Rentier, Finnmark, Norwegen
Rentier, Finnmark, Norwegen

April

Wie ein Hirsch nach frischem Wasser, so sehnt sich meine Seele, Gott, nach dir.

Psalm 42,2

An einem verregneten Aprilvormittag des Jahres 1837 sitzt ein Mann in einem Zimmer und schreibt. Erst vor wenigen Wochen hat er geheiratet. Nun befindet er sich zusammen mit seiner Braut auf Hochzeitsreise in einer Stadt am Oberrhein. Die Namen der beiden: Cécile und Felix Mendelssohn Bartholdy. An diesem Tag entwirft Felix die ersten Notenzeilen jener Psalmenkantate, die er selbst zu seinen besten geistlichen Werken zählt: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“. Mit dessen Vollendung hat er bis heute vielen Menschen die tiefe Sehnsucht nach Gott in unvergleichlicher Weise nahe gebracht. So gesehen ist es doppelt kostbar, noch bei den mehr als 2500 Jahre alten, aus Israel stammenden Gedanken unseres Monatsverses zu verweilen. Der Psalmendichter spricht von einem Hirsch. Forscher fanden heraus, dass es im alten Israel aufgrund eines reichen Waldbestandes sogar mehrere Arten von Hirschen gab. Zweifellos geriet manch ein Hirsch in die Wüste und verirrte sich. Ein Reisender berichtet, dass er in den Wüsten Syriens ganze Hirschrudel beobachtete, die sich um Wasserbäche scharten. Sie waren vom Durst so sehr überwältigt, dass sie erst flohen, als er ganz nah herangetreten war. Nun meint der Psalmendichter, dass er einen ebenso überwältigenden Durst nach Gott hat. Offenbar ist er in eine Wüste im übertragenen Sinn geraten, vielleicht in eine ausweglose Lebenskrise, sodass er meint, Gott habe ihn vergessen. Aber so wie Gott ihm tröstende Antwort gab, so gibt sie Jesus uns: „Wer an mich glaubt, den wird niemals mehr dürsten.“

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