, daß sie gut ist, und das Land, daß es lieblich
ist; da hat er seine Schultern geneigt, zu tragen, und ist ein
fronpflichtiger Knecht geworden.
49,16 a Dan wird Richter sein in seinem Volk wie nur irgend ein Stamm in
Israel. 49,17 Dan wird eine Schlange werden auf dem Wege und eine Otter auf dem
Steige und das Pferd in die Fersen beißen, daß sein Reiter zurückfalle. 49,18 HERR, ich warte auf dein Heil!a
49,19 Gad wird gedrängt werden von Kriegshaufen, er aber drängt ihnen nach
auf der Ferse.
49,20 aAssers Brot wird fett sein, und er wird leckere Speise wie für Könige
geben.
49,21 a Naftali ist ein schneller Hirsch, er gibt schöne Rede.
49,22 Josef wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, daß
die Zweige emporsteigen über die Mauer. 49,23 Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und gegen ihn kämpfen und ihn
verfolgen, 49,24 so bleibt doch sein Bogen fest und seine Arme und Hände stark durch die
Hände des Mächtigen in Jakob, durch ihn, den Hirten und (a) Fels Israels. 49,25 (a) (b) Von deines Vaters Gott werde dir geholfen, und von dem Allmächtigen
seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der Flut,
die drunten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes. 49,26 Die Segnungen deines Vaters waren stärker als die Segnungen der ewigen
Berge, die köstlichen Güter der ewigen Hügel. Mögen sie kommen auf das
Haupt Josefs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!
49,27 a Benjamin ist ein reißender Wolf; des Morgens wird er Raub fressen
und des Abends wird er Beute austeilen.
49,28 Das sind die zwölf Stämme Israels alle, und das ist's, was ihr Vater
zu ihnen geredet hat, als er sie segnete, einen jeden mit einem besonderen
Segen.
Jakobs Tod
49,29 (a) Und Jakob gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu
meinem Volk; begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem Acker
Efrons, des Hetiters,
49,30 in der Höhle auf dem Felde von Machpela, die östlich von Mamre liegt im
Lande Kanaan, die Abraham kaufte samt dem Acker von Efron, dem Hetiter,
zum Erbbegräbnis.
49,31 Da haben sie aAbraham begraben und Sara, seine Frau. Da haben sie auch
(a) Isaak begraben und Rebekka, seine Frau. Da habe ich auch Lea begraben,
49,32 in dem Acker und der Höhle, die von den Hetitern gekauft ist.
49,33 Und als Jakob dies Gebot an seine Söhne vollendet hatte, tat er seine
Füße zusammen auf dem Bett und verschied und wurde versammelt zu seinen
Vätern.
50. Kapitel
Jakobs Bestattung
50,1 Da warf sich Josef über seines Vaters Angesicht und weinte über ihm und
küßte ihn.
50,2 Und Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, daß sie seinen Vater zum
Begräbnis salbten. Und die Ärzte salbten Israel,
50,3 bis vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Tage der Salbung.
Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.
50,4 Als nun die Trauertage vorüber waren, redete Josef mit den Leuten des
Pharao und sprach: Hab ich Gnade vor euch gefunden, so redet mit dem
Pharao und sprecht:
50,5 Mein Vater hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich sterbe;
(a) begrabe mich in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan gegraben habe.
So will ich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben und wiederkommen.
50,6 Der Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm
geschworen hast.
50,7 Da zog Josef hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm
alle Großen des Pharao, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des
Landes Ägypten, 50,8 dazu das ganze Haus Josefs und seine Brüder und die vom Hause seines
Vaters. Allein ihre Kinder, Schafe und Rinder ließen sie im Lande
Goschen. 50,9 Und es zogen auch mit ihm hinauf Wagen und Gespanne, und es war ein sehr
großes Heer. 50,10 Als sie nun nach Goren-Atad kamen, das jenseits des Jordans liegt, da
hielten sie eine sehr große und feierliche Klage. Und Josef hielt
Totenklage über seinen Vater sieben Tage. 50,11 Und als die Leute im Lande, die Kanaaniter, die Klage bei Goren-Atad
sahen, sprachen sie: Die Ägypter halten da große Klage. Daher nennt man
den Ort «Der Ägypter Klage»; er liegt jenseits des Jordans.
50,12 Und seine Söhne taten, (a) wie er ihnen befohlen hatte, 50,13 und brachten ihn ins Land Kanaan und begruben ihn in der Höhle auf dem
Felde von Machpela, die aAbraham gekauft hatte mit dem Acker zum
Erbbegräbnis von Efron, dem Hetiter, gegenüber Mamre. 50,14 Als sie ihn nun begraben hatten, zog Josef wieder nach Ägypten mit
seinen Brüdern und mit allen, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen
Vater zu begraben.
Josefs Edelmut und sein Tod
50,15 Die Brüder Josefs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war,
und sprachen: Josef könnte uns gram sein und uns alle Bosheit vergelten,
die wir an ihm getan haben.
(a) 50,16 Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tode und
sprach:
50,17 So sollt ihr zu Josef sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat
und ihre Sünde, daß sie so übel an dir getan haben. Nun vergib doch diese
Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters! Aber Josef weinte, als
sie solches zu ihm sagten.
50,18 Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen:
Siehe, wir sind deine Knechte. 50,19 Josef aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an
Gottes Statt? 50,20 Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber (a) Gott gedachte es gut zu
machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein
großes Volk. 50,21 So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen.
Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
50,22 So wohnte Josef in Ägypten mit seines Vaters Hause und lebte
hundertundzehn Jahre. 50,23 und sah Ephraims Kinder bis ins dritte Glied. Auch die Söhne von
Machir, Manasses Sohn, wurden dem Hause Josefs zugerechnet. 50,24 Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe; aber Gott wird euch
gnädig heimsuchen und aus diesem Lande führen in das Land, das er Abraham,
Isaak und Jakob zu geben geschworen hat. 50,25 Darum nahm er einen Eid von den Söhnen Israels und sprach: Wenn euch
Gott heimsuchen wird, so nehmt meine Gebeine mit von hier.(a) (b) 50,26 Und Josef starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. Und sie salbten
ihn und legten ihn in einen Sarg in Ägypten.